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Full text of "Papyrus Ebers: Die Maasse und das Kapitel über die Augenkrankheiten"

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i RÜS EBERS. "^ 

DIE MAA8SB 
PITEL ÜBER DIE AUGENKRANKHEITEN 



GEORG EBERS, 

LKO DER KÖNIÜL. SACHi». OESEU.BCHAFT HEB WISSEHSCHAFTKN. 



BBandea der Äbliandlungea der philologisch-historischen Clasae der Kitnigl. 
Slkcbsischen Gesellschaft der Wissenschaften 



LEIPZIG 

JE! S. HIRZEL. 
1889. 



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INHALT. 



ERSTER THEIL. 

Seite 

Die Gewichte und Hoblmaasse des Papyrus Ebers [1] 133 



ZWEITER TUEIL. 
Das Kapitel über die Augenkrankheiten im Papyrus Ebers, T. LV, 2— LXIV, 13. . . . [67] IS» 



I 



I 1 



I 



PAPYRUS EBERS. 



DIE MAASSE 
UND DAS KAPITEL ÜBER DIE AUGENKRANKHEITEN 



VON 



GEORG EBERS 

MITGLIED DER KÜNItiL. SACHS. GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN. 



ERSTER THEIL. 

DIE GEWICHTE UND HOHLMAASSE DES PAPYRUS EBERS. 



Abh»nai. d. k. S. OtnlUch. d Vfiu. XXV. ^ 



I. DIE MAASSE. 



1. Vorwort. 

Der Püpyrus Ebers steht in der von uns hergejitellten l'iilili- 
calion') jedermann zur VerfUguni;. Wegen seiner durchaus coneclen 
Schreibung hat er bisher die wichtigsten Dienste dem Grammaliker 
geleistet, der seiner niclit cntralhen kann, sobald er sich der Er- 
forschung des All-Aegypti sehen im Gegensatz zu dem sogen. Neu- 
Aogyptischen der Papyri aus der XIX. und XX. Dynastie zuwendet. 

FiJr die Kulturgeschichte und die Geschichte der Medizin ist 
sein lühail gleichfalls von hohem Interesse und vielfach benutzt 
worden; der Arzt aber hat mit den vorgeschlagenen Mitteln bisher 
wenig zu machen gewusst, oder ist an den fragmentaron Üter- 
setzungen einzelner Recepte vorübergegangen, schon weil von den 
vei-schriebenen Droguen viele unbestiniml bleiben mussteu und über 
die Maasse, mit denen sie zu nehmea sind, gar nichts feststand. 
Auch die Absurd il^te». welche der Pap, an einzelnen Stellen ent- 
halt, und die man mit weit grosserem Uehagen als das Gute, wovon 
er voll ist, hcrvor/og, schreckten ihn ab. Da stellten wir uns denn 
die Aufgabe, diese schöne Handschrift so zu behandeln, dass sich 
auch ISichlaegyptologen, Ärzte, Naturkundige und Sprachforscher jeder 
Art ein zulrefTendes Bild von ihr bilden können, und sie ist im Ganzen 
so boschatfen, duss sie ihrem Autor, wenn wir die Verhitllnissc be- 
denken, unter denen er sie verfasste, zur Ehre gereicht. 



I) ra|>yrus Ebers, conservicrt in der L'DJversitälätiibliotliek ta Leipzig;. Ein 
hieratisclieä Ifundbuch ullaegyplisctier Arüiieikunde. Ilerausgugebuii, mit Einleitung 
iinil der Uberselzuag der vorkommenden KrHiikbcilcn versebi'n von Gedm«! Ebehs, 
Mit tlnterMülzung des k^l. siichs. Mini^teriuriis des Ktiliii'^ und üllenllichcu L'ulvr- 
ricble». Leipzig. W. Eo(jelmuuii l)l7S. 



136 



Gkokg Kbeh», 



[( 



Wer mit anderen als den Uülfsmitteln un»eier Specialv^issen- 
!;chafl die eigenen an uDüere Foreohuagcn zu knilpren wuaächl, der 
möge es an der Hand des hier zu Gebenden vertrauensvoll thun; 
denn wir folgen der Metliude, kein Worl, das wir nichl mit aller 
Sicherheit verstehen, zu Übertragen, den ganzen Text aber in con- 
sequenter Weise zu traosscribicren und ihn mit eineiu eingehendco 
Coramenlar unter dem Texte zu versehen. 

In solcher Weise denken "wir spater die ganze Uandscbrin zu 
behandeln, ftlr's Erste aber unsere Methode nur auT einen der wich- 
tigsten Absclinitte des Papyrus, den den Augenkrankheiten gewid- 
meten, auszudehnen. 

Schon durch iierodol erfahren wir, dass das Specialislenweseii 
unter den aegyptischen Ärzten mit besonderer Strenge durchgeführt 
wurde. Der Oculist durfte nur die Leiden des Gesichtssinnes und 
keine anderen behandeln, und die Augenärzte vom Nil erfreuten sieh 
unter den anderen Völkern des Alterlhuma des höchsten Anseheas. 
Ae-gypten ist auch heule noch eine bevorangte Brut- und Beobacli- 
tungssltttte fdr Augenknmkhuilen. i'her diese und ihre Behandlungs- 
weiße von Seiten der Aegypler Näheres zu erfahren, liegt vielen 
unserer Oculisten am Herzeu, und mehrere wandten sich denn auch 
mit Anfragen und der Aufforderung, ihnen das Yerständuiss des Papy- 
rus zu eröffnen, an den Verfasser. So wShIten wir das den Augen- 
leiden gewidmete Kapitel, um unsere Methode an ihm zu erproben 
und den Ärzten, Linguisten und Freunden der Geschichte der Medizin 
eine sichere lJnlcrlai;e für das eigene Studium zu bieten. 

i'her den Papyrus selbst, seine Herkunft, die Zeit seiner Eol- 
slehung ete. hatwn wir im Vorwort zu un>:en''r Publieation der Hand- 
schrift^) das Nölhige gesagt, und was zwischen dem AbsehUiss des 
genannten Werkes und dem heutigen Tage auf diesem Korschungs- 
felde geleistet wurde, das hat unsere fundamentalen Ansichten nur 
l>eätHtigl uud zu dem im Vorwort xum Pap. übers Bemerkten wenig 
Neues gefugt. 

Unsere Handschrin ist das hermelische Buch über die Amiei- 
mittcl (ictpt •pap)iäxtu'v), das t'.lemens \un .Mexandria'} erwShnt, sie 



1) Pap. Ebere. M. 1. S. 1 — 1» 

3) Clemeas Alexamlrinuii. StruiuaU ihI. l'uUcr. VI. p. 768. ^ ft3(. 



5] Pap.Kbi 



Die Maasse v. das Kapitel ibkh dik Al^;ENKBA^KllElTF,^, 137 



waril sicher während der Kegierungszeil der XVIII. Dynastie, spä- 
testens um 1.500 V, Chr. geschrieben, sie ist ein Sammelwerk, worin 
auch sehi' alte*) und etliche fremdländische*} Recepte Aufnahme 
fanden, und die Maasszeichen, welche neben den Namen der vor- 
geschlagenen Medikamente stehen, beziehen sich tiicils auf liohlmaasso, 
theils auf Gewichte. 



2. Die Umsohrift. 

Die Umschririsinethodc, deren wir uns in ObereinsLimmung 
mit Prof. Dr. L. Steen im Vorworte zu der Publication bedienten, 
bcsass gewisse Vorzüge, indem sie sich theils an die auf dem Oiicu- 
talistencongress zu London (1 874) mit unserem Beiralh combinirte 
schloss, theils erkennen liess, ob der Schreiber sich alphabetischer 
oder syllabarer Zeichen bediente. Freilich wird die Transscription 
dadurch mit vielen Strichen belastet, deren Satz liabcquemlicbkeiton 
verursacht; auch hat sie keine Annahme gefunden, und nach und 
nach sind die meisten Fachgenossen auch von der Londoner Methode 
abgewichen. Der lebhafteste Widerspruch erhob sich gegen die Um- 
schrifl derjenigen Zeichen, die man fUr Vocale ansah, und es ist in 
der That niisslich, etliche von ihnen, denen ursprünglich sicher ein 
consonantischer Werth zukam, Vocale zu nennen. Dennoch empfiehlt 
es sich, bei unseren lateinischen Lettern zu bleiben, wenn man sich 
picht — und auch dagegen spricht vieles — wie der unvergessliche 
EChadas des kopiischen Alphabetes bedienen will"); denn die ÜSkchen 
welche G. Steindobef in seiner vorzüglichen Dissertation zu gc- 
i)rauchen vorschlug, bieten Schwierigkeiten, ergeben in ihrer Ver- 



t] P.ip. Bbers. I.Wl, 15— IS. Ein llaarwucbsmiU'<1 für die naiDC £eä, Huller 
^iw Königs Tlü. 

S) LXIII, 8 — H. Arznei für ilic Augen von einem Seiailen aus K[in<:, das 
{edeofalls eioe Stadt üus im Osten AttgjpU'ns gMegctii-n seniilisrlicn üinilcs und 
rabrscheifilidi Bybias — Geltal bedeulol. 

G] GegL'nübiir den Vocalen wäre übrigeris damit wenig gebessert. Aituli bei 

räor Wabl besonders der sogcnannlen Zusalzconsonanteu würden sich od Sctiwicrig- 

Jfceittm ergeben. In Frankieich ist in jüngster Zeit Maspkro besonders bei der Trans- 

Kriptioa der Vocale weil von der Lundoaer Helbode abgewidien. Zwar weiss er 

WDcberlci in der seinen überzeugend zu stützen, docb würde er sidi vielleicht 

K|u CompromisseD versteht'n, wenn einer anderen neuen bevorstünde allgemein un- 

mommen za werden. 



13S 



Georg Kbers, 



[fi 



miäcliung mit Jen röiiiischea Zeichen für das Auge des Ty|>ogi'<tplii;n 
ein unerfreuliches Bild, und dazu leisten sie niclil einmal skIu' viel 
bessere Dienste als römische Lettern, die man mit passenden Abzeichen 
für die Umschrift gewisser Laute versieht'). 

Es kommt ja bei der Transscription in erster Reihe darauf an, 
dass sieb leichl und sicher erkennen lüssl, welche Zeichen des Ori- 
ginals sie wiedergibt. In zweiter Linie soll sie, da sie nun einmal 
des Gebrauches von Strichen und Häkcheo nicht zu entrathen ver- 
mag, dem Setzer möglichst geringe Schwierigkeiten bereiten und dem 
Auge nicht geradezu weh ihun. Kommt sie diesen Anforderungen 
nach, wird sich auch das dritte Desiderium leicht erfüllen, dass sie 
annehmbar sei für möglichst viele Arbeiter und verstandlich auch 
fUr andere als die aegyptologischcn Forschungskreise. 

Das Zeichen o vertritt, wie viele mit Hieroglyphen umschrie- 
bene semitische Namen lehren, das hebr. y. So ist es also keines- 
wegs unser a oder überhaupt ein Vocal, und doch steh' ich nicht 
an, es a zu umschreiben, da dies ebenso sicher wie < andeutet, dass 
das Original •= o ist und zudem viele Semilisten das S a um- 
schreiben. Nichlorientalisten müssen gewarnt werden, das < für den 
griechischen Spiritus asper, das < für den Spiritus lenis zu liallen. 
Auf deutlich kenntliche, keine Verwechselung zulassende Wiedergabe 
der Grundschrift kommt eben das meiste an, sehr wenig auf die 
Gestalt der Zeichen, wenn sie sich nur bequem schreiben und drucken 
lassen. Die Transscription zu benutzen , um auch der Geschichte 
der einzelnen Laute gerecht zu werden und anzudeuten, welchen 
Werlh sie ursprünglich besessen, geht nicht an oder führt doch zu 
einer Lbeiladung, welche den Druck erschwert, vertheuerl und ver- 



7) in Jüngerer Zeit combi liierten H. Bntinscii uud A. Ebiian zuin Gebrauch für 
die Zeltsclir. Tür ueg. Spruclie und All^rÜiumskutide die folgende Umsclirift der sogu- 



nannlen Vocnle: '^ 
uns t'her bt-ki-nnen, 



und 



Vi Wi V *' ^" dieser könnten wir 
t uns keineswegs zusngt und sieb 



auch gegen Vi ;= w. wofür vieles aprichl, gute Grüude niifülirea lassi^n. Leider 
kam uns die Kcnntniss dieser Methode zu spät zu, als dass wir uns ihrer in dem 
Folgenden halten bedienen können. S|iiiter werden wir uns ihr vielleii-hl im Gauücn, 
sicher aber bei der Transscription der Cunsonanlon nnsehlii'ssen, d.i uns z. B. für 
e h besser «enilll als /. d für ""^ mehr /usaKl a|s t. 



71 Pap. Rbebs. Die Maj 



s Kapitel über die AnGEMUtANKHEiTEN. 139 



hässlicht. Wer dergleichen dennoch durch die Umschrift zur Aa~ 
schauung briogea will, den möchlen wir an die Lehre erinnern, dass 
das Bessere des Gulen Feind. 

Dem Gesagten stimmte auch H. A. Ebman im mündlichen Verkehr 
mit dem Verfasser im Ganzen bei. Seinen wohlbcgrUndelen Ein- 
wänden gegen 1^=^ a, (j = i und u = i haben wir gerecht 
zu werden versucht, indem wir ^c\ ;= e, fl fl = y und \\ ;= e um- 
schrieben. Für [1 Hessen wir es bei &, obgleich uns seine ursprüng- 
lich conso nautische Natur (j) wohl bekaont ist. Zu c:^:» = d haben 
wir uns nicht leicht — denn manches steht ihm entgegen — aber 
zuletzt dennoch entschlossen. Bei © =: ^, i= := &, ^^ z=: i bleiben 
wir einstweilen, weil wir nichts Bequemeres und in jeder Druckerei 
sicherer Vorhandenes für sie einzusetzen wussten. 

So gestaltet sich denn die einfache und verstund liehe TranS' 
scription, deren ich mich im Anschluss an die Londoner von 1874 
bediene, nachdem ich sie etlichen Eniendationen unterworfen, wie folgt: 



-ja, 5 
ä, M 






: in, Q 



, I, b 



Q g> 3 
■=» k, n 

^ q. P 



ex, n 



Hä ä, » 



^. i '. Y 

.=> t, n 

=j, \ ft, n und 0. 



Dieser Transscriptionsmethode eignet auch der Vorzug, dass sie 
[ sich, wo es angeht, an die bekannten und in den Druckereien vor- 
[ raihigen Zeichen des LBPsius'schen Slandardalphabetes anschüesst. 
[Keine einzige Leiter würde neu zu giessen sein; denn das a, das 
neichl aus a und ' zusammengesetzt wird, ist ohnehin für die Um- 



UO 



(iKOaG KlIEU!«. 



|R 



schi'jfl semitiscber Texte in Gebrauch, das e tait den Puacla diUrcseos 
fchll in kotiiem Setzerkaäteii, und wenn wir uns auch nichl hehlen, 
tiass das griechische y^ und ü, womit wir o und s=i umschreiben, 
etwas Fremdes unter den tihrigcn römischen Lettern sind, ao lassen 
wir sie doch unangetastet; denn wenn auch das ch und ih dem 
Deutschen genügt, wurden diese Buchstaben andere Sprachkreisc zu 
einer Aussprache verleiten, die ebensoweit von der unseren wie von 
der der Aegypter abweichen müchte. AnderwUrts haben wir uns 
schon eingehend mit den Gründen beschäfligl, die uns hindern, 'z^:^ d 
zu umschreiben, und es bringt auch keinenfalls einen rein medialen 
Laut icum Ausdruck; doch TUgten wir uns der von Ebman warju 
ßiupfuhlcncn und von mehreren Fachgenossen angenommenen Uni- 
sohrifl. Das i für "^ gibt im Druck ein nichts weniger als an- 
mulbendcs Hild, doch zogen wir es dem d vor, weil dies so gut wie 
das ( ein conventionell gebildetes Zeichen ist und t sich durch das 
Standardalphabet und die Londoner Umschrift smelhode von 187i in 
den Druckereien und unter den Fachgenossen einbürgerte. Seine 
wahre Aussprache wird sich dem englischen Ih genUhert haben und 
einem solchen Laute gebührt als Unterlage eher ein t als ein d. 

Für den Semitisten setzen wir neben die Lettern der Umschrirt 
auch die ihnen entsprechenden des hebräischen Alphabetes. Den 
Konsonanten gegenüber Itlsst sich dies mit einiger Siclierheit Ihun, 
da wir eine ziemlich grosse Anzahl von semitischen Namen und Lehn- 
worlen besitzen, die in hieroglyphiscben Texten von den Aegyplern 
mit ihrem Alphabet umschrieben wurden und zu erkennen geslallen, 
welchen aegyptischen Lauten der Hierogrammat die semitischen gleich- 
setzte. Die Vocale bieten grössere Scliwjerigkeit, doch ist regel- 
massig fl dem M entsprechend und o (freilich kein Vocal) dem 5. 

Für das ü (] tritt am häufigsten " ein. %i und e benutzte der Aegypler 
für die Umschrirt des hebräischen \ und wir hüllen es lieber mit w 
als u wiedergegeben, wenn uns nicht die Pluralendungen und ähn- 
liches bestimmten, bei dem allen u zu bleiben. Über das \\ isL viel 
gestritten worden. L. Stexn und A. Rhman widmeten ihm besondere 
Aufmerksamkeit, und ich glaube auf beider Zuslimitiimg zahlen za 
dürfen, wenn ich es c umschreibe. 



9] Pap. KiiKRS. DiK MaASSE II. das KaI'ITEI IDKR DIF. AlliENKRANKlIKITEN. I i1 



3. Die Dotermlnatlyzeichen. 



Wer sich mit unserem Transscriptionsalphabcl vertraut inacble, 
wird den Laiilwerlli jedes mit seiner Hülfe umschriebenen Textes 
leicht und genau zu erfassen vermögen ; doch bietet die Hieroglyphen- 
schrifl noch ein erläuterndes und illustrirendes Element, welches die 
Bedeutung vieler Wörter, besonders aber solcher, die coacrete Gegen- 
stände bedeuten, zu bestimmen erleichtert. Wir meinen die sogenannten 
Deterniinativzeichen. Diese werden hinter das lautlich ausgeschriebene 
Wort gestellt und zeigen an, welcher Begriffskategorie es zukommt. 
Die in das Pflanzenreich gehörenden Namen werden mit tjj deter- 
minirt, oder, Ledeuteo sie Bäume, mit A oder -^. Hinler die Namen 
von Gelranken und Flüssigkeiten tritt das Bild eines HohlgefSsses 
ö, 5 oder «, hinter die der Quadrupeden ein Stück Fell derselben mit 
dem Schwanz ^. 

Es ist leicht zu verstehen, wie grossen und willkommenen Bei- 
stand diese Zeichen gerade für die Bestimmung des Begriffs werthes 
solcher Worte leisten, die Heilmittel oder zur Behandlung vorgeschla- 
gene Körpertheile bezeichnen. So hallen wir es denn für geboten, 
aucli dem Nichtaegyptologen diese wichtigen Hulfsmittel zugänglich 
|]EU machen und setzen darum hinter den Namen jedes Medicamcntes 
^^n Determinativuni. 

Die Gruppe '^ "^T ''^''■'^ *'^ "'*'^'' '*'"' 8"^""'' sondern 

Igngn-l IJ^f transscribiert werden, um dem Leser zu zeigen, dass das 

;gn-t geschriebene Wort zu den Vegetabilien — mil Ausnahme der 

^Sume , die ihr eigenes Klässenzeichcn haben — gezählt werden 

■iDuss, Das sehr häufige "^J g O ""^ umschreiben wir nicht 

Pprt u'an, sondern prl uan O ^^, woraus dann hervorgehl, dass 

prt ° etwas in Gestall eines Kornea [Korn, Samen, Beere], uan 

lO-^ fber einen Baum darstellt, und zwar wegen des O einen 

^aum mit riechenden oder durch den Handel vertriebenen Theilen. 

%U8 der Beigabe beider Determinativ» kann der Leser ohne weiteres 

Srkennen, dass die ganze Gruppe den Samen oder eines der anderen 

3urch ° bezeichneten Producle eines Baumes bedeutet, der eine 



US 



Knfins, 



Drogue in die aegyptischen Officiüeo lieferte, fi das Bier umschrei- 
ben wir hqt und maclien es dadurch als trinkbare Flüssigkeit 
kenntlich. Durch dies Verfahren erleichtern wir auch dem Nicht- 
acgyptologen die selbständige Forschung; doch sehen wir uns, um 
nicht missverstanden zu werden, zu der Erklärung genöthigt, dass 
wir es keineswegs allgemein und auch für die Transscrijilion histo- 
rischer, religiöser oder erzählender Texte eingeführt sehen mochten. 
Hier würde es die Umschrift belasten, während für das VerstUndniss 
unserer Receple, die sich aus lauter Realien zusammensetzen, sich 
die Mittheilung des den Namen jeden Medicamentes begleitenden 
Klassenzeichens lebhaft empfiehlt. 

In der nun folgenden Liste findet man die gebrauchlichsten De- 
terminaliva nebst der Angabe ihrer Bedeutung. Die sogenannten 
»directen« erklären sich von selbst; denn sie sind gleich dem Bilde 
des Objectes, welches das Wort, hinler dem oder wofür sie eintreten, 
der Vorsleilung vermittelt. Die Gruppe JJjJ 'g\ -^j^, se ■^^ kann 
z. B. nur ein Schwein bedeuten; denn dies wird ausser Zweifel ge- 
stellt durch das directe Dcterminalivum, das Bild eines Schweinen, 
welches dem Worte J(TtT, ''fc\ se folgt, das, wie das oberaegyptisch- 
koptische etyo das Schwein bedeutet. 



Die Determinalivzeichen, welche anzeigen in welche 
Begriffskategorieen die vorgeschlagenen Medicamente ge- 
hören. 

i. ^ Vierfüssige Thiere. 

2. -^y EseP). 

3. ? Muskel, Körpertheile, Glieder, 
i. I Knochen"), Rohr, Rühren. 

5. ^ Anatomische Gel^itsse, Nerven, Adern. Bei PÜanzen der 
Bast, die Fasern etc. 



8) Die PhantasicgGstailt des üem GoUe Selli-Typlion aDgcbürendeii Tliieres, dus 
kein anderes Thier determlDierl als den Ei^el. 

9) Ein Drcclislerwertzeug. Ursprünglich Rfthren, und darum aucli das vege- 
tabilische llolir, calamus, Beini Fische gewisse Theile, doch wohl die lUk'k eng rate. 
3 ' o^ 



Q£i ^ j[ t»""'!*'«" <les ](efisuhes }■ . 



14] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Algenkrankheiten. 1 43 

6. "^ Haar; doch auch das Behaarte: das Fell, die Haut und 
ihre Farbe. Bisweilen auch die Feder des Vogels^®). Auch »Trauera 
wegen des für den Trauernden charakteristischen abgeschorenen Haares 
nach einem Todesfalle. 

7. ^^ Vögel, doch auch anderes Fliegendes wie die Insekten. 

8. ^^ Flügel, Feder. 



9. ^ Flügel. 

10. o Ei. 

11. \, ^S), ^ Fisch. 
12 1= 4. I Gräte. 

13. Bwi Schlange, Würmer. 

14. /"^ Aus dem Körper kommende Ausflüsse, die gewöhnlich 

aus Wunden oder dem Munde kommen. Blut, Eiter, Speichel, vomitus, 
vomitio; doch weder Urin noch Excremente. 

15. ^ Kräuter und andere Pflanzen, die keine Bäume sind. 

16. (^, ^ Bäume. 

17. v:^ Holz. 

18. ^ Dorn^^). 

19. C?3 Blatt (des Bilsenkrautes?). 

21. 1W Spalier und Gartenpflanzen. 

22. MM. Saftige Früchte, die unter die Presse*^) gehören, Flüssig- 
keiten^^). 

23. t>öti Korn, Körner. 



4 O) So (j ^ = K Gös^ die Feder. Hier wechselt mit dem Determinativ 
des Flügels ^^ das des Haares (die Locke] ^. 

H) I i srl, coypi aculeus. 

it) Für _## , kommt auch so YriiT ^^^' ^^ ^^ unser Zeichen also das Bild 

zweier Gestelle, zwischen denen der Sack sich befindet, mit dem man durch Wringen 
den Wein presste. 

4 3) Z. B. die .^N^ *^ MM mid Flüssigkeit. 



1U 



GeoBG Ebrhs, 



n«1 



23a. o, "a", o'o Korn und dazu Alles aus Kümern zusammengesetzte, 
auch Mineralisches. Mehl, Pulver, Staub, Sand"). 

24. IJ Datlelpalme, Dattelfruchl. Bezeichnet auch mit anderen 
Detenninaliven andere Productc des Phoenix dactylifera-Bauiiies"'). 

25. =^2^) Brotflüchte, zu denen man in Aegyplen auch die Datteln 
zählte. 

26. O Runder Körper, Kugel, Pille'"). Runde Früclite"). 

27 und 2S. <^. 0' »• ö' "^^ ^''^^' Kuchen, Teig. Brei u. dergl.'"*). 

29. ümn Stein, Steinernes. 

30. p, J^ä' D' ^ ^""^P' Ehernes. 

31. ^. 

32. o, 1^ Irdenes GePJss. Trinkbare Flüssigkeiten. 

33. «, O Flaschen, besonders für Wein. 

3i. ^, ^° Vase, gewöhnlich für Oele und Salben. 

35. 3 Krug. Flüssigkeiten und Krüge, die solche enthalten. Hiiulig 
das Hülilmaass Hin. 

36. i^i See, Behititer, Bassin. 

37. Inf Das Nass des Himmels, Regen, Thau. Auch das Irüufelnde 
Nass der Augen oder die ThrHnen. 

38. O Alles was einen Geruch von sich giebl, sei es guten oder 
schlechten. Auch Schmulziges'"), Krankhaftes, Schmerzlicht's. In Ballen 
oder Packeten eingeführte oder versandle Waaren. 



1 j) s.T lyui Jer S;ind. 

'S) 5''^^ Dn»p|friiclilL>, J öl 
^<=.(JPi°i hnrä P|°j DaUHsamp, 
fem tii-ult! noih bt'fruclitct werden. 



i) biiäu u ÜaUelwmn oder tlonig. 
Dil dem die ßliilen dur Ptiumiix daclyli- 



16) _ 



|)dsl O Kugel, Pille. 



petl-l O dtT Sykomore; also die runde S) komo reufeige. 
=r, eine Brolnrt, die mnn «a auf die 0|)ferli8che legte. 



1 9) Auch Excretnenle 8 fl ^ hsu *^ von Mensch 
>'>l 111 * III 
Beileuliing und mit /"^ verwiindl |^ , 



iid Tliier etc. In übelslor 



1-'J I*AP. KUEHS, DiK M.UGSE l 



S KapITBL IBE» ÜIE AliüENKRAMtllEITEK. 145 



39. fi Feuer, Koclieo, Wörme. 

tl). ö D*-'-'' Seilers Arbeit von der Schnur bis zum Tau. Alles, was 
zum Zubinden dlenl, doch auch vieles, was gebunden wird. Auch aus 
Faden Bestellendes, Gewobenes. 

41. ^^ Eine Schnur oder Binde. Zusammenbinden, einwickeln 
und was zusammengebunden wird; ao das aegyplische Buch, die 
Schririrollc'"). Auch jede Thätigkeil, die mit Hülfe einer Binde vor 
sich gelil, so auch zubinden und sein Gegenlbeil lüsen und auflfisen^'). 

4:!. 'TT Gewobenes. Was bedeckt und verhülU"). Gewänder, 
Decken, Windeln, Verbände, Es determiniert das zu Verbergende und 
Saugleich sein Gegentheil, d. h. die Entfernung dessen, was verhüllt, 
md also entblöüsl"). 

)iese Detcrminativzeiclien prHgen sich leicht ein und gestallen 
^ auch dem Laien jedes Medicament dem Naturreiche zuzuweisen, wozu 
es gehört. Wir denken also, dass uns mancher ftlr ihre Berück- 
sichtigung Dank wissen wird. 



i. Die Miuissc. 

1. Methode. 

Besondere Schwierigkeil machen die Mauste, und um die auf 

Iste bezüglichen Zeichen festzustellen, genügt es nicht, die vorlian- 

■denen Gewichte und Hohlmaasse nachzumessen und zu eruieren, 

^welcher in den Texten vorkommende Name sich auf die einzelnen 

lezieht, nein die Methode gebietet hier vielmehr, von Becept zu Recept, 



so) (flafl ^ d""ll ^ unJ "^ »Ät "^ "la« ""cli. 

i\) Biet gutei« Beispiel hierfür und für 38.^3 ist .^a=^C3 ""Z f^- 



Wort «las Diarrhoe bedouiet. "^^^ wei 
derselben. 



luf die Lösung, C3 •'"'^ <l^^ krankhalts 



"iST^-T" 



^1^ 1 1 |»ql || ein leinenes Tiicli, Luken. 
.^^"^ sp ^ iy<ün ein Hemde. |J f^, "^ l.ibs "^ gfewc ein 
lünnenes Tuch, Uinliiilluns. Kleid. Als Verb: hbs Hl ^_i| £(j'6c, goftc? bedecken, 

i -SSj'IT' l-fe 'tP enlblösscn. 



ver- und nnilitillen. 



verhüllen, verstecken. 



U6 



Grük Bacu, 



(II 



vno DrogUL- zu Ürogue zu wandern und zuerst all« Maas^e zuäamaien- 
zuülellen, dereo der Papyrus sich zu bedieaen vorschreibl. Hieoach 
gilt es zu priirco, weicht- Maasse für Hohlmaasse, welche für Gewichte 
aozui>ehen sind, und dann er«t wird man die Schwere oder den 
Inhalt der einzelnen Maasee und den Wertb der Brucbzeicben Test- 
zustellen halwn. welche &o und so viele Tlieile einer Einheit zu 
ochniea vonichreiben. Zuletzt milsäen wiederum die Receple des 
ganzen Papyrus in'ü Auge gcrat>st werden, um die Probe auf die 
RichligLeil der gewonnenen Resultate zu macheo und zu entscheiden, 
oll nicht gewisse Zeichen und Zahlen in besonderer Stellung elwaj« 
Besonderes bedeuten. 



2. Die boaüminten Maasse des Papyrus. 

Vier Maaüsc ütnd es, deren sich der aegyplische Arzt am häutig- 
üton bedient. Für alle Wagungen wird ein uad dieselbe IDinhell 
überall und ohne .\iisnahmc benutzt. Sie zerfallt in Brudilhcile, die 
wir nuher zu lietrachlen hüben werden, doch wird der Name dieses 
M) reichlich gebrauchten Apothekergcwichles nirgends genannt. Unter 
den Hohlmaassen sind es 3, die als eigentliche geeichte Maasse zu 
betrachten sind, und unter diesen werden nur zwei in Theile zer- 
legt. Das am heutigsten vorkommende ist das hieratisch ^ geschrie- 
bene Maat», das wahrscheinlich dem hieroglyphischen dnäl f^ enl- 
spricht und mit dem gewöhnlich nur flussige Substanzen gemessen 
werden, sowie das Apolhekermaass "^ He oder Ro, das an keiner 
Stolle des Papyrus gcnanni wird, welches uns aber sicher und zwar 
ziemlich hitufig gemeint zu sein scheint. Von diesen beiden llohl- 
maassen werden auch Theile verschrieben, während das dritte nur 
voll verordnet wird"). Es heisst hnnu 5, hnu 5, Füg hn (hin), ent- 
spricht dem Namen nach dem hebräischen yT\ und ist nicht zu 
unterscheiden von dem l>nu (S ^ o S t K das neben ihm vorkommt. 
l''Ur die Identität beider Maasse spricht besonders das Kecepl 
LIV, 1i — 16, das 1 hnu Honig, 1 hnu'^) Rinderfett, 3 bnu llUssige 

ii) Von (fem lüii wird nur seilen uiiil in besonderer Slelliing / = '/a »or- 

Kcscli logen. 

15) Der Unlerschit-rl liegt In den Anrnngsbuchälaben. Hol lionu haben wir 
ro licbr. n li, bei lu^nt. | h hi'br, n. 



lä] pAi'. Ebers. Die Maasse u. das Kapital iber die ArGENKSANKHEiTEN. I 47 

Hefen'.', 1 tinu gedürrte Dompalmen elc. vorschreibt. Hier sind 
wahrscheinlicli die gleiclieo Maasse gemeint, und der Arzt bediente 
sich nur zuP^üig der beiden verschiedenen Schreibungen fUr den 
gleichen Begriff. Beide werden auch gebraucht, um ein GeP^ss im 
Allgemeinen ohne Rucksicht auf seine Mächtigkeit zu bezeichnen, wo 
das hau S oder |>au S aber als Maass benutzt werden boII, wird 
ülets wenigstens ein ganzes vorgeschrieben und es wird auch 2 und 
6 mal zu nehmen verordne!. 

3. Im Allgemeinen bestimmte Dosen und Gefässe. 

So hatten wir als Hauptliohlinaat^se das Dnät f\-'>, Ro und 
hnu S oder bou 5. Allen dreien ist ein ganz beslinimter, durch 
Zahlen ausdrückbarer Inhalt eigen, doch kommt neben ihnen noch 
eine ziemliche Anzahl von Wörtern vor^ die sich auf die Quantität 
oder Gestalt der zu gebrauchenden Droguen oder die GeRisse, in die 
man sie thun sollte, beziehen. 

1. ahe '^^, nhe "^^i^, wenig. Z. R, XLVII, IS: kaul man aber 
ein wenig von seinem, des dqm- '^ baumes Samen mit Bier. 

2. ■'^ srä. Ebenfalls ein wenig, eine Kleinigkeit. XII, 21 wird 
§rä geradezu als Maass neben i zu gleichen Theilen zu nehmenden 
und also gleichmässig mit der | bezeichneten Droguen gestellt. XLIII, 1 6 
soll unter zu messenden und zu wagenden Medicamenlen ''^ d. i. 
ein bischen db ii , wahrscheinlich Feigen, genommen werden. 

3. nekt , nkt , kopt. ju:^ aliquid. »Etwasi', und ganz 
entsprechend unserem «eine Priese« sogar mit Zahlen versehen, z. B. 
XVII,3 ual'u (eine Art von Stibium) 4 Priesen. LV,1 irgend etwas 
Felles nachessen, gleichviel ob zum Fleisch gehörendes oder Öl. 

4. sp O- Eine Dosis, Portion. XXIV, 3 kochen zu einer Portion 
(spO) von Vi dnät? Wasser. Sonst gewöhnlich Mittel, Heilmittel. 

5. spp o mit der gleichen Bedeutung. Hapax legomenoo"). 
LXXXIX, 17 kochen zu einer Portion von 2 Hin. 

6. Imtu . Entsprechend der Grundbedeutung der Wurzel tm 
eine Composilion, Masse, nicht wie Stern vorschlügt, ein Kügelchen, 



S6) Iii Zukunft .ibgüküm zu H. l. 



liH 



Georu Ebühn, 



[16 



globuluü, LXXVIII, IS: Hast Du abur daraus gemacht ciuc Coni- 
(losition, eine Masse, so gelf an das Salben. 

7. Irut |°| Kltlmpchea. H. L. Stückchen. XXXVII. 6 wie Ex- 
crementklümpchcn. Nicht als Medicaracnl vorgeächlugcn, äonrlcrn bei 
Gelegenheil einer Diagnose erwähnt. 

8. nht o hxn, Stkbs llbcrsetzt potio? Wii möchten es eher 
fUr Portion oder fllr ein beslimmtes Trinkgefäss, etwa Becher halten. 
XC, 18 und 19 heisst es: iiWohlan, ich brachte Dir Dein MiHuI flir 
Dicli, Deine nht ö Portion (Becher, Trank?) für Dich«. 

8 a. ^~°| ttst bedeutet jedenfalls eine Portion. XCV, 14 werden 
7 Portionen verordnet. 

9. nhp Q eine Kugel, Paslille. L, 10 und "id: Man Ihu' es in 
einen Becher und mache es zu einer Kugel nhp q, um Pastillen ftir 
den Geruch des Mundes daraus zu machen. XXXIV, 1 1 : geu "^ 
paätjllen '/» der Gewichtseinheit. 

10. nnnu e Pastille. L, 20. Pastillen für den Geruch des Mundes, 
n. pnst O Kilgelchen. LXXVl, II. 

12. pdst o Kügelchen. LXXXVI, 14: zu Kügelchen gestalten. 
LXVl, 5 und 0: Trank des Liegens {Opium?) und Eselsleber sollen 
zusammen in ein GefUss gelhan werden, um es zu trockenen Kügelchen 
(pdst ° ) werden zu lassen. Ausserdem kommen pdst ° in den 
Augen vor, und in diesen Kügelchen in den Augen, LVII, 13, er- 
kannteo wir die Granulation oder vielleicht unser uGerslenkornu. 

13. su&t o die Pille. IV, 20 Ist das Medicament zu 3 Pillen zu 
gestalten und vom Patienten einzunehmen, XXII, i zu 4 Pillen zu 
gestalten. XXXI, 21: Das Medicament soll zu einem suät o gemacht 
werden, um es in den After zu stecken, Hier ist es also das, was 
wir ein Seifenzöpfchen nennen würden. 

14. spt e wird von Stebn bacca, acinus übersetzt, doch (indeu 
wir dafür kein Äquivalent iiu Koptischen, auch widersprechen ihm 
die Verbindungen, in denen spt 9 vorkommt. XLI, 17—18 wird 
spl nt qmyt ° verordnet, was spt von Gummi bedeutet. Aber der 
Gummibaum bat keine Beeren. XXXV, 22 und LXVII, 8 wird spt e nt 
äerr ° vorgcsclirieben, was sicher spt G von Weintrauben bedeutet. 
Hier würde es nun naheliegen, an Weinbeeren zu denken, doch sollen 
davon Vs und Vio genommen werden, und da die hier gemeinte 



171 Pap. Kbehs, DfK .Ma*sse i . nA.s Kai-hkl i iilr hie ALr.E>KB*M(iiEiTKN. 1 ilt 

GevvicIiUeiiilicit, wie wir sicher glnuben, luil Kechl (iiicli vun Hultsch 
auf 6,064 Gramm lierechnel wird, wurde '/m davon nur den Brucli- 
llieil einer Beere darstellen, wie sicli aus der Wagung von Wein- 
beeren ergab, die wir in der ScHELLE\BEnti'sclien Apolheke zu Wies- 
baden von den gefillligen Herrn Provisoren herslelien liessen; es isl 
aber scliwcr zu glauben, dass ein SlUckclieii Weinbeere dem Medi- 
cameiit beigefügt worilcn sei. Dagegen erklllren sieh diese Vor- 
schriften anPs Besle, wenn wir spt Q (das kopl. tycun bedeutet nur 
scbeeren) mit der aitaegyplischen Wurzel sj» ^-""^ zusammenbringen, 
welche eine Flüssigkeit von sich geben, sie ausspeien und hin- 
giessen bezeichnet, H. Bhvgsck erklärt aus derselben mit Recht das 
in unserem Papyrus fUi' »blind" gebrauchte Wort sp -^3-, spu oder 
sup .^t-, das urtipriinglich ausgelaufen, ausgetropfl vom Auge bedeutet. 
Unser spl q muss also — und auch das Determinativum steht dem 
nicht entgegen — für den tropfen förmigen Äuslluss der Weinlraiibe 
und des Gummibaumes gehalten werden, sept nt äerr übersetzen 
wir also Weinbeerensaft, spt g nt qmyl ° Gummiliopfcn, und 
wir werden damit das Hechte getrolTcn haben. 



auch von Getreide, besonders von dem kürnerreichen aegyptischen 
Durrakorn gebraucht. 

16. '/aaii .'i' (oder a, übersetzt Stebx mit Staub; doch passl 
Stück besser; denn es sollen x^'au genommen werden von einem 
Get^sse, von Blei und Excromenlen. Bminscir Wörterb. Suppl. 960 
halt es für Rost und olles von einem Gegenstand Abgeschabte; doch 
reimen sich damit schlecht die /Vau ° <ler Excremcnte. Die jfa'au ° 
des andu 5 gei^sses müssen seine Stucke oder Scherben sein, nicht, 
wie BatJüscu") will, das von ihm Abgekratzte. S. weiter unten Nr. 30 
andu 5. 

17. prl koptisch eSp^ bacca. granimi. Es bezeichnet 
Beeren, Samen, KOrnei'. \LVJI, 18 — 19 soll der Same des dqm -^ 
baumes von dem Patienk'n niil Bier gekaut werden. CV, 13 be- 



27] Seine Ableitung wird obneliiii liinHitlig, sobnIJ man von seiner Losutig 
1— =. = yr absieht. Wir siiiJ ilir enlgegengelielcn In Acr Ztschr. für apg. SpRictiP 
ikI Allertliuniskucido tssi. S. (7 II'. 

Ahtindl. <1. k. S. aenalli!.'!.. .1.Wi>!. XKV. ^^ 



ISO 



Cn 



KuRKK, 



riR 



zeiclinet prt itio melalligen Kürner des Slibiums oder Anliniüiis 
und die harzigen des Weihrauches. 26 verschiedene Arten solcher 
|)rl ° , die. fast alle in das Pflanzen- oder Minerahelch gehören, 
werden verordnet. 

17a. ^öt ° Samen oder K(Srner, z. B. der Boline XLll, 18. 

18, Die Kuchen uud Ürotarten, mit denen die Droguen ver- 
liiisctit oder zu denen die Medicamente geslaltet werden suUen, zählen 
wir nicht her, obgleich sie sich auch auf die Furm der verordneten 
Heilmittel beziehen. XI, 1 und 2 sollen z. B. die vorgeschlagenen Sub- 
stanzen zu einem sns (i=a Urole gemacht und gegessen werden. 
XLVll, i gehört ein bat i^s Fladen? derselben Brotgatlung zu den 
Medicamenten. Das gewöhnliche Brot Q le wird gewogen 



t I I 



1 I I 



und gemessen als Heilmittel vorgeschlagen. 

Ausserordentlich verschiedenartig sind die Gefüssc, welche in 
der aegyptiscben Apotheke zur Verwendung kamen, und dies zeug! 
sicherlich fur die feine Ausbildung der Pliarmacie im alten Aegypten. 
Zu ihnen gehören, wie gesagt, die oben schon erwähnten Uohlinasse 
des Hin Ö und dnät f^. 

19. Das Hin oder IJnu. LXV, 1 4 soll das Medicament in einen 
hnu Q (Hinkrug] gethan werden , von einem neuen Hinkrug ist 
mehrfach die Bede, LXXX, 1 6 soll das Mittel in einen neuen Hin- 
krug hingestellt werden, XLIX, 20 soll die Frau etc. das Mittel aus 
einem l^nukruge trinken ; ja das Material des Kruges selbst wird 
als Medicament vorgeschlagen; LXBl, 8 und XCIV, 12. Hieraus ergibt 
sich denn, dass die Wörter tun oder Unu auch gebraucht werden, 
um ein bestimmt geformtes Gef^ss ohne BUcksicbt auf seinen Inhalt 
zu bezeichnen, wie wir auch manches Glas, das mehr oder weniger 
als 0,ä Liter enthalt, seiner Gestalt wegen Seidel nennen und das 
Wort Tonne und Fass bald gebrauchen, um ein bestimmtes Maass 
und Gewicht, bald nur um ein HolzgefJss, das der Böttcher gemacht, 
zu benennen, 

20. Wie es sich mit dem dnät f^ gefttss in dieser Hinsicht ver- 
hillt, werden wir weiter unten zu betrachten haben. XXXIV, 5 und G 
soll ein dnät f\ gefüss mit Wasser die Nacht hindurch aufgestellt 
werden, doch kann darunter, wie wir zu zeigen denken, ebensowohl 
ein geeichtes als niehtgeeichtes gemeint sein. 



191 Pap.Hbkhs. HikMa 



S KaI'ITKL IBKIt IHK AlCENKIlAMlIII 



i;ii 



21. Das gpösste GeRlss war vielleichl t)as fl «, r näu g ge- 
nannlc, das Stbrn mit noin'^^H^) vas latum? zusammen bringt. Es 
ist tl.L. und doch wohl entsprechend seinem kopiischen Nachfolger'? 
eine Wanne gewesen, An der einzigen Stelle, wo es vorkommt, 
XXI, 10, soll man das Medicament darin stehen lassen, bedeckt 
mit Zeug. 

22. t'sfu Ol oder t'sfu u ein Gefiiss. XL, 8 /mtu nu fsfu jl , 
Hefe des Cefösses oder Topfliefe. Wu es mit H determiniert wird, 
soll es wohl von gebranntem Thon sein; denn an's Fener sehen wir 
GS nicht siellen, und man bewahrt Hefe gern in einem sauberen 
Gefiiss, das noch nicht zum Kochen gedient hat. XLI, 17 wird isfa 
mit o determiniert und liier hat es eine ganz andere Bedeulnng, 
und zwar, wie aus dem Zusammenhang ziemlich sicher hervorgeht, 
die einer KlystierspriLze. Wie der Nachtstuhl für unsere Arzte der 
Stuhl, so scheint für die aegyptiscben das Klystier »das Gefäss« 
(fafu o) zot' izQ'/ii'^ gewesen zu sein. 

23. Se n. Eieentlich von festem Land umaebenes Wasser, 
In'' '^ 

auch ein See. Dann Bassin, Wasserbehälter. LX,13 und H werden 
2 solcher Bassins oder Schalen von ^ an ö? Töpferthon? er- 

wähnt, von denen die eine mit Diimpahuenpulver und Milch einer 
Frau, die einen Knaben geboren, die andere mit Milch eine Nacht 
lang abgestellt werden soll. Mit l)umpalmenar/.nei in der ersteren soll 
man die Augen am frühen Morgen füllen, hernach aber soll man die 
Äugen mit der Milch in der anderen 4mal Ü Tage lang waschen. 
Diese se Schalen müssen also — es galL ja die Augen 24ma[ mit 
dem Inhalt der einen zu waschen — ziemlich gross gewesen sein. 
2i. A^. A^f tlbte n. Erhallen in B. oh6i, S. THße und 
dem verwandten U. T^ß! cista, capsa, liebr. niri. In alterer Zeit be- 
zeichnet das Wort einen Behälter im allgemeinen sowie Kisten von 
beträchtlichem Umfang. — IV, 1— iO sollen frische Datteln, See- 
salz und sbbt ö mit Wasser vermischt und in einen meh 5 krug 
gethan werden. Dazu soll man gngnt "^ thun, es in Eins zusammen- 
koclien und es dann in einen Behalter, vielleicht eine Kiste, dble ^ 



S8) Schon unliuUknr weil ilas »ut h endende Wort weiblich wXre. Und o^r? 



1Ü2 



(iKlllli: l'ltIKHS, 



tbun. Der nieb S l^i'ug. in dem das Medicament gekochl ward, muss 
feuerfesl gewesen sein; — unter dem dbte-behulter, in dem der Krug 
mit seinem Inhalt abgestellt werden süllle, haben wir vielleicht auch 
hier eine Kiste m sehen, 

25. Genau dasselbe gilt von dem Behaltniss J "fe.^B^ beu , 
das wie dbtö mit ^ determiniert ist, einem Zeichen, welches gewöhn- 
liüh auf grössere Dimensionen deutet. Ausserdem aber werden in 
dem oben erwSlhnten Recept IV, I — 10 Z. 9 beide durchaus gleich 
gestellt; denn es wird des Patienten Willkür überlassen, den meh Q krug 
in eine dbte ^ oder beu ^ kiste zu thun. (dlilü ^ beu ^ rpu.) beu ° 
ist U. L. In der Kiste sollte das Medicument wohl vor Staub, In- 
seclen etc. geschützt werden; denn dem Patienten wird vorgeschrie- 
ben, rieissig davon xa nehmen. 

ä6. ds S ein Krug, in den man allerlei Fitlssigkeilen Ihat, so auch 
das Ol. XXXV, 10 und 1 1 soll Ol genommen werden nt Ip ds 3 von 
zuoberst des Kruges, dessen Gestalt ort länglich und flaschenurtig war. 

27. andyt d gemäss. Gewiss ein thönernes; denn XGIII, 1i soll 
ein neues andyt ö geföss, ein neues Geföss xna 3 voll mil Regen- 
wasser des Sommers hingestellt werden. So scheint andyt ö und 
^nu 5 als durchaus gleichbedeutend neben einander gestellt zu werden 
und das Wasser wurde wie heule so auch im Alterthum in porösen 
Thongefässen aufbewahrt. 

28. ^?^„ „5 und ^eg yaa bedeutet, wie unter 27 bemerkt, 
ein mil andyt ö gleichbedeutendes Gefäss, wahrscheinlich von porösem 
Thon für die Aufbewahrung von Wasser. 

29. ^eu 5. Ob das weibliche ojico olla dem alten jfeu S wohl 
entsprechen kann? XLIX, 19^ — 21 wird der Frau, die das herzu- 
stellende Kind geboren, verordnet, einen jeu 3 krug davon in abge- 
kiihltem Zustande zu trinken und zwar aus einem ünu 5 kruge. Das 
Xeu Ö gewiss scheint also mehr als ein Hnu oder Hin gefasst zu haben^), 
da mit solchem aus dem ^eu g zu nehmen ist. 

30. andu g. H, L. Von diesem Gefösse sollen nur LXIV, 6 die 
Xaau 11 alB Medicament benutzt werden. Nr. 16 schlugen wir vor, 



t9) Üies Recepl ist besonders interessant, weil es lehrt, daBS man die Amme 
Meilicin einnehmen liess, um das Kind zu tieilen. ein Verfahren, das heule noch 
von den Kinderürzlcn geübt wird. 



Sl] Pap. iJbERs. Die Maasse i<, das Ku'ITBI. irkr nti': AiiiENKiu^KittiTK*!. (33 



diübO als Slilükc üiler Scheiben zu buliachlcii und zwar bostiümile 
uns dazu das Vorkummcii von ^aau ^ der Kalzcncxcrenmotc, auf 
die Bbugsch's Übersetzung Rost oder Abgekratztes keineswegs passl. 
Bei Excremcnlen wird das Woit luit o, bei den }^aau des andu- 
gcfässcs mit o determiniert, und dadurcii dort auf kugelige Stückchen, 
hier auf etwas Irdenes, also vielleicht auf Scherben gewiesen. Sterh 
übertrügt Staub; doch was hat man sich unter Bleistaub zu denken? 
Stückchen passt in jedem einzelnen Falle. »Abgekralzles" scheint nur 
gegenüber dem "andu (5 gefösse rectit annehmbar. Aber auch Stücke 
eines solchen sind vielleicht als Medicamente benutzt worden, da ja 
XCIV, 12 die zerriebene Scherbe eines Hinkruges als solches vor- 
geschlagen wird. 

3). hrul ö. Dies GeP^ss, das zu Edfu mit 'ö determiniert wird, 
scheint die Gestalt unserer Blunienlüpfe gehabt zu haben und wurde 
gewöhnlich benutzt, um Bier darin aiifzubewalu'en, LXXll, 8, CXIV, 5 
und 6. Mit gegohrenem (äqrt) Bier XCII, 8. 

32. Ö cm qs CD Alabastei', ein AiabastergelUss. Plinius bist. 
Dat. 33, 6 (33), 101 lässt die Aegypter slibium oder antimonium, das 
sie gegen Augenleiden benutzten, stimnti, stibi, larbasis und alabaslrum 
nenneo. Das letztere Wort bezieht sich wahrscheinlich auf die Ala- 
bastervilschen, in denen man am Nil das Stibiuin aufbcvvalirte. Ein 
solches bezeichnet wohl unser mit dem Stein determiniertes qs cn. 
Wenn LXIX, 19 amt ° nl q.s □ das Innere des Alabasters als Heil- 
mittel vorgeschlagen wird, so ist darunter wohl der kugel- oder 
Stückchen form ige Inhalt (das Delermioativurn '^ deutet darauf hin) 
eben dieses Alabaslerväschens, d. i. das Slibium, zu verstehen. In qs cd 
erblicken wir also eines jener Alabastergefösschen, die in wenigen 
Museen fehlen und entweder mit Farbestoffen oder mit einer harzigen 
Substanz oder auch mit FeldfrUchten gefüllt gewesen waren. Kinos 
voller Erbsen gelangte zu Theben in unsere Hand. 

33. sd CD. Mörser und zwar, wie das Determinativ beweist, 
von Stein. XXI, 1 1 und 12 gilt es, das Medicament in der Frühe 
zusammenzureiben in einem sd cd von änr um, d. i. Stein. LXXVll, 3 
wird verordnet, im sd cd mörser das sbyht ^^ thier zu zerstosseu, 
welches wir, es ist H. L., für Grashüpfer oder Heuschrecken halten, 
die wir selbst am kleinen Atlas von Arabern röÄten, im Mörser 



154 



(ieoRd Eberü, 



[32 



Verstössen inid niil BuIUt, PrclVcr cir. vcriuischl nis recht vvohl- 
sclimecketide Wurzo auf das Urol slrciclu.-» sahen. Wegen des ^v^ 
ist sbyht ^* jedenfalls ein Vogel oder fliegendes Insect — doch wohl 
«her das letztere ; denn ein als Ileihiiiltel /.er'stossener VogL>l lUsst sich 
schwer vorstellen. Steinerne .Mörser haben sich zahlreich eriialten. 
Wir selbst besitzen einen recht sclionen mit dem Slüssel. 

34. dbi.i ^ dbh "ö. Kin Uefäss, in da.s man gern Pflanüen ihal 
iuhI das gleichfalls unserem Bhmienlopf geglichen zu haben scheint. 
XXXVll, SO und XX.WIll. I soll ein dbl.i ^'gemss mit ulu ^ kraul 
dazugethau werden. XXXVII1,21 ebenso ein mit X3 deU^rminicites 
dbhOgofJss voll von utu "i^j kraut. 

35. iab S zon scyphus, cahx, patclla. II. L. Es kann ein Becher 
gewesen sein, obgleich L, Ili — 20 1 1 Medicamente zu gleichen Theileii 
genommen, durchgeseiht und in das feb [J gefliss gelhan werden 
sollen, um Pastillen (s. oben Nr. 9) für den Geruch des .Mundes 
daraus zu machen. Die oben erwähnten 1 1 Medicamente sollen zu 
gleichen Theilen genommen werden und der Rinzellhcil entspricht 
hier, wie wir darzulegen gedenken, dem Maasse Ro, das 1,41 Cenli- 
liler enthielt. Hechnen wir es rund auf 1,50 Cenlil., so haben wir 
16,50 Centil., und diese waren noch dazu durchzuseihen. Es konnte 
also ein Becher von massiger Grüssc das Medicament fassen. 

Das folgende sind GeKsse, die sicher an's Feuer zu .stellen waren, 
37. mlit S. Dies Gefass, womit wir Datlein messen sehen, 
war ein Topf, den mau auch an's Feuer stellte. Dies zu thun wird 
LIII, 7 verordnet- Aus der nSndichen Stelle scheint auch liervor- 
zugehen, dass das niljt ^ geföss nicht sonderlich gross war. Es lieisst 
nämlich 1.111,6: "Nimm 1 Hin Dattel pul ver, mach' es zu einem Brei, 
thu' ihn in i Mhtkrtlge, .stelle sie an's Feuer elc.» Da man nun nur 
noch -^ Baumfil? hinzuziilhiin hat, kann das niht nur wenig gefasst 
haben; denn warum hSItc man sonst deren 'i nehmen mUssen, um 
0,456 Liter und etwas zur Schmelzung — vim ein Gericht daraus 
zu machen — darin unterzubringen? Irden scheint es uns sclion 
darum gewesen zu sein, weil XCIII, \ 6 besonders vorgeschrieben 
wird, ein neues MhtgeRiss zu nehmen. IV, \ — H sollen Datteln, See- 
salz und sbbt 'j' mit Wasser vermischt und in einen Mht Q topf 
gelhan werden. Hat man gngnt '^ pulver da<!U gethan, so koche man 



231 Pap. Kbebs. Die M». 



TKL IStR lllb: ALGbNKHA^hllKITE'l. I f j 



das GaDze iti uiiis zu&aitimen. Audi das Uiuriihruu nahm mau im 
m^it S vor; XVII, äl und Will, t soll ein MedicaiiieiiL, oachdem es 
i Tage mil HcTe gegangen isl, bei Nachl sletien bleiben und dann am 
5. Tage im iMhUopfe umgerührt werden. 

38. icina g äjläu), (Jeöor? saitago. Der Tigel, der LXVi,6 an'ü 
Feuer geslelll werden soll, die Planne. LXVI, 17 wird vorgeschriubcn, 
das Medicament reclil ordentlich in dem fefeu Q zu kochen. 

39. rmnt g. Dies GeQläs %var ziemlich f^rosä; denn LIV, 18 wird 
verordnet, i Taf5e lang G mal ein Hin, also 6 X 0,i56 Liter daraus 
zu trinken. Stern bringt rmnt ^ mil dem kopt. AUlJl va.s slauneum 
zusammen, wen» auch zaudeind und mit dem ?. Er folgt wolil 
KiHoiiER, doch wissen wir nicht, woher dieser sein »vas e stanno« 
hat, und es fUlll schwei', sich in alter Zeit ein ZinngePciss^") von der 
»UchliLj'keit des UV, 18 erwähnten zu denken. Vielleicht bezieht sich 
das rmnt nur auf die Form und es gab rmnlfürmigo (iefässe von 
Zinn, von gebrünntem Thou oder Steingut. Brugscu hat ganz Recht, 
wenn er der Wurzel rnin die Grundbedeutung ntragen" zuschreibt "), 
und so würden wir denn rmnt 5 schon um seiner Grösse willen gerne 
für den Eimer halten, wenn es nicht sicher ein an's Feuer zu stellendes 
Geföss wäre. LIII, 21 und 22 soll z. H. Kuhmilch mit ual.t ^ im 
rnmt ?! gesotten werden und zwar so wie man Bohnen auryl ° kocht«. 
An ein zu tragendes oder mit dem Arme versehenes Gef^ss ist bei 
rmnt ö jedenfalls zu denken, und so möchten wir es für die Kasserolle 
mit dem Stiele oder Arme hallen, die gross oder klein, von Zinn 
oder gebranntem Thon sein konnte. 

40. rhdt g der Kessel, kopl. pi-^TC. ptogTC?? aenum. Uli, 16 
heisst es: In den Kessel (rhdt g) zu Ihun und zu kochen. 

i1. Oß ut 0? .ledenfalls, wie das Detcrminativum lehrt, ein 
melalleoes Gel^ss. U. L. Es wurde darin gebraten. lAV, 1 8 soll 



30j Die V ergleich II ng von rrnnt g mit c^uin sclieiat sction unKuIHssig, weil 
rnml weiblich. Es isl uns nur möglich Prof. Hhman's Bemerkung, Hoss KinnnEN's 
Irrtbiim auf einer Verkennung des arabischen Äquivalentes für »juiii berulie, nn- 
doutungsweisc in den Druck zu fügen. 



31] Uan denke an i 



?■ 



I Scliiillern und dus 



verbale nnn, da.s tragen, beben etc. beHculcl. Der Arm 
rinn de» Baum&s der AsL oder Arm desselben. 



IM 



- «i fhme, dw aber Ml Öl <iiMii>hi Md d^ 
4er Kofi endfet «rarfcs, w dM Ct m ma i m de» Bon» UV. !• 
IM ««riiMea. 

(2. Me o Ht cia m"» ferner xm dHkmfcr TopC de» UV. 13 
Ml dM lifigilfcl sevrtnirt «erdea; XXIV. 7 mad W\X 19 «räd 
der Bm kM«^K OB» bCiftiftiBii a sleicfaes IVd« mä miatm 



Ix. «M- « der Sieia kopüfcfc «w bum h MJ i« aes^plicchea j 

ftoB beMinales GewirlM. h dem ilerpw ■ »eeep» Ln; 19 <ofc» 1 

7 Sietee iMter einaader erUizt werdca oad twar. aai da Mefic»« I 
mtA, wä de» mao «ie m ob crgiea e a hatte, zaai D—|ifea la briagn. 
Der Patienl »oOte den so eatsiaadeaeo Dampf darcfa eine Rohre eta- 
albmea. die man in deo TopT gefMiil halle, in de» fler Stein b^. 

H. qrtl e^ oder 5 der Sack ao» fjewobeneiii Stoff. Auch der 
Saci qrft ici nur «n Bdditer und kein Maass. Uli, I i itod 1 3 wird ver- 
ordnet, eiaea Leiaewandncfc qrfl ^P mit Abmiea? von Daiielo eiaen 
lag bng in einer Flaai^keit zu lassen, die ao's Feoer gestellt werdea 
•oll etc. E< «rird abo (rio Mcdicaioenl, das der Sack noischUesst, j 
ziuamoten uut eineui amlereo gekocht, in da^ qhd ihn gel^ baL ' 

i5. 7^^^ gu ^^P wird vcm Stexs mit dem falschcD kopiischen 
Soor lind iSoante zu»ainiDeDgebracht nnd saecu». |)aDDus übersetzt; 
Idzteres mit Hecht, doch wohnt deni gu <^ auch die Nebenbedeutung 
•Wabe« bei. Vielkncht nannLc der Acg\pler das, was wir eine llooig- 
watx- heiiiSeD, nicht unbezeicfaneni), einen Honigsack, tiu '^^ tst H.L. 
iinii I.IX, 1), wo CS vorkoiuuil, wird vorgeschlagen: aft ° nl -fiprä ^ 
gu ^jp n aft repa d. i. Kaferhonig (Kaferwachs?; oder ein gu ^jp 
dc8 Honigs, und dies kann kaum etwas anderes bedeuten als eina j 
Wabe Honig oder Honigwabe. 

iß. ß 's<* gii %jA wohl das gleiche Wort, aber, wie das Deter- 
niinalivuni zeigt, mit einer auf Kleines oder Geringes weisendeo \ 
llcdeulung, doch wohl etwas Ähnliches wie unser Kalaplasnia, Kiüuter- 
nack oder dergl. So soll bei einer Gebäriimtterkrankheit da» Medica- 
luuni ;iur die (icnitalieu der Frau gethan werden, und auf ihren ] 



25] Pap. Ebebs. Die Maasse i. t>*s Kapitei, cbe« die AtT.ENKRAMiHEiTE». 157 

' oder ein Kalaplaämii, lUis man mil dnlc 
d. i. Myrrhen besprengt. 

Diese auf Quanlitaten weisendi?« oder BeliSller bedeutenden 
Wörter bezeichnen saminllich in der OfGcin zu verwendende Dosen 
oder Gcfässe von Metall, Thon, Stein. Hol/ oder Zeug, die nicht 
geeicht wurden und auch nicht als Maasse von bestimmter Mächtig- 
keit angesehen werden dürfen, liin rhdt 5 ist ein Kessel, ein leu 5 
ein Topf oder Krug, deren Grösse so vei-schieden sein konnte wie 
die unserer Gefässc mit dem gleichen Namen; ja unter 19 und 20 
zeigten wir, dass auch die geeichten Maasse Hin, hnu und dnät 
nicht immer im Sinn von bestimmten Maassen, sondern, wohl nur 
mit Rt>cksicht auf ihre Form, als Gef^sse im Allgemeinen Erwähnung 
ßnden. 

4. Bestimmte Gewichte und Hohlmaasse. 
H. StüvkweiN zu Xeluncndes und seine Anzalil. 

Begeben wir uns nun an die Bestimmung der Maasse, nach denen 
die verordneten Medicarnente theils gewogen theits gemessen werden 
sollen, so haben wir gerade hier der Methode zu gedenken, die streng 
untersagt, aus einzelnen Angaben Schlüsse zu ziehen, wahrend sie 
gebieterisch fordert, in jedem einzelnen Falle die ganze Handschrift 
im Auge zu behalten und diese — gerade mit Rücksicht auf die 
Maasse — sich durch sich selbst erklären zu lassen. 

Die Medicamente sind zu messen oder abzuwiegen, wenn nicht in 
einzelnen Fällen eine bestimmte Anzahl des vorgeschlagenen Übjectes 
oder ein anderer als zu messender TbeJl desselben verordnet wird. 
So sollen LXXI, 20 tmmt ^^ Fischchen 7 Stück, LXX, 8 vom utu -^ 
kraut 7 Pflanzen und LXXIV, 1 4 7 apnnt asu Schlangen oder dergleichen, 
7 atT ^^ Fliegen, 7 äku der Erde (Maulwürfe?) und dazu Mehl von 
elephantinischem dudu °^^ genommen werden. Von mehr als 3 Stücken 
werden sonst nur noch 6 Pflanzen des gngen '^krautes vorgeschla- 
gen''^, und so springt es in die Augen, dass der 7 vor anderen Zahlen 



3S) Wo sonsl ganze Znliko iiebun dt^ii Droguen stolieo, beziehen sie sich auf 
ihre Hessiing, wie L.X11, t und 3, wo von rnsdtnt [stibium] i Ho genoinnicn 

werden sollen, »on Honig 4 und voa ^nl6 '/ii ''^^^ l-XIl, 3 unil *, wo ver- 



15 



GEoRii Kbkrs. 



heilkrilfLigti Wiikiiiig zugcschriubeu ward. In dci' Zaiiltiiiäyiiibulik iluä 
Pythagoras, dor ja zweifellos tiiüncherlei aus Ai^^ypten, uiiJ zwar ans 
Ualeraegyplen (Heliopolis und Sais), woher uosör Papyrus ütaniml, eol- 
lelmle, ist nun die 7 thatsilchlich die Zahl der Uesundheit, uod walii-- 
sctieinlicli hl i^'S aucli tiiclil zuPctIlig, dass alle diese äiebenlacli zu 
nehmenden Alillel uuf den siebeuifiger und keinen anderen Seiten des 
l'apyrus vorgeäch lagen werden. Das ajinnl-tliier, da^ LXXXVIII, o 
^ dctenninierl wird, und das allerlei GewUrm bedeuten kann, weil 
oSlon die Schlange nur ein griecliisches Woil (Ö'ft;) und kein koj)- 
liüches hl, war eiiiä vun Jenen, die man inil magischen Beschwö- 
rungen verwandle; denn so geschieht es LXXXVIII, ö — 6, wo es 
mit Ergänzung der Vokale heiü^t: apneut ^ uges[lä pesda x^lcoiää' 
ber merbel o, ein apnent-lhicr, abgestochen, abzukochen, abgesondert 
in Dl, Das iigeaöä, pesOä, /elemflä, das wir durch abgestochen [gc- 
schlachlet), abzukochen etc, wiederzugeben versuchten, wird wohl von 
jedem, der die GleichklUnge am Ende der Worte in den magischen 
Texten kennt, für eine magische Formel angesehen werden, obgleich 
die Bildung regelmässig ist. Auch 1 Steine sollen genonmien werden 
LIV, 19; doch dienen sie niclit zum Einnehmen, sondern zum Dampf- 
crzeugen nach der Erhitzung. 

Ausserdem soll dei' Kopf eines idh s^ fisches ^■') (H, L.) in Öl I 
gesotten, UI, 2ä ohne weitere Beigabe als äusseres Mittel gegen eine 
Hautkrankheit verwandt werden. Für eine andere Salbe wird LXVI, i 
eiu schwarzer Eingeweidewurm und ein uäyt um. oder Einzelwuiiu, 
den man in den Excremenlen gefunden, in Ol zu kochen verordnet, um 
damit sehr hauUg das Haar zu streichen, auf dass es vor dem Ergrauen 
bewahrt werde. LXll, 11 werden Vi (ob Drachmen'?) eines Geiereis 
verordnet, LXV, 1 i als Mittel gegen das Ergrauen soll genommen 
werden das Ei des gebgu ^^^vogels, ein Kalzenuterus'") etc. XLVIII, 
22 — XLIX, 2 wird in einem Hecepte, das ein Kind zum Urinlassen 



ordne! wird Slibium S, Uansoat^hmalz t, Wn^wer i Ho? Ebenso LXll, ü uatu 
üuu (Farbe?) ) Ho? Stibium i'/:i Nalron 1 und x"*^ i?. 'A ^^'^ Gewichlsuiiihoit. 

33) Der Name dieses Fisches (db \ä^ budeulel der siechende uder vorwiin- 
ileude [fdb ^_^) und bezeiclniel hIsü yielleiclil den ZiUcraal, mil dessen Fhd^ 
im Nil noch vor elwa 20 Jahren ein Dr. VrVKo xu Kairo wohl vcrlranl war. 

34] Er trügt den wunderlichen Namen: MuUur der Menschen der Kalze. 



*7] Pap. Ebers. Die Ma*.- 



S KtriTEI. LBER DIE Al (.ENkRANKIIEITEN. I Ö'.) 



lii'itii^ui) soll, verordnet ilfiu leidenden Kleinen niil einem in Ol }je- 
sollenen alten Buche (l'a|>yru!irolle) den Leib zu bestreichen, etc. Üiest! 
Dinge, die nicht eigentlich zu den Maasseii geliüroii, eiklUreii sieh 
von selbst. 

l, b. Die WägUHg. 

Hai man sHiimillirlie Heeepte zu Käthe gezogen, so lilsst sich das 
mit dem Ilohlmaass zu Messende leicht von dem zu Wagenden unter- 
scheiden, obgleich die Gewiclilseinheit und eines der am hitullgsteii 
gebraueilten liolilmaasse nie bei Namen genannt werden. 

Man bedient sich für alles zu Wagende nur eines ticwicliie«, 
dessen Klnheil nicht genannt wird; seine 'l'heilung erfolgt aber überall 
nach dem gleichen System. In der Einleitung zum Paji. Ebers S. 18 
schlugen wir vor. dies Medicinalgewicht mit dem späteren arabischen 
Dirhem oder der Drachme in Verbindung zu bringen und die Einheil, 
deren sich der Verfasser des Papyrus bediente, der Doppekirachme 
gleichzusetzen, die etwa 6,220 (jramm wog, SpUlere Studien brachten 
uns von dieser Ansicht ab, und es will uns sicher erscheinen, ilass 
wir in der erwähnten Einheit ein Gewicht zu erkennen haben, welches 
mit dem System des udn oder ^ ^=3 udn zusammen- 

hing, das, wie P. Bohtolotti^) scharfsinnig nachwies, dem Kubus der 
kleineren Elle an Uewichl gleichkommen sollte. Dies sehen wir Überall 
benutzen, wo es edele Metalle zu wägen gilt; und daneben das m^ ql, 
welches dem koptischen Ki-f die Drachme sprachlich entspricht uml 
den zehnten Theil eines udn □ wog. Doch dies Qt cd 9,096 Gramm 
wäre zu schwer als dass wir es fiii' die Kinheit unseres Papyrus hallen 
durften, und so sliramen wir IIultücii bei^), wenn er ^/a des Qt für 
diese Einheil erklärt, welche dann 6,064 Gramm betragen hatte, ein 
Gewicht, das nicht zu weit von unserer ersten lleslimmung^') abweicht, 
nach der es 6,220 Gramm gewogen haben würde. 

Was die Eintheilung dieser nichl benaunleö Einheit von 6,l)6i 
Gramm, die wir indessen dei' l}equemlichkeit wegen »Drachme« zu 



3S) BoRTOLOTTJ, DrI [iriinilivo ciibilo egwio. Mudyiia 1878. ]>. 98 II. 
36/ Fr, lIiiLTsai, üriecliisthe und rümisclii- Melrologii', zweile Bi^iirbeiltiiig. 
Berlin t8f>5. S. 3H. Nach Lepsiiis isl ein i(d = 9,09591 Gramm. 

37) Ditui qd war beslimmhar durcL cia 5 qd gezelclmeles liewiclit. 



160 



Gkoi 



Km 



heisäen roilfulireD woIIüii, aiigL'lil, bleibt ca bei dem iu der Kiiiieiluog 
zum Pap. Kbers Gcsagleu; üeiiu sie zcrföllt in iler Tbat in Hritclio, 
dereu Züliler I, und ilereu Neuner Fotcnzen vüd i sind. Su worden 
dcQD von unserem Gewiclil keine anderen Thcile gcnomnien aiü ^h, 
V*> %, Vis, Vs-i und Viii- Die Einheil wurde in 6i resp. \tS TheÜe 
zerlegt. Die Reelinuagsmethodc, bei der mau sich keiner andere 
Brilclie bedient als äolclier. deren Zahler 1, ist echt aegyptiscb und' 
hat auch bei den gelehrten Griechen zu Alexaudrien Aufnahme ge- 
funden; denn ein so bedeutender Pliysiker und Mechaniker wie ilero 
benutzte sie, und trotz ihrer SchwerndligkeiL ist sie bis ins Mittelalter 
in CbuDg geblieben*'). 

Wo wir alüo neben verordneten Droguen 'A, '«. '/si uud 'Aa sehen, 
handelt es sich um Thoile der Gewichtseinheit von (),ü64 Gramm, di^j 
wir die Drachme nennen. Vi i^t gewöhnlich auf Hohlmaasse zu bft-1 
ziehen. Nach genauer Berücksichtigung aller Maassangaben, diu dop. 1 
Papyrus enthalt, lasst sich die Regel aufstellen, dass überall, wo wir. J 
hinter dem Namen einer Drogue einen Bruch finden, dessen Neuner 
eine Potenz von ä ist, gewogen werden soll und dass dagegen Medi- 
camenle mit Brüchen, die einem anderen Theilungssysteni angehören, 
wie V»> Va Va = Vo etc., mit dem Hohlmaasse zu messen sinil. 

Sehr viele Medicamente sind aus mehr oder minder zahlreichen 
Droguen zusammengesetzt. Hinter jeder steht die |, und sie sollen 
also zu gleichen Theilen genommen werden. Ob hier mm unter der 
Einheit ein Gewicht oder llohlmaass zu verstehen ist. werden wir 
weiter wnlen zu prüfen haben. 



i, c. Die Hvhloiaaiitge. 
a. Daa Hin. 

Von den Hohlmaassen werden zwei bei Namen genannt. Hrsletu 
das Hin, dem wir das IJnu 5 gleichstellen und zweitens das daäl^4 
welches hieratisch ^ geschrieben wird und hieroglyphisch f\. 

Das Hin, »das Maassgel^ss schlechthin", wie Hixtsch sich auB*-1 
drückt, ist ein henkelloser Krug 8, der oben einen so slark liorvor-^ 



38) Der aef^yplisclie Recliner .sagl nicht Vüt somleni ' 
V^ V»i "''^''^ V»! "ondem '/2 V* V»- 



V.. 



iclil Yt, sondcrtfl 



29] Pap. KiiEBs. Die Maaksr i . das Kipitf.i. ttiüR dir Al:flF.^KRA^KllEIrE^. 161 



Ireleüdon Rand lialicn mussle, «Jass man I.XllI, \8 deo Rand'*) eines 
neuen UingePJsses als Medicamenl veroiünen konnte. Auch die Sclierbe 
eines solclien wird zerrieben und mit orwarmlem Ol XCIV, 12 als 
[leilinitlel vorgeschrieben. Den Hand brachle man an dem Gefasse 
an, um den Ausgtiss aus demselben bequemer zu bewirken. Das 
deichen, mit dem das Wort hin ^ determiniert wird, gibt einen Be- 
griff von dem Aussehen dieses Maasses. Da sich nun etliolie alt- 
aegyptisclie Krüge erlialten haben, auf denen verzeichnet steht wie 
viele liin sie fas^tcn (9 Hin, 1 1 Hin, 21 Hin, 40 Hin etc.), konnte 
Chabas die Bestimmung des Inhaltes eines Hin mit Glück unternehmen. 
Obgleich man mm berücksichtigen muss, dass bei der Nachmessung 
von Genossen aus dem Alterthum das immer abgezogen werden muss, 
was Chabas den Raum "de non remplissage« nennt, lässl sich das 
Hin doch auT Ü,i56 Liter bestimmen. Diesen Ansatz hat Hultsch, der 
gründlichste und scharrsinnigste Kenner auf dem Gebiet des Mess- 
wesens der Alten, welcher die Vorarbeiten der Aegyptologen (Chabas, 
DiMiciiEN, EisENLOHB elc.) nachprüfte, bestätigt, und wir schliessen uns 
ihm willig an, da es uns leider versagt ist, die Museen nach neuen 
gezeichneten Hingefässen zu durchsuchen und wir sicher sind, dass, 
sollten auch noch mehrere entdeckt werden, sich höchstens an der 
dritten Decimalslelle eine Änderung empfehlen würde. 

Bemerkt sei, dass das aegyptische mit dem hebräischen Hin nichts 
gemein hat als den Namen; denn solches enthielt 13 Log und der 
Inhalt des aegyptischen Hin kam dem von einem einzigen Log und 
daneben auch dem eines babylonischen Sechzigstel nahe. So fassle 
das hebräische etwa 12 mal so viel als das aegyptische Hin von 
0,456 Liier. Wo es im Papyrus gebraucht werden soll, wird es im 
Ganzen zu nehmen verordne). Bin Bruchtheil des Hin kommt nicht 
vor; nur kann in unten zu erwähnenden Fällen bisweilen Va darauf 
bezogen werden. Einmal, LXXXV, 15 und 16, sollen C Hin i Tage 
lang eingenommen und LIV, 1$ soll 1 Hin 6mal 4 Tage lang getrunken 
werden, sonst wird ira ganzen Papyrus nie mehr als 1 Hin zu brauchen 
verordne! und was damit gemessen werden soll, sind theils flüssige 
Substanzen wie Wasser, Wein, Milch und Honig, theils feste wie 
n und Datteln in verschiedener Zubereitung. 



39) Eigentlich *dic Lippen«, wtts, 
tVer der Flüsse gobrauchl wird. 



I HebriiiM'hpn. niidt \ 



i,c. fl DasDnat ^. 

Der Inliull des <lnäl ^ ^^ -p^ isl schwerer beslimniUii'. Im Dceii-I 
von Kanopiis (Tafel von Tanis -/i) cnlsprichl dem aegjplischen dnäl f^^ 
das griechische xavoüv (xdvsov), das einen Korb (canislriim), aber 
auch ein irdenes üeföss bedeutet. Sein kopl. Äquivalent Kino? (c^a 
= Ä?) wird nicht nur beniilzl, um einen Korb, sondern auch um eine 
Kiste zu bezeichnen. In hierogl. Texten wird das Wort dnä, dnÄ-t -pf- 
auch begleitet von dem ^, das gewöhnlich Wein- oder OlgeRisse 
determiniert, oder dem Maassenzeichen Tilr Metalle J^, woraus hervor- 
geht, das.s eä auch metallene dniiLgeftlssc gab. Bhugscu (Würlerb. II, 
S. 1369) fand auch zu Karnak llbei' dem Bilde einer ilaclien Schüssel 
das Wort dnä. Im Text des Pap. Harris I, 28, f2 wird unsere Gruppe 
dnät D, zu Karnak und auf *ler Tafel von Kanop. nur dnä, demot. 
dnu geschrieben, und so haben wir denn dnä und dnät sicher für 
das gleiche Wort zu halten. Dass der Wurzel du, dnä die Bedeu- 
tung von ibeilen innewohnt, ist litngst bekannt. Gewiss bedeutet auch 
das alte dn ^ und ädn ^ hören, lauschen ursprünglich die Worte 
der Rede sondern oder zertheilen (mit dem Ohre), ganz ahnlich wie 
sd §7} lesen als das Sondern, Zertheilen der Rede (mit dem Munde) 
gefassl ward. Dennoch bezcii^lmel das -p^ weder in unserem Papyrus 
noch sonst einen unbestimmten Theil , etwa eine Portion. Wohl 
benutzt es der Arzt, der unsere Handschrift verl'asste, um von einem 
dnä f^ gefUsse mit Rücksicht auf die Form und nicht auf den luhalt 
zu reden, sonst aber haben wir darin stets ein Maass zu erkennen, 
aber welches'.' Die Bestimmung ist schwer; denn ob wir, da wir 
das hier. ^ dnät umschrieben, das Hichligo trafen, ist wohl \\a\\r- 
scheinlich, doch keineswegs gewiss, weil es ausgeschrieben in derJ 
ganzen Handschrift nicht vorkommt. Sehen wir denn zu, mit welchonal 
Werihe ein Maass ^ und -f-^ sonst vorkommt. 

Zunächst war, wie niiMicirBK'") nacli Rechnungen des Kalcndertffl 
von Medin. HaLu erwies, das f\, dem wir das hier, q gleichstell lei 



iü) S. auch Zeitsclir. f. iieg. Spr» 
raüDatliehen Opferfestlislen des «rossen 
tinbii Die. Leipzig (ttSI. 



■|je miJ All.TUiuinskir.iJr. (875. S. 96. Di^ 
thel). FR^lkaluuders im Toinpel von Medinet« 



niT Pai'. EiiERs. DibMaj 



IBEH DIB AlUliNKHANKIIEITEN. 1 O.'i 



die (Tiilfto des äpt y'^ oder Epha, das sind 20 Hin oder (nach 
lliiLTscn's") genauem Ansatz) 9,11 Liter; an das f\, das zu Med. 
Nabu niil O und ®0 wecliselt und von DtMiciiEn 1. I. l.iolep gelesen 
wird, kann hier nicht gedacht werden; denn es unifasst 160 Hin oder 
72,90 Liier, wozu Hultscii Dimichen's 73 Liter 60 CentiL vergenaucrl. 
Dass solches in einem Fass zu bergende Maass nicht anwendbar 
war für Recepte, bei deren Herstellung eine Gewichtseinlieit von 
6,061 Gramm bisweilen in 64 Tlieüe zerlegt werden sollte, liegt auf 
<ler Hand, ja schon 9,11 Liter, die oll ganz, nie in kleineren Bruch- 
Iheilen als '/j verordnet werden, lassen sich gewiss nicht als Beigabe 
zu so winzigen Dosen wie ein Vieriindsechzigslel von 6,06i d. s. 
0,09i Gramm denken. Es hatte das eine Verdünnung gegeben, welche 
die Wirkung der vorgeschlagenen einlachen Droguen aufgehoben haben 
würde, und was sonst den Kranken einzunehmen zugenuilhel wird, 
beweist deuUich genug, dass die aegyptischen Arzte von homöo- 
pathischen Grundsätzen himmelweit entfernt waren. Sollen nun auch 
im Pap. Ebers gewöhnlich nur leicht zu beschaffende Substanzen wie 
Wasser, Wein, Biei, Milch, welche sehr oft am Ende des Receptes 
als Bindemittel genannt werden, mit dem -p^ gemessen werden, so 
soll dies doch aucli mit anderen Droguen geschehen, die man schwerlicli 
zu 9 Litern verordnen konnte. Wir denken z. B. an die'ainu ° körner, 
von denen wir zwar nicht wissen, was sie bedeuten, die aber sicher 
nicht zu den gewöhnUclien Brotfruchten gehürlen und XXVH, 10 
zusammen mit '/in d. s. 0,094 Gramm snJt ° kürnern, V«i d. s. wieder 
0,09i Gramm Weihrauch etc. eine Arznei bilden und eingenommen 
werden sollten. Wie wurden 0,094 Gramm WeihrauchstUckchen 
unter 9 Liier eines beliebigen anderen Kornes verschwinden! In dem 
aus 17 Droguen zusammengesetzten Medicamenl XLIll, 5^ — -8 .soll 
ein ganzes dnät snfl ° kürner zu lauter Droguen genommen werden, 
die Vs, Vi« oder '/sa von 6,064 Graraiu wiegen und zu denen nur 
noch Va dnät süssen Bieres kommt. Das snft °. gehurt zu den als 
Opfer dargebrachten Körnern. Wir wissen nicht, was es bedeutet, 
doch wie würden unter 9 Litern davon '/in d. s. 0,379 Gramm Cassia- 
fasern, % d. s. 0.758 Gramm Lotosblumen, Vie d. s. 0,379 Gramm 
Myrrhen, Vm d. s. 0,189 Gramm Honig verschwinden, ganz abgesehen 

o er ein eigenes Ireltlicli conibinicrtcü Systi>iii aiirstetll. 



41) HdLTscii, l.t.S.361 



164 



Ggorc. Ebkrs, 



m 



(Javon, class 9 Liier von fisinen Körnern, cli« mit iümliclien Speze- ~ 
rcien auT den Allar der Gütler gelegt wurden, schwer zu beschaflen 
waren. In dem Recepte XVII, 15 — 17 wird Va tinä lllumen des 
nseu H[ kraules, Vs dnä s'ani '^ kraut und ein ganzes dnät süsses 
Bier verordnet. Gegen die Proportion liesse sich hiei' nichts ein- 
wenden, doch wenn wir anch nicht wissen, welches Kraut das 
nseu "^ liedeutel, so ist doch s'ani ^ gewiss das oi[iL des Diosco- 
rides"), welches unserem Artetnisia absinthinni L. oder Wermulh 
entspricht, und es ist ebenso unwahrscheinlich, dass davon als dass 
von dei' Blume eines anderen Kravites 3 Liter auf einmal vorordnet 
worden sein sollten. LXVII,1I — 12 werden zu einer Arznei ein 
dnüt Wein und ein dnät süsses Bier neben anderen Droguen, die 
gewogen werden und zu denen '/w des Gewichtes 6,064 Gramm 
Weihrauch (d. s. 0,094 Graiiim'l gehören, vorgeschrieben. Welche 
Wirkung könnte den 0,094 Gramm eines Harzes in IS Liter Flüssig- 
keit geblieben sein, und da das Millel 4 Tage lang genommen werden 
.sollte, hülle der Patient täglich i'/j Liter davon trinken mtlssen. 

Das Gesagte genügt , um zu zeigen , dass das dnät f\ von 
9,1 1 Liter nicht mit dem Zeichen ^ ^= -f)- unseres Papyrus gemeint 
sein kann. Es muss viel kleiner sein, und so kommen wir annähernd 
auf die Bestimmung zurUi'k, die wir in der Einleitung zum Pap. Ebers, 
gestützt auf Vorarbeiten Dimichen's, gegeben halten. Wir setzten dort 
das 'I auf 0,6 Liter an und geben ihm nun in Cbereinsümmung mit 
Hultsch''') 0,608 desselben Maasses. Diese Zahl entspricht nümlich 
einem Sechzigste! der Artahe, die allerdings das liauptsächlichste 
aegyptische Hohlmaass bis in die späte Römerzeil hinein war; auch 
hat sich das nach Epiphanias") der aegyplischen Volkssprache an- 
gehörende ipiöß in den koptischen Dialekten erhalten. Im mempbi- 
tischen heissl es epToS, im miltelaegyptischen e?^T/>c]. Dass die 
sexagesimale Theihmg des babytonischen Systems bei diesem Maasse 
in Anwendung kam, ist erwiesen, und ein Sechzigstel der Artabe 
würde also von vorn herein als ein unler den Aegyplern gebrSuch- 

it] Dioscor. ed. Kiihn. »f': p. 367: 'A-J>{vBiov, ßa&ijictx|iov {\l^&■!n\•}l aO}*i. 
PtofMÜoi d'J'fvbiQUfji ^oüotixoufi] -(itiipni.<i^ ii iroct. 
43] Helrologie. S. 366 T- 
lil Motrol. Script. 1. p. ili, {i. 



33] |>AI>. KbKKS. Dir M*A!>SK r. PAS KaI'ITICI IBKH HIK Ai liENMiANKIlKITEN. I (IS 

liclies Hohlmaass anzusehen sein. Sein fnliall beträgl 60,8 Cenli- 
liter und dies Maass setzen wir also mit- Hultsou gleicli dem in unserem 
Papyrus gebrauchlen '1, das wir dnö.1 zu lesen vorschlagen. Die 
Grösse dieses Hohlmaasses würde zu unseren Recepicn und den sonst 
in ihnen gebrauchten Maa^sen gut [lassen, und es ISsst sich wohl 
denken, dass neben dem Hin von 0,i56 Liier noch ein anderes 
Maass, das 0,608 Liter fasste, gebraucht worden sei; denn das erstere 
liittle sich zu dem letzteren unget^hr verhalten wie 2:3. So steht 
denn nichts im Wege, das n unseres Papyrus tür Vw> der Artabe 
oder 0,608 Liter zu erklären, und wir geben dieser Bestimmung vor 
einer anderen, sogleich zu eiwUbnenden den Vorzug, weil die Artabe 
nach dem Sexagesimalsystem getheill ward und das T des Papyrus 
immer nur — wenn nicht ein Ganzes oder die Hüllte vorgeschrieben 
werden, die ja beide bei jedem System genommen werden können — 
immer nur zu % oder ^/u gcbiaucht werden soll. Hin wie Hnu, 
die wir ja nir Eins halten, werden stets im Ganzen, nie in Brucli- 
theilen verordnet"), von dem ^ aber haben wir notiert l'/a, 1, Va")- 
Auch Vfl, das der Aegypter in seiner Weise der Biiichrechnung, die nur 
den Zähler 1 kennt (s. o. S. 160 (28)), '/i *h schreibt (% + V« = Ve), 
kommt vor, und wenn wir z. U. das Recept XLV, 19, in dem sonst 
alles gewogen wird, schliessen hören: unseu ° V2 Va = Vot Weizon- 
kürner Va '/s — V« und Wasser Vi, so werden wir auch hier nur an 
das 'l maass denken können, obgleich der Schreiber es hier wie in 
allen iihnlichen Füllen unlerliess, das Maasszeichen neben die nacklt> 
Zahl zu setzen"). Was gewogen werden sollte, war sogleicli zu 



4S) Eine Ausnalimo bilden dio unten S. 1 90 (6B) xu erörternden Fülle, wo '/] Hiii 
gemeint win); docli fehlt dort die Bezeichnung des Bruches mit dem Namen Min. 

{Gj Z. B. LXXXIX, 17, wo das ^ niclit geschrieben stellt, docIi mil Vi D;il(el- 
pulMT zu '/j Wasser kaum etwas nnders als soviel des Hausscs 'I oder dnat? ge- 
meint si>in kann: denn gerade das Wasser wird gern mit dem 'I gemessen, so 
XLiV, IS \ dnät, XUV, St I dnal, XLIX, I I doät, LXVII, 16 I dnat, XtV, 16 ■/»dnal. 
XY, S und II V:! ■'"^' *'"'' '^'' ^^^ H*" ^^'"'*^ Waliser gewötjnlicti nicht gemessen, 
obzwar dus Hedicument XIX, 18 IT. Iiingcslefit werden soll in ein Hin (Krug) mit 
Wasser und XLIX, IS und 16 ein Krug voll mit Sumpfwusser genommen werden soll 

47] Stehe weiter unten S. I8{ 'B!) diis über die Binden.iHel und die sio l..>- 
gleilenden Hnaase gesugle. 



166 



Gkiihu Ehkkü. 



fsn 



erkennen; denn immer ward es durch Brüche dargeslellt, deren ZAhler 
i und deren Nenner Potenzen von 2 sind. Wo Vs oder Va genommen 
werden solllcn, konnle es sich immer nur auf ein Dohiinaass beziehen 
lind zwar auf eines, dessen Theilung in das Sexagesimalsyslem gehörte, 
wie der sechzigste Theil der Arlalio (D,60ft Liier), den wir dnät 
nannten. Wenn Stern, der übrigens nicht näher auf die Maasso 
unseres Papyrus einging, auch Brüche, die in das Gewichtssysteni 
gehören, für Theile des ^ ansah, so meinen wir, dass er irrte. 
Das X bedeutet, wie wir sehen werden, '/,, und solches kann sich 
nicht gewöhnUch auf das in da^ Sexage.><iniaUystem gehörende ^ 
beziehen. Ea kommt auch wohl ^M und ^H d. i. 'A dnät und 
Vs (Inät vor, niemals aber X ^ ^^ 'A dnä.t oder rr^ ^ ^^ '/« dnäl. 
Hier muss nun noch eines anderen ^ Erwalmung geschehen, 
das sich mancher geneigt fühlen mochte, auf den ersten Hlick FUr 
das neben dem Hin gebrauchte, in Theile zertheilte Huhlmaass zu 
hallen, und das ist das ^ des mathematischen Pa{iyrus Rhind, das 
EisBNLOHB '''] zutreffend fUr % des Hin oder äO Ro erklUrl und das 
also, da das Hin 0,436 Liter misst, 0,255 Liter fassen würde. Dies 
Maass darf schon darum nicht übersehen werden, weil es zu dem 
System des grossen bSe .■" *'•') Hohlmaasses gehört, als dessen 320*" 
Theil das Ro pT^' vorkommt und auf welches 10 Hin gehen. Da 
Dun dies Ro, wie wir sehen werden, ein auch in die Oflicin anderer 
Völker übergegangenes aegyplisches Apothekermaass isl, das wir auch 
im Pap. Ebers wiederfinden, liegt es nahe, das ^ des malhemalischen 
Pap. Rhind, das 20 Ro entliölt, dem gleichen Zeichen in unserer 
Handschrift gleichzuselzen. Dennoch geht dies nicht an; erstens weil 
sich dem mehrere Recepte widersetzen, die fUr das ganze dnät eine 
grössere Mächtigkeit verlangen als die 0,285 Liier, die dem ^ des 
madi. Pap. Rhind zukommen, zweitens aber — und dieser Grund ist 
entscheidend — weil das bse /" system, in das sich auch so Hin wie 



18} A. EisENLOHR, Ein malhetnHlt!<ches KiinJbiii'li der iillen Aegypipr 
Ilinrictis. 1879. 1. Bd. Commcnlar. ü. ti. 



Loipzig, I 



lm\-: 



351 I 



.IMS K:tPIIKI. l'BEH niF- ArfiF-NKBAMKIIRITRS. 107 



Ro fügen, niflils iiiil <ieni Sexagesimalsyslci» zu Uiun hat und mir in 
Brüclie mit (iom Zahler 1 zeifdill, deren Nenner durch 2 llieilhar sind, 
walirend in die Brüche dos 1 des Pap. Ebers die 3 aufgeht. 

Ein einziger Satz in dieser Handschrill scheint zu empfelden, 
das ^ f[lr weil grösser zu halten nicht nur als das 1 des math. 
I'ap. Khind, das nur Vs des Hin =^ t(,285 Liter fassl, sondern auch 
als das oben f(ir '/«o dpr Arlabe erklärte ^ des Pa[). Ebers, welches 
0,608 Liter, also noch niciil 1 Vi Hin onthallen würde. Diese Stelle, 
Pap. Ebers XXXIV, 5 und 0, lautet: ^^ °^^^IL,^ 

'^^"^ Fass meine Hand, Greif meine Hand X^ kraul. Hinzusetzen 

(in) einem ^ dn&t Wasser die Nacht hindurch und zu trinken ein 
hnugoPrfss des Wassers, das darin isl, 4 Tage lang. Diese Verord- 
nung kann also so gefasst werden, als solle aus einem ^ dnäl 4 Tage 
hintereinander je \ hnii g oder Hin Wasser getrunken werden. Hieraus 
könnte man schliessen, <Iass das dnäl ^ gewiss mindestens 4 Hnu 3 
oder Hin und also stall Ü,608 wenigstens 1,8S4 Liter (4X1 Hinzu 
0,456 Liter} fassen müsste. Doch diese Verordnung braucht uns 
nicht irre zu machen, denn S. 150 (18j unter 20 ward schon gezeigt, 
dass das Wort Hin und hnu S niclit nur gebraucht ward, um ein 
Geliiäs von genau beslimmter Mächtigkeit, sondern auch — nur mit 
Rücksicht auf die Form des Gefösses — einen Krug im Allgemeinen 
ohne Kücksicht auf seine Grtisse zu bezeichnen, Das Gleiche scheint 
auch für das dnät-Gelliss gegolten zu haben, und es ist dabei zu 
bedenken, dass au unserer Stelle nicht nur Wasser, sondern auch 
von der seltsam benannten Pflanze »Fass meine Hand, greif meine 
Hand« eine nicht nach dem Maass bestimmte, also beliebige Menge 
in das Gefitss gethan werden sollte. Zwischen f^ str hinstellen und 
^ das dnäl ist die Pröposilion ^s. zu ergänzen, und diese kann ebenso- 
wohl Mmitu als nin« Übertragen werden. Soll nun ein Kraut in einem 
^ dnäl Wasser die Nacht hindurch hingestellt werden — jedenfalls 
um das Wasser mit dem Pflanzensal't zu durchdringen — so ist 
das ^ gar nicht als Geftiss, sondern als Maas.i zu fassen, und das 



168 



Ge. 



TIBERS, 



fStf 



spätere ^v ä'" bedtutel ebensowohl "davoii« wie «daraus". Es iäl 
also wahrscheinlich in unserem Satze kein bestimmtes GeHiss gemeint, 
aus dem man 4 Tage lang je 1 hnu 5 trinken soll, und wir durfea j 
Ubei'setzen: Fasä meine lland, greif meine Hand Kraut (in beliebiger! 
Menge] hinzusetzen (in irgend einem Gefitss) mit einem dntit ^ Wasser 1 
die Nacht hindurch und zu trinken I l.mti ^ von der Flüssigkeit, 
die so entstanden, jeden Tag i Tage hintereinander. Das bleibt 
stehen, dass 4 hnu von einem Medicament genommen werden soHen, 
zu dem nur 1 dnäl '1 Wasser gehörte, doch mag das Kraut, mit dem 
jenes wahrend der Nacht zu stehen hatte, viel Platz genommen haben 
und mit in den hQu^rug zu schöpfen gewesen sein. Halt' es sich 
aber auch nur um die vom Safl des Krautes imprägnierte Flüssigkeit 
gehandeil, so brauchte uns die angefüiirle Stelle schon darum nicht in 
unserer Bestimmung des 'l irre zu machen, weil das hnu g, wie gesagl, 
auch gebraucht ward, um einen beslimmt geTormlen Krug von belie- 
biger Grösse zu bezeichnen und sich in dieser Verbindung (auch die 
Pflanze soll weder gewogen noch gemessen werden) von dem dnäl *i 
dasselbe annehmen iHsbt. Zum Schluss sei nochmals hervorgehoben, 
üass diese verschieden zu deutende Stelle die einzige ist, welche 
Bedenken gegen unsere Be.«limniung erwecken könnte, während alle 
anderen l'ilr die Hichtigkeit derselben sprechen. 



4, c. 7. Das Bo. 
Das Maass Ro ist uns bereits als kleinster Theil des in 320 Theile 
zerlegten bse ."" des math. Pap. Rhind begegnet und wir haben be- 
merkt, dass es, obzwar es dort nie genannt wird, auch in unserem 
Papyrus vorkommt. Dies werden wir nuimiehr zu begründen haben. 
Seine, des Ro Verwendung in dem die Heiliniltel der aegyplischeu 
Medizin zusammenfassenden hermetischen Buche — denn das ist der 
Pap. Ebers — war von vorn herein zu erwarten. Die Receptkunde 
der Aegypter, für deren feine Ausbildung unsere Handschrift ein ao 
gtiinzendcs Zeugniss ablegt, ist nUmlich nicht Alleingut der am NiJ J 
Ihaiigen Ärzte geblieben; vielmehr ward sie ihnen von gelehrten grifr^ I 
chischen Medizinern in Alexandrien abgesehen und in die .\rzneiwisseil» j 
schafl der Hellenen (ibertragen. Ist es nun auch nncli nichl garlangfti 



37] Pap. Ebbbs. Diu: Maasse i . i>as Kapitel iher tue Aigenkrankheiten. Ilii) 

hür, dass europäische und allen voran englische Korscher von Bedeu- 
tung darzulegen versuchten, dass die griechischen Gelehrten, welche 
zu Alexandrien als Mitglieder des Museums oder auT eigene Hand, 
einer neuen Methode Folgend, besonders auf naltirwissenschafllichem, 
mathematischem und mechanischem Gebiet so Grosses leisteten, ganz 
unbecinflussl von den nationalaegyplischen Fachgenossen, ohne sich 
in der nächsten Nühe umzuschauen und weit entfernt den Aegyptern 
was auch immer zu enllehnen, ganz auf sich selbst gestellt und aus 
sich selbst heraus zu den erstaunlichen Fortschritten gelangt seien, 
von denen ihre Schriften voll sind, so werden sie sich jetzt gezwungen 
sehen diese mit Gelehrsamkeit und Klopffechterkunst, doch geringem 
Scharfl)lick vertheidigte Meinung zurückzunehmen. Die bekannte Ziirt- 
lichkeit fllr die Originalilüt des griechischen Geistes, der nach ihrer 
Ansicht Schaden genoiuinon hatte, wenn er nicht auf sSmllichen Ge- 
bieten seiner Bothiitigtiiig von allem Fremden freigeblieben wHre, hatte 
sie dahin gefflhrt, die Hellenen, deien ulTener Blick uns doch hell und 
aufmerkend genug aus ihren Werken entgegenschaut, ftir birtde und 
kurzsichtig zu halten; denn das waren sie gewesen, wenn sie in der 
That die Augen vor den in ihrer unmittelbaren Nahe aufgespeicherten 
Wissensschatzon der Aegypler verschlossen hatten, sei es in Folge des 
llDvermögens eine fremde Sprache zu erlernen, sei es aus Furcht oder 
Abneigung was auch immer von einem barbarischen Volk zu entlehnen. 
Aber hdren wir nicht hautig genug von den Dolmetschern oder Hernie- 
neuten sprechen, welche seit dem Beginn der XXVI. Dynastie, von 
Psamtik I. au bis in die Hömerzeit als Vermittler zwischen Aegyptern 
und Hellenen am Nil überall zu ßnden? Wissen wir nicht, dass in 
dem hellenistischen Aegypten schon von den ei-slen Plolemaern an 
das Griechische untei' den Nalionalaegyptein Umgangssprache war und 
von aller Welt, also auch sicherlich von den Gelehrleu, verstanden 
und geredet wurde? Und was es mit jener »Abneigung« auf sich hat, 
das zeigt weiter die bis zur Übertreibung gesteigerte Hochschaizung, 
welche hervorragende Führer des geistigen Lebens in Griechenland 
von Thaies, dem Haupte der frühen ionischen Schule, von Pythagoras 
und Plato an bis in verbal tnissraassig spate Zeit der aegyplischen 
^ Weisheit widmeten. Doch wäre auch von all diesen Lobpreisungen 
leine auf uns gekommen, so würden doch die Spezialforsch ungen der 
letzten Zeit auf mathematischetu und metrologischeiu Gebiet lehren, 



170 



Genne Users. 



(lasüt die Griechen in Alexandiien, wie wir von vorn herein erwarten 
musslen, eifrig und dankbar zu benutzen verstanden, was sie als allen 
Besitz bei den aegj'pliisL'lien Forschungsgenosson fanden; dies Alles 
al)er wistien wir niclil besser zusammenzufassen als mit den Worten 
HiiLTscfl'ü^"') : »Die erstaunliche bis in alle Einzelheiten ausgebildete 
Hefeplkunde der alten Aegypler ist von den alexandriuischen Ärzten 
in die griechische Ueilwissenschafl übertragen worden, und zwar 
ebenso sorgraUig und systematisch wie die aegyplischc Geodäsie durch 
Heron und seine Nachfolger, von deien Thatigkeit die erhaltenen Uestc 
der Heronigchen Geometrie genugsam zeugen.» Derselbe HtLTscu zeigte 
auch, wie das aegyptische Apothekermaass nach dem Verhäitniss von 
3 : i in das allische umgesetzt wurde, und wie nach dieser Rech- 
nungsweisc das p-ixpÖTspiv ^üoxpo'v der Kteopatra, das dem ursprüng- 
lichen Systeme nach nicht zur attischen Kotyle gehüien kann, das 
unmittelbare Äquivalent des aegyptisuhen Bo war. Dies selbe Maass 
erscheint noch veihällnissmUssig spSl auch als Theilmaass einer jiru- 
vinzial- römischen Kotyle und enthielt also '/a-j des Hin 0,141 Liler^'). 

Dies in Aegyplen heimische Maass, das sich auch griechischen 
Ärzten so lebhaft zur Annahme empfahl, ist nun, wie wir entscbiedco 
zu behaupten wagen, auch von dem Verfasser des Pap. Ebers viel- 
fach berücksichtigt worden. Zu dieser Überzeugung gelangten wir 
durch eine eingehendere Prüfung der gesammlen Handschrift und 
zuerst durch die genaue Würdigung des hieratischen y, das Steiis 
nur für ein Essig-, Bier- und Olmaass erkUirt. Es gehört im malh. 
Pap. Rliind") zu den Bruclitheile des Bo darstellenden Zeichen, und 
zwar wohnt ihm dei' Wertli von Va Bo (Vi* Hin) bei. Es fragt sich 
nun, ob der Pap. Ebers diesen Ansatz bestätigt, und solches ist that- 
sächlich der Kall. 

In zwei Beceplen kommt das y vor,' und das erste VI, 19 ver- 
ordnet von öerl (Zwiebeln?) Vj, von silssera Hiei' \ zu nehmen, 
das Ganze über Naclil stehen und dann von dem Patienten trinken zu 
lassen. Nun geht aus anderen Vorschrilten das Bestreben des Arztes, 



so) Metrologie. S. 640. 
51) P. Tan.-^ery's Darlt'giitiyfri i 
siiiil unhaltbar. Nach ihm wird iliis 
51} ElSBALOUH. S. II. 



UV iirchöologiqim 1881. p. 103 lt. 
1 klein auf 0,U6 titer angesetzt. 



•)'->] Pap. EbBRS. DlüMAAütiE r.UAsKAPlIbl, l BÜH die AfiENKKANKIItlTE^. 171 

(li!r den Pa|)yius verfasste, hervor, besonders da, wo die Urogiien zu 
Diilleln des Maasses genoninien werden sollen, die Eiahcil lierzu- 
slellen. Dies ist denn auch bei dem Kecepte VI, 19 der Fall, wo. 
wenn X, wie wir voraussetzten, Va Ro bedeulcl, Va Ho des öerl 
(/wiebei?) niil '/:< Ro süssen Bieres zusüDiuicn, ein ganzes Ro ausmacht. 
Zur Verdeutlichung des Gesagten dieue die folgende Schreibung: 

»ert (Zwiebeln ?) ° + = '/j Ro 

Süsses Bier V ^ V, Ro 



Sumnia 



\ Ro = 0,141 Liter. 



Uas soll getrunken werden, und dieser Umstand beweist, dass das 
y jedenfalls mehr als '/a bedeutet; denn das öert war wie sein 
Delerniinutivitm beweist, consistent, und wenn es getrunken werden 
sollte, nuisste ihm eine Quantität von Flüssigkeit beigegeben werden, 
die seine Menge überstieg. V;i ist \ keinenfalls, und so dürfen wir 
es, da es ja auch im luath. Pap. Rhind den Werlh von Va Ro besitzt, 
mit ziemlicher Sicherheit für V;i dieses Hohlmaa.sses halten. 

Dass das runde Ganze, zu dem die Theile unseres Receptes sich 
vereinen lassen, wenn \ = '% Ro ist, aiif keinem blossen Zufall 
beruht und der Arzt in der That bestrebt war so zu verschreiben, 
dass die zu V» Ro veiordneten Drogiien zusammen I volles Ro aus- 
machten, lasst sich durch zahlreiche Beispiele erweisen, aus denen 
zu gleicher Zeit hervorgeht, dass das »-^ gleich ist dem Drittel eines 
Hohlmaasses, und zwar, wenn nicht Alles täuscht, in den meisten 
Fallen des Ro. Zu den Gewichten gehürl es, schon weil es nicht 
durch 2 [heilbar ist, in keinem Falle. Dass das Ro dagegen nach 
dem Duodezimalsystem getheilt ward, lehren seine am hftuÜgstca vor- 
kommenden Bruchtheile im matli. Pap. Rhiud: Vj, 'A, 'A, 'A*')- 

Von den Recepten, in denen die Addition der zu Dritteln des 
Ro verschriebenen Theile ein Ganzes ergibt, sollen hier, um das oben 
Gesagte zu belegen, nur einige angeführt werden; 



53) Daneben koiiiinuii auch '/&■ Vn' Vii- VtJ ^'*'- 'lt''>s''">"n Haasses iiu malli. 
pHp. vor, iloch haben diese Briiclie nicbU mit Her Einllicilung des j^ueiclilca MudSseR 
zu schalteD. 



172 Georg Ebers, [40 

UV, 3 — 6. Dumpalnienmehl (oder Paste) -|- = Va Ro 

Giinseschmalz -1- =z V3 Ro 

Honig + = V3 ^Q 

Summa V3 = 1 Ro. 

LXXXVI, 15—16. Durramehl, zerrieben u. geröstet + = V3 Ro 

Dumpalmenmehl, geröstet . . «J^ = V3 Ro 
Flüssiges Fett -j- = V3 Ro 

Summa % = 1 Ro. 

XVU, 5—7. Zapfen? (xrn c^d) der Ceder 

oder Pinie? (sbt ^) . . . + = % Ro 

Bodensatz, Hefe (srm 0) . . . -1- =1 V3 Ro 
Wasser V2 und ■!■ = V3 Ro 

Summa % = 1 Ro. 

Hier wird zu dem '/a Ro Wasser als Bindemittel noch ein Vj dnät ^ 
verordnet. Das V2 und -|- = % Ro stehen so weit auseinander, dass 
man hier an zwei verschiedene' Maasse und nicht an den Bruch 
V2 V3 = Ve denken muss. Die drei -|" stehen tabellarisch derart unter- 
einander, dass dadurch ihre Zusammengehörigkeit angedeutet wird. 

III, 10—15. Honig Vs des Gewichtes 

sn te o (agnus castus?) . . . -1- == y., Ro 

Dattelwein oder Saft -1- = y.^ Ro 

gngnt ^ ? . Vs des Gewichtes 

Ol +:zz V3R0 

Summa % == 1 Ro und dazu 2 X V« des Gewichtes. 

Es werden also auch hier % des Ro zu einem Ganzen vereint und 
dazu 2 Droguen gegeben, von denen je Vs der Gewichtseinheit ge- 
nommen werden soll. 

XXIV, 2. Dattelmehl + = V3 Ro 

dart j^j Pulver -j. — V3 Ro 

mste 'v'vwvA dUssigkeit f zzi^iy^l^o^) 

Summa % = 1 Ro. 

54) Das J kann auch »der Rest« bedeuten, über dies Zeichen wird weiter 
unten S. t80 (48) gehandelt werden. 



it] Pap.EbBBS. Dir .Ma*SSE I :. ItAS KAriTEL 1 »EU IiIE AlGRMlBANKlIElTKS. 173 

XVIII, 16. uem °^! + — V:i Ho 

Wasser ^ ^ = %% = %Ko 

Sumiiia % — 1 Ro. 

XXXIII, G— 7 sieht ein Meiücamcnt, das durch das Klystier eiii- 
ges|)nUt werden soll. Es verordnol 

Ochsengalle Va Ro 

Abgekochte Milch 'A 'A Ro 

Honig V;» Ro 

Mähui- J^i Vj 

Summa 2 x 'A = 1 und 3 x '/» = 1 Ro. 

Dies macht 2,82 Centililer aus, die koapp l'/a unserer Ksslöfl'el iiilleii 
und nur für ein kleines Klystier genügen würden. Ks wird auch nur 
verordnet, das Lavcmenl ujn den Hinlern einzusprilzen einen Tag«, 
also doch wohl nur einmal. Dennoch ist vielleicht eine weit grössere 
QuanlitUl gemeint, indem sich die Halben, mit denen die abgekochte 
Milch und die iiüihue o flUssigkeit |i;em«iäsci) werden sollen, aul' 'A des 
dual 1 beziehen, mit dem die Milch oft gemessen wird, z. B. II, 1 i 
und 21 (Vi und 'A dnai). Eselsmilch 1 dnäl XXIV, 13. Milch einer 
Frau 'A dnät LXXV, 6. Eselsmilch 'A dnät LXXXVI!, 1. Nur einmal 
LIII, — 10 wird ein Hinkrug Milch verordnet, der zu 2 Droguen zu 
mischen ist, welche, weil hinter beiden der Strich I sieht, zu gleichen 
Theilen genommen weiden sollen. Dies Rece|)t lautet: 
fterl 1°, Zwiebeln? K Gedürile Dnlleln I, I Hin 5 Milch, Zu Iriukeu. 

5. Der Strich I und seine Bedeutung. 
Es fragt sich nun, für wie gross man die gleichen Tlieile anzu- 
nehmen hat, die hier von Zwiebeln? ° und gedörrten Dalteln ver- 
ordnet werden oder, um die Frage aul' den ganzen Pa[iyrus aus- 
zudehnen, auf welches Maass oder Gewichl sich dei' Strich I beziehl, 
der so oft hinler den Namen von Droguen vorkommt, die zu gleichen 
Theilen genommen werden sollen, und da lässl sich denn von vorn 
herein behaupten, dass er weder ein ganzes dnäl n, noch ein ganzes 
Hin, und schwerlich auch ein Ganzes ^on dem Gewicht, das bis in 
Vierundsech/Jgstel zertheilt wird, bedeuten kann. Mit dem Stiich I 



17i IJi^lOHG DhEHÜ, [^'I 

tnuiis vielmehr ein weit Itieineies als die beiden anderen Huhlmaasüe 
gemeint sei», und ^war sehr wuhrüchoinlich das Ho, welches als das 
(«xpäTEpov [lOtnpov der Kleoiiatru einet! der beliebtesten Apothekei'- i 
maaäse, wie wir oben erwUhnlen, nicht nur in Acgypten, wurde.! 
Wo, wie es niehr hAußg geschieht, der Strich I hintei' die Namen eioerl 
Reihe von hintereinander verordneten Droguen tritt, wie XXXV, 4 — üJ 
gerösteter Weizen I Weizenmoljl I Durramehl l yi jy M Hunig I, da | 
zeigt er an, dass diese zu gleichen Theilen genommen werden sollen. 
Bald werden wenige Mittel, bald viele verordnet, üben sahen wir 
Uli, 9 — 10 nur 2 Droguen zu gleichen Theilen verschreiben, die mit 
einem Hin Milch getrunken werden sollten, und 111, 18^ — 23 lautet: 

Wein I 

Honig I 

m le o (agnus castus?) . . . . | 
Durchzuseihen und einzunehmen einen Tag. 
Hier ist \on je drei Substanzen die nämliche QuanlilUt zu nehme». 
XXI, iö — 20 werden i Droguen zu gleichen Theilen verschrie- 
ben, XXXV, i und 5 sahen wir mit 5 das Gleiche geschehen, in 
anderen Kecepten werden (3, 7 und so Ibrt verordnet, bis wir gar 
LXXXII,22 — LXXXni, 18 einer Salbe^^) begegnen, die aus 35 Di-ogucn, 
die alle mit dem Strich i bezeichnet sind und also sümmtlich zu 
gleichen Theilen genommen werden sollen, zusammengesetzt ist. 
Wollte man nun in diesem viclgliedrigen Recept die Einheit, welche 
durch den Strich bezeichnet wird, für ein dnät-Hohimaass ^ von 
0,608 Litern oder ein Hin von 0,456 Litern halten, so würde sich 
nach Herstellung des {Vledicainentcs eine Menge von Salbe ergeben, 
die auch in dei' aegyptischen Apotheke ungeheuerlich würe; denn 
sie würde, wSre 1 gleich dem dnät n oder Hin 5, eine Masse von 
21,280 resp. 15,960 Litern ausgemacht liaben. Es hUtte eines ge- 
waltigen Kessels bedurn, um diese Salbe, für welche der Papyrus vor- 
schreibt, sie solle erst gekocht und dann zum Einreiben benutzt werden, 
darin fertig zu sieden, und dabei sind die zahlreichen Salben btichsen, 
welche aus dem alten Aegypten gerettet worden sind, von keineswegs 



S5} SliiU dos f.an LXXXIF, it i 
das UeteriDinalivuin isl unbedingt ve 



uss sicher slolicn sgini: 
icliricbea. 



wie I.XXXI, 7, AiicftJ 



*^J Pap. Errbs. Die Maassk ii. das Kaimi 



liKMiBANKHKITE!« 



175 



boirticIlUJchei' GiJistie. Kiiillicli koniiiien auch koslbaiu Subülaiizen 
in diesem vielglied ritten Reccpte vor, vua denen man uniiiöglicli 
ein Ganzes des Hin 5 odei' dnät 1 versclirieben haben kann, z. B. 
LXXXH1,5 das anle *? , das sich mit voller Sicherheit als eine aus 
dum GewUrzlandc {Punl'") iniporlierte aromalisclie Substanz besliuinien 
lässt, und in dem man gewiss mit Kcchl von verschiedenen Seilen 
und lange vor der Entdeckung des l'ap. Ebers unsere Myrrhen erkannt 
hal. Dies ante ° wird auch sonst viellach vorwendet, doch immer 
nur in ganz kleinen Mengen. Einmal soll 'A« der Drachme von 
6,064 Gramm genommen werden, sonüt immer nur 'Vi, und so ist 
es denn geradezu undenkbar, dass in unserem complicierlen Salben- 
receple i5 oder gar 60 Cenliliter von der gleichen Spezerei (ein Hin 
oder ein dnäl 1 } verordnet worden sein sollten. Beziehen wir den 
Strich I dagegen auT das Ho von I,i1 (^entihter, su wUrde die ganze 
Salbe i9,35 Cenliliter, d. i. etwa einen halben Liter gertlUl haben, 
und diese Quantität würe angemessen den sonst in der aegyptischen 
Apotheke verarbeiteten Mengen und würde eine Salbenbuchse von 
mittlerer Grösse erfordert haben. Da auch Fliegendreck unter den 
mit I bezeichneten zu gleichen Theileo zu nehmenden Drogucn voi- 
kommt (LXIV, I — 2 und a. a. 0.), würde dies fUr sich allein verbieten, 
den Strich dem dnät oder Hin gleichzusetzen; denn wie könnte von 
dieser Substanz i'ine so ansehnliche Menge verordnet werdend 

Das msdmt ° ") (sonst auch msdiut ^^) Slibium (vielleicht auch 
Bleivitriol), eine für das Auge bestimmte Drogue, gehörte zu den kost- 
barsten Mitteln dei' aegyptischen Oflicin. Das m jl c^ ^;:v^ ° msdml , 
sowie das S) C:ii \\ i") msdumt '? oder sedumt ,..'?, zwei 



1 1 



III 



56) Es komml Itior nicl)l darauf an. ob wir in I'iinl die Arabia felix, die 
äomaliküsle oder eipte Combrnalion beider lirdlokalc zu denken tiaben. tn Dühichkn's 
Ftolli; einer aegypii selten Küniijin seilen wir auch die änle da büuinc aurs Schilt 
bringen, um sie in Aeg^plen zu ucclimalisioren. DIoscoridcs ed. Kühn. T. U. p. 78 ir. 
kennl seine Provenienz und .-«hreibt ihm Heilkraft gegenüber sehr verschiedenen 
Leiden zu. 

57) Das Slc^^N.'^ lusHoni-l oder seduni-l zu lesende Mitlei ■ ^t kann m» 
oder se uiiiscli rieben werden) ist jedenfalls das 3T([i[m der Grieclion. da;; Plinius 
bist. nal. I. I, als ein Metalt Namens stimmi. stibi, alat>aslruiu mler larbasis be- 
zeichnet. Es darf Tür unser Slibiuni, Aiitimaniuni getidlen werden. Das stm ° 



ne 



GKOfli; Eneiiü. 



Gruppen, diu sich vielleicht nicht in der Aussprache, jedenfalU 
in der Bedeutung von Stibium, Antimonium decken, sollen beide, wo 
ihnen nähere Maassbeslimniungcn Folgen, nur gcsvogen werden, und 
zwar mit '/<, 'Aei V» und '/«i der Drachme \ün 6,064 Gramm, und 
hier wird es Zeil, zu bemerken, dass, wo der Strich I nicht nur im 
Allgemeinen und «zu gleichen Theilen», sondern ein bestimmtes Maass 
bedeutet, nur zwischen dem Gewicht der Drachme und dem Hohl- 
maass Ho die Walil bleibt. In den meisten dieser Fälle ward das 
Ro gemeint, ja wohl überall, wo es im ganzen Receple nur einfache, 
durch den Strich gekennzeichnete Kinheilen gibt; treten die Striche 
aber zu 2, 3 oder 4 zusammen, wie LXI,2I »msduit^ lll|i', und 
in der gleichen Vorschrirt wurde ein Bruch angewandt, der zu dem 
System des Gewichtes gehörte, das wir Drachme naonte», so sollten 
die Theilu desselben duch wohl eher gewogen als gemessen werden, 
wenn diese Recepte nicht eine allgemeinere Fassung gestatten. Hören 
wir z. B. I,Xll,22 — LXllI, 1 verordnen; uat'u ° i, anu ° \, Stibium 
2Vj, Natrou 1, j^nte .° %, st» sielit es aus, als ob hier gewogen 
werden solle. Dies gilt sicher und gewiss von dem x"^^' im "'etall, weil 
Vs zu keinem anderen als dem Gew ich tti^y stein gehören kann. Das 
uat^u , ein Mittel für die Augen, soll, wenn es nicht mit der ganzen 
Zahl i odei', wie hier, mit der 2 vorkommt, inmier gewogen werden 
und zwar mit %. 'A, Vw und '/« unserer Urachnie. Von dem zweiten 
Medicament ugi? anu . wovon I verordnet wird und d;is Touche, 
Tinte, schwarze Farbe, jedenfalls einen Schreibe- oder Malstotl' bedeutet, 
gilt das Gleiche. Vw oder '/w der Drachme soll davon genommen 
werden. Von dem msdnit ° . hinter dem in unserem Receple S'/i 
steht, ward schon oben bemerkt, dass es nur gewogen ward. Das 
hsmn ° Natron wird gewöhnlich in Becepten zu gleichen Theilen 
verwandt; der Vorschlag, es zu wiegen, konmit sonst nicht vor; 
man scheint eben nur 1 Ro, d. i. 1,41 Centiliter davon den Medica- 
menten beigegeben zu haben. Das ^nte , wovon wir '/s nehmen 
sahen, wird gewogen und zwar mit '/i. Vi«. Vm und '/«i der Drachme. 
So scheint hier ein Mcdicameul mit zu wagenden Einzeltheilea gemeint 



oder slm ^^ ho|ii, c»iuii stibium liezekhnet die Augeiisalbe uiict ilas Salbei 
Auges. Über insdiu-t ^ Bleivilriol »> Abtb. It 2U LVl, G. 



iö] Pap. Krers. Die >1a a.sse i . das Kapitel i ber die Aigenkrankiieiten. 1 77 

ZU sein. Die ansehnliche Grtisse der vorgeschlagenen Dosen erklärt 
sich vielleicht durch die Bestimmung des Mittels, mit Wasser ver- 
mischt zu werden"^*), LiX, i wird vom Slihium nur Vm unserer 
Drachme verordnet. Die kleine Dosis ist dann mit anderen Medica- 
uienten fein zu zerreiben uml ohne irgend eine grössere IJei{^abe 
von Fell oder Wasser direcl auf die Augen zu thun^'"). 

Freilich darl' auch vermulhel werden, dass mit den LXII, 23 
— LXIII, 1 angegebenen Zahlen nur ein Verhällniss ohne Rücksicht 
auf ein bestimmtes Maass gemeint sei, zumal auch die Menge des 
der Arznei beizumischenden Wassers unangegeben bleibt. Es würden 
also die Droguen zu nelinien sein im Verhältniss von 2 : l : S'/s : 1 : '/*■ 

Das Gleiche wurde dann für die dem letzteren verwandten 
Recepte gelten, deren erstes, LXI, 21, lautet: Stibium IUI, Honig IM, 
oder mit anderen Worten: i Tlieüe Stibium zu 3 Theilen Honig zu 
geben (und dies auf die Augen zu lliun]""). Uanz ahnlich wäre auch 
das Mittel LXll, 2 zu fassen : Stibium 2, Honig 4, uaio 'A, X°^ n i V*. 
echtes Lapis Lazuli, das zu zerreiben und auf die Augen zu thun ist. 
Hier wiire die Proportion 2 : 4 : 'A : Vi -|- einer unbestimmten wahr- 
scheinlich kleinen Menge Lapis Lazuli. Das 'A gehört zwar, wie oben 
liXHI, 1 das ^nle 'A, in das Gewichtssystem, docli kann es um 
so eher nur auf die Propurlion weisen, als dem zuletzt erwUhnten 
Recept LXII, 3 ein anderes folgt, welches verordnet: Stibium 2, 
Gänseschmalz 2, Wasser 4, in die Augen zu spritzen"'] und sodann 
Stibium I, x' ^-='-^ äue ° fauliges"^) Holz? I, fein zu zerreiben und auf 
die Augen zu thun, oder mit anderen Worten: Stibium und fauligem 
Holz ! zu gleichen Theilen etc. 



T^^E 



I zprreilien mit Walser. 



Sielte genetieii}. 

60) Dies bestimmt Jus 
Recepl Z, 19 l)eziehl. 



, welclirs sictt .luf ilaa vorangehpnile 



'*! Tl^äi. ^"^ Hotz, das wcgea ilea Delerniinaliviims Q, wo- 

: soit-st vorkomuil, Ilulz iler Kltutniss od^r rnuligcH ilol:f beileiileu katm. 



I7R 



(iKiiiiii Kbkhs. 



Ks l'olgl (iann 1-XII, li St-Iiwiifzc I, Slihiiiiii |, Wasspf I fein zti 
v(>rrtiiben und auf die Augen zu lluin. Hier wcrilon ilie gleichon 
Tlieilo wieder ilurch 3 X d*'» Slricli I «ngedeulel, ja hol tknw nächsten 
Recept (Z. 6 (T.) \Hssl der Arzt dnn Slrieli ganz fort und veronlnet: 
KItenhotz, Slibitini und Wasser. Wie uns die Dreizahl der Drogiien 
eben zweimal begegnelc, so finden wir sie ofl an anderen Stellen, 
z, B,, um nur noch einei' zu gedenken, XXVI, 80 und AI, wo üchsou- 
hmge I, Nord- oder Seesalz I und Honig I veiscliriehen werden. Oie 3 
zu gleichen Theilen zu nehmenden Mitte! sollen in eins verbunden 
und damit eingerieben werden. Diese Dreithetluug lüsst wieder an das 
Ro denken, das, wie oben gezeigt ward (S. 171 (39)), gern in 3 Priltel 
zerlegt ward, wahrend die Drachme immer nur in Brtlche zerfiel, 
die durch 2 dividierhar. 



6. Wo gewogen oder gemessen werden soH. 

Aus dem üesaglen geht hervor, da&^, wo ganze Zahlen ohne 
Beigabe eines bestimmlen Maasszeichens vorkommen, diese gewöhn- 
lich das Verlmitniss der einzelnen Drogiion zu einander anzugeben 
haben. Ein Recepl, bei dem hinter den Namen aller vorgeschlagenen 
Mittel der Stricii I, d. i. die Eins steht, ist zu gleichen Theilen zu 
nehmen. Die Quantität, welche gewülinlich von der einzelnen ürogue 
genommen wurde, war gleich dem Ro von 1,41 Centil. Nur hinter 
der letzten Substanz in der Droguenreihe eines Receptes. dem Binde- 
mittel, gewann der Strich, wie wir unten zeigen werden, gewöhnlich 
eine andere Bedeutung. Handeitc es sich um ganz kleine Dosen, 
so bediente man sich der 6t Tlieitc des Drachmengewiehtes von 
0,064 Gramm. Kamen in einem Recepte neben der Eins ganze, 
diese tiberschreitende Zahlen vor. galt es gewöhnlich nur die Pro- 
[Hirtion anzudeuten, in der die Einzelrailtel genommen werden sollten. 
Gab OS in der nümliclien Verordnung, wie LXll, 22 — LXllI, 1 , ganze 
Zahlen und Bruche, die in das Gewichtssystem gehörten, so sollten 
alle Droguen in der Regel gewogen werden. Als Beispiel führen 
wir LXll, 12 und 13 an, wo zuerst nisdmt ° 2 vorgeschlagen wird 
nnd sodann von anderen Mitteln */&,, Vis, 'A. Vi«. Kommen nur 
Tlieile unserer Drachme vor, wie LIV, 6, wo verordnet wird: Dattel- 
pulvcr V33, snft 'j' '/n- ö'am ■^ '/s, snö le ° %, soll natÜrUch nur 



i'l pAP.EBBilS. Die MaAHSF. I . MAS KaI-UKI. I «KH mt': A|lGR^IiKA^KHP.ITK^. 179 



gewogen werden. Nar zu messen und zwai- stets mit dem Ko, 
wenn niclit besonders verordnet wird, sicii des dnät 'l oder Hin zu 
bedienen, ist »lies, was nach Diltteln oder Sechsteln genommen wer- 
den soll. Als Beispiel geben wir KV, 1 ">: Krokodilerde Vs. due (* \)i 
der Datteln '/»> süsses Bier 'A- Bios Reccpi gehört zu denen, welche 
lehren, wie gern man das nucli Dritteln des Ho gemessene Mittel 
zu einem guu/en Ro abrundete, indem man 7» desselben vorschrieb. 
Bisweilen bediente man sich auch beider Systeme neben einander, 
z. B. XXIIl, i und ö, wo erst von der ö'iim'<r;[ pflanze und ä^d ° bucht 
je V» unserer Drachme gewot^en und dann '/s Ro der s;(pt ^ flllssig- 
lieil und Vi t'nät süssen Bieres gemessen werden sollte, '/a wird sehr 
selten von dem Gewicht, hütifig von dem Hohlmaass zu nehmen ver^ 
ordnet, das Hier aber wird nie gewogen, sondern nur gemessen. Ein 
einziges Mal soll 'a Biei' genommen weiden, und zwar zusammen 
mit V< Ol und 'A einer anderen Drogue. Wenn hier keine Ver- 
Schreibung vorliegt und es nicht an allen drei Stellen statt X -^= V41 
-^ ^= Va lieissen muss, was dann eines der hünfigeu 3 X Va Ro- 
Heceple ergäbe, so kann uns dies nicht uherrascheu, weil ja das Ro 
nach dem Duodecimalsj stein getheilt ward, das ebensowohl in Viertel 
als in Drittel zerfiel. Stande hier statt 'A Vs, so würden die 3 ver- 
schriebenen Droguen unbedingt zu wUgen gewesen sein. Flüssiges 
wird fast immer gemessen, häulig aucb Pulverisiertes; Pllanzentheile, 
Mineralien und importierte Spezereien werden gewöhnlich gewogen. 

Ergebnis». Über die Theilung des Gewichtes, das wir Drachme 
hiessen, ist das Nothige gesagt worden. Es enthielt 6,064 Gramm 
und zerfiel in Brilche, deren Zähler 1 und deren Nenner Potenzen 
von 2 sind. Weiter als bis Vn» wurtlc- die Theilung iiiclit geführt; 
auch hatte die Beschaffenheit der Wagon in alter Zeit dies wahr- 
scheinlich verboten. 

Die Theile unserer Drachme sind also; '/■., Vj, Vk, Vis, Vm, Vw und 
dazu V)- Wo — sehen wir von V2 und V» ab — diese vorkommen, soll 
stets gewogen werden, '/-i war nicht nur von der Gewichtseinheit, 
sondern auch, und zwar viel häufiger, von dem Ro und ebenso von 
dem dnät^ zu nelmien. XXIV, 3 werden verordnet 3 Droguen, vou 
denen je Va Ro zu nehmen war, mit einer Quantität von 'I Vi zu 
kochen; dies ^ Vi ab^i' halten wir nicht filr \% dnäl, sondern für 







— -T' 



ü 



*!>! Pap. Ebers. Hie Maasse i: 



s Kapitel iber die AuGENKitAMkiieiTEN. 181 



matliematisclipti Pap. Rhind xiisamnionbringen, ao sind sie ^lojnh cineii) 
Drittel des Ho, und diese Bestimmung liesse sicli wohl mit seinem 
Vorkommen vereinen, denn XCl, 7 wird V ^^ % Ro Ol zu '^ Honig 
verschrieben, um beide zur^amnien bei einei' Gehörkrankheit ohne 
jedp weitere Beigabe hatifig auf das Ohr zu legen. Wenn wir hier 
nun (las "^ einem Drittel Ro gleichstellen, haben wir wieder eins 
der Receple, welche sich aus % Ho zusammensetzen. Ebenso gut 
könnte man es freilieb auch so fassen: '% Ro Öl und der Rest Honig. 
Aber auch dann würde "^ ^= V;i sein; denn »der Rest « wSre eben 
nur das an einem vollen Ho fehlende Drittel, wenn unser Zeichen 
sich nicht auf das dnät ^ bezieht, weil es hinter der letzten Drogue 
steht, die. wie wir zeigen wenlen, als das Bindemillel gewöhnlich 
in grösserer Menge und also mit dem dnät T zu nehmen war. Das 
Gleiche gilt von XXIV, 2, wo neben '/■, Ho Dattel- und V:i R" 
ien £3 ° puIver / (doch wohl gleich "^j mste -w-^ flüssigkeit ver- 
ordnet wird. Hier würde dann wieder das drittel Ro mste ""aw dafi 
ganze Ro voll machen aad J^^"^ also mit demselben Rechte für 
V:i Ro wie für »der Rest« anzusehen sein, wenn nicht Va dn6t 1 
gemeint sein sollte. XXIV, 5 begegnet uns das nüniliche Zeichen. 
Das Recept besteht au.s 7 Droguen, die zu kochen und in warmem 
Zustand einzunehmen sind. Sie sollen mit dem Ro gemessen werden 
und zwar in 2 Fällen mit dem halben. In 4 mit '/» Ho, in einem 
luil / Das Gan/c .-;tellt ^k\i also dar: 

+ + + + V.HO+/ 
% Vi = 1 R" 

Es sind das im Ganzen 2% Ro. Es ist vvol nur ein Zufall, dasa es 3 volle 
Ganze ausmachte, wenn das J gleich dem Rest (hier von %) wSre. 
Aber wir können ihm nicht liberal! die allgemeine Bedeutung 
des Restes lassen, sondern sehen un.s gezwungen, dem ^\ und also 
wohl auch dem J die speciellere von Vj zuzuschreiben, denn es kommt 
neben '/a »'s zweiler Bruch mit dem Zahler 1 vor und zwar XLIV, 1i, 
wo nach 3 gewogenen Medicamenten eine Dosis von Vs *^ Honig 
verschrieben wird. Da nun die nach dem Duoderimalsyslem getheillen 
Hohlmaasse Ro und dnät, wie wir sehen werden, ausser in Halbe. Drittel 



1S2 



Georg Eiebü, 



[50 



und seilen Viertel nur noch in Sechstel (immer V«) zerfallen, so können 
wir den zusiunmengosßlzlen Bruch mit dem ZShlßr 1: \'-i "^ auch 
kaum anders als '/^ '/» ^= % fatisen. Eü bleibt liöclistens übrig, dsK 
"^ für V( »od also den ziisanmiengesetzlen Bruch '/i "^ filr Va Vi^ V« 
zu halten, doch dafUr spricht nichts und dagegen zeugt alles, was 
eben dargelegt wurde. So werden wir denn auch bei den Recepten 
X UV, 17 und 19, sowie XI, V, 3, wo wieder Vi '^ Honig zu meh- 
reren gi-'wogcncn Droguen gothan werdon soll, an '/^ V^ "~ % ^^ 
oder dnät '9 zu denken haben. 

Warum, da Ja das »^ sicher Vn 'sl, statt seiner auch das "^ 
oder J gebraucht wird, um den gleichen Briich darzustellen, ist frag- 
lich, docii gehört dergleichen nicht zu den seltenen Dingen; ja es 
ist möglich, dass, weil ja Reeetile, die aus 3 Drilleln bestanden, 
häufig waren, unser '^ aiq zu lesen war und für den Kundigen 
einen Best von Va sei es des Ro oder des dnät a bedeutete. Für 
die letztere Auffassung spricht der Umstand, dass es immer nur an 
der letzten Stelle des Heceples und hinler der dies abschliessenden 
Drogue als eines der gewöhnlich mit dem dnät 'l zu me-i^senden 
Bindemittel vorkommt. Dies gilt auch filr diejenigen Fülle, wo fis 
mit Vi zusammen V« auszumachen scheint; denn auch hier beschliewl 
unser Zeichen die Verordnung. 

Das /^, welches XXV, 2 als Alaasszeichcn hinler doil verord- 
netem Wasser steht, ist wegen seines vereinzelten Vorkommens nicht 
zu bestimmen. Das Hecept, durch welches wir es kennen lernen. 
XXIV, 2fl — XXV, 3 wird gegen Leibschmerzen vorgeschlagen, und diö«| 
darin verordneten Mittel, welche meistens gewogen werden solleojl 
sind zu kochen. Nachdem von 5 Droguen Vm und von einer VJq 
unserer Drachme abgewogen sind, soll \; eher unserer Drachme a« 
des Ro Ol und V» Honig genommen und dem allen ^ Wasser zugi 
fügt werden. Wir irren wohl nicht, wenn wir dies Zeichen für <i 
etwas sonderbar geschriebene ^l = ""^ halten, das XII, 21 von dei 

ua£u ° mineral"') und XXXXIII, 1(i von der db MM, ° frucht ' 
1 1 1 ' -=H 1 1 

(geschrieben ^^ ) genonunen weiden soll (s. S. 147 (lii) No. 2). DaBj 



6*) Eine Art Slibiii 



-'''1 Pap. Hbf.rs. Die Maasse r, das Kai 



IBF.Il fllE Alir.ENKKASkllEITF.S. 183 



fragliche ^^ ist also wahrschpinlicli gleicli ''^ ein wenig, und von 
liem Wasser, dessen Menge es beslinimt, soll keine zu messende oder 
zu wügende fest hegren/le 0"""titai, sniulcin »etwiis« genommen 
werden. 

8. e=^ ■= Vi als Hälfte eines grossen WassermaaBses. 
Ein wichtiges Recepl I.XNXIX, 16 imd 17 vemrdiu-L battelpulver 
oder Mehl ^ 



zuRammenziikoc.lien zu einer Portion von 2 Hin 
und warm /,u Irinken oder zusaminenzukochen mit einer Portion von 
Ü Hin {von etwas fraglichem, als bekannt Voraiisgesetzleiii) und vvarra 
zu Irinken. Isl die erste, dem Grtmdtexl genau cntsjirechende Über- 
setzung richtig, so können weder czz: noch ^i '/a des Ho, unserer 
Drachme, des Hin oder sogar des Dnäl 1 ausmachen, weil 2 halbe 
Dnät nur 60,8 CenLililer betragen und also nicht zu 2 Hin, die 91.2 
r.eiililiter enlhallen, zusanmi engekoch I werden künnlen. Da das Recept 
nach dem Kochen getrunken werden soll und nicht gegessen, muss 
mehr Wasser als Daltelniehl dazu gehört haben, und fassen wir das 
?\ T= \'i, das die von der festen Substanz zu nehmende Quantität 
bezeichnet, für welches Hohlmaass wir immer wollen — für Ro, Hin 
oder Dnät - — , so muss das / — hinter dem Wasser doch die Halfle 
eines von uns noch unerkannten Maasses bezeichnen, das grösser war 
als das dntit 'l von 60,8 Cenlililer und dessen Hälfte zusammen mit 
der Halflü jedes der uns bekannten Holdniaasse Dattelmelil mehr als 
2 Hin oder 91,2 Centililer betrug. So hält' es dann also ein eigenes 
Maass für das Wasser gegeben, das dem Apotheker nicht besondere 
bezeichnet zu werden brauchte, Sehnlich wie wir, wenn wir von einem 
"Schnitt« oder einem "Halben« reden, nicht besonders bemerken, dass 
Rier gemeint sei. 

Die zweite Übersetzung von LXXXIX, 16 und 17 isl grammaliseh 
haltbar, doch etwas gezwungen. Nach ihr würden die halben Maasse 
(sagen wir des dnät ^) Dattelmehl und Wasser ziisammenzukochen 
sein mit einem Millel. einer Arznei von 2 Hin; denn spp O ist ntir 
eine versttirkte Form der Wurzel sp O. und dies sp koinnil sehr hUnlig 
vor als Heilmittel oder Medicamenl. so XXV, S, wo es heisst: «^o 



iBi 



Georr Ebers, 



[&9 



bereite iiiin sopu ", d. s. Millcl liir diis Al)rüliren [iissl C^). Kg 
niussle, wenn JJc üwcilc Oberset/ung unnelimbar bleiben äollle, ein 
Mittel xqt' e^(x-/r^•/ gegeben haben, das man einfach sp, die Arznei 
nannte, und das in grossen Quantilüten zu nehmen war. Man könnte 
etwa an das Bier denken, das so unendlich hüufig verschrieben ward 
und sich das Ding so vorstellen als seien Vj dnät n Daltelmelil, 
ebensoviel Wasser und 2 Hin Bier zusammenzukochen gewesen; doch 
bietet der Papynis und der Fernere Gebrauch des sp keinen Anhalt 
für dergleichen ; spp O ist leider H, L. So muss es bei der ersten 
Version unseres Receptes bleiben und an ein grösseres Maass fllr 
Wasser gedacht werden als das dnfil. 

Begegnen uns also die Zeichen für '/t, i — und ^v , so werden 
wir zu prüfen haben, welches Maass gemeint ist, und beiden Zeichen 
soll weiter unten eine besondere Würdigung gewidmet werden. 



8. Die Bindemittel und die Steigerung des Wertbes der sie 
begleitenden Zeichen. 
Was von Wasser und Bier genommen werden soll, beschliesst 
ganz regeloiHssig die Reihe der verordneten Droguen. Hüulig treten 
auch an das Ende derselben Milch, Honig, Ol, Fett, Hefe (serm }, 
Wein etc. und diese am Schlüsse des Receples siehenden häufigsten 
Substanzen sind als Bindemittel fitr die vorhergehenden Droguen 
zu betrachten. Als Beispiel diene das Recept XI.IV, 11 — 12: 

spl o Gurken '/w Drachme 

nqaut |°| (Mehl?; ....'/, Ro 

Xntti 1°! metall '/» Drachme 

Frische Datteln 'A Ro 

Wassei' T — ' ^"'^'^ ^'^" '*'''*'** Centiliter. 

Eine Nacht stehen lassen, durchseihen und einen Tag einnehmen. 
Ahnlich lauten die Veiordnungen, wo es Salben herzustellen gibt, 
z. B. UX, 20—21: 

ds f^ - qm schwarzer Messerstein (Flint?) . . | 

Weihrauch i. | 

Stibium | 

Hnnig I 

Dpoi läge lang auf die Augen zu Ihun. 



S3| Pap. Ebbiis. Die .M^tsfsß l. das Kapitel iiier iiif. Alck^krankiiiiITEK. 1S5 

Hier sollon die Mitlcl i^ii gleichen Thcilen getioruimm weiden ; der 
Honig diente aber jedenfalls zum Binden der anderen Droguen. LXIl, 
13 und 14 sollen verschiedene Medicamente zu '/^, '/^, '/si und '/in 
Drachme verwandt werden, dann aber ^pr ist n afl ö '/< 2 d. i. voo 
selbst Entstandenes des Honigs oder Nalurhonig? S'A Drachme. Bis- 
weilen wird besonders erwähnt, womil die Droguen zu binden sind, 
80 XXXIV, 13, wo das Recept mit Vs der Pflanze äbu '^ schliessl 
und dann verordnet wird, das Ganze zu pulverisieren nnil rde \)r hql .^ 
zu Bier zu ihun. LVI, 13 sollen Mittel, womil zu salben ist, in Wasser 
gelhan werden. Manchmal wird die Gnindsubstanz, mit der die Dro- 
guen zu vermischen waren, gar nicht mit dem Maasszeichen versehen. 
In .solchen Fallen bleibt es dem Arzte überlassen die rechte Quantität 
zu Bnden, z. B. XI, 10 — H, wo i Mittel zu gleichen Theilcn oder 
zu je i Ro verordnet werden und das Bier, welches das Recejit be- 
schliesst, gar kein Maasszeichen erhall. Wird das Bindemittel zuerst 
genannt, gihl der Arzt gewöhnlich genau an, wie viel davon 7m nehmen, 
so XII, 5 — 8, wo Va dnät 1 süsses Bier den '/ibi Vis und '/s Drachmen 
anderer Medicamenlc vorangeht. Endlich will es uns scheinen als 
hallen die Zeichen, welche dem Wasser, dem Bier, dem (M und älm- 
lichen anderen an letzter Stelle des Heccptes genannten Rindemillein 
Folgen, oftmals eine besondere Bedeutung, und zwar sohle der Arzt 
sie vielleicht auf ein grösseres uns unbekanntes Maass beziehen, oder, 
ward nicht besonders angegeben, dass es sich um Theile oder Ganze 
des iliiäl ^ oder Hin handele, mit einer ihm geläufigen Zahl mutti- 
plicieren. Diese Vermuthung stutzt sich freilich auf nichts als auf 
die BeobachUing, dass die Quantität der Bindemittel im ganzen sehr 
klein erscheint gegenüber derjenigen der Droguen, die sie mit ein- 
ander verschmelzen und geniessbar machen sollen. Ein Rece|)t wie 
II, 11 — 15: 

Ipnn ° Kümmel Va4 Drachme 

Ganseschmalz % Drachme 

Milch 1 dnät ^ 

7m kochen, durchzuseihen und einzunehmen 

wird jedem Pharmaceuten ebenso verständlich sein wie das ihm fol- 
gende II. 17 ff.: 



|8l 



lib . Keigeii? '/s I^rachme 

Äs(! ° Sykomorenrei^cn 'A Drachme 

Süsses Bier I driät ^ 

Glnichfalls zu kochen, iliirch/.usoilion und ein/unehmeti. 

Von den llitidemitteln soll je 1 dual gtrnommen werden, und das 
fassl die zieiidich slallliclie Menge von 60,8 Ontiliteni, mit der zu- 
saniinengekocht die Droguen eine leichl Irinkbure Arznei geben. Bei 
dem letzten Hecepl auf Tal". II wird nur von Honig «ud sn te .° je 
Vh Drachme verschrieben, die zusammengelhan und eingenommen 
\ver(ien sollen, 111, 1 und 2 folgt dann die Verordnung, dies solle 
geschehen, indem man die Arznei mit Bier ^^ ^ '/i oder Wein 
■f> := Va trinke"*). 'A oder Va Drachme**) — ungeOihr 3 oder 2 Gramm 
Bier oder Wein — lassen sich aber hier kaum denken, und ebenso 
wenig kleine Tlieelötrel von dergleichen Flüssigkeiten, welche sich 
ci'geben würden, wenn wir ^* und ^ für Vi unt' Va ^o hielten. 
Unter anderen Droguen, niilten im Recejtte und mit keinem besonderen 
Maasszeichen versehen, würden wir das -^ unbedingt Tür '/s Wo er- 
klUrt haben, hier aber am Schluss der Verordnung, wo die BJnde- 
millel Wein und Bier naclizutrinken sind, müssen wir ^ und ^.^ 
auf ein grösseres Maass beziehen. Vielleicht haben wir wieder an 
das dnät ^ zu denken, das, wii; wir sahen, oft in Halbe und Drittel 
zerfällt, wahrend ilas Diu, das ja viel grösser ist als das Ko in unserer 
Handschrin, nur ganz und halb gebraucht wird; auch würde % nicht in 
das System seiner Theilung gehören. Es muss also hier wohl unter ^v 
und + Vi und '/» dnät q gemeint sein, wenn der Arzt nicht noch 
ein anderes Flüssigkuilsmaass im Sinn hatte, das wir nicht nüher zu 
iK'stinirnen vermögen. 

In dem zweiten Itecept Taf. 111 werden drei harte vegetabilische 
Substanzen zu je '/s Drachme und sodann ihnen '/n Drachme Honig 



eSj sam TQ])- Gpwöliiilicli iiirlil mir für "iMiiricIi 
gebraucht mit Woin und fiier. 

66) Drnclimen sind gewiss nicht ^omeint. Daran i 
(las ^ */.j, das ausserhalb diese« Gewidilssvslemejs stel 



riderii für iritikcn 



denken vi^rbielet sobon 



Pap. Ebers. Die Maassh u. ras Kapitei. i her die Aijcien Krankheiten. 1 87 



beizugeben verordnut. Da ilas ganze Miltel gegessen werdeu soll, 
würde eine so geringe Quantilül tiunig als Binüeinittel genügen; sehen 
wir dann aber VI, 2 — 8 '/t Drachme, % Ro und 3 X Vt« Drachme von 
verschiedenen Substanzen und am Schluss der Verordnung ^v kühlen 
Bieres verschreiben, so kann sich dies wieder nur auf das dual 1 
oder ein anderes grösseres Hohlmaass beziehen. Das Gleiche gill von 
den Vs kühlen Bieres, die auf dem zweiten Recept der Taf. VIII, 7 
verschrieben werden. Begegnet uns also am Schluss einer Reihe von 
Droguen, denen das Maasszeichen beigegeben ist, ein Bindemittel 
ohne Angabo des Maasses, wie X, 12 Frauenmilch, XIII, H Wasser, 
XXII, 1 3 Wein, so wird wohl wieder gewöhnlich an das dnäl zu denken 
sein. Soll XIX, 20 und 21 eine Lösung in einen Hinkrug mit '/u V:i =^ % 
Wasser hingestellt werden, so kann das nicht auf das kleine Ro von 
1,41 Centiliter, sondern nmss wietler auf das grössere dnäl gehen, 
wiUirend im Inneren complicierter Recepte der Stricli | weit eher für 
ein ganzes Ho als ein ganzes dnäl, -^ für % Ro und nicht fUr '/s 
des dnäl oder eines änderten grösseren Maasses zu hallen ist. Als 
ein Beispiel fhr viele erwähnen wir XLIII, 9 t1'., wo Drogiien mit fol- 
genden Maasson vorgeschlagen werden: Vh, 'A. '/m. Vi«» Via» Vi«! 'Ai 
'Ai '/s, V:a, ViK, Vmi V:a Drachme, ^ = V:i Wein '/ji! '/-.a Drachme und 
endlich als Bindemittel V,i dnät ^ liier. Hier kanu mitten in der 
Reihe der vorgeschlagenen Medicamente nicht '/a dnäl Wein gemeint 
sein, weil ja vom Biere, dem Bindemittel, dessen Quantität immer 
grösser ist als die der Medicamente, '/:i dual zu nehmen ausdrück- 
lich vorgeschrieben wird. Hätte der Arzt ebenso viel Wein zu ver- 
schreiben beabsichtigt wie Bier, so würde er wahrscheinlich nach 
Analogie zahlreicher anderer Recepte den Wein neben das Bier an 
den Schluss der Verordnung gestellt und jcdenfatls neben das •^ hinler 
dem Namen des Weines auch noch das ^ gesetzt haben, da ja das 
einfache t^, das in Mitten einer Reihe von Droguen steht, stets 'A Ho 
bedeutet. Unter zu Achteln, Sechszehnteln und ZweiunddreissJgstelo 
der Drachiuo zu messenden Droguen passl der Quantität nach weit 
besser V» Ro als '/■,, dnät für unser ^ = '/;, beim Weine, wahren»! es als 
Bindemittel fUr so zahlreiche Substanzen schon einer ziemlichen FlUssig- 
keitsmenge bedarf, und solche liefert ja auch das Drittel des dnät q 
von 60,8 Centilitern sUssen Bieres, wclche.s unser Kecept beschliesst. 



18» Geoifl Ewmm [^« 

So tuusft tkiui. bevor \%ir die Tbeilung des dnäl ^ und Ho 
labellHri.*<ch zusanmiensletlen, lieoiorkl ^verdeti, daHs die Brtlche ^l^ 
= Vit •^ ^ '/a- -^ — ^" ^ ' 1 ' ) =^ ^'*i s'<-'h auf lieidK, Ro wie dcu^l, 
beziehen können. Z\v»r wird, wenn vom Holilniaas.sc dnal genommen 
werden soll, dies tifluBg besonders bemerkt, indem man neben den 
Bruch dai> Zeichen ^ stellt, doch unterbleibt dies auch oft hinter 
dem Namen der letzten Drogue de» Receptes, wenn diese, wie ge- 
wüholich. das Bindemittel ist. In diesem Fall wusde der Arzt voa 
:»elbst, das» mehr al< ein Tlieil des Ro zu nehmen sei und er^rle 
:^ich das Hinschreiben des Zeichen»' für das gemeinte jedenfalls um- 
ßtnghchere Hohlmaass, dessen man sich für die Zutheilung de^ llinde- 
miltels bediente. Da dies weder das Ro, noch das Hin. noch ein 
Gewicht sein konnle — wurden doch FlUiisigkeilen überhaupt nur sehr 
seilen gewogen — so bleibt kaum elvv»s anderes übrig als die Bniche, 
welche hinter den Bindemillein am Ende der Receple vorkommen, auch 
wenn kein n neben ihnen stehl, fUr Itieile des dnät ^ von O.tiOS Liter 
ZH halten. Dies wird l>esonders durch den Unisland bestätigt, dass 
überall wo neben ült Zahl auch i(as Maass angegeben ist. mit dem 
das Bindemiltel geme.s.'ien werden soll, dies mit Hülfe keine? anderen 
Zeichen.'? als des 1 geschieht. 

10. Die letzte Drogue der sa gleichen Theilen zu nehmenden 
Secepte. 

Bei den hüuligen Recepten, in denen alle Drogtien mit] 1) be- 
zeichnet werden und die also zu gleichen Theilen zu nehmen sind, 
steht das Bindemittel gewöhnlich auch an der letzten Stelle, doch 
scheint in ihnen der Strich, auch wenn er liinler deui Bindemittel 
sieht, nur selten ein grösseres Maass, wenn aber dennoch kein dnäl ^ , 
sondern ein Hin zti bezeichnen. 

Betrachten wii', um diese Frage zu lösen, zuerst das letzte Recepi 
auf Taf. XII, welches von Z. 18 an lautet: 

§e§e ° samon | 

süuis ^ kraul j 

iea samen | 

\m(u mineral "^^ := ein wenig 

Honig ..»,...,... I 



S'] Pap.Ehebk. Die Ma^sse i;. das Kantki. i:bkh die Ari(ii-:NKnA<iKiiKiiEK, IS'J 

Uas Ganze wiril /iiil-cIiI gemiiclil uiul. iiacluleni iitün os slelioa ge- 
lassen hat, gugüSüen. Hier sollen hIso i Mittel zu gleiclien Theilen'"), 
wolil zu je \ Ho genommen und ihnen ein wenig natu nielall bei- 
gefUgl werden, Es fragt sich nun, ob von dem letzten Posten, d. i. 
dem üindemiltel, dem Honig, auch nur 1 Ko zu nehmen war oder 
ob der Arzt die 1 neben ihm auf 1 dnäl ^ oder ein uns unbekanntes 
grüsserc!> Maass bezog; doch veranlassl nichts die I hinter dem Ifonig 
Hlr etwas anderes als für dasselbe 1 Ro zu halten, welches von den 
dem Bindemittel Honig vorangehenden Droguen abgemessen werden 
soll. Ähnliches gill von XX, 18-21: 

üiiiufjalmcnpulver | 

Spitzen des amemu "^ krautes | 

Ganseschmalz |. 

was in liins zu bringen, durchzuseihen und i läge lang einziiiieliineii 
ist. Das tiindeiuittel, da» Gitaseschmalz, kann auch tiicr zu gleichen 
Theilen mit den beiden ihm vorangehenden I'llanzenstoiren genommen 
werden. Allen dreien kommt also die QuanLititt von Je 1 Ro zu. Das 
gleiche gilt von dem ähnlichen Rocept XXI, 10 — 20 und vielen an- 
deren, auch von stark ziisammeugeäetztcn, wie XLVIII, 15 — 17, wo 
1 1 Droguen zu je 1 Ko zu nelimen !>ind. Die letzte Ist das Binde- 
mittel Wasser, mit dem die ■It) vorhergehenden zusammenzureiben 
sind. Das ganze soll an den leidenden Kojif gethan werden. Da die 
meisten der 10 vorgeschlagenen Mittel zu je 1 Ko sicher hart sind, 
wird eine (iahe von 1 Ro Wasser der Einreibung, zu der sie vereint 
werden sollen, geringe Geschmeidigkeit vorleihen, doch können wir 
uns schwer entschliesseo, von dem dem Receple zu Grunde liegenden 
Gedanken »zu gleichen Theilen« abzusehen und den Strich hinter dem 
Bindemittel Wasser anders zu deuten als 1 Ho. Wie es sich mit der 
schon oben crwUhnten Sallie von .Jü Droguen LXXXII, 22 — I.XXXHI.S 
in dieser Hinsicht verhalt , werden wir weiter unten zeigen. Bei 
XXXV, 22 — XXXVI, 1—2 waren wir doch versucht zu behaupten, 
dass der Strich hinter dem Bindemittel auT ein grösseres Maass als 
1 Ro weise ; denn dort werden 8 Substanzen, unter denen sich keine 

67) Itier sei beirierkl, lians bei iten Mitletn Tür dio Auge», itiitl nur Hort, (L.Xt 
des Pap.) für »zu glcicbeo Tlioilen« die Gruppe ^ I <=> ^ 1 raeäsl r meäsl d. i. 
ITIieil zu eiuemTheile [Z. 6 olme <=>), verwaodl wird. LXI, 3, i, 6, 9, 16, 17, 18. 



(90 Gkürg Ruehn. 169-i 

flüssige befindet, zu je I Uo zu nehmen veiüfdnel. Als neunte schlicssl 
ilaan daä Uindeiiiillel nsüsäes Bier", hinttir dem gleichfailti der Strich | 
sieht, die Reihe. Da nun das Ganze gekocht werden soll, ücheini 
1 Ro süsses Hier zu 9 Ro consislenler Substanzen ausseist wenig, ja, 
wie mich ein PharmtK-eut versicherte, eine zu geringe Menge zu sein, 
und CS ist uisu geboten in diesem Kall, dem sielt mancher UhnUche zur 
Seite stellen lasst, auch die | hinter dem das Recept beüchliesüeuden 
Bindemillel nicht fur 1 Ro, sondern FUr ein grösseres Maass, sei es 
ilas Min oder dnäl ^ zu halten, wiihrend der Strich bei den voran- 
};ehenden Droguun I Ro bedeutet. Ks könnte tiier I Hin gemeint sein, 
weil dieses Maass als Ganzes auch sonst verordnet wird, z. B. in dem 
Uecepte LIII, 9— !0, welches lautet: 

t'eit Zwiebeln? ° | 

Gedörrte Datteln | 

Milch I Hin"-) 

Das Ganze ist zu trinken. 
Hier also wird neben 2 zu je I Ko zu nehmenden Droguon ausdrück- 
lich I Hin des Bindeniillels Milch zu nehmen bestimmt, und es könnte 
also Wühl sein, dass überall, wo nicht wie bei den zuerst angerührten 
Keceplen sömmlliche vorgeschlagene Mittel zu je 1 Ro, also zu gleichen 
Theilen mit Etnschluss der Bindemittel zu nehmen waren, die 1 hinter 
dem letzleren am Schluss der Verordnung gelegentlich I Hin oder 
tl,45)i Liter bedeutete. Dies wird wohl auch bei der Salbe mit 
3ö Droguen LXXXII, 22 — LXXXHI, 8 anzunehmen sein. Das ganze 1 
Mittel ist zusammengesetzt aus 35 Substanzen zu je 1 Ro, unter denen 
nur — ausser dem Bindemittel — zwei auscinandertreibbar sind : 
klares Ol und Ganseschmalz. Die 3i. Drogue, Rinderfett, ist das 
Bindemittel. Mit ihm sollte das Kecept wohl schliessen, doch fügte 
der Arzt noch scse .°^.\, einen Pflanzensamen hinzu, der anderwärts 
gekocht und zu '/fvi Drachme gebraucht werden soll. Das Ganze ist 
zum Einreiben bestimmt, doch würde sich das kaum damit bewerk- 
stelligen lassen, wenn wirklich zu den 32 Ro harter Stotre nur 3 Ro 

es) Den Slricli I iillgeinuin l'iir I Hin unzii.seliuii ist u üglU-li. Wi'ihr^uch, 

MyrrheD. Antimon, Fltogendreck, konnte nkht iu so grusson Dosen gviiomnien wer- 
den, und LXVXII, I! tiütte, wie gesagt, eine Salbe ergeben, die, rechnet man das 
Uin rund kw '/j '-''er. nichl in (9 Lilergeriisge iinlorzu bringen ftewosen wäre. 



S'J] Pap. Ebers. Pik Maassk i. das Kahtki. i hkh nii; A< gf.>kba? 



li)1 



xenüUibu !'(.'[- küiiiL>ii, Mniiiit man (hi^ogeii üii, üct Slricli | hinter iloiii 
Bindeiuiltel KindeiTull bedeute ein Hin von 0,iö6 Litern, äo wUrde 
das gut zu den '^i Ro = 0,iöl Liter der harten Slolfe passen, die 
neben dem Hin Rindei'felt, dem llo (>l und dönseschnialz stehen, 
woraus die Salbe zusammenzusetzen ist. 

Aus dem Gesagten ergibt sich also die folgende Hegel: 
Wo eine Reihe von Droguen, hinter denen allen mit lunsehluüs 
der letzten, d. i. des Dindemittels, der Strich steht, das Rccept bildet, 
sollen die einzelnen SutTslauzen zu je 1 Ho oder oline nähere Be- 
stimmung «zu gleichen Theilen« genoEnmen werden. Nur in gewissen 
Fallen, die der Arzt leicht erkannte, war der Strich hinter dem Binde- 
mittel, das die Verordnung abschloss, für ein grösseres Maass, wahr- 
scheinlich rur I Hin zu halten. 



11. Verschiedene Bedeutung des gleichen Zeichens. 

Hieraus ergibt sieh, dass einige i^cichen einer di>|)pelten Deutung 
ßthig waren; doch konnte diese getrost der Erfahrung des Apothekers 
Überlassen werden. Was das Uindemiltel sein solllc wusste er im 
Voraus und konnte es ilberdem aus seiner Stellung am Ende des Rc- 
ceptes erkennen. Ein Blick auf die Heihe der verordneten Droguen 
und die ihrer Aufzahlung folgende Angabe wie sie zu behandeln und 
anzuwenden seien, lehrte ihn, ob der Bruch hinter dem Bindemittel 
sich auf das Ro oder dniil, dei' Slricli auf das Ro oder Hin beziehe. 

Wenn '/j ohne nähere Angabe des Maasses verordnet wird, kann 
es fui' die Hülftc des dnät, des Ho oder unserer Drachme angesehen 
werden, und das Gleiche gilt auch von 'A, wenn dieser Bruch auch 
am hijufigsten in das Gewichtsgystem gehurt. V;i '■'■d V» können nur 
bcstinuiien, wie viel vom Ro oder dnät verlangt wiril. Auf das letztere 
bezichen sich die genannten Brüche indessen nur, wenn das ^ sie 
begleitet oder wenn sie hinter dem Namen eines Bindemittels am Ende 
des Receptes stehen. Die Einheit, der Strich |, deutet gewühnlich auf 
das Ro, hinter dem Bindemillel am Scliluss der Verordnung aber auch 
bisweilen auf das Hin. 

Somit wären denn alle voikouiiiieiuleii Maas.szeicheTi Ijostiiumt, 
und es liegt uns nur noch ob zu untersuchen, wie sich vji und ' — 
unterscheiden, von denen wir wissen, dass sie beide '/j bedeuten. 



1»8 



GEOIIti [{pEHH. 



1« 



13. Würdigung der ',i bedeutenden Zeichen ^=i und ^. 
Von vorn herein ergibt sicli, dass das Wasacr als Diodemittel 
tSnial dem Zeichen Vi. = Vz, nie dem > — vorangeht. Die einzige 
Ausnahme bildet das oben er^vahnte Beispiel lAXXIX. IG, wo Jas 
e— : sicher als besonderes Wasserniaass zu belra<:hlen ist, das wahr- 
scheinlich sogar das dnät an Grtisse überbot. In den anderen Keceplcn 
tritt das Bindemittel, von dem die Uäine zu [\fhmen ist, in Begleitung 
nic-ht des > — , sondern ^i an den Scliluss zuerst von Droguenreihea, 
die mit dem llo zu messen sind, wie XVI, 19 — 20, wo von ober- 
aegjplischem Durrakorn '/h Ro, von Scesalz */« Ro und von Wasser ^i 
genommen werden soll. Als Bindemittel filr nur zu Wägendes tritt das 
Wasser Ki = Vi i- B- in den Receplen XLV, 8 nnd 9 auf, wo ihm 
Droguen, die mit 'A, V», '/«• '/mi 'A, Vh zu wiegen sind, vorangehea-,| 
Das Gleiche gilt von den tteceplen XLV, 9— 10, Ki— 18, 18—20,^ 
20 — 22; I,,tO — H. Theils zu Wagendes, theils zu Messendes soll z.B. 
LI, 8 und 9 durch 1^ = Vi Wasser gebunden werden. Die vorge- 
schriebenen Maajjse lauten dort '/^ Vi — ViiHo, '/i, 2 x '/nj Drachme und 
Wasser ^^ =; '/i. Hier könnte ^^ in einigen Füllen zwar zwanglos 
Rlr '/-/ Bo gehallen werden, z. B. XVI, 20, wo '/^ Ro Wasser ein \ 
QUgendes Bindemitlei für '/j Ro Korn und % Ro Secsalz sein würde"), ' 
doch auch hier iindel der Pharmaceut die vorgeschlagene Dosis sp»r-l 
lieh. Fast Überall sieht man sich genüthigt an eine grossere QuaoliUttV 
zu denken; und diese P'uiderung wird neu bestätigt durch das Bier,! 
das gleichTalls recht oO als Bindemittel, und zwar mit dem ^v =: '/|l 
genommen werden soll. Oass dies 1\ neben dem Bier mehr alsJ 
Vt Ro bedeutet, scheint sicher belegt zu werden z. B. dui-cli III, \^\ 
wo verordnet wird die vorangehenden Droguen mit vjv = Vj Biot ] 



69) Bei XLIV. 7, wo thbu ^.^^ Iloir ^= Vj. '/s "o Milcti. '/ji Drochnw ' 
tlutjig und WasstT ^\ = '/'l veronlnel wird, kann Hm Vji in üef HHle untl 
am Ende de» Rccoptcs sehr wohl dusseibo, ja. wrgen des a^ ^ '/« Milch nuch 
Vi Ro bedeuten. Weil dus Üauze aber lu koehen ist, em|ilielill es sich wohl auch 
hier das zweite ^v liir die tlälRe eines grifssemn Hoasses oaxusehen. 



fi)] Pap.Ebehs. OieMaa! 



s Kapitel über die Augemi rank iieite;«. t93 



oder V» Wein /u Irinken. Hier kann vvodcr bei der eisten uocli 
zweiten Flüssigkeit an Va Ro gedacht werden; der Arzt meint viel- 
mehr sehr wahrscheinlich das dnä.t 'i, das er nur zu bezeichnen 
unlerlasst. Auch XL, 18 sollen drei, je zu '/s Drachme zu nehmende 
Drnguen stehen gelassen und mit süssem Bier ^ ^= Va getrunken 
werden. Hier muss ebenfalls die Hülfte eines grösseren Alaasses als des 
Ro gemeint sein, wie der Pharniaceul auf den ersten Blick erkennt. 
Das Hin kommt kaum in Frage, weil es nicht in Drittel zerfällt, wäh- 
rend das dmit ^ wie das Ro mit gleichem Recht in Ualbc wie in 
Drittel getheilt werden kann. Für das dnät ^ spricht auch die 
sonstige Messung des Wassers wie des Bieres als Biodemitlel am 
Schluss der Receple; denn XLIV tinden sich drei solche, in denen 
allen am Schluss der Droguenreihe ein ganzes dnät Wasser als Binde- 
mittel verordnet wird. Das Gleiche gilt von XLIX, i und LXVil. 16. 
Auch V:i dnät ^ Wasser und Bier werden oft in Begleitung des ^ am 
Schluss des Receptes vorgeschrieben; so sollen XIV, 12 — 16 4 Sub- 
stanzen mit 'A. Vs. 'A und Vib Drachme gewogen werden. Als Binde- 
mittel folgt dann Wasser ^^ ^ % dnät. Auf derselben Seile Z. 21 
bescliliesst wiederum Wasser ^-^ ::= '/^ dnät die Verordnung. Beim 
Biere wird, wenn vom Bindemittel ein ganzes oder % dnät zu nehmen 
ist, noch seltener unterlassen das Zeichen ^ /u benutzen und es ent- 
weder mit der Bedeutung 1 ganzes dnät allein oder mit dem Worihe 
Vi dnät ^+ zu sehreiben. 

XVII, 14 — 18 sollen z. B. 2 PflanzensInfTe zu % genommen und 
ihnen dann ein dnät ^ sUssen Bieres beigemischt werden. Die Drittel 
sind als Ro zu fassen, wUhiend von dem Bindemittel Bier sehr viel 
mehr, 1 dnat veiordnel wird. XXII. 18 — 19 sollen 7 consistente Sub- 
stanzen gewogen und nur von der Pflanze snull '^ % und dem amemii 
i°i samen '/a Ro genommen werden. Mit 1 dnät ^ stlssen Bieres 
schliesst endlich das tianze, das zu kochen ist. XLIII, 9 ff. sollen i'ö 
Stoffe gewogen werden, mitten unter ihnen wird (12) von Wein % Ko 
z» nehmen verordnet, und das ganze siebenzehnlheilige Recept schliesst 
mil dem Bindemittel Bier, wovon ^^ ^ V;i dnät vorgeschrieben wird. 
Bei dem viertheiligen Recept XII, 5 — 8 tritt ausnahmsweise das Binde- 



19t 



[6S 



mittel Bier T^" "^ 'A t'ii'it niclit im den Schloss, sondern »a die 
Spitze der Keihe dor anderen Drogtien. Sonst begegnet iinii das als 
Bindemillel zu % dni\t 't zu hranchende Bier aberall am Schhiss des 
Receptes. So noch XXIII, 3. 7. 9. 21. XXIV, H. XXXVI, 3. XLIV, 6. 
XLV, 23. U, 3. \\. U. LH, 17. XCÜl, 9. Wie hier überall da.-; dnät^l 
das Maas« ist, mit dem man das Biiideniiltel messen soll, so 
der Arzt auch an das dnäl ^ gedacht haben, wenn er von dem 
Bindemitlei nur ^v — '/j z'i nehmen befahl. Auch ohne das ^ zn 
schreiben wurde er verslanden, und dass wir in diet^eni ^i hinter 
der letzten Drogue des Receptes nur \i2 dnäl ^, und nicht die Halfle 
irgend eines anderen Maasses zu sehen liahen, das geht schon daraus 
hervor, dass wir ^+ ziemlich oft, ^ ki nur ein einzlgi-s Mid als 
Maasfi des goLiriluchlichsten Bindemittels, des Wassers, finden, und 
zwar XXIV, 3, wo 3 Mittel mit dem Ho gemessen werden und luil 
einer Quantität \on 'l ^^ Wasser gokocht werden sollen. Beim Bior j 
wird das ^, nie durch das Zeichen ^ nilher hcsliiiiinl , und sO.| 
mUssten wir denn annehmen, dass man von einem Maasse, wovon 
man recht oft Vs nahm, nie fin Halbes verordnet hätte, wenn wir 
uns nicht entschliessen kjjnnten, in ^,^ '/.t dniil 1 zu .sehen, [tocll 
es drtingt uns ja Alles dies zu lliun. und wir sind überzeugt, dass 
wo das nackte ^k hinter dem Bindemittel Bier am Scliluss des R»- « 
ceptes stphi, es ebensowohl fllr V:t dnäl zu hallen sei als hülle i 
durch das ^ eine nOliere Beslimmimg erhallen. 

llnentschiedtm sind wir gogenllber dem Recept XldV. 2(1 — 21, 
wo hinler i zu wiegenden Pflanzensloffen von frischem Brei oder Teig 
3 ^ Vji := Vi und 1 dnät ^ Wasser verordnet wird. Auch hier ist es 
wahrscheinlicher, dass Vi dnät gemeint sei als Vi Ro. Oas 1 hinter 
dem Wasser beziehl sich wohl auch auf das ihm dired vorangehende 



e(. 



frischer Brei oder Teig ■ 



So sehen wir dcini. dnss das ^\ hinter den die einzelnen 
Drognen verschmelzenden riilssigkeilen in das Dnälsyslem gehfirl undj 
in demselben Vi bedeutet, — wllhrend das / — - das hXX-MX. Iß gaic 



fi^\ Pap. Ebers. Die Ma.\sse u. das Kapitel Iber i>ie Ait.e.\kiia Mi heiter. \ 95 

vereinzelt hitiler 6as VVaäscr Iritt, aiil' eia besonderes Muass deuten 
nuiss, von dem sclion weiter olien (S. 18.1(51)) gereiiet ward. 

Übrigens kommt ' iuioli hinter anderen Droguen vor, und 

fassen wir diese in Verbindung mit den sie begleitenden Mitteln ins 
Auge, so tinden wir, dass es am Schluss des Keceptes '/i Hin, in der 
Mitte eines solchen gewütinlich die ilüilfte eines Ro bezeichnet. Zuerst 
begegnet uns das / — hinter dem Honig. Dieser wird, obgleich er 
neben dem Wnsser am allerhäuGgsten vorkommt, kein einziges mal 
mildem dnal ^, wohl aber mit dem Hin zu messen verordnet, und 
so hat man das ^~zr., wo es hinter Honig vorkommt, für Vs Hin zu 
halten. \i,VI, i— li sollen G Substanzen gewogen werden, und als 
Bindemittel tritt dann Honig ' — hinzu, was, wie wir sahen. Vi Hin 
bedeutet. Mit ihm sollen die vorangehenden Droguen zusammenge- 
kocht werden, und dies ist mit Va Hin Honig ebensowohl möglich 
wie es mit Vi Ro oder Vi Drachme desselben StolTes unmöglich wUre. 
XXXIH, 4 — 7 kommt das alleinslohende ' — zweimal vor, und zwar, 
wie es uns scheint mit den beiden oben angegebenen Werthen. Zuerst 
begegnet es uns '£. 5 in einem Kccept zur Kühlung des Afters, in 
dem vorgeschlagen wir<l Vm einer Drachme von einer Pflanze, % Ho 
Wein, i= — Vi der Galle eines fetten Rinde.s, Vs Vs = Vb Ro str ^° 
d. i. Liege- oder Schlafirank. vielleicht Opium'"), und endlich Honig 
in unbestimmter Menge zu nehmen. Das (lanze soll durchgeseiht und 
als Kljstier verwandt werden. Der Honig ist das Bindemittel, das 
wohl ziemlich reirhtich zu nehmen war; von der Rindsgallc aber soll 
kaum Vi Hin, was beinahe ',', Liter ausmachen würde, sondern Vi Ro 
angewandt werden, zumal ausser der Pflanze jeder andere Theil des 
Receptes mit dem Ro zu messen ist. Bei der nun folgenden Ver- 
ordnung XXXIH, G — 7 scheint dagegen das / — '/:; Hin zu bedeuten; 
denn es werden darin vorgeschlagen : Rindergalle V» Ro, abgekochte 
Milch Vi Vi = % Rf», Honig V, Bo, mahne ° flil.ssigkeil'') ,^. Die 



70) Ist Mler ^=^ der Liege- oder Schlafirank, das Opium, so h;iUeu wir in 
dicRem Koceple die erste bekannt» Opi<imeinüg>ritzting. 

7(} Wuhrscheinlich Saft der gleiclmamigen t'ruclil. Itn Borl. mod. Pap. XVIII, Ü> 
iiiiilietii ö inrli g in einom Klyslicrrecopt. Pap. Ebers wini diis luähui- ebenso 
verwandt und scheint der ölige GnindstolT de.s einzuspritzenden Mittels zu sein. 







Mi 



I>AI'. EhF.MS. DlK Ma/ 



I. »AM Kai 



K AlliE'VKHAMillEITEN. 197 



griechischen und rümischen Arzlcn gewann, spricht für seine Verwend- 
barkeit auch unter den Aegyptero. Ausserdem wird kein kleinerer 
Theil als '/< des Ro verordnet, und wir sehen keinen Weg, das von 
uns rur I Ko erklUrle Maa^^s Bmlers zu hesliuimiin als es geschehen 
ist. Bei den zahlreichen Keceplen, in denen den Namen sUminLliclier 
Droguen der Strich | Tolgl, und die also 2u gleichen Theilen zu nehmen 
sind, lasst sich weder das diiät ^ noch das Hin ig als Einheit denken, 
auch die Drachme kommt kaum tn Frage, sicher nicht bei solchen 
Mitteln, die zu '/ni Vu und % genommen werden sollen. FUr die zu 
gleichen Theilen iicrxustellcnden Reccptc wUren wie dnät 'i so Hin 5 
viel zu gross, und neben ihnen muss unbedingt ein sehr viel kleineres 
Hohlmaass verwandt worden sein, das nach dem Duodecimalsystem 
und ia'\l Vorliebe in Driltel zertheilt ward. Dies konnte sich nie und 
nimmer auf das Drachmengewicht beziehen, weil dies eben nur in 
Itt'ilche zerPiilll, deren Zähler 1 ist und deren Nenner Polenzon von 2 
sind. So wird wohl das Ro. dessen Name ebensowenig genannt wird 
wie der des Drachraengewichtes, denjenigen Wertli erhalten dürfen, 
den wir ihm nach Berücksichtigung seines Vorkommens an allen Stellen 
de.s Papyrus zuedheilt Iiaben. 

Bei der nun folgenden Umschrift und lUiersetzung des den Augen- 
krankheilen gewidmeten Kapitels werden wir uns der folgenden Ab- 
kürzungen bedienen : 

Die Drachme = D. 

Das Hin ^ H. 

Das Hnu = I.l. 

Das Dnal = ^. 

Das Ro =^ R. 

Wo wir keine sichere Deutung fdr die Namen der vorgeschla- 
genen Medicamentc gefunden, wird sie ein ? begleiten. Eine ihnen 
gewidmete, nächstens von uns zu verülTentl ichende monographische 
Aibeit wird hoffenllich manches zu relativer Gewissheit erheben, was 
wir jetzt noch nicht zu bestimmen wagten. 



U.L. sUK hm. 



PAPYRUS EBERS. 



DIE MAASSE 
UND DAS KAPITEL ÜBER DIE AUGENKRANKHEITEN 



VON 



GEORG EBERS 

MITGLIED DER KÖNIG L. SACHS. GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN. 



ZWEITER THEH.. 

DAS KAPITEL ÜBER DIE AUGENKRANKHEITEN, 
UMSCHRIFT, ÜBERSETZUNG UND COMMENTAR. 



Abliandl. i. k. S. 6e>«ll«ch. d. WiM. XXV. j|5 



IL DAS KAPITEL ÜBER DIE AUGEN 

KRANKHEITEN 

Papyrus Ebers LV, 20— LXIV, 13. 

Umscbrift, Übersetzung und Commentar. 



LV, 20. Kl: ha >» dvil \ ni inrir :^. 'ar( 

Kill anderes: Anfang vom Buche von den Augen. Millel 

r rdt (J\ 

äfCiiren das Wachsen 



tj <_/ 



21. /// uydu^^) m snf f^ m mri .cs>- 
^ /. ,,, ; 'Im 

des Kiankliaftcn im Biule in dem Auire : 
2>. «c ^1° qma °| 2) , Ro 

Eine Art Natron (des Südens). 

ä/i ^ iHin? Ro? 

Honig. 

LVI, \. tpnn^) I Ro 

Kümmel 

Zahnkörner. Eine Weihrauchart. 



Die vorgeschlagenen Medicaniente stehen im Texte des Papyrus nebeneinander, 
doch setzen wir sie, der Übersichtlichkeit zu gefallen, unter einander. Die rö- 
mischen Zahlen LV ff. deuten auf die Tafeln unserer Ausgabe, d. s. die mit Seiten- 
zahlen versehenen Seiten des Papyrus^ die arabischen Zahlen auf die i bis höch- 
stens 23 Zeilen jeder Seite der Handschrift. 

\ ) O wahrscheinlich uxdu zu umschreiben. Dies Wort bedeutet gewöhnlich 
die Schmerzen, doch ist es auch als das Schmerzliche, Krankhafte im Allgemeinen 
zu fassen. 

%) Den Körnern oder Samen des [Südens) qma stehen die se des Nordlandes 
[ädhu) gegenüber. LVI, 2 LIX, 5. Beide sind eher für Natronarten als für Pflanzen- 
samen (Stern) zu betrachten. S. S. 216 (94) Anm. 42. 

3) U. Aeg. -»«^ncn; Mascul., 0. Aeg. T^^im cuminum. 

4) Vielleicht vom aegyptischen Zahnbaum, balanites aegyptiaca? Jedenfalls 

15» 



202 Georg Ebers, [70 



\*A'^'.* 



LVI, 1. slux ifitf -'■^'- s 



■^'^/v/'.^^ 



Behandeln das Wasser darin im Auge). Hydrophthalmos? 

nlr snlr 1 Ro 

II I 

Weihrauch 

ante | Ro 

Myrrhen 

intm ° «) I Ro 

111 ^ 

tntmsameu oder Beeren? 

2. xnte ^^^^) I Ro^) 

grüne Bleierde. 
»Hydrophthalmoso geht hiuifig dem Staphylom voran, 
welches nun folgt. 



Dach den von Dümiciien mitgetheilten Rüucherungsrecepten ein wohlriechender 
Stoff. Näheres zu LXI, 4. 

5) Alle 4 Droguen scheinen mit dem Ro zu messen. Der Honig ist das 
Bindemittel, sieht aber in ungewöhnlicher Weise an zweiter Stelle. Da die Medi- 
camente 4 , 3 und 4 zu je i Ro zu nehmen sind^ und wir es also mit einem der 
häufigen dreitheiligen Recepte zu thun haben, soll I hinter dem Bindemittel Honig 
vielleicht doch ein grösseres Mass bedeuten als 4 Ro; aber es darf nicht für 

\ dnät^y sondern höchstens für \ Hin gehalten werden. Siehe Ablh. IS. 191 (59). 

6) tntm , auch ^^ ^K\ tmtn geschrieben. Es kommen davon 
^ Ml (»S^'^'^'^lll ® 

XLVIH, 4 3 auch pert Samen oder Beeren vor. 

7) So mit Grund von Brugscii erklärt. H. Wörterb. Suppl. H S. 948. Zum 

Malen benutzte farbige Erde aus dem Lande ^^ ^^^ In einer lehrreichen Ab- 

o o o 

handlung über das Silbenzeichen ^^s Zeitschr. für aeg. Spr. und Alterthumskunde 

1880 S. 6 und 7 stellt Bnucscii schon der grünen ;rn^(f-Farbenerde den rothen Mennig 

o 
mnio gegenüber und LXXXHI, 7 des Pap. sind die zusammen genannten Gruppen 

o 

CO 

■inni't und /n// o in der Thai sehr wohl zu denken als rothe Mennige und (grüne) 

Xntt -Erde. Auch im grossen Pap. Harris wird unser Mineral mit anderen Farben 

und deren Bcstandtheilen, wie mn/o und das Bindemittel der Farben qmy /^ Gummi 

o 

zusammen genannt. Harris I, LXV. Wie bekannt gehört der Bfennig zu den 
Bleioxyden. Das x^ic.?. möchten wir für die Art des Bleiweisserzes halten, die 
Philipps earthy carbonate of lead und Werner Bleierde nennt. Sie kommt als 
pulverige oder erdige Masse vor und sieht grau, braun, aber auch grün aus. 

8) In diesem Recept werden nur die wirksamen Droguen genannt. Die 
Wahl des Bindemittels wird dem Arzte überlassen. 



71] I'ap. Ebers. Die Maasse t. das Kapitel ihek die Aigenkrankiieitek, 203 



LVI, 2. sliix rdt Ci 

UehaiKlclii der Kranliticil des Wachsens rdi ^ (vielleiclil 

des Slaphyloms?)") 

SP ädhitt I Ro 

Unteraegyptische Natronart. (s, z. LVIl, 3. S. 22G. A, 42.) 

iw»^( I Ro 

Mennigerde. Roth. '") 

«..« ,:, I Ro 

Kiesulknpfersalbe ? ") 



9] Herr Dr. SiiiNEiuEti iii Leipzig wie Herr Dr. Sc.iimiiit in Wiesbaden, Jer 
sicli Siels bereit zeigte, mith mit werllivollem Raihe aufs Wirksamslo zu UDlerstützen, 
meinleti beide, dasa e'' möglich sei, in dem krankhaften Wachsen oder der Wachs- 
kranklieit des Auges (lab Slaphvlom zu erkennen, bei dem sieb die Hornhaut ausbucbtet 
und alüo scheinbar wäcbsl. HmsoiBene, Wörterbuch <Ier Augenlieilkunde, üfaer- 
selzl das Slaphylom {aTatfvXi'>fia] zulrelTcnd »Beercngescbwulst«. Celsus Vit, 7, (t 
sagt: >lm Auge selbst wuchst Lis^veilen die oberste Haut empor (iillollitur), indem 
entweder im Innern einige Kiiule reisscn oder sich ausdehnen. Dadurch entsteht 
ein Bild, das dem einer Weinbeere gleicht, woher die Griechen dies auch atarpv- 
Xiti/iet heissenn. Nach HiasciiBEiin bedeutet es uns nur Hervorwülbung oder 
Wulst, und die aegyplbchen Arzte, die dergleichen enlätehen sahen, konnten es 
leicht das krankhaTte Wachsen nennen. Das nnllollilurn des Celsus zeigt, diiss auch 
ihm das £n)por%vachBen charakterisliscb schien. 

lo) In der roliicn Farbe, mit der die aegyptischen Schreiber die SatzanfÜDKe 
herstellten, wulirend sie sich für den rortlaufenden Text ecbwarzer Tinte be- 
dienten, liat die chemisrlie Analyse des Dr. CnnisTRN Mennig gefunden. Solcher 
blieb auch in den Verliefungen auf einigen Scbreiberpnlellen erhatten. Ein Bleioxyd, 
vorkommend iiuT Ccrussit und Bleiglanzkryi^lallen. 

H ) I uel'u Es ist mit dieser Substanz grün zu i 
ben und das Auge zu schminken. ^'~ " '- ' "- ' 



wird auch fi 



I Schrei- 
er) ge- 



uel oder n i 

I vn 

schrieben. Leps, Denkm. findet sich 11, 93 c die Variante '^f |[^&1 ""' i 

welche upt' als für das Auge bestimmt bezeichnet. Weiler unten in unserem Papyrus 
LX, 17 und (S werden wir unl'u als eine jener vorzüglichen Droguen kennen 
lernen, die man als Ausflüsse aus dem Auge des llorus bezeichnete. Sie muss 
grün gewesen sein; denn es heixsl dort: komm, komm uel'u , komm grüne etc. 
Ihr Name bezeichnet auch grün und die grüne Farbe, wie das dem bIIgq tief' ent- 
sprechende koptische o-]farr grün, oyoioycT Iniin. und substantivisch das Grüne. 
Partheys >.0Ym ist Traglich. "MK mit 5 oder ^ "m" ' determiniert, ist diis oft für die Be- 
kleidung der Griberbildcr bestimmte heilige grüne Zeug. Ll.\, 1 6 kommt uet in der 



Geokc Easa», 



Honig 
or IN 2t 4r äu-k ttf 
Darauf soIlM Du Tür ihn Itcrdten: 
-r*, ,^, I Bo 

Ol 

hat $e mtth, \ Ro 

(lau Vordere und Hintere? des Wachses 
. ™/i.,°, iRo 

Dufn Sclimioke?'*] 



I Ro, oder das Bio- 
demillel, Vehikel. 



iBleraflualon Verbindung j",, i-^hII, • ■ """, ^'"tf GrÜQlheile des Kupfers 
Tor. Es gtli nun, uater den Mineralien nach grünen Kupfenerbindungea (Kupfer- 
Hbea) zu «uclii>a, welche unserem uWu enlsprecheo könnteo. Es gibt deren, wie 
unser lieber College, der IrelTtiche Mineralog Prorcssor ¥. Zirkel, uns mJllheilt, 
recht viele, auch abgeiiehea von dem Grünspan, der nicht als Mineral vorkumml. 
Nicbl in den Hunden ilcr Allen bcfnnilcn sich wohl Phosphorchalcii, LibeUieDil, 
Tagilil, die wasserhaltigen arsensaureu Kupfer Olivenil, Euchroit, Slrahlerz, das 
waH«crhalligG ichwefeNaure Kupfer Brochantil und das wasserhaltige vanndiosaurs 1 
Kalkkupfer Volborlhit, die Übrigens alle^nit grün sind. Im Alierlbum vorhandeaf 
waren Malachit, d.i. basisches kohlensaures Kupfer und wasserhaltiges kiesel- 
• aurea Kupfer. Auch dies war grti», und es scheint als könne unter urtu 
kaum etwas andere» gemeint sein. An Malachit oder Grünspan ist kaum zu denken; 
denn dieses wird zwar hliufig erwähnt, und es haben sich auch einige wenige 
kleine Allerthtimcr ans dicitem Mineral erhalten (z. B. eine Ptalislütuelte in Dresden), 
doeb wechselt sein Name mufekt nie mil unserem tiel'u , obgleich dies sicher 
■ daa grünev bedeutet. Grünspan funil sicli in Gräbern, doch brauchte er gewiss nicht 
BU* der Fremde ioiportiert zu werden. Adjeclivisch dient uet' zur Bezeichnung der 
grUnen Farbe des Heeres, der Saat und von Bildwerken, an denen sieb noch die 
grünu Farbe erhielt. Auf der Sinarbtilbinsel befanden sich die Minen, aus denen 
dio Aegy[il(-r den Mulachil, der iliuen auch oft als Tribut asiatischer Völker zu- 
gebracht wurde, und das üpfii- Mineral bezogen; denn dies (delenninicrt mit □, ■ 
and dadurch als Stein bozeichnet) . wird als Produkt der LandschaD Hx, d.i. daS^ 
petrHischcn Arabiens und spater auch Persiens genannt. Das wasserballige kiesd«-! 
saufe Kupfer konnte dieselbe Heimat haben, war grün und entspricht den I 
dingungen, die wir an das uel'u zu steilen haben. So halten wir uns denn für b«-1 
recbligl, es Kioselkupfer, d. i. wasserhaltiges kieselsaures Kupfer zu beuenuen,'' 
wenn auch der kritischen Vorsicht halber mit dem ?. 



II) LXV. 3— i 



IM 



II I 



. d. Py 



ni. -Texten. 



Ti] Pap. Ebers. Die M.ussb i'. das Kapitel (ber uie Ar(;E>-knAMiimiTEN. 203 



X»U m ntr «n/r 
Auslese'') vom WeJbraucbe 






1 Bo 


grüne Bleierde 






1 Ro 


gm n se xl -=^ ««« ,°,") 
Das schwarze hinter arab. 


Holzj 


vilver 


1 Ro 

7 


5. vtr sulr °^ 






1 Ro 


Weihraucbkörner 








Gänseschmalz 






1 Ro 


Bodensatz'^), der liinler grüner 


1 Ro 
Bleierde zurückbleibt 


Slibiurii, Anlimon 






1 Ro 


üi 






1 Hin als Binde 
mitlel 



13) jl h £? X"" eigctillich Jas Vor-dersle. dus Hervorragende, Vorzüg- 

liclisle. 

I4i - -fc I '^. auf O Latin schon «egeii des Q taum elwas 

anderes als faoliges Holz bedeuten. Ilolz in zerreibbarem Zusland muss es jeden- 
falls sein. Mehrrach soll es nämlich mil harten Substanzen zusammen ein Mitlel 
bilden, das nur verständlich wird, wenn man 7I aue für eine bindende Substanz hall, 
z. B. LXIV, 3 und 4, wo Opalhar» (pulverisiert), Slibium und z' ^"f verordne! 
werden, um dns Auge damil zu salben, ^l nue soll hier mit harten SlotTen die 
Salbe bilden. Es muss also in feuchtem oder zerriebenem Zustande gedacht sein und 
sich auf eine importierte Holzart beziehen, die als Pulver nacli Aegypten kam; denn 
XU Edru (DüMiciiKN, Bist, loschr. II, I.) kommt «s mit snn aus Südurabien (Punt 
und Te nir). "Hinter« ist wohl das Zurückbleibende, der Bodensatz. 

16) Für die Übersetzung des t;^ phue ^ Bodensatz spricht die Stelle 
XCVII, 16— (8, wo es heisst: Wenn Du unlersuchsl einer Frau das zu ihr Ge- 
hörende und es fallen davon Üinge wie Wasser, und di^r Bodensalz, der dazu 



so sage Du Dir wegen dessen: Es ist die 
au ihrer Vulva, 



. ey.' 



' r— ,kranliheit 



206 



RC, llBlÜRS, 



[7* 



6. tit V— fl ^-s r hnt hfl IUI äm-k x»« pj V— Q '"'■ 

mache damit Umscbläge i Tage lang, üamil Du nicht tjL>- 
fallcn werdest stark. 
Die Kwcite Person , die hSufig in einphalischer Rede oinirill, 
liclilei sich an den Palienlen, der vier Tage lang Umscldäge machen 
soll, (laiiiil er nicht liel'tig von dein Slapliylom hefallon werde. 
l.Vin, 7 und 8 wird das '^ 2Z p 'kl '''"^ X«'"' ')ü ^~^ auch 
gebraucht vom Unwetter, das atn Himmel ausbricht oder herein- 
bricht am Himmel des Nordens. Es ist kaum, wie BnirGNCii will, mit 
dem koplisclien ajtwni. (ytune infimmm esse, labor, tiÖvo? zusammen- 
zubringen. Wir würden es mit ÄcuHT adpropinquare, ingruere ver- 
gleichen, das genau zu LVIIl, 1 — 8 passl , wenn das radicale t in 
ÄtüiiT nicht wäre. Dass es etwas Heftiges ausdruckt, zeigen schon 
die Delerminativa, und unser Wort wird manchmal auch benutzt, um 
Unruhe, Aufruhr u. dgl. im politischen Leben zu bezeichnen. Bei- 
spiele finden sich in Bhicschs Wüilerb. Ser. II. S. 934—35, AufTaf.2 
zu J. Dimiciien's Behandlung der Bauurkuntle des Tcmpi'ls von EdHi'") 
heisst der Aufruhr gleichfalls-^' "^ d. i. X"n']ü- Dürften wir X»«'^ 
die Bedeutung von reissen , zerspringen beilegen , wozu mancherlei 
berechtigt, wenn wir auch kein eDlscIieideudes Beispiel dafür anzu- 
führen wissen, so wUrden wir übersetzen kiinnen: »damit Du nicht 
zerreissesl sehr,« und dies Zerreissen würden wir auf die Hornhaut 
des Kranken beziehen, die, wenn sein Auge vom Stapliyloni er- 
gi'ilTen wird, bisweilen zerreisst. Dies hatten die Alten auch schon 
erkannt. Aetius 540 n. Chr. p. 1.^0 unterscheidet Staphyloniii ohne 
und mit Zerreissung der Hornhaut''}, bniuerhin ist die liier luit- 
getheilte Auffassung ungenügend begründet, weswegen es wohl bei 
der oben gegebenen bleiben mu.ss. 

Das msihni oder Stibium. 



Schon sehr früh vorkommendes Mineral, mit dem kaum etwas 
anderes als Stibium, Antimonhim, Collyrium gemeint sein kann. 



16) Zoilschr- f. aeg. Spr. u. A, 1870. S. I mit ä Tafelu. 
17] Cllicrl bei Hirsch heug S. 99. 



'S] Pai'.Ebebs. Die Maasse r. das Kapitel ideb die Ahif-Miiunkheiten, 207 

Schon in der XII. Dyn. sehen wtr msdmt (dort msnnl — ' geschrieben) 
von Semilen nach Aegypten einführen. In der XVlll. Dyn. wird es 
unter den Droguen erwähnt, welche die Flolle der Halspsu aus Punt 
[die Arabia Felix oder SoraalikUste) nach Aegj'pten brachte. Dt- 
MicuEK, Flotte einer aeg. Königin, p. 2. Es ward zur Salbe kut *|oz>//', 
und in der sprachlichen Form ^ c\ .^ö- «Im .^9- diente es in 
der Zeit der Niederschrift unseres Pap. (XVIII. Dyn.) zur Bezeich- 
nung von Salbe und salben überhaupt. Spater brauchte man dann 
das gleiche Wort, da sich in den meisten Salben Stibiiim befand, 
zur Bezeichnung dieses Minerale«, das auf koptisch S. cthäjl, ß. ceHjtl 
heisst und dem stimmi oder stibi entspricht, das nach Plinius bist, 
nat. 3.3, 101 nebst alabastrum und larbasis der aeg. Name für 
Antimon war. Das griechische aTi'/i/ng ward auch von Etistalhius 
zur Odyssee als aeg. Wort bezeichnet x(ti tjji" ntXuivav {rriftfiiv 
öfi,uuTO}'^ä(fOP , auch das schwarze au gen [Erbende Stimmis. Nach 
Plinius ist es eine Art von Spiessglas, das gebrannt oder gedörrt 
pulverisirl wird, um die Augenründer damit zu schwarzen. Über 
diese Färbung s. Virchow's «Allaegyptische Augenschwärze«. Ver- 
handlungen der Berl. Gesellsch. für Anthropologie, Ethnologie etc. 
26. Mai 1888 und später meine Bemerkungen I. I. 1889, S. 574 0'. Bei 
Dioscorides v. 99 ed. Kuhn, werden alle Eigenschaften dieses Metalles 
aufgezahlt, das aTifijii genannt wird. Man nannte es auch nkurvotf- 
Oa).}iQv, hcgßaaov, yvfaixfiov, das weibliche und ;(;aix»y'rföy/oi''"'). Unter 
anderem diente es dazu, Unreinheilen und Schwären oder Schäden 
(axos := Ulcus) zu beseitigen und um die Augen zu reinigen, 
ulm Ganzen ist seine Wirkung ähnlich dem gebrannlen Blei.« Diese 
Notiz ist wichtig; denn in der That scheint man in Aegypten, 
wo das Stibium oder Antimon schwer zu erlangen war, sich eine gute 
Augeaschwärze verschafft zu haben, indem man Kohle mit schwefel- 
saurem Blei glühte. Es sind nämlich zu A^mim in Oberaeg^pten bei 
einigen Mumien kleine Säckchen mit AugenschwUrze gefunden worden; 
diese, ein feines Pulver, hatte der berühmte Nachfolger Liebig's, Prof. 
vos Baeyer in München, die Güle für uns zu analysieren. Seine Mit- 



ITa) Wie Dioscor. die weibliche, so erwähnt und besclircibl Pliti 
»Männcheai (nas] und oWeibcIieQ« (femiaaj geoanulen ätibiumsorlcii. 



2oa 



Gkoiq Ebbus, 



p« 



Iheilung lehil, dags es aus Koblc und Schwerelblei besteht. Daneben 
beßiideo sich einige Spuren von Holz und Magnesia, sowie Sand; doch 
können die letzteren Substanzen als zuOillige Verunreinigungen ange- 
sehen werden. »Aller Wahrec hei nlicli keil nach«, schreibt Prof. v. Baeyer, 
"ist das Pulver durch Glühen von Kolile mit schwefelsaurem Blei er- 
hallen worden. Ich habe diese beiden Ingredienzien durch Glühen in 
ein ganz ahnliches Pulver verwandelt, welches genau dieselben Ei- 
genschaften zeigte. Es fragt sich nun: Wie kamen die Aegypter zu 
schwefelsaurem Blei? Diese Substanz findet sich in der Natur als Blei- 
vilriol; ich weiss aber nicht, ob dies Mineral in Aeg\plen vorkommt. 
Cbrigens konnte man es auch künstlich bereitet haben. Blei, das 
sie schon kannten, gibt beim Erhitzen an der Luft Bleiglütle (Lithar- 
gyrum) , dies löst sich in Essig auf, und auf Zusatz von Alaun er- 
halt man dann schwefelsaures Blei als Niederschlag, Die Beimen- 
gung von Sand und Eisen machen es aber wahrscheinlicher, dass 
das Mineral Bleivitriol zur Bereitung gedient hat. Von Stibium fand 
sich keine Spur.» Magnesia, dies sei hierzu bemerkt, gab es schoa 
in Aegj-pten. Im Leydener gnostischen Papyrus, verso II, 7 IT. wird 
sie erwähnt und bemerkt, dass sie dem $lm (Slibium) ahnlich sei, 
welches, wenn man es zerslosse, schwarz werde. Die Analyse der 
Schwaigen von Aj^niim und anderer erhaltener Augensch würzen 
z. B. einiger Proben aus Berlin und Turin ergab gar kein Stibium, 
und so lasst steh annehmen, dass man sich gewöhnlich eines falscheDi 
Stibiums bediente, welches man erhielt, indem man Kohle mit schwefel- * 
saurem Blei glühte. Das wird das falsche Msdmt gewesen sein, 
welches nebep dem achten «nic'at^' gebraucht worden sein muss, 
das LVIli, 1 8 und LIX, 6 verordnet wird. Es findet sich auch in 
der indischen medicinischen Lilteratur oft erwähnt. 

6. h'l ärt r txn ^_=/] 7. $n mit -;s>- hru e Ipe 

Andere Mittel gegen die Verschleierung'*') im Auge amJ 
ersten Tage. Irilitische Affection, Infiltration der.! 
Hornhaut, beginnende Katarakibildung oder dergl. 



(B) VerschleierunK. eigenilich Verliüllung, Bedtctung, auch cJelcrmtDierl mit 
dem H^. einem Mann im Verslecke, der siets auf VerborgeaeB und Verdeckles 
■B'fiiBt. Eine irililische Affection ist htcr sehr walir-^cheinlicti gemeiiil, weil in 
Vorbindimg mil ihr von einem Blulauslritl dii' HeJe ist, so LVII, 6 — H. 



77] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel Iber die Augenkrankheiten. 209 



dr snf / ,\ — s 



7. mu nu i^^si\ sS si\ \ Hin 

Sumpfwasser 

7. snnu ii hru 
am zweiten Tage 

'aß ,7, I Ro 

Honig 

msdml I R. 

Stibium 

8. r hru ua \ | R. 

auf einen Tag. 

.■^ 

111 

wenn es blutig ist 

Honig 

msdmt I R. 

Stibium 

ul ^ J\ hr-s r hru snnu ii. dr p- 

Umschläge damit machen auf zwei Tage. Wenn aber 

9. Äe 7\ vitf /ws^ dm-s ai är dn-K nes spu 

fallt Wasser daraus häufig, so bereite dagegen die Mittel 

n afs O 

der afs C3 Krankheit^^) (mouches volantes?) 

äeu j^j I Ro 



4 9) Brvgsch bezieht den Namen der Krankheit afs Q auf eine Wurzel afn, 
afnt, der allerdings die Bedeutung von Umdrehen, zusammendrehen innewohnt, 
und möchte afs C3 für das krankhafte Verdrehen der Augen halten. Das Auge 

mrt -c^» ist Femininum, und so könnte, da (T) , koptisch «^q und «^A, die 

Fliege und Biene bedeutet, das Wort afs für af-s seine, des Auges, Fliege und 
für die Krankheit gehalten werden, welche die Franzosen bezeichnend die »mouche 
volante« nennen. Im Deutschen ist dafür das Wort »Mückensehen« vorhanden. 
Die Alten kannten sie wohl und bezeichneten sie ähnlich ; die Griechen xiovcüTCia 
fV€Qiq)€Q6^eva, die Römer muscae volitantes. 



Georg Ehebs, [ 

licii samen?^) 

uetti ° I Ro 

tiel'u ^') Kieselkupfersalbe? 
10. nlr sntr ° | Ro 

Weihrauch 

apt kdn i^'") I Ro 

Kopf oder Spitze der Bybios oder Papvruspdanze | Ro 

zu kochen, 

ädn Sttdt ^ I Ro 

ädn (Harz) der Mimosa oder acacia nÜotica") 



so] Samen des dm Krautes, «las auci» äel mT geschrieben wird und ge- 
kocht und gedüm werden soll. 

Jl) S. Anm. \{ tu LVI, 2. 

SS] In einem geistreichen Artikel {Wörterb. Suppl. II S. 168—"!) enseisl 
H, BBrcsai, dass man in iler hdn "^ (auch htn '^j Pflanze kaum etwas anderes 
sehen könne als die Bybios oder Papyriissiiiiide. Unter dem Kopr oder der Spitze 
derselben, die gekocht werden soll, Itat Dian entweder an den Büschel z'i denken. 
den Slrabo XVII, 1, 799 '^alztiv nennt, indem er die Pupyrusstaude tretfend also 
beschreibt: f(/ij ^äßdog, iii av.^(-' t%iwaa /airr;»" — ein kuhler Stab mit einem 
Büschel an der Spilze, die dem apl des Pap. entsprechen würde, oder die Frucht. 
Herod. II, 92 gedenkt auch des oberen Theiles des Bybtos oder Pap y ras, den man 
nzu irgend einem Gebrauch« abschiieidcl. Am besten schmeckt nach ihm der 
Bybios in geheiztem Ofen gedörrt. S. auch Oiodor I, 3i. Dioscorides nennt ihn unter 
den oniciaellen Plbnzcn und widmet ihm ein ganzes Kapitel. 1, i S. t3. Die 
Wureel lobt er besonders nnd bemerkt, dass der xvTreißog (Bybios, Papyrus) 
gebraucht werde, um die Salben zu verdichten. Uics mag auch in unserem Re- 
cept die Aufgabe der Hdn '^spitzen gewesen sein. Auch Galen lobt die Heil- 
kraft dieser PHanzc. De lacult. simpl. 7 p. 51. Lucian de Syria doa § 7 erwähnt 
die xifpuli ßvßXivi], die alljährlich von Aegypien nach Bybios versetzt ward. 

33) Die Bedeutung des Baumes Sndt '•^T' steht fest ; denn sein Name hat sich 
in dem koptischen S. igon-re, B. tgon-V wohl erhallen. Es ist der Suntbaum der 
Araber, welchen Dioscorides L, 113 S. 1!7 l4%anla nennt. Als Heimat desselben 
bezeichnet er Aegypten und erwähnt, dass aus diesem Dornenbaum ein Gummi 
(KOfi/u) heni'orgehe. Dieser soll nach ihm eine a d st rin gieren de und abkühlende 
Wirkung haben. Dann folgt eine Angabe, die uns zur Bestimmung der Fraglichen 



79] Pap. Ebers. Die Maasse r. d 

msdmt 
Slibium 

'"■'" <u 
Kieselkupfersalbe ? 

Zwiebeln ? 



s Kapitel Tber rie Algenkrankiieiten. 311 
i Ro 

I Ro 

I Ro 

] Hia 



Wasser 

ni %^j\ du m x«-8 

zerreiben und in das Innere des Auges thun. 



Gruppe ädn zu rOhrea scheini. Das Wort ädn. bioscorides berichtet, der 
Safl oder Guromi der Nilakanie sei passend rür Augenleiden, Rothtaut (Rose) 
^^ai/relag. Ausschlüge, Geschwüre, Frostbeulen, das Plerygium oder Flügel- 
feil im Auge und Schwären am Munde. Auch briugl er die Proptosis der 
Augen in Ordnung, die wir wohl für unser Exoplilhaluius hallen dürren, wenn sie 
Dicht der prolapsus iridis oder gar unser hier behandeltes Staphylont sein soll. 
Da nun Dio.scorides mit der aegypiischen Medicin wohl vertraut war, und wir bei 
ihm dos Harz der Nilakacie ähnlich augewaudt linden wie im Papyrus das ädn 
des fndt, so möchten wir dies Tür das Harz des genannten Raumes lialtea. Der 
Papyrus spricht von Pulver des äiln der Nilakacie XCII, 10 und charakterL<:ien 
XXI, 1 die ganze Gruppe ädn iiidl '•^f' o durch das Eügelchen o als eine Substanz, 
die man in Körnern oder Stückchen verwandte i der getrocknete Karzsafl des Suat- 
baumes sieht aber unserem Gummi arabicum ganz Uhnlich, und das Wort qmäyt 
{Gummi) wird stets mit dem o determiniert. XXIV, 13 soll ädn des Kruchtbaumes 
vi X' ■^'5>- '^ verwandt werden. Dieser iomrat im Grabe des Ännä zu 'Abd ei- 
QUma, wo alle Rüume bei Namen genannt werden, die der Besitzer der Gruft in 
seinem Garten gepllegt hatte ebenso vor wie der ftirfi --^^^—J oder Suntbaum. 
der Nebshaum, den wir für den nord afrikanischen Bruslbecrenbaum, Lotos, Weg- 
dom oder Zizyphus, hallen, der ärfu-Baum oder die Tcrebinthe (pistacia Icrebin- 
Ihus?) XXIV, I 8, der n/if-Baum oder die Sykomore XLIII, 1 3 und der am -jA'banm 
LXXXI1I, 3. Au dieser Stelle wird hintereinander verordnet Mn des Suntbaumes, 
des Nebsbaufflfesf, des äm-fiaumcst, von dem aber sicher eine Flüssigkeit, sei 
es Safl, Ol oder Harz gewonnen ward, die Pap. Eb, an vielen Steilen A am 

'^ Viii III 

geschrieben wird. Etwas in gros.ten Dosen zu nehmendes war das Adn gewi^ 
aicht; denn das Sykomoren-örfn wird XUU, 13 zu '/jj Drachme, das Nilakacie n- 
(Suntbaum) ädn nur zu '/ot Drachme zu nehmen verordnet, XXXIIl, 13. Auch 
dies würde eher auf das Harz als auf die Kerne deuten, an die wir anränglich 



[80 



oder t'crt o , , , die Zwiebel ? 



Von Stebm Dialum citrium (citreuni} mit dem? bestimmt, von 
BRCGsdii mit dem Überaegyjil. kopl. ÄO?^? cepa veraiuthtingsweise xu- 
sammengebraclil. (S. lisia)^ , B. HäcüX) Es ist dies fert |°| eia 
ausserordentlich häufig verwandles Mittel, das gewogen wird und 
zwar bald in grösseren Mengen ('/*, Vs Drachme], bald nur in kleinen 
Quantitäten wie Vm Drachme. Aber es soll auch gemessen werden, 
und zwar in ziemlich grosser Masse. LIII, 3 soll ein rmnl g Krug 
genommen werden, der halb mit Wasser, halb mit fert 1 1 1 gefüllt ist. 
i Tage soll man seinem Inhalt gewahren, dass er trockene und sich 
in der Nacht setze. Hat er sich zu */t bis % in dem rmnt S Kruge 
abgeklurt, soll man ihn dem zu trinken geben, der an Cbelkeit leidet. 
Es kann auch so gefasst werden als habe er sich zu V,j {% Vs) in 
dem rmnl Kruge abzuklären. Soll man das t'ert |°, nun für die Zwiebel 
oder die Citrone (malum citreuni) halten? Da KoX nur bei Zoega 



dachlea. Vuu der Terebiiilke \arlu) >^'i^d wie von der Nilakacie das llars I 
Dioscorides I. 91 S. 94 besonders erwiibni. und zwar soll es aus der Arabia I 
Iraen eiugunihrl iiad in Judaua, Syncu, Cypern, Libyen sonie auf den CjkladM 
gewonnea worden sei», ia das Terebinlhcnharz wird für dns Allerbeste erklärt^ 
,-rpo^3;e( 6i naaüv ^i^rlvbtv f; Ttqfiev9lvT^. Auch den Safl, den der Sykomore 
etamin von sich gibt, iUhlt Dioscorideis 1, <80 S. 159 und 60 za den UeilmittelaJ 
Um ihn zu gewinnen, riUI man diu Rinde );ern mit einem Stiche, und der 
Irocknole uud lu l'iislülen geinachlc Saft wird verschieden, vorzüglich aber am 1 
erweictien, angewandl. So sehen w ir tlerm auctt das Adn des nA( '^^ oder Syl 
niorenbaumcs neben dem Mn des Sunt- und Nebsbaumest mit anderen Medicamenta 
^Gtnen das T ^^O *t« oder die Verstopfung gebraucbeo. Von dem Suuüiane si 
i,3j Drachme, von dem Sykomoreneafle ebensoviel genommen werden, und dit 
getingen liosen weisen auf eine so fvinc Subslani wie der getrocknete SaR el 
Daiinios. So dürfen wir das ^n, welches mir >on Bäumen vorkommt, wohl siol 
für den au^ ihrem Stamm K<'^^o"i>«neH getrocknclrn Safl ansehen. I 
hafte Budeutiint; de« Wortes ist, wie Batjcscn nachwies, sich an eines audei 
Platz oder Stelle setzen, siellvertrelen, versetzen, und IxKlenken wir, 
Harz oder der Soft eine« Baumes isicher der der Sykomoi* und Akacle) gew« 
wani indem man Einschnitte In den Stamm machte, die dann von dem 
quollenilun <l>Jn auagerilllt wiinlen, so verlieht man, wi« man das Hart aa( 
tisch das Auüriiliunde. Erseliende nennen koniilc 



81] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel Ider die Al'ge.nkrankiieitek. 213 



und wahrsclieinlicli irrthünilich vorkomml, lassen wir es auf sich 
beruhen; dagegen spricht für tbrt die Zwiebel der Umstand, dass die 
Zwiebel, wie die zahlreichen Bilder auf den Denkmalern und Nach- 
richten verschiedener Art — man denke nur an IV, Mos. 11. 12, wo 
die Juden in der Wüste nach D'b^ä d. s. Zwiebeln verlangen — eine 
am Nil sehr viel gebrauchte Frucht war und ist und der zweite, 
dass wir im ganzen Papyrus kein anderes hUufig verordnetes Mittel 
fanden, das wir für die Zwiebel halten müchlen. In der H/K/ni-Pflanze, 
die Stern für Erbsen hält, müchten wir den in Aegypten sehr häufigen 
Knoblauch sehen. Plularchs Behauptung, die aegyptischen Priester 
hatten die Zwiebel verschmahl, weil sie zum Durste reize, muss auf 
einem Missvetstündniss beruhen, denn dazu sieht man sie zu oft als 
geopfertes Getnuso auf den Altären liegen. In Hkhn's lehrreichem 
Werke »Kulturpflanzen und Hausthiere" S. 327 ff- wird die Ein- 
führung der Citrone in Europa zu spat gesetzt; denn Heer in Zürich 
fand Citronenkerne schon in frühen etruskischen Grabern. In Aegypten 
war sie wotd zeitig bekannt; und unter den von Thutmes III, 
18. Dyn., zu Karnak dargestellten Pflanzen und Früchten (Mariette 
T, XXX) ist die eine wohl unsere Citrone. Theophrast's aus der Zeit 
Alexanders stammende Beschreibung des medischen oder persischen 
Apfels IV, 4, 2 ist bekannt. Vergil, Georgica III, 126, nennt ihn 
nfehxB. ^ Jedenfalls gehört die Citrone schon zu den von Dios- 
üorides (1 Jahrh. n. Chr.) vorgeschlagenen ■ Heilmitteln. Er nennt 
sie uijäixöt' seil, /iijkov, xfAQ6/iif}.ov und auf lateinisch nh^ia [citria) 
und setzt ihre allgemeine Bekanntschaft voraus. Seine Beschreibung 
iSsst keinen Zweifel zu, dass die Citrone gemeint sei. Freilich schreibt 
er ihr weit geringere Heilkraft zu als der Zwiebel. Mit Wein ge- 
nommen soll sie den Giften entgegen wirken und abfuhren, gekocht 
dem Munde angenehmen Athem geben und am häufigsten von den 
Frauen gegen Appetitlosigkeit und Ekel gebraucht werden (jipög 
Tjjv niaarev). Endlich soll sie die Kleider vor dem Zerfressenwerden 
schützen, wenn man sie zu ihnen in die Kiste legt. Das ist Alles; 
wogegen wir von Dioscorides die Zwiebel in einer Weise anwenden 
sehen, die für sich genügte, um zu zeigen, dass ihm die aegyptlsche 
Therapie, ja vielleicht ein unserem Papyrus ähnliches Werk wohl 
bekannt war. Sehen wir nun zu, in welchen Verbindungen die 
iert .., Frucht in unserer Handschrift vorkomml, in welchen Fallen 



[8S 



diese und Dioscorides der Zwiebel die gleiche WirkuDi 
und nehmen wir dabei von vornherein an, dass lerl 



zuschreiben, 
und diesJ 



im' 



ich, 



aus unserer Darlegung hervorgehen, die Zwiebel 



wird, denk' 
bedeule. 

Llli, I wird die Zwiebel gegen «tyt ^ vorgeschlagen, die uns 
Hämorrhoiden zu bedeuten scheinen. Es soll hier frische oder 
grUne Zwiebel zu Wasser in einen neuen Hinkrug gelhan werden, 
und dies — es ist das ganze Recept — i Tage lang getrunken 
werden. Zwiebelwasser ist also das Verordnete, — und bei Dios- 
corides wird in dem der Zwiebel gewidmeten Kapitel (TTt^i xQOfifivoiv) 
diese Frucht als Mittel gegen Hämorrhoiden vorgeschlagen. Gegen 
dasselbe Leiden sollen LIH, 2 Zwiebeln mit süssem Biere wiederum 
i Tage lang getrunken werden. XXXII, 9 soll 1 Ro mii ^^, das 
ist Wasser oder Saft der Zwiebel, mit '/s Drachme Honig i Tage 
lang eingenommen werden, und zwar gegen Leiden des Afters; bei 
Dioscorides aber sind die Zwiebeln der Ausleerung günstig, und sie 
wirken öllnend f(ir die Abfuhrung. Frei von den Schalen und in Ol ge- 
taucht können sie auch bei Diosc. an Stelle der Seifenzäpfchen treten. 
Ebenso sollen in unserer Handschrift XXXIX, 9, 10 die di der Zwie- 
bel gekocht mit Öl (und Honig) gebraucht werden, und zwar gegen 
Leiden des ro cA oder os venlriciili, 4 mal am Morgen. Was die 
dS sind, die man wohl den dir gleichsetzen darf, de dS 

und dSr auch sonst wechseln, ist fraglich. Sie würden eigentlich 
als »die rothena zu fassen sein; ist aber unser Cc' die Zwiebel, 
so dürfen wir sie nicht für Samen halten und mit Kibchers eepoj 
zusammenbringen, das nur Leinensameu bedeutet und viel zu speciell 
gebraucht wird, um mit terl Zwiebelsamen bedeuten zu k(inneo. 
Solcher wird übrigens auch in der allen Medicin nirgends verwandt. 
Auch Citronenkerne mit Öl und Honig gekocht waren unerhört. Ausser 
bei der Zwiebel kommen die dSr nur noch bei der «;(i pflanze vor, 
die T^ delerminirt wird, also saftig gewesen zu sein scheint und 
der mvt'd frucbt, die H. L. ist und von der nur die dSr ° 
angewandt werden sollen, XXXVÜI, 7. Bei der Zwiebel könnten 
die dir die rötlilichen Schalen sein; aber solche hessen ein anr | 



83] Pap. Edghs, Die Maasse u. das Kapitel i 



I DIE AL(iE>-KRAKKIlEITEN, SI5 



deres Delerminativ erwarten. Besser empfehlen würde sich noch 
die dS fUr den durch Pressen IropfenweJs gewonnenen Saft (da- 
her dann auch das Üelerni. } zu hallen, da dS /"^ eigentlich 
das Rothe — auch in der Bedeutung von Safl und Blut vorkommt. 
Leider wissen wir weder die «x ■<!;[ IM , noch die mnC« Frucht 
näher zu bestimmen. 

Entsprechend dem Gebrauche der Zwiebel bei Dioscondes ist 
auch XXX, 1 9, wo für den Mastdarm 1 4 Zwiebeln mit äussern, nieder- 
geschlagenen Bier verwandt werden sollen. Man Ihue, heissl es, dies in 
ein d§ 5 GefSss, schliesse es ab gegen das Verderben, wende es 
an wenn es den Niederschlag machte, gebrauche es in jeder Jahres- 
zeil als Medicin und lasse davon täglich i Hin trinken. LXIX, 8 — 9, 
wo ausser Zwiebeln auch die ul;it der Zwiebel verordnet werden, 
sind sie ein Mittel gegen das Grauwerden des Krebses; diese 
utyt aber dürfen wir wohl rohe Schalen übersetzen; ist doch die 
Wurzel til bekannt genug, die (wir weisen auf £Q] umwickeln, um- 
hüllen bedeutet. Der aeg. Name der Oase *^ c^^:^ ut ti^a ist zwar 
fölschlich mit dem kopt. ovage zusammengebracht worden, aber auch 
das arabische u'äh die Oase bedeutet ursprunglich das von der WUste 
umhüllte. XXVH , 20 soll äme" n t'ert d. i. das Innere oder 

von der Schale befreite Fleisch der Zwiebel angewandt werden; ausser- 
dem aber Pulver der (getrockneten) Zwiebel, und von der Meerawiebel 
bildet das Pulver einen Bestandlheil des Elecluarium thcriacale. 
Bischof, med. pharmac. Botanik. EH. 1 8i3. S. 703. XLlll, 1ü soll 
wieder gegen Verstopfung und »das Blutfressen'?« am os ventriculi 
entweder eine Paste von Sykomorenfeigen oder Zwiebeln von der 
Oase genommen werden. Auf den Oasen der libyschen Wllste 
werden noch heule vorzügliche Zwiebeln gezogen, und die Oasen- 
zwiebeln scheinen im Alterthum, wie die von Ascalon, besonders 
geschätzt worden zu sein. LXXXVI, 10 soll gegen übelen Geruch 
am Leibe eines Mannes oder einer Frau eine Salbe von shm | ?>- J 
n (ert d.s. gestosseneu, gestampften Zwiebeln bereitet 
werden, um den Leib damit einzureiben. Wir übersetzten die Krank- 
heil x"^ »ilbeler Geruch« weil das kopt. SMioSt foetor, colluvies, 

AbhHdl. d. H. 9. G»>llich. J. Wi.M. IKV. tS 



216 



GRORr. liHEns, 



[81 j 



pnlredo elc. um diizu veraiilusäl nud unserem Recepte LXXXVI, 8 
ein anderes vorimgelil, welches Einreiliimgen gegen das /n^ Q im 
Sommer verordnet, wo allerdings der Üble Geruch starker aufzu- 
treten pflegt. Vielleicht hat man das x"^ O aber auch fUr Flechten 
[äXtf'Ovt) KU halten, die Dioscorides mit Kssig und Zwiebeln in der 
Sonno einzureiben rüth. Uebrigcns kann es sein, dass Dioscorides 
eher an LH, 20 denkt, wo geriebene Zwiebeln mit Bonig und Bier 
oder Basig als Salbe gegen die Krillze dhrt O "'^ vorkommt. Die 
Verwendung der Zwiebel gegen Augen leiden stimmt gleichfalls mit 
Dioscorides ttberoin, und wenn LXII, I ««-" i r^ TV ^ 

Sali der grünen oder frischen ferl für die »EruCfnung des Blickes« 
verschrieben wird, hat man wohl auch an Zwiebeln zu denken. 
Wir sahen sie schon gegen eine Krankheit der Augen vorschlagen; 
LXIII, 6 — 7 begegnet uns aber wieder fein zerriebene Zwiebel, die 
durch ein Tucli geseiht werden soll. Nachdem das so Gewonnene in 
NaHirlionig [xpr fsf n äfl ) geschlossen, soll es auf die erblindeten 
Augen gethan werden, und begegnen wir (ert , d. s. Zwiebeln, 
ttuch sonst, z. B. LXI, i gegen Schmerzen in den Augen mit Honig 
und Ol, und gegen Kopfschuierzen, z. B. Schwindel im Kopfe, 
LXIV, !9, 2t und 22 (pulverisierte Zwiebel), so können wir wieder 
bei Dioscorides die Bestätigung unserer Bestimmung finden, da nach 
(hm — gerade wie in unserer Handschrift — Zwiebelsafl mit Honig 
^{ten Kurzsicbtigkeit , Uornhautgeschwulst {ä^/tfiop) Wolkcbeo oder < 
Nubei'ula [t'tiftijQMf) und beim Beginn des Staares hiin. So kann 1 
denn brt kaum etwas anderes sein als «Zwiebelna, und dass es auch ] 
O determiaiert wird, weist wahrscheinlich darauf hin. dass wir ia \ 
ihm eine t-Vuchl oder Substanz, der kraftiger Geruch eigen isl, 
erkennen ItabecL Zu den in Packelen importierten Droguen gehöre« I 
die (trt c?, nicht. Sie werden so hauQg und in so grasser Quao- | 
tiUt gebraucht , dass man sie für etwas leicbl zu Beschaffendes, | 
wahrscheiulii'h Eiaheimisches balten luuss. Dagegen spricht keines* j 
wegs. dass Zwiebeln von der Oase besoaders verordnet werden; | 
zieht man doch heule noch to Aegypten. das rvicfa genug ist i 
Daitelarteo. die von der Oase .Siwah allen anderen vor. gilt dockJ 
io Berlin, dessen Uimdelsgitrtnereieo vrele Zwiebeln ziehen. diO'J 



8'^] Pap. Ebkiis. Dm .Maasse l', das Kapitel liier die AtGENKSAMiHEiTE'j. 217 



»Lubbenauerii für die besle. Was uns gegenwärtig äussere Verhältnisse 
iinm()gli(:!i machen, mögen andere vornehiuen; wir meinen eine sorg- 
fiillige Durchsuchung der von Beischriften begleiteten Bilder. Vielleicht 
findet sich doch neben einer kenntlichen Darstellung der Zwiebel ihr 
alter Name fert oder t'crt O, , ,; das kopt. atoX ist aber wohl aus 
dem Lexicon zu streichen. Gegen diese Zusamraenruhrung spricht 
auch, dass (ert jedenfalls weiblich {t'ert ...«f ^_/l an-g LXIII, 6, 
(erl ^ iiet'-t LXII, 1), während die beglaubigte Form S. und B. iix.w'k 
männlich ist. Solcher Wechsel des Genus wUrde eine grosse Seltenheit 
sein. Dagegen scheint uns der umstand , dass der Autor unserer 
Handschrift den riechenden t'ert q fruchten ungefähr die gleichen 
Wirkungen zuschreibt, wie Dioscoiides der Zwiebel, die Frage zu 
en Ischeiden. 

Kurz, doch entschieden zurückweisen wollen wir zum Schluss 
Victor Lohkt's Vorschlag, die hieratische Gruppe, die wir i "igj. a 
('er( ° umschreiben 1^^*^^^° (^^^ ° zu transscribieren und dann 
c^l A t'iit A ÄUUlT B., d. i. dem Ölbaum gleichzusetzen. Die Umschrift, 
welche diese Identilizierung ermöglicht, ist aber ganz unhaltbar, da 
das Hieratische des Pap. Eb. zwar <=> = t und <=> = r zum Ver- 
wechseln Ethnlich zeigt, zwischen <=> =: r und c^^i ^^ ä aber deut- 
lich unterscheidet. In einem einzelnen Falle wäre eine Verwechse- 
lung von r und d vielleicht möglich, doch lässt sich an solche garnicbt 
denken gegenüber den weit über hundert Fallen, in denen i '^^'^^o 
t'ert verschieden delerm. in unserer Handschrift verwandt wird. .Aber 
es begegnet uns auch anderwärts, und überall hat das <=-> genau das 
Aussehen wie im Pap, Eb. Herr Lobet weiss auch kein einziges 
Beispiel anzuführen, in dem Ji ^^"^^^o ('(t( o i^. o geschrie- 

ben würde. Wie aus Husseren graphischen^ so ist auch aus inneren, 
sachlichen Gründen dieser Einfall ganz zu verwerfen. Das Fragment I 
des Londoner med. Pap. (1, 8), welches c^s J ^ | ^^ 

dbt' C3 nt t'ert erwShnl, soll H, Lorets zweite Vermuthuog stützen, 
dass t'ert eher ein Mineral sei als eine Pflanze. Doch von 

welchem- Mineral könnte wohl Saft in reichlicher Menge vorgeschlagen 



SIS 



<JK<>K(i KbI 



[86 



wertleu, «n welchi's sollte man da» Vorlangea gestellt haben, dass es 
IViscti »oi, welrht's wllnle aui'li mit »^ determinierl, welches gekocbl, 
\<H) weli'heui wunlcn TheJIe vemrtluft, dif $onsi nur bei PQaozea 
vtirkuiiiiiH'nV üi ist nirltl unnitiglicb, dasä sieb das ieri nur auf die 
Form gfwi^stT Zio^^l bezieh I . die entweder zwiobellbrniig naroa 
^^iv^■ Zwiebeliiegel hiessen, weil sie vielleicht aus verschiedenen 
Srhi<-btea t>der La^ren U'slanden. Wir erinnern an gewisse Weiss- 
brOlcben, die mau iu Sudtleutscbhim) ihrer Form wegen > Rosen ■ 
nvunl. Vielleicht ist auch ein zwieblis; riechender Stein gefneinl, 
wie >vir ein Mineral ^ine» Duftes we^en iVeücbeiislemi ne&DeB. 
LVI. M.kl ml Jr UJ f,tlmf "^ m mri ^s^ 

Anttefw: wm Vertretben der lippilodo oder de$ EUes- 
tlosse« in At^. **,^ I 

'*• -* m ' •- 

6nNfi$er Schute. fr%»sies AMaIrt. 
Blvivitiwl? <mtfv?? Atr— iffalci«??'*, 



tK S*iAtr liiiiMBJlii 



* i^kW»-":)="i *• '-^*" 







^"i] Pap.Eoehs. Diii: MAAtise i. das Kapital t'BKH die AllUK^liBA^KtlElTü^. 219 

gsyl O I R- 

1 hartes Korn (des uet'v oder Kupferkiesels^], 

Zwiebeln? 

geyt ^ mht | R. 

Cyperus (Papyiiis-Staude) des iNordens^")? 
uet. ,°, I R. 

Kieselkupfersalbe. 
13. qeyt o° "' Oh^ ^ I R- 

Excremenle der Gazelle^} 
ämc w qedijl t^| | R. 

Eingeweide des Säugetliieres qeJtjt '^'f 
mrhl 5 kit 
klares Öl. 



16] qs^( 0> kopt. K«.c eigeDtlich der Knochen, wird von dem harten Kern 
einer Frucht gebraucht (Peyron) und wohl auch hier vom harten Korn eines Mine- 
rales. Bei Augeamitteiti ist ksijt O wahrscheinlicb Jas Korn oder harte Stück x<xr 
i^oyifiv, li. h- das des gebniuehlichslen Uitteb »Hu 

tl) ß 'KV fl 11 ö -^ °^ geyt "^ mht oder des Nordens wohl das kopt. 
taiaoy cyperus. Kine Pnpynisart aus dem Norden zu finden, konnte von vornherein 
erwartet werden , da die besten Arten dieser Ptlanze an den Wasseradern des 
Delta gediehen. Die voriüglicbsten waren die Sebennytica, Tanitica, Saitica etc. 
ücnannlen, die alle im Delta gezogen wurden. Freilich fragt es sich, ob unsere 
Gleichung geyt = KiMO-y richtig ist; denn kiuo^ '^' '>'"' <l"rch eine Scala belegt. 
Ausserdem ist gm/t ein Femininuni und Knuaf mlinnlichen Geschlechtes. So muss 
denn auch hinter Cyperus ein ? stehen. 

SBJ tf^oc caprea, dorcas, dama antilope arabica. Es darf uns nicht wun- 
dern, Tbierexcremente sogar gegen Augenleiden angewandt zu sehen. Noch iui 
Mittelalter wurden Excremenle von den Ärzten verordnet. Die die »Dreckapolhekea 
genannte Schrift ist bekannt genug, und auch Dioscorides rechnet U, 98 im Kap. 
jifgi annnäiov ausser anderen Arien des Kullics den der Bergziegen zu den 
Medikamenten. In Essig oder Wein gekocht soll man solchen gegen den Scblangen- 
biss, Geschwüre und Erysipelas auflegen, und dies Leiden, die Itose, kotniiit auch 
«Is Venenthrombose der Netzhaut des Auges vor. Auch der Geierkoth, der LVI, 15 
crwShni wird, ist dem Dioscorides als Heilmittel bekannl. I. I. S. 3Iä; ausserdem 
der verschiedener Thiere. Gegen Augenleiden wird noch LVII, 8 Kinderkoth, 
LIX, I Vogeldreck, LXIV, I Fliegendreck, LIX, U Eidechseukotb verordnet. 



SSO Gkoü«; GtiEii^. 

du hr fflu 

Zu Wasser zu thun 
1 i. str n ??^} 'W pr m ftbs '<^ ut U-Ö Ar-* 

Feuclil hinstellen, durcb ein Tuch seihen. Umschlage ila- 

luit machen 

r Ar« dfd itll hj f'd ulk yr-k ü m StU ^ nt 

4 Tage lang. Oder auch pinsele es {bei Dir) ein mit der 

Feder eines 
45. nrt "^ 

Geiers. 

kt Ein anderes; 

».»/■»,:, I«- 

msfrisatae oder Korn? 

Pislia stratioles. ") 

18a) Wir alle umschriebe» str n ijTh, f^^" ; docli das liier gebrauchte Delerm. 
ist im Pap. Eb. JHumar ||ij , nicht '■■ j^ i-'. Dies bestimmle A. Ehhan, sfeuclil sielienii 
zu überscizcn, unil wir stimme» ihm bei. <la sehr oft >i Tage lang einuebmen« 
und Ähnl. daraut folgt. Das Medicamunt soll ^ich bis zum vierten Ta^e hallen. 
Wie M hier zu lesen ist, wissea wir nicht. 

S9) tw/cM ^^ fassen Stern und Batcscn hier Tür einen Wasservogel; doch 
kommt us/e auch mit oS, ^^» ^&*. /7^ -1 delermiiiierl , ent^iprechend ilcm 
kopl. ojuicq olium, vacalio, segnities, vucare in der Bedeutung von Iräge, faul elc. 
vor. Die ganze Gruppe vsfat des Sees ist mit delerm. Wiire sie als Wassor- 
\ogel KU fassen. £0 könnle höchstens sein Kolb gemeint sein; doch wo dieser 
genommen werden soll, wird sein Name stets genannt, Wir haben es also liier 
wahrscheinlich mit dem «irSg Ruhenden des Sees« zu thun, die grüne vegetabi- 
lische Decke, die sUngnierendes Wasser oR bedeckt, oder eine bestimmte unf dem 
See ruhende PÜanzengallung, wahrscheinlich eine von ähnlicher Art wie unsere 
Wasserlinse (lemna) oder unser Laichkraul. Am oberen Nil. frei wie die Wasser- 
Tinse, schwimmt auf der Oborflüche des Flusses die pistia siralioles, der die Grie- 
chen Heilkraft gegen verschiedene Leiden zuschrieben. Dioscorides IV, 100 sagl, 
sie schwimme über dem Wasser und lebe ohne Wnneln. Er lüssl sie die Aegypter 
Tißovi [nach einer anderen Handschrift riiiovg) nennen und sie neben anderen 
Leiden auch gegen Erysipclas, d. i. die Ttose, und auch die Venen ihrorobose der 
NeUhttui i^ebrauchen. 



8ft] Pap. Ebers. Die Maas^ie i. das Kahtei. iber die AiiiEMiRA>KiiF.tTE?«. 231 

kfeii' nu ddkyl -^ | H. 

Zweige des Sumpflandcs im Delta oder Ünleraegjpteiis, 

des Mastixslraiiclies oder einer Siim|ifpflanze^"). 

dr m /( 

Nachher aber 

16. iir xr-k t,f äfl \^^^\ ") mnh °^^\ 
mache Du l'Ur ihn zuiecht 1 Ro Mark? und 1 Ro Wachs 
du hr Ir-s 

und reiche es ihm sodann. 
kl tit x^f U-3 uxdu (^^ m 

Eid anderes zum abwehren der Schmerzen (des Krankhaften) 
in den 

17. mrte :^ 
Augen. 

^^'^°iil """''™' Ml''' '**■ 

Stibium, Anlimonium 



3D] kfeu, kopl. X^'^ truncus, ramus, csudex etc. Doch wohl nur als 
Zweige ku Tassen, weil XLVlt, t kfeu der qedl ^pflanze erwUhnt werden, von 
der BUS LI, 16 hervorgeht, dass sie anf dem Bauche wachse, d, h. an der Erde 
hinkrieche. Solches Gewächs kann keinen Slamm haben. XXXV, 9 werden die 
Kügelclien der kfni des Flachses [mhe ^^'Z u.^^} =^ linum] erwähnt, und das 
können nur die Kapseln sein, die sich an den Spitzen der Zweiglein des ober- 
Wärla Hsligen Hanfsiengels finden. So sind kfeu Äslo oder Zweige, und vielleicht 
hat man unter denen von Oberaegipten Maslixzweige zu sehen; denn die Mastix 
Pistacie (Pialacia Lentiscus) soll wohl im nördlichen Delta und anderen Mitlelmeer- 
tUndem , oichl aber in Oberiiegvplen vorkommen. Charakterisiisch an ihr und 
viel verwandt sind gerade die rolhbraunen Jüngeren Zweige M^yt ist übrigens 
auch als Surapfland zu fassen, und hier iilso vielleicht nur an die Zweige einer 
Sumpfilsnze zu denken. 

31) Was äfl ^ bedeutet, ist schwer ku sagen. LXI, SO wird es als 
Bindemittel erwähnt, nur mit dem O determinieil und bemerkt, dass es vom Rinde 
komme [ä^t des Rindes). Wegen des muäii es llüssig sein, wegen des ^ aber 
«ntweder ein zu den Knochen gehörendes oder mit dem Drechsle rinslruineul U 
zu verarbeitendes Etwas sein. Es kann ulso kaum für etwas anderes als Hark oder 
Klauenfett gebnllen werden, mn^ kopl. uof^^ und uo-rAe.^ ist sicher Wachs. 

3S) Variiinle für das so •>''"%«■ (fi P '^ ^ ° mcsdml ° . 



[OD 



'anu iji^^) |R. 

ninte. 

sltn mrle ^g: dm 

Das Auge damit isälbeo. 

kl tit abe mce 

aorleres zum Erüffnen des Gesicliles 

m 'a'atl {ätiduti) ^r Ir « mrte' ^^ 

Dies gebe man (wenn man gcßchlafeu bat) sodaaa auf die 

Augen M) 

prt n tnid | R. i 

tnläsamen^) ' 

flffle n ksbt | R. 

faaercs der ksblfrüchte ^"j ricinus frutex? 

msdmt I R. 

Stibiuoi. 

wiu ^^ I Hin als Bindemittel, 

Wassec. 



33) TiQte der Schreiber, die zum grossleullieil aus ptilverisierler Kohle be- 
etaad, wie Dr. Cbhisteks Aoalysen und alle Receple ergeben. 

34} DassoDst (fwiut'tr.insscribiertc isl auch aal' zu uinäclirciben. Nach I 

dem Beispiele Leps. Denkm. HI, 19Sh — 10, das Golem schbp aarübrt, Ztsclir. 1877 
S. 61 ist es zweifellos, tfass eine Gruppe ^ -^^uäu schlafen bedeolet, und 

vielleicbt isl unser äät auf diese zurückzuführen und zu übersetzen: Ein anderes: 
ErölTDen des Gesiebtes, wenn geschlafen ward [nach dein Schlaf]; homach auf die 
Augen. Es würde dann das Mitte! den vom Schlaf zugeklebten Augen gelten. 

35] Ein dreimal gegen Augenleiden und einmal LXXXI, !l gegen Erkrankung 
der Geräst^e (Adern. Nerven] verordneter Pflanzensamen, der stark gewirkt haben 
muss, da LXI, 1 1 nur '/gi Drachme von ihm verordnet wird. 

36] Der ksbt MBaum stand in S Exemplaren im Garten des Anni. Der Baum 
und die Frucht desselben sind gleich benannt. Brugsch bringt des ersteren Namen 
mit dem koptiflchcn aucuic ricinus fmiex zusammen; doch erheben sich gegen 
diese Gleictistellung unüberwindliche Bedenken. Erstens lautliche, dann aber auch der 
Umstand, dass der Hicinusbaum regelmässig anders genannt wird, und Kwar äqta 
oaA*-. Es isl seinem Gebrauch im Pap, Ebers XLVII, 15 If. ein besonderer Ab- 
schnitt gewidmet. 



91] Pap. Ebühs. Die Maasse i . uas Kakitül idür dii; Acgknkhankiieiten. 223 

n( ?__fl 'an dr m /' ""' äu r se n mrtc '^^ 

fein zerreiben, in Eins verbinden und dann a. d. Augen Ihun 

kt: 

ein anderes ; 

tert |°| 1 Ro 

Zwiebeln. 

äme n ufayt O 

das Innere der utaylfruchr? *') | Ko 

20. abx hr mrht 5 | är m 'auSS n=t) riie 
verbinden mit I Hin Ül, zu einem Brei maclicn, es 
iU-f /SM ^_-J 
trocknen la.ssen und zerreiben 

2 1 . dm-f m ^l Snu-f du r tr n »irlt? ^gl 
damit nachdem es getrocknet. Hernarli auf die Augen Ihun. 
ki: 

Ein anderes: 

Xpr I msdml °^ \ 

Gewordenes vom Slibium''^) — Stibiumoxvd? 



37) Es ist UDS nictil gelungen, <iteso Frucht zu hestinimen. LXVIII, 30 soll 
sie in gekochtem Zustande gegen die Wunden des Krebses gebraucht werden, 
LV, 3 werden »die Dinge, die darin sindn gegen die Krankheil, die wir für 
die Läusesucht halten, verordnet und zwar zu '/i6 Draclime. Das Determinativ O 
weist darauf hin, dass die Frucht eiförmig n-ar. 

38) Vielleicht auch ein Käfer mesdmt oder Stlbium zu übersetzen. Liebleik's 
Vermuthuag, die Skarabäen seien Gewichte gewesen, hat sich nicht bestüligl, 
doch ist es wohl möglich, dass »ein Käfer« von einer gewissen Substanz mit 
Hiicksicht auf die SkarabUen eine gegebene Gewichtsquantilät derselben meinte. 
Dagegen spricht, dass von XP*" »*»dmt 1 K. genommen werden soll. Gewordenes 
vom Stibium ist wahrscheinlich die zutreibend erc Übersetzung, und man hat da- 
runter wohl das Sliblumoxyd zu versleben. Dies Mineral schmilzt schon bei ilS° 
und vcrtlüchtigt sich, bis zur ßolhglühhilzc gebracht, in genügendon SauersloIT 
enthaltender Luft als weisser Rauch. Der entweichende Rauch wird in kalten 
Gerjssen autgefangen und setzt sich darin als weisses Pulver an. Das so durch 
Sublimation gewonnene Stibiumoxyd ist wohl das Gewordene vom Stibium. 
Die Thatsache, auf welche H. Bm-'Gscn uns brieflich hinwies, dass Imi und (=ffl 
wechseln, war uns durch seinen Thesaurus IV S. 698 etc. bekannt, doch entzieht 
sie xf keinetiwegs seiner Bedeutung des Gewordenen.^ 



224 



[9i 



LXVII, 1. (ert " 

Zwiebeln 

xntg 

gtilne Bleierde 

fu Q o msh -sc». 

o III 

Excremenic des Krokodih 



I Ro 



I ßo 



I Ro 



IM 

Bleivilriol? aäi,v' 
hsmn dSr 
rothes Nalioo™} 
■a(t " 



I Ro 



? Alrümentslein?? 



I Hin als Binde- 
mittel 



III 
Honig 

dr m xt M«' du r tr n mrie ^^ 
in Eins verbinden und hernach auf die Augen thun. 
kl ulv mi ^^^j]^'^) -i tß O « inrt <s=^ 
anderes für das Slülicidiuni der Pupille des Auges oder 
das Hypopyon? 



.19) Zwei Arten des Natrons werdeo am hSufigslen erwUlinl. Die eine kam , 
aus dem j.^J^ 4 , , *X' &""" ,.,■ ^^^ NatroD-Thale, das dem Bezirk der 
spüler durch ihre Rlüsler und MÖticIie berühmt gewordenen nilh^lien Seen ent- 
spricht und nach der Hauptstadt dies«r Landschari das von fr;j o genannt 
wird; die andere gewann man im 3, oberaeg. Gau mit der Hauptstadt J. ]j JV/ft 
(heute el-Kab]. Das rothe Nairon, da r seine Färhung metallischen Einlliissen dankt, 
Tüllt beule noch unter den helleren Kry.stallen den Reisenden auf, die den Wadi 
el-Natrün besuchen. 

39a] seq -^usa. 3 isl gewiss das kopiische cuk iraliere, lluere. Es könnte 
zusammenzieben bedeuten; doch andere SleMen des Pap. sprechen für Hieasen. 
L, 13 ist eher das FlJessen als Zusammeozlehen des Urins gemeint, und wie unser 
Slillicidium das Tröpfeln der Thränen bedeutet, so wohl auch das ati}. Das 
des Urins erwähn! schon Ptinius, 30, 66. Für dag Fliessen sprechen auch die 
Frauenkrankheiten XCVI, wo in die entzündele Vulva [6 — 7) eine Einspritzung 
geniuchl werden soll, wenn der Ulerus »fliesst«, doch wohl eher als sich xusammen- 
lieht. 8 soll in die Vulvn eingespritzt werden, die («f^) Hlessendo nämlich. 10 
meint eher den Fluss als das Zusammenziehen des Uterus. Das determinierende 



83j Pap. Ebbbs. Die Maasse l. das Kapitel iber dif. ArtieNKRA^KiiEiTEN. 225 

xpe O B hebng -^ | Ro 

FeUspähne? xP^*") von Ebenholz") 



kKrokodill deutet vielleicht auf lias stetige, unaurhaltsame des Flusses oder Fliesseos. 
^fd O ist sicher die Pupille. XCIX, 9 wird es, mit OO determiniert, ffd OO " """'«f 
geschrieben. Aegypten ist der Augapfel der Goltlieil, uad zu Edfu heisst es voa 
demselbeo £13 ^^<r^ jl^ ^^ ■ D^s schwarze Land (Aegyp- 

ten), genannt nach dem Auge des Osiris; denn (es ist die Pupille [dasSchwarze] desselben. 
Die Pupille (liesst nicht; es kann also nur der Eitere rguss vor der Pupille gemeint 
sein. Sollte seq doch das Zusammenziehen bedeuten, wäre an Myosis kaum zu 
denken, weil sie das Sehvermögen nicht beeinträchtigt. 

10] Was XP^ ^'"'^ Ebenholz ist, wagen wir nicht sicher zu bestimmen. Es 
[ kommt übrigens auch von anderen Bäumen vor, wie vom Weihrauchbaum otC-, doch 
I -nie so, dass es eine Uandbabe böte. Es ist vorgeschlagen worden, es mit dem kopl. 
tgnii pudenda oder mit tjcAni, ^Ane umbilicus, lumbus zusammenzubringen; doch 
was sind pudenda und der Nabel von Bäumen? Dioscorides verordnet 1, IS9 Eben- 
holz fein pulverisiert, seine Drechsel- und Feilspähne, und es lässt sich vielleicht in 
dem kopt. S. B. gtufe scheeren wiedererkennen. Das Abgeschorene, Geschnittene, 
oder wohl auch das Abgehobelle vom Ebenholz würde gut zu Dioscor. I, (89 
passen. 

il) Durchaus sicher beslimml. Ebenholz kommt schon ausserord entlieh 
früh vor. Im allen Reiche iro Grabe des Ti »das Polieren« des Kuhebetles 7^- 
Das Möbel wird schwarz gemalt und so, dass man es nur für Ebenholz halten 
kann. Von demselben Holze ward früh die Koprslülze ^ gefertigt. Die Flotte der 
Hluipsu brachte es aus Punt. Näheres bei E. Moldemib über die in altaegyp tisch es 
Testen erwühnten Bäume S. 93 ff. Hebr, Sing. •'WH (Ges.) Plur. 0*'5an. Dios- 
pjTos Ebenum L. Bei Plinius bist. nat. tä, II als Uiltel gegen die Augenleiden 
albugo und caligo. Das erstere ist die weisse Farbe und der weisse Fleck der 
Hornhaut ^ »KtWütftav. Nach Uiasbhbebg S. 3 bedeutet albugineus auch das 
Kammerwasser, die Augen 11 üssigkeit [Galeno adscripl. Üb. d. ociil. p. ISi). Dies 
wurde für unser Recepl stimmen. Das caligo, gegen weiches nach derselben Stelle 
des Plinius Ebenholz verwandt werden soll, ist Blödsichligkeit im Allgemeinen. 
Nach Dioscorides I, IS9 hat Ebenholz die Wirkung, die Pupillen von dem zu 
säubern, was sie verßnslert. Das sind doch die Ausllüsse, gegen die unser Kecept 
sieb richtet. In ganz foin pulverisiertem Zustand soll es am besten wirken. Als 
gute Zuthat für Augenmiltel werden auch die Drechsel- oder Feilspähne des Eben- 
holzes in Wein von Chios aufgelöst bezeichnet. Statt des Weines kann man auch 
Wasser nehmen. Ebenholz soll auch in einem neuen irdenen Geschirr zu Kohle 
verbrannt, wie gebranntes Blei ausgewaschen und gegen fputQ(i(p9aXfilat und 
§r^1fOip&ai.ftlttt verwandt werden. Die ersteren bedeuten (von ipiiiQit] Augenkrälze, 
Himly (bei UiHscnB&nc S. 86) beschreib! sie als Blepharophlhalmia sporica, Ble- 
pharitis psorica impetlgraosa, die hartnäckige Lidrandentzündung. ^rjfjotp&alfila 



Georg Hbebs, 



wl 



^^111 " 111 ''"■° "'° 

Eine Art oberaeg. Nutron, Salpeter'?") 

Xeu ^ J\ fyr mu du r mrti ^^ 

aurgelöst in Wasser auf die Augen zu thun 

ausseiet häufig. 

la Jtl är V-a uhet Q S »n mtie -^ *") 

Anderes zum Vertreiben der Verkalkung in den Maybom- 

schen Drlisen oder des Atlieroraa. 



Isi nach HnisdiBEllG S. 1t! bei den Alten etwas ^nz unileres i^ewesea als bei 
den Neueren. Nach Aelius amid. p. t31 w-urde der trockene Bindehaut- und 
Lidrandlialarrli auch Xcrophtbalmia genannt, Wie von den aegyptischen, wurde 
also auch von den griechischen und rötniscben Äritlen Ebenholz iils Mittel gegen 
Augenkrankheiten benutzt; jetzt ist es ganz au§ der Officin verschwunden und 
wird in so ausfiih Hieben Werken wie BiscnDFi''s medicinisch-pbnmiaceutischer Bo- 
tanik nicht einmal mehr erwHhnt. 

iS) LV, ai und LXiri. 5 stehen ni-ben den Körnern [se ° ) von Oberdflgyplcn 



' den Samen 
oder^^ 



eben solche von Unleraegyplen mTS©!. Wir hatten ( 
schiedenen Flachsarten gehallen, und zwar wegen des^^ '^. 1 1 d 
das eine feine batislarligo Leinewand bexeicbnet, auch wird der Leinsanic, un- 
zerslossen und abgekocht heute noch als LeinsHinenscbIcim (Mucilago seminis tioi] 
XU Gurgel- und Augenwasscr beoutu. Auch Stbhn hielt es IXir den Samen 
einer PHanze, doch zwingen uns die von Düiiiciien publicierten Texte aus der 
Ptolemuerzeil, es für eine Art von Natron zu hallen. In den Nalronreceptcn, welche 
der genannte Gelehrte verÖlTBtitlichte, können gewiss keine vegetabilischen Sub- 
slanzen zur Verwendung gekommen sein, und dii in seinen geogr. Inschr. unser 
M qmo als Steuer des.-4elben Nomos vorkommt, den wir S. Sii A. 39 als llauptheimat 
des Natrons bezeichneten {Nxl>, heule el-Kab] und in dem heule Salpeter gewonnen 
wird, muss es bei der Bedeutung nNalron« oder »Salpeter« bleiben. 

*3) Die '^il''^^^' «^s' Qi kommen sonst gewöhnlich als im Leibe be- 
findlich vor und können kaum für etwas anderes als die Kloß« der Ärzte oder • 
Sleinbildungen gehalicu werden. XXVII, 1 6 werden Mittel gegen das vhe O qeqfl 
verordnet und diesem Keccpl folgt (Z. iS) ein anderes zum Vcrireiben der Beuleti j 



(ännut 

die Bede, und di 



] der schmerzhaften Stellen (<8 

o ,.„ 



Es isl hier von Uusscren Krankheiltin 1 



' 7*9^' |T| kaum elwus anderes bodculen können als runde ] 
Geschwüre, die man getrost »Puslelri« übersetzen darf, da das kopt. kwk puslula ■ 
doch wohl der Nachfolger des altaeg. qtqe, so ist wohl das «Je Ü der Puat' 



BEiis. Dre Mjiss« li. 


»AS KjIPITEI. 


CBEH 


DIE ACGENKRANKHEITEN, 


2är 


,»W.»< ,°, 






IRo 




Slibium 










"""' m 






IBo 




Mennige 










"•'' m 






1 Ro 




Grüne Bleierde 










Asm» .°.. äSr 






iRo 





Rothes Natron. 

du r tr n mrtg -^ 

Sodann auf die Augen tbun. 

ki nt dr U-^ skt ^^ tm mrte -^ 

Anderes zum Vertreiben des Albugo (Leukoiu) der Augen**) 



6. udd o n Site ^ 
Birn der Schiidkrlite. 
äfl' 



IRo 



II 



IM 
Honig. 

du r tr r mrie ^ 

Sodann auf die Augen thun. 

kt nt dr U^ siif /"^ 7. m mrle- -^ 

Anderes zum Verlreiben des Blutes in den Augen, d. i. des 

Blutergusses in die vordere Äugenkammer. 

'amt °^ I Ro 

Dinte 



für die VerliUrtuiiß dtirsdüen zu ballen. Im Leibe sind die uhet Q i der Stein oder 
Grtes; ausserdem kommt uhv Q, u^e ^ auch verbauter in der Bedeutung von iver- 
nirhlen* vor. Vielleichl ist unter den u^ftQ i der Grützbeulel (Atheroma) zu ver- 
sieben, bei dem krümelige, griesartige Einliigerungen vorkommen. Dr. Schuibt's 
Vorscblog, die uhet Q I im Auge für Verkalkjng in den Meybomscben Drüsen zu 
hallen, ist beachtenswerlh. Bei der sehr unbeslimmlen Ausdrucks weise des Pap. 
und dem Hangel jeder Diagnose darf man es tCeschmacksucher nennen, für welche 
der genannten Augenleiden man sich entscheidet. 

H) Von den Alten wohl gekannte Augenkrankheit, das Xevxtafta der Grie- 
chen. In unserem Pap. wörtlich das Weisswerden der Augen. Die Hornhaut ist 
es, auf welcher der weisse Fleck erscheint. 



(96 



"''"in 
Kieselkupfersalbe 

msdmt 

Stibium 

aiab. Holzpiilver? 

Zwiebeln 



Ulf Ro 



i Ho 



I Ko 



I Hin als Bindemittel 



Wasser 

nt' ^— fl an du m mrte ^g: 

fein zerreiben und auf die Augen thun. 

kl nl all an f-*^) tyn -s^ its j j, f '" """' -"^^ 

Audere Mittel, hergestellt gegen die Vereclileicrung (iritilische 

Afifeclion), welche sich erheb! {um sich greift) im Auge. 

Ä« O 9. dm€ z' z^<i ^ ^ iuyt O I Ro 

getrocknete Excremente aus dem Leibe eines Kindes 

•aß ° i Ko 

' III 

Honig 

rJe lir fise ^^ räe tr n mrte -^^ . 

zu frischer Milch'^) Ihun und hiernach auf die Augen geben. 



PÖ-! 



hat uns grosse Schwierig- 
. n S. 86(): *. frisch ge- 



iSi Die Gruppe 
keiten bereit«!. II. Bhugscu sieht in ihr (WÖrterb. t 
molkene neue Milch, S. Hilch, d. i, Saft, tnilchartige AbaonderuDg gewisser l^a- 
zen und auch die daraus gewonnene Flüssigkeit. Diese Erklärung lag nahe, doch 

wagten wir nicht sie auszuspreclien, weil ja das alle (J drtt (är&t) 

1=^ =^l I I IM 

Milch von verschiedenen animalischen Wesen, auch der Kuh (determ. tfpTjl in go- 
kocbtem und ungekochtem Zustand, kopl. cp<ii-rc, epu-n nicht nur die thierlsche 
Milch, sondern auch gelegentlich Pnanzensalt, ^. B. LXIX, 8, wo ärti nlit -;^ d. i. 

Sykomorenmilch oder Saft verordnet wird, sicher bexeichnel. Die Gruppe hse "^^ . . . 
ist gleichfalls nicht selten, kommt am hiiufigslen von PHauzen vor, und Gruppen 
wie LSXV. !0-!.: P.W.r '«" | P ^ ■^ = ,°,^^ J] I) °, !«.<,, 



97] Pap. Ebers. Dib Maasse l. das Kapitel übek die AutiENKRANKHEiTBi^. 2i9 



10. lit >ii dr ^»„fi vliel ü*'j w *'"'l^ ^^ 

Anderes zu vertreiben tias ,Öradrehleiden (Ectropium oder 
Entropium) d. i. Ausstülpung und Einstülpung (der Lider] der 
Augen. Vielleicht Verdrehung der Augen oder Schielen. 
itdd o fj Sm '^ 1 Ro 

Schildkrötenhira 



schienen gegen Milch zu sprechen; doch haben wi 
lliun. Es isl nämlich zerriebene geronnene Milch, di 
üy isl nicht »männlich«, wie so ofl, sondern ugeronner 
kopiische B. %«je lurpis. Wo, wie bei XXXX, S ^e * 
determiniert wird, LanD es auch Hilch einer Mutter, 
bedeuten; wie denn auch XXVI, 1 ärtt nt meit t'ey C 
ein Männliches geboren, verordnet wird, 
Patienten, der on Obstruclionen leidel, 
es kommt dies in U 



auch hier mit Milch zu 
m verkäsen liess, gemeint, 
j übersetzen und wohl das 
t'ey ("=21 üy mit dem i*=Bl 
' ein Männliches geboren, 
^ Milch einer Frau, die 
XXXX, 1 wird dem Arzte gerathen, den 
ine Milchkur gebrauchen zu lassen, und 



möge I 



ider Weise zum Ausdruck: nSo sage Dir deswegen, er 
Munde auf frische Milch [hse /-<«»] . 

«V, jr l— fl nAe, von der Schreibungen wie C* JT ^^ und 
;_a N^eÄe oder llr t "^^ 



16) Die Wurzel ^ 
mit Reduplicalioii der Endsilbe >, 
vorkommen, bedeulet widrig, gefährlich und scheint uns ursprünglich die Bedeu- 
tung verkehrt zu haben, und zwar zunächst mil Rücksicht auf den Kopf, der, 
wenn er nach binlen hin schaut, verkehrt steht. Dies Bild war den Aegypiem 
an Genien mit umgekehrtem Kopf geläuOg, und W ^. Ae bedeutet ursprünglich 
das Hinterhaupt oder die Kehrseite des Kopfes. Erwiesen durch Beispiele wie 
Salliba III, ( und i nnu -"3>- n keu &^ f schauen nach seinem ninterkopf, d. i. 
sich nach hinten oder rückwürls umschauen. Su heisst im Tur. Todtenbuch ISS, IB 
der eine Todtenrichter mwwV V\ '^'Tf-^ ^^^ *"'' *^^'^ Gesicht nach hinten oder 
mit dem verkehrten, umgekehrten Gesicht. Die Deterrainativa O und '^* weisen 
auf das monströse der Umkehr, das also mit Verdrehung übersetzt werden darf. 
Slall @ I t-^ ■{&■ "^ @ >t-^ hat der Pap. des British Museum 9919 in Navillks 
Tudleob. @ 1 1-^ ««*> Y "^-^ Ar-/' n^/" sein Angesicht am llinterkopr oder der 
mit dem verkehrten Angesicht. Bildliche Darstellungen solcher Dämonen, Jereu 
Anllllz iu heiser Verrenkung nach hinten sieht, illustrieren diese Namen. Von der 
Bedeutung nach hinlen gewinnt dann nAf die des verkehrt, verdreht, umgekehrt 
soins, und die nAe-t b^ kranklicil an den Augen kann kaum etwas anderes sein als 
die Unikehrung, Verdrehung, oder, wie Hirschberg (S. 16] sich ausdrückt, die 
Aus- oder Einstülpung des Lides. Ectropium ist die Ausstülpung, Entropium die 
Einstülpung desselben, die auch Eversio und Inversio genannt wird. Schon Hlppo- 



Georg Ebbrs, 



abräspezerei*') 

rde m mrte' ^^ 

auf die Augen ihun. 
ii. kt iil Seu "^z- m mrlü -^^ 

Anileres filr die Hiize** 

msl ? [mhai ( 

Leber des Rindes gebraten und? 
12. du r-s hhs mä 

dagegen nehmen der Ordnung gemäss. 

kt w( t/r \ — = snf'f^ l'r «"''t' ^ 

Anderes zum Vprlrciben des Blutes in den .Uigen. Rölbe der 

Augen oder Blutergass in die vordere Kammer. 

nlr stilr | Ro 

Weihrauch 



in den Augen 
n( yu ""^ eSrtd ääf f» iä 

- - ,., 



krales kennt das Eclropiuni und den Nameo, Prsedict. I, I<3, BeHchreibuDg bei 
Galenus. Der. med. XIX, i39. Med. XIV, 771. Enlropium fehlt bei den Alten, 
well, wie Hibsciibbiig scharfsinnig bemerkt, dies Wort auch das »Schamgefühlfl be- 
zeichnet. Dariir haben die Allen Phimosis und Phabngosis. Vielleicht ist auch die 
Verdrehung des ganzen Auges oder das Schielen gemeint. 

47) Das äbrä, das auch im Berl. med. Pap. Öfter verordnet und ebenfalls W 
delorminierl wird, ist ein feines Salbül, das unter den Haarmitteln unseres Pap. 
LXV, 16 necbti verwandt werden soll. Es hat also auch unechtes gegeben. Zum 
gleichen Zwecke "um das Haar nicht grau werden zu lassen«, soll es LXV, 1! in 
gewärmlem oder gerüslelem Zuslaud genommen werden. Es war vielleicht eine 
Schwärze; denn in dem gleichen Receple kommt nur noch eine Katzenvulva, ein 
Vogelei und Ol vor. Das äbrä würe also das ein/.ige Schwürzendc. 

is) JtTtT '^, -es^- Seu <E3- kann kaum elwas anderes bedeuten als die 
IJilze im Auge; denn TjTtT ^^^ IX^^'^IJ, "*" ^^'' I^'^iime determiniert bedeutet 
in der gleichen Handschrift sicher erhitzen, erwärmen. CIX, 45 heisst es nämlich: 
^^"^^[1 ° ^r^l'^^l^nerhilzoes (für Dich) auf dem Feuer. Eine B«»- 
statigung bietet der Umstand, dass das zweitnüchsle Recept — das nüchste spricht 
vom Blut in deu Augen — Hdiel gegen Entzündungen D^. f 1 '"* [1 angiebt. 

49) Was a'a/'r .bedeutet, haben wir nicht zu eruieren vermocht. Jeden- 
falls soll mit der Leber, nachdem sie gebraten ist, noch eine andere Manipulation 
vorgenommen werden. 



99] Pap. Ebers. Die Maasse v. das Kapitel Ober die AtiGEMtRANKiiEiTEN. 331 

melt [mete] "^ | Uo 

Ghelidonium majus'*). Gemeioes Schöllkraut? 
rde m merte ^^ 
auf die Augen thun. 
13. kl nl dt U=i) (('"■ il i '" »irle ^ 

anderes zur VcrtreibuQg der Enlzündiingen^') in den Au^cii. 



MI' 



ßO) Stebn bring! den Namen der Pflaoze — ^ ^ melt [mete\ rail dem kopl. 
a crocus xusammea und weist schon mit Rechl auf das fiO&oO' 
bei Dioscorides hin; doch dies isl chelidonium luajus, nicht unser crocus. Was der 
Papyrus sonst von diesem Mittel aussagt, wird den Bolaniker möglicherweise auf 
eine sichere Spur rühren. Es soll zerrieben und zerslossen werden, LVIU, 10 
gegen eine Augenkrankheit mit Trischem Wasser. Es werden von ihm erwähnt die 
a Beeren oder der Same sowie XXXIX, SD o ar o n mett \^ 

. das SIeinchen oder harte Stück [ein Korn] [*.X lapis, caiculus) derselben 
Pflanze. Es gab verschiedene Arien derselben und zwar Siidm««^, Nordmeti"^, 
me((T^ der Sümpfe fdi/Äi/f^, Pap. Eb. LXIX, (0 sowie im Berl. med. Pap. XIV, 5) 
des Landes, oder, wie Brugscm übersetzt, der Wüste. Im Pap. Eb. XLIII, 6 

werden meti^ des , d. i. des Landes und lies Nordens nebeneinander verordnet. 

Das alles passl rechl gut auf die Beschreibung des x^^^<^'>*'^'' ft^Y" ''^' D'oscor. 
II, ä H , seinen aegypt. Namen fio&ö9 [mett "^J und seine Verwendung. Die Rö- 
mer sollten es ipäßtmift (rabiimi), die Gatiier ^üiva nennen. Uie Frucht isl wie 
die des gehörnten Hohnes, und der Same, den sie enthalt, grösser als der Mohn- 
same. In ihm haben wir gewiss die prl oder den Samen und das är o, das 

dem einzelnen Korne gleich wäre, des mffl^ zu erkennen. Der mit Honig ver- 
mischte Saft soll auf glühenden Kohlen in einem ehernen GeHisse gekocht der 
Scharfe der Augen zu Gute kommen, war also auch dem Dioscor, als Augenmittcl 
bekannt. Mit Honig wird dies ine«"^ auch in unserem Pap. verordnet, z. B. XLV, ( 
mrtf"^ des Nordens. Chelidonium raajus gehört heute noch zu den ofticinellen 
Pflanzen, in grösseren Dosen wirkt es giftig, in kleinen erregend auf sämmttiche 
Sekrotionsorgane und die Ausscheidung in denselben berdrdernd. Biscbop S. 173. 
Dass die Aegypier dies erkannt halten, gehl aus vielen Recepten hervor. 

51) Durchaus sicher wegen der unzweifelhaften Bedeutung von _ ^k. IX 
und |B. ^^. |) I die Hitze, heiss, erhitzen. Schon das Oelerminaljvum |l der 
Flamme würde sie sichern; doch geschieht dies auch durch die Verbindungen 
der Gruppe. Vielleicht entspricht dem hierogl. (eu 1 1 das kopt. xwq, «oc]'xe(| 
brennen. Bedenklich isl der Übergang des { in «. 

AblitDd!. i. k. S, Gusllich. i. Will. UV. \^ 



232 Geokg Ebers, [100 

ierl |°| I Ro 

Zwiebel 

tnsdmt °^ I Ro 

Stibium 

perf tntd I Ro 

Tntäsame? 
14. rde tr n mrtg ^^ 

sodann auf die Augen thun. 

hl ni dr %^n qnl C? m mrte ^: 

oiuleres zum Vertreiben des Felles •**) in den Augen. 

Pingueculae oder Xanthelasma 

msdmt °^ I Ro 

Stibium 

uetu I Ro 

III 

Kieselkupfersalbe. 

mnSt I Ro 

Mennigerde 

\^. 86 UT I Ro 

Blei Vitriol? aco(w?? Atramentstein ? ? 

'aft ^ I Hin als Binde- 



Honig 

du r tr n mrte 

Hernach auf die Augen thun. 



mittel 



52) ^ 9^ C3 bedeutet sicher das Fett und hat sich im koptischen gut 

erhalten in S. Ritite, B. Rem pinguem esse, das von allem Fetten gebraucht 
wird. LXX, 10 wird fettes öl verordnet, LXXIII, tK Fett der Quadrupede 

dhr ^j LV, i soll etwas Fettes [qn O) nachgegessen werden, sei es das zu fettem 

Fleisch (auf Üe ^) gehörende, sei es öl (mrJ^ ). Vielleicht sind die 

Pingueculae gemeint. Ober das Xanthelasma oder Xanthoma, wovon in dem 
grossartigen GRAEFE-SEiiiscH*schen Werke 8 Formen unterschieden werden, das 
Xanthoma planum und tuberosum (knotenförmige) , sagt Hirschberc S. HS: Der 
Fleck sieht gelb aus, besteht aus vermehrtem Bindegewebe mit Fettbildung und 
wird deshalb auch Fibroma lipomatodes [kvTtog die Fettigkeit) genannt. 



<01] Pap. Ebers. Die Maassec. das Kapitel I'rer die AvGEMtRA>KHEiTEK. 233 

kl n( är "t_=3 pdsl O m mrl -3>- 
Anderes zum Vertreiben des Kügelcheiis^) im Auge, 
des Gerstenkornes oder der Granulation. Vielleicht 
wird auch das Ghalazion gemeint. 
16. msdmt ° | Ro 

Stibium 

ae(u ° I Ro 

Kieselkupfei^albe 

l^ert °^ I Ro 

Zwiebel 

Xl «-^ aue °^ I Ro 

arab, Holzpulver 

msfn I Ro 

Msfnsarae oder Korn? [S. 204 (72) A. 12) 
emäu V-J O. Ar mu ^^ rde tr n mrle -^^ 
mit Wasser zerreiben. Hernach auf die Augen thun. 



63) LXIV, 3 und LXtll, ) 1 [fdst O) werden andere Miltel gegen dasselbe 
Leiden verordnet: »Miltel zum Vertreiben des päat Q im Auge« elc. Dass das 
pdst O ein Kügelcben bedeutet, geht auch sonst aus dem Zusammenbang liervor, 
LXVI, 5 — 6 wird z. B. Opium? und Eselsleber verordnet. Beides soll man in ein 
GefSss thun, damit es zu pdst Kügelcben werde elc. LXXXVt, U soll Weih- 
rauch mil dem Brei oder Teig e^ in Eins verbunden und zu einem fdtt Q oder 
Kügelcben geroacbl werden (är m fidsl O)- Auch das Korn psd, wovon XLI, II 
tmtu P'<i ^ M ^'"^ Kömercora Position und XUV, (6 jisd '^ '/»i Drachme 
genommen werden soll, ist wohl das Gleiche. Sterk erkennt darin die KQt&^ 
d. i. die Gerste oder das Gerstenkorn der Griechen, und auch wir nennen ja ein 
gewisses Gescbwiircben am Au^e »das Gerstenkorns. Aus tnuneborlei Gründen 
Icönnle es freilich auch für die Granulation gehalten werden. Dass das Auge 
im Sing, steht, widersprichl dem mit nichlen. da ja das Gleiche bei Leiden vor- 
liommt, die sich sieber auf beide Augen beziehen, so LV. i I , LVI, 7 elc. Vielleicht 
ist auch das Hagelkorn Ghalazion gemeint, das sich im Aiigenlide bildet. Cbalazion 
{Xa^ä^toy) ist das Diminuliv von x«^"?**- Es gleichl dem Gerstenkorn so sehr, 
dass Hins cHB ERG S. IT nicht sicher zu unterscheiden weiss, ob llippokrales seiner 
oder des Gerstenkorns gedenkt. Wahrscheinlich meint er nur das letztere. 



t Geohg Ebers, [fSS 

kt nt Si>l -===" 
* Anderes liir die Blindheit") oder BlüdsiclitJgkeil: 

Schweinsaiigen. Nitam das dario befindliche Wasser. 
18. midmi ° mal \ Ro 

echtes Stibium 

mnSt ° 1 Ro 

Mennige 

m U( n aft °| I Ro 

Wild- oder NatiirhoDig*=) 

nÜ ^__/| an är 19. in %i u'at 

lein zerreiben. In Eins verbinden 

Utk r^ nt mstr t^ n «e M* r snb-f hr 'au€ 

Einzuspritzen in das Ohr des Patienten, damit es gesund 

werde auf der Sielte.**) 
20. är mee k kbs m'a l'd yj-k m hkr aj) ; 

Hast Du verrichtet Deine Inspeclion der Ordnung gemäss, 

«o sui^e ibci DirJ als Ueschwörung: 

du ännd nn rde m äst nn 

Ich habe genommen dies und gethan auf diesen Sitz 

5t) ipt -<3Z>- sclieiul die Blindheit zu bedeuleo. Was Stern veranlasst, «SM 
mit nGlaukoiDQ zu übersetzen, ist uns uneründticb, und SlelleQ wie TodtCDbuch !6, KU 
^^^ r- „ ^ ■^&- er eröirncle meine blinden Augen stellen i 

Sinn von fy -<sc- ausser Zweifel. Unter den von Navili.E gesammelten VariBntM|.fl 
in theb. Pap. hat der Berl. Pap. I ""^eö ö % -ä|£>. i^uyu ,^. Sonst hat 
die Ibeb. Papyri statt ^ — Jdteu^^A. Jdnteu \ _J[, ilntu \ _J1 . tdntt ^ , /l t 
Abniiches, was dann vom Auge soviel als sgebrochenu oder nausgelaureni bedeutat.|| 
Blödsichtigkeil würde vielleicht für Blindheit zu setzen und die citierle Stelle i 
Todtenbucbes IG, 4 zu übertragen sein: Er Ölfnel mein blödes Auge. Im Kop- 
liscben hat es sich nicht erhallen, doch lässl es sich vielleicht, wie II. 
schon im W'Örterb. ser, I S. )3T5 zeigte, auf ip ^•'^ auswerfen, ausspeien, aiu 
leeren zurüclt führen. 

55) Von selbst Entstandenes des Honigs. 

56) Im griechischen Tbeile des Üccreles von Kanopua übersetzt tv&'ii' 
Eigentlich oauf der llanda, wozu Stsk» passend das alldeutsche Dzehaada und li 
englische sat handu heranzieht. 



1 03] Pap. Ebehs. Die Maasse h. das Kapitel ibeb die AiUEMkRAKKnEiTEi«. 235 

21. d6*') eh -^^ edu -v». {^) eh %* edu .»^ 

des Leidens. Sei gelähmt Krokodil'^) (bis) sei gelahmt 

Krokodrll 

kl nt dr i_J S^l -=e^ m mrte -^i m 

Anderes zum Verlreiben ilor Blindheit in den Angen an 
LVin, 1. b,m O») 

dem Riindkörper (Pupille oder vielleicht Linse). Pupillen- 

verschluss oder Staarbildung, 
Es könnte auch übersetzt werden: Anderes zum Vertreiben 
der Blindheit (Blödsichtigkeit) in den Augen durch einAmulet; denn 
bnn O kommt sicher und nicht selten mit dieser Bedeutung vor. 
Dagegen spricht freilich sehr laut, dass gleich hinter dem bnn 
eine Drogue genannt wird, die auf die Augen gelhan werden soll. 
Diese wäre ja nicht nöthig, wenn das Amulet die Heilung bewirken 



57) Das kopl. B. «luft miser, inlirraus elc. heissl S. «"lufi und kann darum 
ntctit, wie vorgeschlagea ward, auf db zurückgehen. 

5S) Krokodil bedeutet hier soviel wie Dnbold und bezieht sich auf das Leiden. 
Das Ganze würden wir als Beschwörer ausdrücken : »Sei gelähmt Leid, Du Unhold 1 
Sei geUhml!« 

59] y O bnn Q hat wohl ursprÜDglich in der Thal die von Bnucsca 

(Worlerb. ser. II S. i30) vorgeschlagene Bedeutung einer Kugel oder Pille, und 
der Stein J a wie wir schon vor Jahren unabhängig von Sibkn no- 

tierlen, die eines Kiesels. Spüter bezeichnete bnn Q sicher, vielleicht mit Rücksicht 
auf die runde Form, ein Amulet. Auch die bei BaUGScii Wörterb. ser. II S. 395 
angeführten llauplbeispiele Tür bnn Q der Ring bestätigen nur die Setzung btm Q 
das Amulet. Au unserer Stelle müssen wir ihm doch den ursprünglichen Werth 
des ninden Körpers lassen, wie im Texte gezeigt wird. Da LVIII, I 6nfi O mit 
ante , das ihm folgt, zusammengezogen werden darf, und man dann dasselbe 
6»» O '■tfe hat wie UX, 9, könnte man denken, bnn O gehöre mit zu dem 

Mittel und nicht zu der Bezeichnung der Krankheit. Es würde dann nur za über- 
telzen sein: «Anderes Mittel zum Vertreiben der Blindheit in den Augen. Ein 
Kügelcben Myrrhen etc.« Doch würde in diesem Falle eiae doppelte Verschreibung 
vorliegen; denn das ^> am Schlus.se von LVIl, 81 würde zu viel und m bnn O 
Rilschlich roth geschrieben worden sein. Solche den Sinn alterierende Fehler 
waren in dieser Handschrift, welche, wie die I elc. am Rande und einige Emen- 
dationen beweisen, in Gebrauch gestanden hal, gewiss corrtgiert worden; auch 
wurden sie schlecht zu der sonst sorgsamen Schreibung des Papyrus stimmen. 



236 



Geoig Ebex«, 



{101 



eollle. Feraer wird in uaserem Kapitel über Au^okraokbeiteD LIX, 9 
bnn O jedenfallg als Kugelchen oder dergleichen gebrauclil; deoa das 
dort envahote Imn O n an/c kano our eio KüJrelchen Myrrhen 

bedeuten ; die Myrrhe aber (Baläamodendron Myrrha F. Nees. Myrrhen, 
BaUambaum) hat eine eiförmige, zugespitzte, glatte Frucht, und die 
au-Sgeleäene Myrrlie (myrrha eiecta) kommt heute und kam nohl 
immer iu besiaublen oder schwach glänzenden Stücken oder Körnern 
in der Grösse einer Erbse bis zu der einer Wallnuss*") in den Handel. 
Die Stucke, die ich sah, können sehr wohl ßundkörper oder Kugel- 
chen genannt werden. Solche werden LfX, 9 verordnet, wahrend 
bnn LVIII. 1 auch den Ruodkörper des Auges in der oben angegebenen 
Auffassung bezeichnet. 
LVIII, 1. ante ^ Su e nC l_3 Ar hsc ^ n aueyt ^ ° 

Trockene Myrrhen zerrieben mit geronnener (saurer) Milch*') 



60) Biscfiopp, Med. -pharm. Botanik S- 7t. 



»III 






aIII 



IM eine schwer zo bestimmende Gruppe. Wo aueyl -vw« im P»p. Bb. vorkommt, 
imd wir begegnen ihm " mal, Iritt es in der Verbindung «n 'aueyt -«»w. auf. 
SrkBN iibertriigl 'aueyt w*«, das auch noch mit dem oder O determtnierl 
wird, glulen Tarinae: doch fJDden wir keinen ausreichenden Grund für diese Über- 
setzung, Wäre sie richtig, müssle man ^e "^"^^ Itir Saft und die ganze Gruppe für 

San des Mehlliloistors halten. Aber ^e bedeutet, wie wir {S. Sie (96) A. 45] 

zeigten, gewöhnlich Milch und aueyt ««w« muss doch wohl auf die einfache Form 
o 'aue o zurücltgeführl werden. Beim Holz ist es uns in der 
Bedeutung von »fauligi begegnet. Es bezeichnet also etwas ans dem gesunden, 
normalen in einen Zustand der Zersetzung Übergegangenes. Milch der Zersetzung 
oder des in Verderbniss Ubergehens kann aber nichls anderes bedeuten als geron- 
nene sauere oder in kHsigeo Zustand übergegangene Hilch, und so bleiben wir dabei, 
in unserer Gruppe geronnene oder sauere Hilcb zu sehen, zumal solche dem Auge 
zuträglicher sein mJichle als Sali des Hehlkleisters. Dass n nichl als Zeichen der 
grammalischen Relation zu betrachten, sondern zu dem zweilen Worte zu ziehen 



und Ase •"■"■ nauci/t " 
uns nirgends, weder i 

- O , 
as ne ^^^ ii 



I II 



..a: 



lesen sei. glauben wir nicht ; auch ist naueyt allein 
PapjTus noch sonst wo begegnet. Es erinnert 
Xmt — ne , das nur hinter ;(»i( - vorkommt wie 



IM 



I 405] Pap. Ebers. Die Maasse v. das Ka[ 



E AllGENKHANKHElTEN. 237 



i. rde tr n mrle ^. 

hernach auf die Augen thuo, 

kl: 

Ein anderes : 



Cert 



I Hin 
I Hin? 



Zwiebel vermischt mit 3. Honig 

rde ir n mrtß ^^ 

hernach auf die Äugen tbun. 
In 7il xliix = O i"c<' i. m mrle ^^ 
Ein anderes zttni Itehandeln des Gesiclileg (Blickes) t. 
den Augen : 

msJumt 1 Ro 

Stibium 

anu I Ro 

DiDte 

Zwiebeln 

'■ «•*/■«, °, 

>. Msfnsame oder Korn? S. 20i A. 12. 

iey (=ffl n msdml ...^ 

Männliches Stibium. 

ür m x^ 6- ua \ du r mrte ^^ 

in Eins 6. vereinen und auf die Augen thun. 



I Ro 



I Ro 



noMyl allein hinter ^se ««v« erschiene, weno es überhaupt so zu lesen wäre. Besser 
empfiehlt sich die Schreibung n 'aueyt, was, -wie gesagt, sich decompanieren, ge- 
rinnen bedeuten muss und gut zu der Milch passt, während wir die Bedeutung 
nauetft nicht zu besliiuinen wüsslea. ne in der angeführten Verbindung /mf tili 

L weist wohl — man denke an nene On — auf ein sich setzen und niederlassen, 

pd. h. auf die Thüligkeit, durch welche die Hefe enlstehi. 

6S) Aus dem Hllual von Abydos (Marlatle Abydos p. 7i) gehl hervor, das« 
tf^ o°o '* oo 5| 5 Stückchen vom Weihrauch etc. bedeutet; unser t'ey i"^^^ wird 
aber mit r==0) determiniert und ist die Sorte des Antimons, welche Pliiüns 33, tOI 
mos oenni und beschreibt, während Dioscor. K. 99 nur das ■weibliche« ywantetov 
erwähnt. 



Geobc Ebei> 



[lOf 



8. 



kl iii lir U-ü thiu ^ «( mir ^^ 

anderes zom Verlreibfn Jim Albuuo^' in den Aogen: 

ölt jfTW ^ m pf F=i"] n rri (r x«* '=j=' z**""*}^^— ^ 

Weun es donaert am Himmel des Südeos am Abend, und 

es gewittert 

m pt f=> table au an ct-d x"" *^^ *" """ ^^ ■« 

am Bimmel des Nordens, weao fallt nieder die SSale in 

das Wasser, wean 
9. äsf* ^ ! Ha ^ Ar kyt (| *^ =V -°/|') «»«at ] ' «n Ar z»" *^ 

die Schißsleute des Ra sdiwiogea ihre Stangen, wobei fallen 
10. tp ® I ni mM ';^^ äti m'a är-f än-f «w qm-f tu ak ^ änä 

die Köpfe in das Wasser — so ist er wer, der sie RiDgt 

und sie lindet? Ich bin es, der sie fängt, 
M. tu, nk ^ qm-ä tu ännä tp 8> \ tn &8 l^-fi na nhbt r' 

ich bin es, der sie findet, indem ich eure Köpfe zu eudi 

bringe, indem ich eure Halse 

12. In tmn nä hqti >s>^ i In Ar äst c-a «n 
aufrichte, indem ich an seinen Platz stelle, was an euch] 
abgeschnitten war. 

13. ännä (n r dr V-Q n/r ^ ht'a "V- | m/ ^ ml ^ ( nhraM 
So fUhre ich euch herbei, um zu vertreiben den Gott desl 
Fiebers und jeder Todesart*^) und 

M. re (ii hr udd ^ H Slli "i^ yt-^, % — .1 Ar 

s. w. Zu sprechen liber das ScliiUlkiÖlenhirn xermischl mit 
15. fl/i ^ du r tr n uirle ^_ 

Honig. Hernach auf die Augen zu thun. 
Dieser wunderliche Abschnitt ist ein Stuck aus einer heiligeal 



63) Kaum zu unterscheiden von LVII, 6. Dort heisst es sit i 

da» Weianwerden der Augen, liier shtu m mrtS das Weisswerden in dun Äugen. 

64] X"* SQ "* P' ^^^^ '"l ^^^ Stimnie vom Himmel oder der Donner. Kopl. 



i nc tonilni. 
es] Eigentl. des 
viLi.e' sehen Regel >jedei 



aUnnl. und weibl. Todes 
Todesarl« bedeutet. 



I nach der bekannlen Na- 



107] Pap. Ebers. Die Maasse v. dar Kapi 



I HER ntE.\(r.ESKHAMilJKIT£N. 239 



Schrill, das, wie aus Z. li imd 13 hervorgelil, bei der Mischuug 
des anzuwendenden Mittels : ScIiildkröLeniteliirQ mit Honig vorgelesen 
werden sollle. Ähnliclie Slileke koiumen LIX, 3 — i und 6 vor, und 
PlutRrcli, der in seiner Schrift über Isis und Osiris ort gut unter- 
richtet ist, erzählt Kap. Sl, man habe Stellen ans den heiligen 
Schrirten den Salbenbereitern vorgelesen, wahrend sie die Droguen 
vertnischlen, welche das Haucherungsmiltel Kyphi bildeten. Das hier 
angeführte Stück bezieht sich auf einen mythologischen Vorgang, und 
zwar wahrscheinlich auf den Kampf des Rii mit dem Sei Typhoa 
und seine» Gesellen. Eingeleitet wird der Sireit durch ein Un- 
wetlei' in der Nacht. Bei einem solclien denkt man sich den Set 
mit dem Horus oder, wie hier, mil dem R'a Hnnnachis im Slreile. 
Es fällt dabei die heilige Säule, der Pfeiler an dem das in Mumien- 
gestalt ausscnlpierte Bild des Osiris angebracht ist, in's Wasser; d. h. 
der Osiris, für den der Kampf geführt wird, verschwindet in seinem 
Etenienle, oder wie die Mythe sonst lehrt, in der Unterwelt. Nun 
schwingen die Geftihrten des Ra die Stangen; denn mnäl 1 bedeu- 
tet fraglos auch die Stütze oder den Pfahl und ist dasselbe wie das 
arabische nabbilt, der starke und lange Holzstock in der Hand der 
Rhafire, der Führer elc, der zugleich als Stütze und Waffe dient und 
uns auch auf altaegyptischen Bildern häufig begegnet. Wir finden 
ihn in der Hand mancher Gütter an Stelle des Scepters 1 sowie 
in der der Matrosen, die bei den Jagden auf Krokodile etc. helfen, 
der Ortsvoi-sleher, Aufsebei' etc. Bei dem Kampfe gibt es ein ge- 
walliges Köpfen. Die Haupter fallen ia's Wasser; doch der Gott 
weiss sie zu fangen (an) wie Fische und sie den Verwundeten wieder 
aufzusetzen. Dies Abschneiden der Köpfe ist etwas sehr häufiges. 
Die Gegner der guten GüUer kommen oft auch im Todtenbuche 
um die Köpfe, und das 8 P^; « mm ■'*? L_J '/* **'"' ^^^ '^'^ 
schneiden ihrer Köpfe {Todtenb. 19, 3) ist eine dem Aegyptologen 
wohlbekannte Formel. Der Besucher der Königsgraber von Theben be- 
gegnet auch an den Grabwänden in den Scenen, welche das Leben in 
der Unterwelt darstellen, nicht wenigen auf dem Kopf oder den Füssen 
siehenden Gestalten mit abgeschnittenem Haupte. Aber auch das 
Wiederaufsetzen der Köpfe kommt mehrfach vOr. Nach dera Kampfe 
des Set mit dem Horus schlagt der letztere der Isis, die sich des 



2(0 



Geobg Ebebs, 



[108 



(JberwundeDeD erbarmt hatte (Plut. Is. u. Os. I9'j, den Kopfschmuck 
[■nji xKptxXf^g tö liaai'kiiov) , ursprünglich wohl den Kopf ab, und sie 
wird dafür von Hermes (Thol) mit dem rinderkOpGgen Helme, ur- 
sprünglich aber dem Kuhkopfe versehen. Im Pap. Westcab bewahrt 
der Zauberer n u ö --j, Dd-ddä ^ seine Kunst vor dem Könige 
xufu (Cheops), zu dem ihn der Priuz llr du duf geführt halte, in- 
dem er abgeschlagene Köpfe wieder aufsetzt, und dies unter den 
Pyraraidenerbauem der IV. Dynastie. An unserer Stelle scheint sich 
der Arzt mit dem Gott zu vergleichen und sich die Fähigkeit zuzu- 
schreiben, die grössten medicinischen Wunder zu verrichten, d. h. er 
versteht wie weiland die .Mährchengestalt des l)d-dää ^ abgeschlagene 
Kfipfe wieder auf die Halse zu setzen etc. Vielleicht ist auch der Gott 
gelbst in der Beschwörung, die ihn dann in der ersten Person ein- 
fuhren würde, gemeint, Sie, die Beschwürung, hat den Zweck, dem 
mit Honig vermischten Schildk rötengeh im besondere Heilkraft zu 
verleihen. — 
LVHI, 15. ktnl ilr :_J tcii Q I lU, iii mrle -^Z 

Anderes zum Vertreiben der Entzündung in den Augen: 

prt in . n kpne ^ n( U-J an fyr 

Wachholderbeeren von Kpn6 (BybIosGebal) fein zerreiben mit 
n. mu ^^ räe « se '^ r tr n mrle ;^^ fe 

Wasser. Dem Patienten hernach auf seine Augen zu thun, 

r anb-f kr aue 

um ihn gesund zu machen auf der Stelle. 



Die Bedeutung von prt 



aS-^i 



"S^ , , , "tlX 1 1 r P^' 1 1 1 ^^ 1 1 1' *^'^ *'*^'"' '■"""§ '" unserem Papyrus 
verwandte Beere haben wir schon bei der Behandlung des Kyphire- 
ceptes Pap. Eb. XCVlll, 12 tf. Zeitsclir. 187i S. 108 für Wachholder- 
beeren ei'klai't. Stern gibt im Glossar zu dieser Handschrift die gleiche 
Übersetzung; H. Bfitosca aber widerspricht ihr Zeitschr. 187Ö S. 123, 
indem er sich auf eine Inschrift des Tempels auf der grossen Oase 



109] Pap. Ebers. Die MA.tsse i. das Kapitel iBBRurE Ai'genkbankheiten. 24 1 
ixarigeh) in der Oasenstadt [Tl J ° °^ Z ^^^ ® bezieht, welche lautet: 

"Tti sha sbif f m 'aS u^ixm st iitnnte vU; rn-f pH Sn auf- 

gestellt wurden seine Thilren in 'aS \\ *^ holz aus den Gegenden des 

Westens (Libven), welches sein Name nr Sen , d. h, dessen — 
\ 1 n ' I II I ll' 

des ö^holzes — Name auch ist pr Sn . Sollte nun Lepsius' Ver- 
muthung sich bestätigen, dass bi^Aooder o, welche man lange Zeit 
fUr die Ceder gebalten hat, die Akazie sei, so wurde dieser Satz 
allerdings dahin Tührea, das p*' ... Sn Tür den Samen einer Akazien- 
art zu halten; doch künnen wir uns dazu nicht entschliesscn. Später 
werden wir zeigen, wie viele GrUnde nülhigen, in «/ Q £3 die Ceder 
oder Cypresse zu sehen. Was Lepsius bestimmte (Zeitschr. 1874 S. 73), 
aS für die Akazie zu erklaren, ist der Umstand, dass sein Name oft mit 
der Schote | determiniert wird; doch ist dieser Grund keineswegs 
entscheidend, da das Zeichen e für sich und mit den Complementen 
I »kil """ gelesen wird und wie das kopt. jiottju angenelim süss 
bedeutet. Als Determinativ hiuter 'ai --^ oder ai ÖO kann es recht 
wohl auf die Annelimlichkeit des Dufles der Ceder deuten, die das 
C3 zu den riechenden oder importierten Pllanzen weist. In unserem 
Pap. wird weder aS, noch hrtr , , , die Bohne, für die doch Schoten 
charakteristisch sind, mit S determiniert. Dennoch schliesst Bhucscu 
sich Lepsius an und sagt Zeitschr, 187Ö S. i23: »Cedern wachsen 
nicht in den Oasen der libyschen Wüste, wohl aber Akazien {Reste des 
Holzes dieser Baumgattung fand Professor Ascbebbon in einem Tempel 
verbaut vor) und zwar eine besondere Art der Acacia nilotica, welche 
den obigen Namen (iiS "^^j führte«. Da nun der genannte trefl- 
liclie Botaniker Stuckchen und keineswegs ThUren vom Holz der 
Nilakazie im Tempel der grossen Oase fand unil filr '(li^Ao oder 'aS () | 



66] Eb ist dazu traglich, ob "^ — Q tiarsiellen soll oder 8, 



2iä! 



Georg Eskus. 



(110 



= Acacia nilotica nichis spricht als der üinslaDd. dass ai als auf 
libyschem Boden, in der Oase wachsead Lezciclinel wird und wohl 
die Akazie, nichl aber die Ceder vom Libanon auf den Inseln der 
Wusle gedeiht, werden wir zu unlersiichen haben, ob 'aS A C5. '"^"^ S 
oder die ihm gleichgeslellle pW^w pflanze nicht etwas anderes 
betleuleu kann als die Cedcr vom Libünon oder die Akazie? Wir 
glauben diese Frage bejahen zu sollen und erklären vorwegnehmend 
schon hier, dass wir pr/ /en für Wachholderbeereo halten 
und den ßuum gleichen Namens, den die oben niitgetheilte 
Oaseninscliri ft ai A "^ aus dem WcsÜande oder Libyen 
nennt, fUi' eine der Wach hol der-, Cy pressen- oder 
Thyiarten, deren Ueiniat Nordafrika war. Unsere Gründe 
für diese Ansicht sind zahlreicli, wir solllen meinen entscheidend. 
Erstens kann ndmlich unter dem auf der Oase erv\achsenen und 
dort heimischen libyschen a^baume die Acacia nilotica kaum gemeint 
sein, weil diese (auch Mimosa nilotica oder vera genannt) nur vom 
Senegal bis Aegypien vorkommt {Leünis' Botanik S. 367 § 27i), unser 
f^ . . J*^'^ . . , aber, das ihr gleichgesetzt wird, aus kpiie jXj bezogen 
werden soll, einer Sladl, die sicher in Phoeuizien gelegen war und 
wahrscheinlich das alte Byhios (Gebal) ist. Nun wachst die Nilakazie 
so wenig in Phoenizien wie die Libanon-Ceder auf den Oasen, der I 
phoenizisclie Wachholder [Juniperus phoenicea) ist aber eine beson- 
dere Art dieser Pflanze, die nach Leunis (Botanik S. lOi I'. § 623c) 
rotbe, sehr aromatische Beeren hat, die in allen Theilen des Orients 
sowie in Griechenland statt unserer schwätzen Wachholderbeeren im ■ 
Haushalte wie in der A|)olheke gebraucht werden, Sie liefert auch] 
das harzige WachholderholzOl oder Kadeöl (oleum cadinum). Hiermitl 
wlire noch immer nicht klargelegt, warum man den p»"' j i . »'« . i .haum-j 
dem libyschen aibaum von der Oase gleichsetzen konnte; doch auchi 
dieser Umstand lindel seine Erkliliung. Die Allen rechneten nämlich I 
den Wachholder zu den Cedcrn. Bei Dioscorides wird z. B. der! 
spanische Wachholder (Juniperus oxycedrus) xtd(jos /tix^u genaonVl 
und das kostbare Thuja {Ovift)hoh, das einem Baume enstamrate. dea'j 
die ROmer auch citrus nannten, die Cedrus mauritanica und allan-< 
lica, war ein nordafricanischer Baum. Wegen seiner schönen Wurzel- 1 



1 1 1] Pap. Kuers. Die .Maasse l. das Kapitf-u lbeb die .\i(iE>Kii \' 



. 2t3 



masern wurde sein Holz zur Verferligimg voq Liixusmöbelo und be- 
sonders von Tischplatten so hoch geschaizl, dass z. B. Cicero lieinahe 
100,000 Itlark für eine einzige bezahlte. Plinius bist. nat. 5, 1 
13, 15, lö und 30 weiss viel von diesem kostbaren Holze zu er- 
zühlen, das aber trolz seines Nebennamens n citrus« gewiss nicht für 
unser Gilronenholz gehallen werden darf. Diese Thujaarl ist keines- 
wegs der von der Oasen Inschrift aS u *t^ oder prt Sii genannte 
Baum, doch wahrscheinlich der Cypressen- oder rolhbeerlge Wach- 
holder, Juniperus phoenicea L., und der Griechen iityäXtj npiwi'ö-oe, 
grosser Wachholder, dessen Holz verbrannt wird und der Cypresse sehr 
Shntich sieht. Schon Dioscorides 1, 103 fand ihn tiifffpijc xvmtQi'aijffl. 
cypresso similis, und Spbesgel zeigte zu Dioscor. 1, S. 387. dass die 
xe'dpoe der Alten gleich sei dem juniperus phoenicea L. Theophrast 
unterscheidet <tQXfvUog und xfd^oe, doch lasst er jenen, den Wach- 
holder, auch aus Phoenizien stammen. Amor soll aus Cypressenholz 
seine Pfeile geschnitzt haben, und es war auch von besonderer 
Schönheil, Festigkeit und leicht polierbar. Seiner Dauerhaftigkeit 
wegen empfahl es Plutarch, um alle Gesetze darauf niederzuschreiben, 
man baute daraus am Mittelnieer viele Schilfe, und dass es sich vor- 
züglich zur Herstellung von schönen Tempelthuren eignete, unterliegt 
keiner Frage. Die Notiz, dass alle Mumiensarge daraus verfertigt 
worden seien, ist falsch; doch besitzen wir selbst den hübsch ge- 
schnitzten Deekel eines Küslchens roil einem Löwenkopfe, der nach 
der Bestimmung des Botanikeis Lancetiial zu Jena aus dem Holz 
der Cypresse besteht. Von gleichem Material sind auch andere aegyp- 
tische Alterthümer, und wie die Cypresse, so wachst auch juniperus 
phoenicea auf nordafricanischem Boden, Die Oaseninschrift bezeichnet 
das B^ AS, das dem pri ^e« gleich sein soll, als das aus dem 
Westlande; wäre also ai Q Q ohne nähere Bestimmung gleich der 
mimosB vera oder nilolica, mtlsste man doch in der aus Libyen eine 
besondere Art der Akaxic erkennen. Von einer solchen fand Prof. 
AscHBRsos, wie oben erwähnt ward, Holzreste, doch fragt es sich, 
ob die Aegypler im Stande waren, die feinen Divergenzen aufzulassen, 
welche die Mimosa vera der Oase von der, die am Nil wuchst, unter- 
scheiden. Dagegen wird bei Dioscorides I, 1 03 der Wachholder 
(«(MUtfi^o;) von den Aegyptern ?j(itov/i genannt, und dies »Libium« 



SU 



Georg (Übers, 



kOante das libysche oder der aus dem Westlunde bezeichnen, wenn- 
gleich das t für v Bedenken erweckt. 

Da nun auch, wie erwähnt, die niimosa nilotica nicht in Phoe- 
nizien gedeiht, und man doch J>^^ ... ^" .-, das ihm gleich sein soll, 
aus einem phoenizlschen Orte zu beziehen hat, wird die neue Mei- 
nung, äif ö a sei die Nilakazie, immer hinfälliger und wir meinen, 
dass sie völlig beseitigt wird durch den Umstand, dass als die 

höchsten Baume Palästinas, die den Himmel erreichen {-SS> ^ 

~e A III <=> 

^ phu A « hrt i=i), im Pap. Anastasi I 1 9, 3 ed. Chabas die Bäume 
l| ^v™Al hnln (\\ und Q A i a^ Q A i genannt wei-den. 

Die ersteren kommen nie als aegyptische und immer nur als atis- 
litndische Bäume vor, und schon Chabas erkannte in ihnen die Eiche, 
hebr. '\b% die zweiten aber können nimmermehr die Nilakazie sein, 
welche weder besonders hoch wird, noch überhaupt in Syrien ge- 
deiht, wohl aber die ihrer Höhe wegen so lierOhmte Ceder des 
Libanon. Sehr passend wird diese mit der Eiche als ein den Himmel 
erreichender Baum zusammengestellt, während Eiche und Nilakazie 
sich in Palästina gamichl zusammenTanden. 

Halten wir das a^ Q A ohne nähere Bestimmung für die 
Ceder, das libysche oi Aß aber, das dem prt in gleich 
ist, FUr juniperus phoenicea, eine in Nordafrica wie in 
Phoenizien vorkommende Pflanze, so istAlles erklärt, 
öuch wird niemand leugnen, dass man weit eher den Wachholder 
mit seinen runden Beeren, als die Nilakazie mit den länglichen 
Keinen in den Schalen Pischeierhaum nennen konnte, und doch weist 
BBiicisai selbst auf Stellen hin"), aus denen wir ersehen, dass die 
/ir-.4tj-pnanze auch das A'flrfisclieier-Holz genannt ward. In den Kyphi- 
i-ecepten heisst es nämlich ^^^ — o'^ooo ^*%<=* li^ Ul JV'ar- 
tiücheier wird genannt das holzige pr o in -s-^. Wer die Beeren des 
juniperus phoenicea gesehen hat, der wird zugeben, dass sie den 
Kiern eines grossen Fisches so gleich sehen, wie dies keineswegs 
von den Kernen der mimosa nilutica oder vera ausgesagt werden 



■ Zeitschr. 1875 ; 



113] Pap. Erers. DieMaasse li. dasKai-itel ib 



; AlÜENKRA-NKIIEITEN. 2i5 



kann. Prüfen wir Dun die Kypliireceple, von denen auch unser Pa- 
pyrus eins enlliall**), so finden wir weder in den Verordnungen, 
welche die aegjplischen Texte, noch in denen, welche die Griechen 
aufbewahrten, eine Drogue erwähnt, die man für Akazientheüe halten 
durfte, wolil aher bei diesen wie jenen Wachholderbeeren, wenn 
maa prt Sen i\ir solche halten darf. Dazu bemerken wir, dass 



^'^i'^' 



2 3 

' I ir oiii> 



J, mag es dem 



'"",,, (o¥o-V, 
kopl, eßpÄ-, Plur. eSpHTe, Beeren entsprechen (?) oder nicht, jeden- 
falls Samen oder Beeren zu übersetzen ist, und Sn, das immer mit der 
Locke '^ geschrieben wird, in altaegyptischen Texten aus jederzeit 
das Haar, die Locke und das Krause bedeutet. Wer Wachholder- 
straucher kennt, der wird gern zugeben, dass es wohl angehen 
würde , sie auf Deutsch in poetischer Sprache » krausen Wach- 
holder« zu nennen. Das kopl. SeptyHOV, ßeptyer coriandrum sati- 
vum in pr Sn zu sehen, scheint uns schon wegen des ^a-^, 
womit das Sii oft determiniert wird, und das stets auf holzige Pflanzen 
weist, unmöglich; auch ist wohl kaum etwas anderes als das pr f 
des Pap. Ebers LXXX, 5 und 10 etc. der Vorganger des koptischen 
SepufHO'"'- Da ferner pr Sn auch dem arfbaume aus Libyen gleich- 
gesetzt wird, kann man es nie und ninnmer für den Coiiander halten, 
diese Gewürzpflanze, die bei uns als Sommergewächs kultiviert wird 
und deren oben ästiger Stengel glatt und kahl ist wie die ganze 
Pflanze. Ihre Früchte kennt jeder; denn sie sind die AniskUgelchen, 
die unsere Bücker gebrauchen und die sicher nicht zum Verbrannt- 
werden und als Raucherungsmittel taugen. Nach Dioscorides hätten 
die Aegypter den Coriander Öxiov genannt. Dass davon, und zwar 
in der Bedeutung von Coriandersamen, SeptyHOV — Ber — ochioa 
herkommen sollte, will uns keineswegs wahrscheinlich dünken. In 
den griechischen Kyphireceplen wird xö^iov oder xogiafi-of [Cori- 
ander) ebensowenig erwähnt wie Akazienkörner; Wachholder aber, 
wie gesagt, in allen. Prl Beeren oder Samen werden im Pap. Ebers 
von vielen Pflanzen verordnet. p>'t... i" aber am häufigsten. Diese 



68) Betiandell und übersetzt von uns Zeitschr. 1874 S. 106 tf. 



2i6 



(iuOrg EllEBS. 



sollen gewogen und geniessen werden, und Kumh fand unter den alt- 
aegypliäcben FrLlchteniniBcrlincrMuseura unsere "juniperus pliuenivea". 

Ks bleibt uns noch (ibrig zu unlersurliun, ob denn der ~~~f Jj--^ 
bäum, dessen libysche Art. in der wir juniperus phoeniceu L, oder 
die ihm sehr ähnliehc Cvnresäe erkannten, dem pr in gleich sein 
soll, in der That, wo er ohne nähere Bezeichnung vorkommt, die 
Ceder bedeutet , und wir glauben diese Frage bejahen und die 
College« auflordern zu sollen, von der Geijflugenheil zurdckzutrelen, 
üS O ^=y" die Akazie zu üburselzeß. 

Des Dr. MottiESKK schon mehrfach erwahnrc Sirassburger Disser- 
tation enthebt uns der Muhe, die Geschichte der Deutungen des Namens 
'aS zu wiederholen. Chabas und de Hobhack hatten schon früh die Ccder 
in ihm erkannt, und vz Rutüg's Cbersetzung "Akazie« war bereits durch 
ihre guten Argumente zweifelhaft geworden. ItntiuscH und andere 
schlössen sich ihrer Erklärung gleichfalls an, bis die oben erwähete 
Oasen insichrifl Lkpsiüs veranlasste ruf filr die Akazie zu erklaren, weil 
die Libauooceder nicht in Libyen vorkomme, und 'as auch bisweileo 
mit der Schote B deteruiinirt werde. Diese nun — uir wiederholen 
es — scheint ihm auf die Schoten tragende Akazie zu weisen, während 
sie wahrscheinlich blos auf den angenehmen Duft des sonst nur durch 
C3 als angenehm riechend bezeichneten Baumes deutet. BnuGsca 
schloss sich Lepsids in dem oben angeführten Aufsatze an, und so kam 
es, dass wir spater ganz altgemein in Deutschland, Frankreich und 
England W O -^ , ^^OA, o^ f ö die Akazie übersetzen sehen. 
Nun verbietet — wir meinen es erwiesen zu haben — der 1 
Umstand, dass nach der Oaseninschrift der libysche aJbauia dei 
pr/ ^n gleichgesetzt und im Pap. Ebers prt Sn 

I%önizieD verordnet wird, ai Q"-^ für die Akazie zu halten, wen) 
die einzige Art dieses Baumes, die hier gemeint sein könnte, Mimof 
Vera oder nilotica, in Phönizien nur als Fremdling vorkommt. Am 
Grunde, die zum Theil schon von Chabas und db Horracx gefundettl 
worden sind, und die Dr. AIoldbxke zusammenfasste. kamen dazu, 
uns in der An.sicl]l ai O -"v' •''^' *^^^ Ceder und as O -^ aus dem- ' 
Westlande ein der Ceder verwandter Baum zu bestärken, und m , 



115] Pap. Ebebs. Die SIaasse t. was Kapitel iber die Atr.EM>BAM>iiBiTEK. 247 

jUQgster Zeit ist auch uaser in diesem Dinge besonders bewanderter 
Freund i. Dijjiicben zu des alten scharfsinnigen Chabas' erster Er- 
klärung zurückgekehrt. Schon der Umstand, dass das so häufig er- 
wähnte ä^-holz fast überall, wo ihm eine nähere Bestimmung folgt, 
als echl oder aus dem Auslände stammend bezeichnet wird, hindert 
uns, es für das am Nil heimische Akazienholz zu halten, von dem 
unechte Sorten kaum denkbar sind. Gegenüber der Ceder verhielt 
es sich anders. Die echte war wohl die vom Libanon oder aus 
Asien, — die aus dem »Wesllande« der Oaseninschrift die Cypresse 
oder juniperus phocnicea, wird wohl die unechte gewesen sein. Es 
widersteht uns, C, Piebl's"") fleissige Zusammenstellung der Gegen- 
stände zu wiederholen, die man aus aiholz zu verfertigen pflegte, 
und was von denselben den Tempeln durch den Pharao verehrt 
werden soUle, Die ersteren, von denen wir eine lange Liste aus 
verschiedenen Zeiten und Orten notierten, waren meistens fein, mit 
Einlagen geschmückt und theils so beschaffen, dass sie kaum aus 
Äkazienholz bestehen konnten. Besonders schwer ist dies von den 
vor den Tempelthoren aufgestellten schlanken Masten zu glauben, für 
deren Herstellung die massig hohen, selten ganz geraden Stämme 
der mimosa nilolica wenig geeignet gewesen wären, während der 
hochragende Stamm der Ceder aufs Beste für dergleichen passte. Wenn 
die Thore als »schün« bezeichnet werden, müssen sie gewöhnlich von 
(liholz sein. || T "IZ^OÖ seine schönen Thore von 'aS- 
holz (Zeitschr. 1875, Taf. II. Z. 3ä) kehrt in zahlreichen ähnUchen 
Schreibungen wieder. Die palSstinäischen Eichen und 'aS O A bäume, 
welche den Himmel erreichen, des Pap. Anast. L, 19, 2 wurden 
schon oben erwähnt. Für den Bau gewöhnlicher NilschilTe verwandte 
man die Akazie; doch hat schon de Horrack erwiesen, dass die 
Pracht- und FestschifTe nicht aus Akazien-, wohl aber aus aS oder 
Cedernholz bestanden. Zu Gunsten seiner Meinung fuhrt er einen 
Satz vom lateranischen Obelisken zu Rom an, aus dem hervorgeht, 
dass Thutmosis lU. die grosse Feslbarke des Amon von Theben 
aus echtem «^holz herstellte, welches er föllen liess Ar sl Rix 
"^^^ tida im Lande Rix, (nicht statt r'hi) das keinenfalls einen Theil 



69) C. PiKtiL, Glossar zum Pap. Harris 1. 



2i8 



Geiibg Ebers, 



[tH 



Äegypteas, sondern nur das asiatiäclie Land bezeichnet, aus 
welchem das ;(8b(J (alt; x^^^) oder Lapis lazuli bezogen wurde, 
das so ofl unter den Tributen der Asiaten genannt wird und von 
dem sich viele Gegenstände erhallen haben. In Vorderasien so weil 
die Acgypler kamen, gedieh die miniosa nilotica niclil, und kam 
sie dort auch als Fremdling vereinzelt und in weit weniger voll 
entwickelten Exemplaren vor als in der Heimat, wozu hätte man 
sie importieren sollen, da sie im Nilthal sehr viel hUuliger und 
schöner gedieh. Unsere Akazie, die jetzt auch in Asien vorkommt, 
ist ein aus Amerika importierter Baum, lu den Plolemaertempeln 
ist hauüg angegeben, dass die Thiiren aus n^liolz bestanden, das 
ofl »echt« genannt wird'*}. Findet die Provenienz sich erwähnt, 
wird Aegypten, wo die Ceder vom Libanon garnicht, die Akazie 
aber um so besser fortkam, niemals genannt, dagegen aber stets eine 
oder die andere Landschaft, die man zwar nicht naher bestimmen 
kann"), die aber immer nur in Asien zu suchen ist. 

Dazu liaben wir ja in ? "^ -^ Sndl (all J ^ A) ganz 
sicher die Niiakazie, mimosa nilotica, deren Namen sich im kop- 
tischen u)onTe, rs)£jv-\- und seinem Nachkömmling, dem arabischen 
»Sunt« recht wohl erhielt. Diese kam schon im allen Reiche als 
der Baum vor, von dem man, entsprechend der Beschreibung des 
Herodot (II, 90), die Lastschifle in .4egypten baute. Als eigentlicher 
Charakterbaum des Nülhales wird er in den Nomenlislen in den 
verschiedenen Gauen 24 mal als heiliger Baum genannt, walirend inj 
den nämlichen Listen der a^baum kein einziges mal vorkommt. Wäref 
'aS nur ein anderer Name für SnJt -^ gewesen, so hatte er . 
einer oder der anderen Slelle der Listen erwähnt werden mütssea,! 
zumal man keineswegs streng an einer bestimmten Schreibung des] 



70) Schon unler Tliiilniosis 111. (18. Dyn.) wird eine grosse Tluir erwühnll 
ms m W O O O m'" bk ?^_/I m nb ', hergesU'llt aus 'ailialz, eingelegt mH^ 
Gold. MarieUe Karnak XV, H. Zu solcher kostbaren Auszleniog wird das 'o/bolfffl 
aucli anderwürts erlesen, und es luuss schon darum elicr das Cedern- als dasl 
in jeder Hinsicht geringere Akazienhok sein. 

71) Dies gilt auch vou der j;**rf-Heimat Dfrr. 



< 171 Pap. Ebers. Die Müsse v. das K.4i>itel (beb die Augenkrankheiten. 249 



im Pap. Ebers in iler Form f ^^ -^Pt hidt -^ vorkommenilen 
Baumes hielt. Den Consonanten im Anfang seiner zweiten Silbe seilen 
wir vielmehr <=> d, Vsclitecht) », und "W (alt) f schreiben. Gestattete 
man aber bei der orthographischen AViedergabe seines Namens so 
grosse Willkür, war' es wohl auch erlaubt gewesen ihn bei dem Namen 
aS O zu nennen, wenn dieser nur wie Sndl ^^ {Pap. Harris I 
Aife) die Nilakazie bezeichnet hatte. Auffallend wäre es ferner, 
wenn der (Jarteufreund [|§7| fl ^ üwnä w», der den Nachkom- 
men die Namen und Zahl der Bäunoe nennt, die er auf seinem 
Anwesen gepflanzt und gepflegt hatte, {es waren 20 Arten) die 
Nilakazie vergessen hätte. Von dem Wachholdcr, den er ^l^"^ x^ " ^" 
Holz der Locke oder Krausholz (S. S. 245 (H3)) nennt, besass er 3 
Exemplare. 90 Sykoraoren, 31 Persea?baume, 170 Dattelpalmen, 120 
Dumpalmen etc. grünten in seinem Garten, und so muss wohl auch die 
Nilakazie darin gestanden haben. Wir möchten den | -^ oder Scho- 
lenbaum, von dem er 16 Exemplare besass, für dieselbe halten. Dass 
eine Vergleichung der Texte von Dendera und Edfu die Variante S | ö 
ergibt, hindert uns nicht an dieser Bestimmung, die wir an einer 
andern Stelle zu begründen gedenken. Es kommen in den erwähnten 
PlolemSertempeln *^ prt d. h. Körner von derselben vor. 
Der WcsA bäum wird als fremdländischer, der in Aegj'plen nicht 
fortkam, auch im Grabe des Anna nicht erwähnt. 

Der Verfasser des Pap. Ebers verschreibt vom a^ oA bäum 
das 'ad ° (Fett oder Harz) für den Kopf XLVIIl, 12 und die Drüsen 
am Halse LH, 1i. Die C3 xp » «^ werden verordnet XLVI, 13 

— 14 gegen die böse am r=S3 krankheit in einem Mittel, das der 
Gott R'a für sich selbst bereitet, und LXXVII, 21 gegen kranke Zehen; 
und sie bedeuten wohl »FeilspahneH S. 225, (93). Das Holz des aS- 
laumes hilft mit Milch zerrieben gegen Schorf, nachdem er abge- 
^llen ist; das usi ""^ö»- oder /*>* des ai oAbaumes, d. s. die Spahne, 
Kdie man durch Sagen oder Feilen seines Holzes gewinnt, werden 
ixXVl, 6 gegen Blutheulen (Nest des Blutes), tXXXill, 1 in einer 



Geobg Ebers, 



coiDplicierten Saibe zur Eiareilmng eines Geßlsses (Ner\, Ader elc], 
XCIII, 19 gegen prolapsus uteri verordnet. - Das O^s \^') LXXIV, 
13 ded Vi^baumes wird wie das Holz desselben gegen Schorfe ver- 
wendet und bedeutet, dem koptischen Kice hoch sein etc. und dem 
ursprünglichen Werthe der Wurzel Os entsprechend, sich erheben, 
die Erhebung vind Spitze. Der so genannte Theü eines Baumes kann, 
als Medicament verordnet, schwerlich sein Gipfel sein, wahrschein- 
lich dagegen die Spitze der Zweige; denn an dre Zapfen darf manj 
kaum denken, weil ausser vom Wbaum auch von der Pflanze. 1 
l?"^ rsf "^j das />» verordnet wird, und rsl "^ eine prUgnan! 
riechende Pflanze ist (XXI, \o], die kaum etwas anderes bedeuten 
kann als unser Calmus. 

Überblicken wir diese Verwendung des '«» ß »■=6' baunies, so 
müssen wir zunächst bemerken, dass das 'ad desselben wahrschein- 
lich jenes Cedernöl ist, womit schon die Alten Holz bestrichen, um 
es gegen Wiirmfrass zu schützen und das von den Aegyptern zuiU:^ 
Zweck der Balsamierung der Mumien fleissig benutzt ward, 
wissen wir durcli die Allen (Herod. 11, 87); Czebhak fand aber aucbJ 
bei der Untersuchung zweier prager Mumien, dass man das Siebbein ,j 
der Nase des Leichnams zersprengt halte, ura durch dasselbe Cedem- 
61, das sich in getrocknetem Zustand vorfand, in den Schädel zu 
spritzen. Akazienöl hat sich nirgends in balsamierten Leichen ge- 
funden. Was der Pharmaceut von der Mimosa vera oder nilotica j 
benutzt, ist nur das Giimnii und der Guaimischleim (rouicilago gummi j 
Mimosae] sowie der succus acaciae verae, ein aus den unreifen Früchten. 1 
bereiteter, tonisch adstringierender Extract, der aber nie und nimmer 1 
Akazienfett genannt werden konnte. Ebensowenig lassen sich Akazien- 1 
spahne als Medizin denken. Ausser diesen Theilen oder Producteal 
der Ceder begegnet uns auch das -^ °n ''S" "' "^ ff oder 1 

Cedernöl (auf zahlreichen Opferlisten), das zu den hochgeschStzteaJ 
Nalurproducten gehörte, die man »Ausflüsse des Auges der Gottheitn, 1 
spSter sogar »das Auge des Horus« nannte und den Götlein dar»] 
brachte. Es blieben Altare — die schün.sten sahen wir im Museum zttj 
Bulnq — mit den Vertiefungen erhalten, in welche man die Sub-I 
goss, deren Geruch den Nasen der Götter genehm war. 1 



*19j Pap.Ebers. Die M.tAssE r. das Kapitel iBEB die Ai:genuha>kiieitkn. 251 



Weil das Gederöl bei der iMumisierung der Leichen eine so grosse 
Rolle spielte, sollen es nach Dioscorides einige «das Leben der Todten« 
genannt haben, und man sagte ihm nach, dass es belebte KOrper 
verderbe, verstorbene aber erhalte. Dennoch ward es als Medicamenl 
benutzt, und wir hören Dioscorides sagen, dass man es den Mitteln 
gegen Augenkrankheiten beigebe, da man durch Salbung damit die 
Scharfe des Gesichtssinnes stUrke und die Leukome und vernarbten 
Wunden {oi'Xäg,) im Auge heile. Hier scheint Dioscorides, wie auch 
SpHBSGEL vermuthet, unter xt'd^os nicht die Ceder vom Libanon zu 
verstehen, sondern juniperus phoenicea'^). Diese Wachholderart er- 
kannten wir schon in dem as (\ t^ des Wesllandes, das auf der 
Oaseninschrift dem pri , , , ^" , gleichgesetzt wird, — und so erklärt 
es sich, dass wir von der Libanonceder nichts, wohl aber an unserer 
Stelle prl sn gegen Augenleiden verordnet werden sehen. 

Neben «)i -^A* Q hat L. Sters auch M'^'^. '^I'l "^i «*;*' Q fUr 
die Ceder erklärt und mit dem kopt. ci6e, ciai cedrus zusammen- 
gebracht; doch jedenfalls irrthümüch; denn statt dem ;fr» sbt -^ 
das er 4 mal nennt, muss es überall heissen 1 J -^ yt n 

ksbt. Der Umstand, dass ein Strich durch das Ende des hieratischen 
k ging, veranlasste ihn -tr^ für "^£=0 zu halten, doch zeigt uns XX, ü 
ganz deutlich 'in ksbh'. Der Strich durch die Spitze des k ist der 
zu gehörende, sbt und x*'" sind also zu streichen, 

So haben wir denn in prt in eine Wachholderart, 
wahrscheinlich juniperus phoenicea L. zu sehen, ajf ^^A- Q 
oder 'aS A | ist nicht die Nitakazie, mimosa vera oder 
nilotica, sondern die Ceder vom Libanon, ai Q "^ des West- 
landes ist gleich dem pfl ... i" juniperus phoenicea'*) oder der dieser 
Pflanze ahnlichen Cypresse. Wenn Molkeske auch in prt ° mn O -^ 



7S) Der Schoüast lu Nicander Theriac. V, 58* sagt: »jiffXEV&og {agxev&ii) 
di xaXelTai b jtaQnog vr^i xid^ov, iictt xa'i avto th devdffop a^xiv^os 
Xiyf.Tatt. Arkeothos (Wachholderj heisst die Frucbl der Ceder, wie denn auch 
dieser Baum arlteuthos (Wacliholder] genannt wird. 

73) WSchsl nacli Bhadk (Ascubrso?!} niclil mehr in Aegyplen. 



Georg Ebeks, 



denn die Griechen (Dioscor. I, 103) unterschieden davon sehr be- 

slininil zwei Arten, den «rossen und den kleinen, und prt in " 

o A ' ^ in in 

und f' ,,, «««Q '^ können recht wohl diese beiden bezeichnen; 

werden sie doch im Pap. Eb. so oft unmittelbar nebeneinander ver- 
ordnet, dass man sie wohl für etwas Gleichartiges oder Verwandtes 
halten darf, so IX, 1 und 2 prt' in ° prl ° uan Q -^ ° , XXXI, 13 
ebenso, XXXIII, 21—22 ebenso, XXV, I und 2 f' , ?,««'' O ^,n 
und !"■',,, ^,,,> I-XXVIII, I und 2 ebenso. 
LViii, n. kt: 

ein anderes; 
<8. tubn O 1^*) n ageyi »'=•) n( ac") "^J ^ z« UJ hr 

Talg von der Kinnlade eines Esels vermischt mit 
19. WIM qbu B -wv" rde n se "^ r m'a (7 p"^ 

kühlem Wasser zu Ihuu dem Patienten auf seinen Augen- 

rand? 

r snb-f fyr 20. aiie 

(Schlafe?) um ihn gesund zu machen 20. auf der Stelle.! 



7i) LXIII, 10 (im O vom Schentel (eines Thieres), LXXVII, I 
Rindes (auch fXj determiniert), ist gewiss Talg oder Cnsclililt. 
75] oyo^i, Ofo^e maxilla, 
16) fi. lu, S. Cib) asinuä. 
~7j Stehk OS ttasi vel froDlis. Die Behauptung, ^P iT sei die Schläre (ausc), I 



ist durch viele Beispiele za belegen. ^^ 



I Rand z. B. des 



bedeutet aber auch (mit und ohne ^jm 
des Sees oder stehenden Wassers. Wie soiHt-V 



das LTer als sLippe*, so kann es auch hIs Rand — wie der des Auges — eineefl 
Teiches aufgefasst werden. Man denke an unser «des Baches Rand«. Wegen c 
schnellen Ueiluog, die in Aussicht gestellt wird, waren wir zuerst geneigt, 
"TT für das Eczema oder die Ititzblaltero zu hahen; doch wird es wohl bei d 
Rand (des Auges) bleiben müssen. Man bedenke, dass wir es mit dem entiün-] 
delen Sehorgan und seinem gerölhelen Rand zu thun haben. Hit der gesichert! 
t'ber$elzung 'Schläre« begnügten wir uns nicht ; denn wir werden gleich sehei^fl 
dass auch dus ma zu den kranken Theiteo des Auges gehSn. 



121] Pap, Ebers. DieMaasse c. das Kapitel iuer die Aigeskbankheites. 253 

/.■( nt ma "^ 

Aiuieres für den Rand dßi- Augen (und viclleit.lil aucli 
der I-ippe), Blepharilis. Entzündung des Lidrandes, Herpes? 
mtt "^ ^ qnqn l^Ji kr mu qbu ffi ^ 
Chelidonium majus zerstossen mit kühlem Wasser 
21. rde n se '^ r ma (T f r snh-f hr auß 

dem Patienten auf den (entzündeten) Augenriind thun, um 
ihn gesund zu machen auf der Stelle. 
lU: nkdl -o nt 22. be ^ ^ z"« L-J 
Ein anderes: Zahn des 22. Esels vermischen 
Ar tnu "*^ rde h «e ^ r ma ~7T f r stib-f 
mit Wasser, dem Patienten auf seinen (enlzUndelen) Augen- 
Rand Ihun, um ihn gesund zu machen 
Ar aiie 
auf der Stelle. 



78) S. 231 [99) A. 50 zu LVII, U. Natli Dioscorides sollen nucli Kalaplasmen 
mil Wein unJ der Wurzel dua ChelidoDiuai majus tQ^ci^Tag heilen. Herpes, 
eigentlich Kriechendes von i'gfinv, komml auch an den Augen lor. Hihsciiberg 
erwähnt z. B. Herpes corneae, wo Gruppen von wasserhellen Blüschen [bis zu 
einem Dulzcnd und mehr) unter cntzündlichea Erscheinungen i^fter zusammen mit 
Herpes labialis und auch mil der Entzündung der Aihmungswerkzeuge sich bilden, 
unser m'u (^ bezieht sich vielleicht auf den Rand der Augen und Lippen, die 
zugleich Herpes zeigen, welche mit Chelidoniunn majus cnriert werden soll. Es ist 
unser gemeines Schöllkraul, dessen Goldwurz (genannte giftige Wurzel am reich- 
lichsteu mil dem gelben Farbsloff dieser Pflanze versehen ist. Hit dem Crocus bat 
sie nichts gemein, als dass beide zeilig vorkommen [das Chelidonium dankt seinen 
Namen den Schwalben, bei deren Ankunft es sieh zeigt) und aus beiden Heil- 
mitteln gelbe FarbstolTe gewonnen werden. Beim Chelidonium enthHIt letzteren, 
wie gesagt, am reichlichsten die Wurzel, beim Crocus die Narben. Diese werden 
mit einem Tbeile des (irifTels ausgezogen, getrocknet und kommen unter dem wohl- 
bekannlen Namen eSafrana in den Handel. Bei Dioscor. I, !3 wird auch Crocus 
zu den Augenmiltcln gezählt und gegen Erysipelas [Kose} und Fluss der Augen 
und Ohren verordnet {xai irqög ^ivfiatia^töv utp^akfiüty xal üiüiy]. Hier darf 
nichl an unseren Rheumatismus gedacht werden. Es ist uns schwer geworden 
«wischen Chelidonium majus und crocus die 'Wahl zu treffen. 



254 



GEüiiti Ebers, 



LIX, \. kl 7it dr ;_£ fäl Z '" mrl -^^ 

Anderes ziiiii Verlreibeii des KrokodÜK im Auge; vielleicht 
das Pterygion (Lidcarcinom?). 

Das edt C3 bedeutet sicher die Krokodilkrankheit; denn edt be~^ 
zeichnet das Krokodil und das Deteriuinalivuni O lehrt, dass wir es ' 
mit einem Leiden dieses Namens zu Ihun haben. LIX, 10 kommt 
es in einer Schreibung vor, welche die Richtigkeit unserer Auffassung 
bestätigt, denn dort wird edl-s»- O, also mit dem Krokodil und dem 
O determiniert. Übrigens halten wir schon lilngst vor dem Funde 
unseres Papyrus ^^ -sw mit der Bedeutung des Krokodiles no- 
tiert, und in der Bescliwörung Pap. Eb. LVII, 21 wird das Krokodil 1 
(Ungeheuer) gleichfalls edtt -asi. geschrieben. Gewöhnlich heisst das 
Krokodil msh ■««»■, was dem kopl. eilCig entspricht. Dem ungeübten 
Ohre des Herodot klang es wie /«/ii/i«/. Unser edu -s». scheint ein 
sehr alter Name filr das Krokudil zu sein und ursprünglich das »In- 
grimmige, Wuthende« bedeutet zu haben. Schon früher hatten wir ■ 
dazu die Stelle des Horapollon 11, 67, die auch Bhiigsch Wörlerb.fl 
ser. 11 S. 2i citiert, herangezogen, welche berichtet, dass die AegyptefJ 
ein Krokodil schrieben, um iipnaya di »J Tioli'yopoi' )J fuui'Ofiti'OV, d. 
um einen RSuber, einen Wollüstling [viel Zeugenden) und Rasenden' 
oder Wtllhenden zu bezeichnen. In der gegenständlichen, bilder- 
reichen Sprache der Aegypter wird ein Mensch mit grausamem, 
wUthendem Sinn krokodil herzig genannt; so in der ehrwürdigsten 
aller erhaltenen Handschriften, dem Pa|i. Prisse, wo VI, 1 vor Cber- 
hebung und Grausamkeit gegen den Schwachen gewarnt wird und 
zwar in folgenden Worten: m cd -sc»- üfr-fc rf xH Z** ^^-Z" nicht sei 
krokodil herzig gegen ihn angesichts seiner Schwache. Krokodilhentig 
ist wohl gewalLthatig, grausam, erbarmungslos. Dass wir es hie 
nicht nur mit einer Krankheit, welche allgemein die wtlthende, graa«! 
same genannt ward, zu thun haben, sondern mit der »Krokodit-j 
krankheil", geht wolil auch aus LXIV, 12 hervor, wo Mitfei gegen dial 
Augenkrankheit tp ro n edtt <5ce<., d. i. Krokodiliachen verordnet werden.! 
jSj -=^ tp ro (kopt. Tinpo OS oris) bedeutet nur Mund, Maul um 
beim Krokodil natlirlich der Bachen. Wenn wir das Krokodi Heiden J 
und vielleicht auch die Augenkrankheit » Krokodilrachen «, für dal 
Pterygium der Griechen, unser FIdgelfell, erklarten, so geschah 



123] Pap.Ebebs. Die Maasse t. (US Kapitel vber die. AutiENKBANKHEiTEN. 255 



in Folge der Bemerkung unseres verehrten Freundes, des Leipziger 
Chirurgen Cabl Thibbsch, dass die Haut, welche sich bei der Ptery- 
gionkrankheit über den Augapfel zieht, in der That einem Krokodil- 
kopfe recht ähnlich sieht. Ganz unbefangen gemachte Zeichnungen 
eines solchen und Pbusers Versicherung, dass das Pterygion in .Ägypten 
besonders kräftig und fScherf^irmig auftrete, bestärkten uns in 
dieser Meinung. Hibscubkbg findet doch, dass das Pterygion noch 
mit InseklenflUgeln die meiste Ähnlichkeit besitze, und die Umriss- 
zeichnungen eines Insektendilgels und Krokodilkopfes im Profil geben 
einander gleichende Bilder. Ein geflügeltes Insekt stellen die Hiero- 
glyphen so dar ^^^, den Flügel eines Vogels oder Insektes ^^, 
während der Kopf des Krokodils im Umriss so ^*^' gezeichnet 
werden kann. 

LXIV, i2 findet sich ein Satz diagnostischen Inhaltes, welcher 
die Bestimmung des Augenleidens uKrokodilrachenu erleichtert. Es 
heisst nämlich nach der Überschrift Z. II: Mittel gegen den Krokodil- 
rachea {tp ro n edu -s^) Z. 13: 

jr x^-^ fp '■0 " cdw -s»^ qmm-k su x^'ö ^— ^ 

triffst Du den Krokodilrachen, und Du findest ihn 

im Stich lassend 

«"/',',-/•'"•« ^«'«i (PP)-/e 

sein Fleisch die gleiche Stellung an seinen beiden 
Seiten — so behandle es mit frischem Fleisch 
am ersten Tage 



oder wenn wir auf ^ wie ha 

1 1 1 ' I I I n 

die Gestalt fassen, wie in dem Satze: aus nfr m Aa ^ s sie war 
schön an ihren Gliedern, an ihrer Gestalt: "Triffst Du den Kro- 
kodilrachen (das Pterygion) und Du findest es so, dass 
seine Gestalt an seinen beiden Seiten die Symmetrie 
verlor, so mache ihm am ersten Tage Umschläge mit 
frischem Fleische". Diese Diagnose liesse sich wohl auch auf 
den Lidrandkrebs beziehen, den Cancroid, bei welchem Fleisch ver- 
loren geht, und bei dessen Umsichgreifen dasselbe also seine gleich- 
massige Stellung an beiden Stellen verliert. Dennoch bleiben wir 
bei der Übersetzung »Pterygion». Weiter heisst es nämlich an der- 



f,1Ö 



Georg Ebebs, 



[iii 



selben Stelle: und behandele ihn ebenso, wenn altes 
Fleisch vertrocknel ist bei der Person, d. h. wenn die 
Xerosis eingetreten ist beim Patienten. Hier lässt sich gewiss leicht 
an Xerosis (f^fwaic) denken, welche bei mangelliaftem Schluss der 
Lider eintritt. Wir haben die Austrocknung der Hornhaut und der 
nie umgebenden Theile im Sinne. Dieser krankhafte Zustand ist kein 
dem Pterygion regelmassig eigenes Symptom, er kommt aber bis- 
weilen vereint mit ihm vor. Fassen wir, wie es in der zweiten 
Cberset2ung geschah, auf ^ wie 9. ^ hau die Glieder als Gestalt 
ler Ansehen, so findet unsere ErklSrung des Krokodilrachens eine 
i Bestätigung, weil das Auge beim Plerygium allerdings an beiden 
eilen ein verschiedenes Ansehen gewinnt, und so muss es denn bei 
der voi^eschlagenen Interpretation bleiben, aumal ja auch die Ae- 
gj'pter wusäten, dass das Auge nicht aus Fleisch bestehe, »auf u 
kann kaum etwas anderes sein, als eines jener pronominalen Sub- 
£laiiliva, welche die gegenständliche aegyplische Sprache zur Ver- 
deutlichung des Gesagten brauchte. 

LIX, IS wird uetii kmy Clialcitissalbe gegen das edl "s^^ im 
JUge (Pterygion) verordnet, und das gleiche Mittel schlugen die Allen 
ß) dagegen vor. Nach diesem beschreibt auch Galen die Ope- 
welche es zu beseitigen bestimmt ist. Mittelst eines in eine 
BMd gefädelten Pferdehaares wird das FlUgeirell (aeg. Krokodil oder 
ichen) von der Hornhaut abgesägt; andere aber schneiden 
l dem Plerygotom ah. Über den chirurgischen EingritT, den 
I Handschrift bei Augenleiden verordnet, s. LXIII, 14 IT. etc. 
SliUel gegen das Pterygion. 
t. ii ° n hnut ^ I Ro 

bA des biiitvogets 



Seesalz 



I Ro 



I Bo 



125] Pap. Ebeks. ÜieMaassi^ u. das Kapitel Iber die AicEKKRAMiHEiTeN. 257 

2. rite m jj;»«« cn mrl ■<s>- 

in das Innere des Auges thuD. 

Ui nl dr wJ! tvH \\ I 

Anderes zum Verlreilien der EnUUodungon 

«e qm'a \ rde hr 3. mit "■•■"^ n pcu'a "**« 

Oberaegyptische Natronait""). In 3. Queltwasser zu geben. 

rde m mrt -oo- r snb-f 

und in das Auge zu thun, um ihn zu heilen. 

/;/ iit ilr '.. _j] y,iil ^'S "■ in mil *g: 

Ein anderes zum Vertreiben einer Geschwulsl au den Augen. 

Lidabscess. 
4. msdm-t Vai D. 

Stibium 

snn ^°| Vi« D- 

Opalharzkörner? *') 



79) Beeegnele uns schon LVI, S und LVIl, 3. Es kann hier nichts aaderes 
als das Natron oder der Salpeter von J. Jl® -V^i'. d. i. das beulige el-Kab 
gemeint sein. Die von DDvichen imblicierten Labontlorientexle von Edfo verbieten 
an etwas anderes zu denken. 



£T X"' ist eigentlich das liervorragende. 



lUi 



ist jedenfalls eine Spezerei, und zwar eine kostbare, 
} als hervoi^ehend von Osiris oder aus dem Auge des Ostris bezeichnel 
wird. Wir bemerLlen schon, dass die edelsten Droguen sIs Ausflüsse der Person 
des Ilorus oder Osiris, gewöhnlich aber des Auges dieser Götter, ja sehr oft als 
ihr Auge selbst bezeichnet werden. Gleiches gilt von kostbaren Steinen und nach 
einer auch in Bbugscu's Lc\icon ciliorlen Stelle aus DumtaEN's bist. Inschr. II. 50, 
6, 10 würde der mnooodem nim g ^sleSna oder dem Mineral, in dem der letztere 
gefunden wird, seinem »Lageru, gleich sein. So können wir denn im allgemeinen 
unserem verehrten Lehrer und Freunde nur beipflichten, doch dürren wir in 
unserem besonderen Falle nicht an einen Stein oder an ein Mineral überhaupt, 
sondern nur an eine Spezerei denken, deren Aussehen vielleicht aufforderte, sie 
«Opalkörnera oder Opal rauche merk zu nennen; denn zudem letzteren, und zwar 
zu den feineren Sorten desselben gehörte es sicher. Dies gehl wiederum aus 
den von Dümicheh milgelheillen Recepten aus der Ptoleni derzeit hervor, wo wir 
dem tnn ... (hier keineofalls einem Mineral) unter den an(- Harzen begegnen. 
Ad der Wand des Laboratoriums von Edfu werden nämlich die \k Sorten, welche 
luan vou dem 'unt- Harze zu verwenden pllcgte, der Reihe nach aufgezählt. 



'/.. D.'>) 



Schwürzf (l)inte) 



.1. ut 
Irisciie 



V« D. 



Myrrhen 

se |°| ^»lii ■\'^) Vm D. 

Oberaeg)'ptischo Natronarl 

Hf' ^_/I 'an är m j[l u'at \ nie m 

feia zerreiben, iu Eins vereinigen, zu tbun auf 

mrl^ ä£ *■ 6. «nA ni Ar aue 

die Augen um 6. sie gesund zu machen auf der Stelle. 

LIX, 6. i-t ti •i' ".— ^ l-tiJr x2>- m „tri.- -^ 

Aiiilei'es zum Vertreiben der Lbeniosiä in den Augen. 

In der Augenkrankheit jSjl -tsc» hiäi .ts>- haben aocfa wir 

in der Einieitonif zur Pubticslion de^ Pap. Ebers, S. i^ das Geroft- 
toxon sehen wollen, doch linden uir uns schon aus sprachlichen 
Orflodea veranlass davon abiuäeheo: aber auch sachliche zet^eo, 
wte wir sogleich «eben nenieo. Tür die L'nmö«:(ichbeit dieser Cber- 
solznng. Der Pap. emthnt namitch da£ kmii •ta>- ooek «■ xwei 



II I 



mm O 4ie »cfeM. Der , 



n. 3«. C. I« der Smk3 

ooo ■ 

, inaa wir MM ö ta anata iF««» AagnlcUei 










IP-S^.?,' 



427] Pap. Ebers. DieMaasse u. dasKai 



lÜEH UiE Al«;i;MkRA>kllEIT£N. S59 



Slelleo, die es ganz entschieden verhielen, weiter an der Glei- 
chung bade -effis- = Gerontoxon fesizulialten; denn ' erstlich wird 
nSmlich LIX, 22 ein Heilmittel gegen das t'ß'f-t , , , im Auge 
vorgeschlagen, das wir Tür {pXey/iövtj und also fUr eine bösartige 
Angenentzündung halten, indem wir fft'f-t mit dem koptischen 
zo(]2eq fervor, ardere, fervere zusammenbringen. Näheres zu 
LIX, 22, Die Mille! gegen dies Leiden sollen nun bei demjenigen 
angewandt werden, dessen Augen das bädc haben, (n nt6 mrlS 
^g;-/" kr bade' -css- für den, dessen Augen sich im Zustand bad4' 
■es^ befinden). Es wird also für dies und t'ftf-t das Gleiche 
verordnet- Die Hauptsubslanz in den beiden vorgeschlagenen Re- 
cepLen ist aber, wie wir LIX, 22 sehen werden, RicinusbliUler, und 
Dioscorides IV, 161 (164) verordnet diese gegen die beiden Augen- 
krankheilen, für die wir das 6äd(?' -oe» und tftft hallen, gegen 
oidi\(iuitt = Chemosis und tpXfyfiövttc. Hierauf haben wir im 
Comraentar zu dem Hauptmittel gegen die i(ift krankheil zurück- 
zukommen. 

h\, 19 endlich findet sich eine Beschwörung, welche Über ein 
Mittel gegen den Staar (Cataracta) gesproclien werden soll, und in 
dieser werden die heilenden Stoffe angerufen, welche das Nass des 
Eiters und Blutes der belu -a&- krankheit, das W^ -at^ (hier sialt 
häde -«scs-) die Blindheit oder Blödsichtigkeit [spl -«2=^), die Trief- 
äugigkeit etc. zu vertreiben bestimmt sind. Mil all diesen Augen- 
leiden wird das bde -<s>- auf gleicheo Fuss gestellt, und dies genügt 
um die Meinung, hhd€ .«ss- sei das Gerontoxon, zu widerlegen. Dies 
auch arcus senilis und Greisenbogen genannte Augenleiden, das eine 
auf Verfettung beruhende weis.se und manchmal gelbliche Kreislinie 
auf der Hornhaut, und zwar nahe ilirem Rande bezeichnet, kommt 
-gewühnlich bei allen Leuten vor und ist unschädlich, selbst 
\ wenn der Slaarschnitt durch .sie geführt wird. Das bade muss aber 
eine sehr schlimme Krankheit sein; sonst wurde es nicht in der 
Beschwörung LX, 17 ff. neben den anderen allerhösesten Übeln ge- 
nannt werden, welche das Mitlel heilen soll, worüber die Formel 
zu sprechen ist. Wir schlagen also vor, biidi- -isi^- nicht fUr das 
Gerontoxon, sondern fUr die Chemosis zu hallen, welche nach Aelius 



im 



Georg Ebehs, [tW 

rur die Alten dasselbe war wie das Oedem 



(Hirscliberg S. 1 

{oidi^ftaTtt) . 

LIX. 6. (Die Millel gegen das had£ -^s^- m den Augen:] 

tnsdm-t 7.) ttiai' rde hr mu m Ahm» 5| 

Stibium echtes zu Wasser zu thun in einen Hinkrug 

r hru äfd |||| «Am ST) a") m rdel st kr 

auf vier Tage. Nimm es abermals zur Hand indem Du es 

gibst mit 

8. mrht st ^^ r Arw äfd 1 1 1 1 x'''« 
Gänseschmalz auf 4 Tage; doch thut es Nofb, 
B« «WA- (w-s m ar(( wf ms( Cey r=ili 
dass es gewaschen werde mit der Milch einer Frau, die 
ein mKnotiches Kind geboren. 

9. rde SuQs r hru o psd },\ X'"' "'' ^— ^ '" * 
Lass es trocknen 9 Tage lang, und ist es zerrieben worden 

rde hnn O '* ante hr s xi(e 

in ' 

mit Zuthat einer ganzen Kugel Myrrhen 
10. s/ni -a* mrle ^ am. 
10. so salbe man die Augen damit. 

Ut »I dl •— ü edi ■«*. O '« ""■' -^=^ i-P ^ 'P'' 

anderes zum Vertreiben des Ptorygions"? tm Auge zutn 

ersten mal 

nachdem man es besprochen oder beschworen. 

■•/> ,° 1 xpri °, 9« "tP '»/> ,°, «/»< 

Honig vom Käfer (Kaferwachs) oder eine Honigwabe*^. 



84] Stku( liest u^m Sr} uod briagl es mit dem Lopt. «y^jcu, o^ufcu, 
OT^jCM ilenre, aitder« lusatninen. und S. irtu)^ bedeutet allerdings ^ 
holen. Die Lesung um enIsiaDd dadurrh, dass mao Q >n Q ^v , du i 

holen 4 bedeutet, mit / verwechselle. Durch Berücksichtigung des a t i 
unsere Cberseizung. 

85} S. Seile 156 (ti) N. 46 in dem den Vassseu gewidneien AbfidtniUe. 



4S9] Pap. Ebers. Die Maasseu. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 261 

12. rde r s r hru o äfd |||| 
12. 4 Tage lang darauf thun. 

snnu 1 1 sp ©: 
Zum zweiten mal: 

ne(u ^^j f.my ^^^»») Vs 

Chalkitissalbe? 

msdmt |°| % 

Stibium 

Xt -^^ aue ^^^^ 13. Vs 

arab. Holzpulver? 

«^ ,^, 9^*^ Vs 

Oberaegyptische Natronart 
ni ^^— ^ m x' ^i<^t \ du r s r hru o a/ü |||| 
In Eins zerreiben, darauf zu thun auf 4 Tage. 
hl: hs Q n hnte — 14. «w <^K I 

Ein anderes: Eidechsendreck 

o ( o I 

se qma I 

IM ^ III 

Oberaegyptische Natronart 

msdmt I 

Stibium 

xpr n afl ^^^ I 

Naturhonig 

in Eins 15. zerreiben, 

du r mrte "^^ 

und auf die Augen thun 



86] Von Lepsius (Metalle S. 14 9) als Kupfer ^ojuit-, ^ojuinT- erwiesen. Aq 
Kupfergrün (Malachit] darf kaum gedacht werden/ weil das Aegyptische dafür das 

besondere Wort ..^>^ ^^z::^ niafk (fem.) besitzt. Es wird wohl dasselbe Mineral 

IB>^ ooo 'III' 

bezeichnen, welches Dioscorides j^aAxtri^ nennt, und das nach ihm benutzt ward, 
um die Augenwinkel zu sUubem und in gekochtem Zustande und mit Honig zer- 
rieben zu den besten Mitteln für kranke Augen gehörte. Unser Recept enthält auch 

o o 

nur uetu hmy Chalkitis? und Honig. Bemerkens werth ist, dass auch Aetius 
III ^111 ^ 

gegen das Pterygion chalcitis (cadmia) verordnet. 



262 Geobg Ebebs, [f30 

O 

/./ : mnst I 

Ein anderes: Mennige 

msdmt I snn 1 

Siibium Opalharzkörner ? 

xpr n afl ü I 

Naturhonig 
16. är m ^t üat I du r mrte ^^ 

In Eins verbinden und auf die Äugen thun. 

Ein anderes: Chalkitissalbe 

aft ü I 

Honig 

du r 17. mrti -^i r hru o afd 1 1 1 1 

auf die 1 7. Augen thun 4 Tage lang. 

Id: 

Ein anderes : 

mnil ° I R. 

III 

Mennige 

msdmt l R. 

Stibium 

snn I R. 

Opalharzkörner? 

xpr n aß ö «') I H. 

Naturhonig? 
18. nf U-^ m %t mt \ du r mrte ^^ 

zerreiben in Eins und auf die Augen thun 
r hru o äfd \\\\ 
auf 4 Tage 

ht: mn§t ^ I R. 

ein anderes: Mennige 
%t aue ^°^ I R. 

arab. Holzpulver? 



87) Gewordenes des Hoaigs. 



1^' I Pap.Ebebs. DieMaasse u. das Kapitel (beb i>ie At(;ESKHASKiiEiTE>. 263 

I ß. 



ha ^ n \9. tjse & 

Eisen"«) von 19. Küa*") 

Eine Art Stibium 
suhl o nt nnu ^äfc*) 
Strausseoei 
se °^ qma \ 
Oberaegyplische Natronarl 
n'agit ^ 20. ;* hnul J^ ° "' 
20. Schwefelpulver'? 



I R- 
I R. 



88) Dos fcd ^ als Eisen ist löilig gesiclierl. S. Lepsius, Melallo; Chagas, 
anliquilä hislorique. In dem J ü *^ '^ «««. ^^^ bäe '^npt ^=l HiRimelsbaum. 

var. ^^-^ bä pe o. erkannte zuerst S. Birch dns kopU fcenme ferrum. Es bedeutet 

° lo o 

eigentlicli das Meleoreisen. Dass es nicht für den Nachrol^er von 11 o um o, sondern 

tür den von bäe n pe zu hallen sei, bewies gegen Lepsiis Dühiciibn Zoilschr. 1 873 
S. 19. Ausser dem Heleorciseo kommt auch bä \> ,% n te lelluriscbes Eisen oder 
Eisen der Erde vor. 

S9) \Tj I fse O ist jedenralls das kopt. Küjc und kuc fapfacp Apollinopotis 
parva, das lieiitige Qüs in Obemeg,, eine Stadl, in der die ziemlich grosse kop- 
tische Gemeinde mit ihrem würdigen Bischof an der Spitze, den wir kennen lernten, 
znra Protestantismus überging. Das Eisen vou Qse Q ist wohl eher Über diese 
Stadt in den Uandcl gekommen als daselbst gegraben worden. 



Bemei^ung von G, W. Goonww, Zeilschr. I87i S. 37, (. Die Lesung wird ge- 
sichert durch die Varianten _ fev^, r^ W tmaa. Anch den Umstand, 

dass das Wort sonst (wie in unserem Pap.) mit ^. dem Klassenzeichen Tür Quadru- 
peden, (telerminien wird, erkliirl Gootiwi», indem er nüt das griechische oi^ovO-ii- 
■Kä(iilhi<i weist, das ja auch den Strauss als Vogell^ameel bezeichnet. 

»() V ^ C} J7 ° >s' H. L. Hit dem Oberaegypiisch-kopt. £Kn sul- 
pliur, eine Substanz, die nuch von Diuscorides V,H3 (I2t);'ref) Sttov als Modicanient 
empfohlen wird, kann bnttt Itimm zuüammengebmcht werden, da g«n eine secun- 
däre Neubildung durch falsche Ablösung des ( als Artikel zu sein xchrint. G. Stkin- 
tiiiBi'i' hJilt j^Hw für das griechische >>tiov. Nach Dioscorides soll Schwefel dampf, 
den man durch ein KÖhrchen einführt. SchwerhiSrigkclt heilen. Gegen Husten, innere 



sei 



|ISS 



Honig 

ör m X* wäM rf« r tnrte :^: 

in Eins vereinigen und auf die Augen (liun. 

kl: de am I R. 

CD ' 
Ei» audert-M Schwarzer (gebrannter) Messerslein '^), Dio 
Cürides V, li2. (Eher Flintstein als Obsidian.) 
, ntr snlr I R. 

Weihrauch 

msdmt I R. 

II I 

Slibiuiii 

■aß " lü. 

' in 

Honig 

fite m mrli- -^ r hu äft! || jj 

auf die Augen zu Ihun 4 Tage lang 



Geschwüre und Aslliina soll er helfen, wenn man Ihn in Ei nimml. Ist n 

n hnut rj nuch nicht Schwefelpulver, soll es doch in unserem Keceple, wie 
I I I ■ -L/ II I f . 

oben, mit Ei vernii^chl ijenommcn werden. Unsere Uebersetzuug wird übrigens 

durch liW Hiisslichkeil Anul und gnn Kusnnimmenxubringän, sehr zweifelhaft. 

94) "^^^ ^-— ^ mk. .'^.. '''"' ''"' ^^''^"'^' wörtlich nur schwar/.es 

Messer, ds komtnt, wie sonst vielfach, so auch in unserem Pap. CIX, 1 und diuui 
nur mit "^is^- determiniert, als Hesser vor; denn es beissl dort: \ ^ /) I 

I <= ^s, '"!&.., schneide es mit dem Hesser. 1Ä\, 10, wo ifa mit dem 

Hüüser ''^>.. und dem Steine CD deterni. wird, bedeutet es ein (■'tinlslein- oder 
auch ein üb.sidiaDmesser. Es ist interessant, dann hier die BegrilTe Stein und 
Sehnt' id ei nstruuienl zusommenfnllen. Sehr gute Heuser und dgl. aus Flinl oder 
Obsidinn blieben erhalten. Sie werden conscrvierl zu Buia<j, Berlin, und in »nderen 
UCK- Museen. Die schünslen sali ich im Itcsilze des Dr. Rkii., der sie in Helwän 
unweit {südl.) von Kairo gefunden, und von denen er uns einige schenkte. Audi 
mit der Sammlung des verstorbenen Obersten Gbmminu Limen etliche, die bestimmt 
von Obsidinn sind, nach Dresden und Leipzig. Den Griechen war dieser Stein 
unter dem Nameu lura^aiog [Theophrustj bekauul. I'liuius heisat Ihn lapis ob- 
sidianus, dem Feuer- oder FtintsItMn aber widmet Dioscorides V, lii ein Kapitel, 
aus dem hervorgeht, dass niun ihn, n.tch verschiedenen Hellioilen gebrannt, ge- 
trocknet und auKgewascbeti, ijeru uls Hillel gegen Augenleiden brauchte. 



133] Pap. Ebers. Die Maasse li. nAsKAi-iTEL lbeii die AiiciEixKRA^KHEiTE». 265 

ht nt 22. ifiß ° m virt ^s^ 

anderes gegen 22. diä Plileginoue im Auk«* 

'amm O n lul ° "^) I R. 

plastischer Thon. 

fimu j^»') n» kckc ^«■•) t B. 

Utaiter des Hit;inus 



II I 



tut 11 ti IRC li rieben > 



r Vurimile < 



B. Harris I, 



Vlir, 3. Die Bcdeulung des Wortes ist gewrihnlicli BililsHiile und Abbild. Den 
Nntnitii unseres Hittcls biil atitt würtlicb zu überseUen °Tlioa der BildsUiilen. Dins- 
corides zühll, ausser dem Sande V, 166, von V, (69 an verschiedene Erdiirlen 
aur, wulctae als tJcilmillel dienten, und diirunlcr audi die Orenerdc [ij ix rü/v 
7tafiiv(i3V yf), der dieselbe Wirkung zugescbrioben wird wie den Scherben 
[oaiQaxa). 

91) Der Papyrus lelirl nur, das» hmu "^ von der ftc/.c |>nan/e gebrai: 
wurden und dass sie grün waren. LXXIV, 3 werden /. B. die ^niu "^ i ~ 
Ml d. i. griin genannt. 



-m 



ä5| U ' 



.Wi 



I kckc ist sieher die Uicinuspl1;inze, ricinus c< 
deren aegypliM'licr Name KikI den Griechen {Horodot II, 9i, SIrabo XVTI, i, 6, 
Dioscor. IV, 161 [161]) und den Römern (cici, Plinius und Com. Geis.] wobi be- 
kannt war. Er wird auch der gemeine Wunderbaum genannt, weil man glaubte, 
er sei zu Ninive in einer Nacht erwacbhen, um dem Propheten Jenas zum Schirme 
zu dienen. Sonst boisst er auch der dgm (nicht ilqm) Q bäum, was wir schon 1 816 
bemerkten. Revilloht Rev. cg^ptologique 1881 S. 79 — 83 und ihm folgend 
UoLUKnKR in seiner Disserlution S. ItO setzen es »usser ZweiFel. Unser Pa- 
pyrus widmet dem Nutzen dieses Baumes ein eigenes Kapitel XLVTI, 15 II , das 
als uralt bezeichnet wird, da es von ihm heisst, es sei gefunden worden in den 
allen St^hriften über die Weisheit der Menschen. Von dem keke'^^, griocbisch xixi, 
werden hier die BlUller als Millel für kranke Augen bezeichnet, und zwar durchaus 
enlspreuhend dem Dioscorldes, der IV, 161 {16*} sagt: tq di <pvXX<i, XQififVTa 
ftejä TcaiicäXijg altplrov, öip^aXiiiJJv oiS^f^tara xa'i tpleyfiova^ icavei. Die 
BI3ller (des xixi) mit dem feinsten Hehl der G erst eng raupen beseitigen die An- 
schwellungen und Entzündungen der Augen. Nach Agtius ist Oedema genau das- 
selbe, was die anderen Chemosis nennen (Uirscubbiig S. Ig), und Chemosis soll 
eine Flüssigkeilsansammlung in der Augenbindebaut (und C bergan gsf alte] bedeuten. 
Von der entzündiichen soll man eine Fillrationschemosis unterscheiden. Oleyfiövij 
— auch mit Iticinusbliltlern zu behandeln — halte nach Hih3cubeh<i S. 80 bei 
den Alten 3 Bedeutungen: die gewüluiliclie Entzündung ^löyiuaigy dann eine 

19* 



266 



GeoRC Ekerü, 



aß " 1 Ro 

'im ' 

Honig 

23. n Htfi mrle :^ fe kr bade -se^ 

i'i. filr denjeniguD. dessen Augen sich im Zusland dos bääe- 
luidcuti d. i. der Clieiuuf^is bclinden. 
LX, l. nl w-fl är m xt tiat ] du r tnrle :^ 

Zerreiben, in Eins verbinden, auf die Augen thitn. 
Als Hauptmittel gegen die fft'ß krankheit und ebenso, wie 

der Zusalz Z. 22 beweiül, gegen das Itädvleidea werden hmu ^ nu - 
ki'ke vT oder Kicinusblütler \orgeschlagcn, und Dioscorides sagt 
(b. die Anuirk. 05 zu ftcAc S. 265) IV, 161 (16i), die Blatter de» 
llicinus [kiki) niil dem feinsten Mehl der Gersicngrdupcn beseitigt 
die oidtj/iaru und (fleyfioi-dg d. s. die Anschwellungen und Eul^ 
Zündungen der Augen. Oben äusserten wir ferner schon (S. 265 A. 95), 
dass uns unser itecepl mit dem des Uioscorides verwandt 2U sein 
scheine; denn nur an dieser einzigen Stelle werden im Pap. Ebers 
wie von Dioscorides, der sicher aus aegyptischen, und zwar unserer 
Handschrift sehr ühnlichcn Quellen schöpfte, Ricinusblütter gegen 
Augenkrankheiten verordnet. Hier und dort sind es zwei Leiden 
gegen welche jene vorgeschrieben werden, und das eine [l'ß'ft ) 
scheiul wegen des koptischen «oqzeq, Obeiaeg. stoqzq die Glut, 
Hilze, dasselbe zu bedeuten wie die Phlegmone der Griechen. Die 
zweite Krankheit, gegen welche von Dioscorides Ricinushlatter voi^e- 
schlagcn werden, nennt er oidi]ftaTa, und das isl genau dasselbe wie 
Chemosis; der kundige Hihsciibicrg versichert es, indem er sich auf 
Aütius stutzt, der unter den alten Augenärzten der klarste; Chemosis 
aber (yi?,"wa/s-") , was kaum von x'/."'/ ^iie Gienmuschel herkoinuit, 
sonder» weit eher von dem Namen Aegyplens, das schwarze, 
(kopl. S. Kltjue und ü. X"**-*^ Acgyplus), isl eine entzündliche 
KlUssigkeilansaminlung in der Augapfelbiiidehaut. Ja die Chemosis 
ward von den Griechen so beschrieben, dass man sie für die eiterige 



brenneod heisse pulsierende Gcsdiwulsl und endlich eim 
mit GoschwulfitbilduRg. Diese kann recbt wohl mit Iflft 
gegen sie werden RieiniisbläUer verordnet. 



ornsle Au)jencnlzündiing 
^ümeinl sein, und auch 



135] Pah. Ebkhs. Die Maasse h. iusKai-itei. ibek hie Aiiüenkrankheiten. 267 



Paülophtlialmie (Panophlhalmilis) oder sogar iUr die Blenorrhoe hallen 
kannte, deren Namen die Allen nocli nicht kannten. Vielleicht war 
ihnen die tlheoioi^iä die uaegyptische« Augenkrankheit. Da der kop- 
lisclie Name für Aegypten »^HUte" eigeullich das schwarze be- 
deutele, ward davon aucli die xtifula, xvftfUt, d. i, die schwarze oder 
aegyptischo Kunst (unsere «Chemie«} abgeleitet. Eine ganz Ubnliche 
Bildung könnte dem griechisch pj/Kaan; für die belrelTende Augen- 
krankheit, die man dann »die aegyptische« ilbersotzeu milsste, zu 
Grunde liegen. Die, %vie wir oben sahen, durch die Beschwörung 
Pap. Eb. LX, 20 als schlimm bezeichnete Augenkrankheit bade -öz?- 
ist aber für uns die Chemosis, der die in unserer Handschriri und 
bei Diüscorides mit Ricinusblaitern zu heilende böse Entzftndung, hier 
(pXtyfiövrj =^ (jpid/wo/v dort t'ß'fl xoqzeq, d. i. die glühende zur 
Seite steht. Bädc -:3=^ halten wir also für Chemosis, die man sich 
mit Eiter denken nuiss, (■/('/'( für eine schwere Entzündung. Bei der 
rein itusserüchen Beobaclilungsweise der aegyplischen Aorzle wie des 
Dioscorides llisst sich eine genauere Bestimmung nicht geben. Was 
der Pap. sonst über diese Leiden aussagt, lehrt nur, dass gegen 
W(f(f' J3=- und (\i\\ das gleiche .Mittel — Bicinusblatler mit 

plastischem Thon und Honig — verwandt ward, und dass das hädi- 
-ar>- jedenfalls zu den schlimmsten Leiden gehörte. Wir werden die 
erwähnte Beschwörung des Heilmittels Pap. Eb. LX, 17 ff. auf der 
folgenden Seite des Pap., unten S. 273 kennen lernen. 
LX, \. Ift iit'P Vier 

anderps zum OlTnen dps Gesichtes 



i. visämt , 



% n. 



xt ^.^ 'am 1 1 
aiab. Uolzpulvt 



Opalharzköi'oer 



'/. D. 



'Ai D. 



Obeiaegyplische Nationarl 



'/« D. 



268 Gboig Ebeis, [<36 

3. ante ^ Vei 

3. Mvrrhen 

ar m xei tmt I sim ^se^ mrte :^ hm 

in Eins verbinden und die Äugen damit salben. 

kt ni dr V— ^" \. 'ii'/i 7=. nl tun ^^ m mrte i^ 
Amines zum BeseiliirtMi i. de> sich Breitens des Wassers 
über die Auireii. d. i. die Cataracta oder der Staar.**) 



rsbd fria \ R. 

^111 

echter Lapis Lazuli 

ue(u ° I R. 

III ' 

Kieselkupfersalbe. 

^Mfl I R. 

lii ' 

Opalharzlömer 

ärtl ^ I R. 

iil ' 

Milch 

5. msdumt^' , 

Hl 

3. Stibium. 

ie mshu -^sx^ , j R. 



III 
Krokodilerde [Nilschlamm ? ■ 

mnuu n iht ^^i \ R. 

IM ' 

? einer Arl von RüucherwerL oder Weihrauch. 

är m x^ 6. ual \ du r Ir n mrte ^^ 

In Eins verbinden 6. und hernach auf die Augen thun. 



96 Die Alteo nennen dieses Leiden gewöhnlich ykatnnTßOiC [ylavxiifua 
oder tKroxi^i^) d. i. das Darunter-, Dazugiessen. Nach Hirschebkg S. 15 haben 
die mittelalterlichen lateinisch-barbarischen Tbersetzer der aus den Griechen und 
— fügen wir hinzu, Kopten — schöpfenden Araber für H>'pochysis die Namen 
initla opaca, aqua, ciitaracta und aquae descensus. Das letztere entspricht 

ziemlich genau unserem a/^ v c nt mu ^^. Das fl/f F=^ hat sich im Koptischen 

als S. ciogc B. logi. erhalten und bedeutet suspendere. suspendi, imminere. 

f c n o o 

98) Vielleicht mauu, mnvu oder matv zu lesen. i=3sn \ ^ ibt hält 

J III III 

Ster> wohl mit Recht für ugooYc. igocy thus sive aromatis genus pro sufßmento 
adhiberi solitum. Jedenfalls kommt es auch als Theil des RäuchenKerkes xinpi 
>or. XCVIU. 18. 



4 37] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel (jber die Augenkrankheiten. 269 

kt: 

ein andc»rcs : 

'*« M. 

shtt ° Körner««) | R. 

fnrht ^^^ st^ I R. 

Gänseschmalz 

Xpr n aft ^^^ | R. 

Naturhonig 
7. är m %i tiat I rde m mrte '^^ r hru äfd IUI 
7. in Eins verbinden und auf die Augen ihun 4 Tage lang. 

kt: 

ein anderes: 

nisfnkörner? 

uet'u I R. 

IM 

Kieselkupfersalbe 

pr j\ hr 8. ö^est oder selb^:^'f^^). 

Was aus 8. seinem Lande heraustritt. Marieenglas oder Gyps. 

nef ^ ^ ar m x^ ^^^ ' *'^ -^^^ 'wr/t^ ^^ am. 

Zerreiben. In Eins verbinden und die Augen damit salben. 

kt nt dr \,_j lyn -^^ ^"' 9. /// mrl -c2>- 

Andores gegen die Vorschleierung 0. am Auge (irititisehe 

Affection oder Infiltration der Hornhaut). 



c\ ^ o o 

9*-)) n m *Ä'' . Es Hissl sich von diesem Korn nichts sagen, als 

M '^^111 III 

dass XLIV. { 6 V32 Drachme davon genommen werden soll, und es also mit zu 
den feineren Substanzen gehört. 

100) Diese Drogue — doch wolil eher ein Mineral als eine Pflanze — 

^-^ A^ >L*_ »was aus seinem Lande heraustritt! möchten wir für Marieen- 

<=> ö I 

glas oder Gyps halten, und zwar aus der lebendigen Anschauung des Aegypten 
benachbarten Wüstenlandes heraus, wo Marieenglas wie Gyps in der That aus dem 
Boden hervortritt als habe es in ihm geruht und den Ausweg ins Freie ge- 
funden. Im Pap. Hb. ist es H. L. Den Gyps sehen wir in ähnlicher Weise bei 
Blankenburg in Thüringen aus rothem Boden hervortreten, 
tot) S. «08 (76) A. {% zu LVI, 6. 



270 Georg Eubs, [138 

^eÄJ |°| pg f^ I R. 

seseFrucht oder Kern??»«) Gekocht. 

ür, ,;, I R. 

Zwiebeln ? 

aft ,^, I R. 

Honig 
n( an 
fein zerreiben 

seeu k^ U-/1 10. I» hbs [li fi< ^ J\ tnrt '<s>- hr-s nie 

in Zeug 1 0. bewahren, das Äuge damit verbinden, das von 

txn j^ .<25-^<>5) s\c) hr tr n mrte ^^ 

der Verschleierung ergriflFen. (Thun) hernach auf die Augen. 

kt ni dr U-Q 1 I • s/'^'^ o '''^: '>' '/'// 



Anderes zum Vertreiben II. des Albugo im Aujje 

Ti 
I hna 

Glaskopf oder Haematit? fein zerrieben, in Zeug pressen und 
pm U-^ 8t r mrte "^^ 
es auf die Augen legen. 

12. ki rrl o ;// dr U.^ nhet es m mrte '^^ 
12. Ein anderes Mittel zum Vertreiben des Eclropiums oder 
Entropiums LVll, 10) an»den Augen. 

adn n Sndt v^A»- | R. 

Harz? der Akacie (LVI, 10 S. 210 Aum. 23) 

nagu ^°^ n tert ^°^ | R. 

Pulver der Zwiebel 



4 08) J»T»T ^V^ liLI 'v^ Se§e kommen im Pap. Eb. ziemlich häufig 

vor. Ausser gekocht, sollen sie einmal Verstössen >verden. Brugscu bringt das 
Wort mit dem hcbr. ntD*^tD2|( zusammen, doch muss es aegyptisch sein. 

\ 03] Ursprünglich hatte \ (I <=^> ' ^X^ -^^^ tä r s dagestanden ; doch 

tilgt ein rother Strich das tä hinter t^n -<sz>- und das r; aus dem I« aber wird 

wiederum mit rother Farbe 1\\ se gemacht, was den Dual der dritten Person 

fem. bezeichnet und sich auf mrte bezieht. 
4 04) Ebenso LVU, 5. S. 227 (95.). 



'39| Pap. RitEKS. Die .Maas^sk r. das Kapitel tBER DIR AiicENKRANKHEiTEN. 371 

13. mel □ I R. 

13. Glaskopfstein oiicr Haemalit".' [S. iiiueii im Text) 



iii' V_0 »( 



tJ ' 



Zerreiben und die Augen daniJl veritinden. 



Der Metstein oder Haematit. 



Dei' — ^ 1^ r-, "'f' ^ stein, lieisst aiicli LXXXVIII, 17 _> 
'gs. ~v«« -t- 1 ]y tned am n 'anx jy Medstein des Lebens oder 

Spiegeliiietailes? Seine Bestimmung bietet grosse Schwierigkeiten. 
LVII, \'i ist uns indess eine Pflanze —^ ^ begegnet, für die XLIX, 

14 als Variante ^ *^c.'^ »lef^ eintritt, und unser Stein i" ^, 

und dieses Gewüclis haben also den gleichen Namen. Wir er- 
kannten in der ersteren das Chelidouium majus. wülirend Stern sie 
rur den Crocus kopl. MeTAiw. jweeAJO hielt. Ans beiden Pflanzen 
wird gelber FarbenslolT gewonnen, und Dioscorides erwühnl die eine 
wie die andere. Von dem Salle des (Ihelidonium maj. sagt er, es 
sei xpoxoJfTj^e d. i. safranfarben oder hochgelb, und sehen wir uns 
nun unter den Steinen um, die er als Medicamenle vorschlügt, 
gibt CS einen, dessen beste Sorte gleichfalls die crocus oder lioch- 
gelbe Farbe haben musslo. «//pioroi;«, sagt er, «A'i f'ivai Cionfi 6 
TtagaxQoxi^Mp TJj xiiött. Ferner soll er sich leicht zerreiben lassen, 
und von dem tnt^J (nmi steine wird au unserer Stelle sowie LX. 13 
und LXXll, 3 verordnet, ihn zu zeireiben und «fein« zu zerreiben. 
Mehrmals wird er gegen Augenkrankheiten verwandt, und das Gleiche 
gilt von dem crocusfarbenen Stein, den Dioscorides V, Iii (145) 
axiaröi A/#oe nennt, und welcher nach ihm gegen Verfettung der 
Augenlider nnd Slaphylome (Beeren-Gejächwidsl oder Traubonauge) 
sehr wirksam sein soll. Dieser Schistusslein ist unser rotlier Glas- 
köpf, farbiger Botheisenstein, ßlutstein, lapis haematitis. fer oligistc 
rouge fibreux, fibrous red Iron-ore. Je feiner die Nadeln, in die 
man die stalaktitische, traubige Masse des Steines zertheilt, desto 
mehr tritt an ihnen die rotlie Farbe des Eisenoxjdes hervor. Von 
dem Pap. Eb. LXXXVIII, 17 verwandten Steine (med cm), den 



Geoi«; Ebehs, 



[UO 



die Aegypler »Slein dos Lrbons» nannten , hatten sie vielleicht be- 
iiicrkl, dass mau (Haüskahn unt! Hekbici zeigten es in neuerer Zeil '"■■) 
ihn durch Streichen mit einem Magnel bis zum Anziehen von Eisen- 
feile magnetisch machen kann. Dadurch erhält dann dieser Stein 
allerdings wie jedes Object, von dem eine KraftUusserung ausgehl, 
ein belebtes Ansehen. Diese Combinalion ist zu künstlich, als dass 
sie auf allgemeine Annatimc rechnen dürfte. Immerhin spricht fUr 
sie dei' gleiche Name und die gleiche Farbe der Pflanze wie des 
Steines und dazu die Verwendung des letzteren (nach Dioscorides) 
bei den Allen. Im Kopli!<rhcn lindct sich kein Äquivalent fUr das 
hierngl, met nmn oder med ma, eine Gruppe, die wir auch vergeblich 
in anderen Texten als unseren» Pap. suchten. 



Wir umschreiben 



ul ' 



1 verbinden, weil man mit dirscni 



.Medicament kaum salben kann. Akazienharz [ään) ist, wenn mau 
es sich noch Hilssig denkt, das einzige Feuchte darin; «loch kann man 
sich noch unter mytt h li'rt . , zerriebene Zwiebeln denken. 



11! 



kt nt är \ 



I Ar tnrtä ; 



des 



Anderes zum Vertreibtin des Blutes in den Aiii:en, d. i. 
Haemophtlialmiis uder Blutergusses in den Augen. , 

Sesn \\ n an 14. u'at i hr naqu 

IM ■ ^111 

2 Bassins oder Schalen von Tüpferlhon "^). U. die eine 

mit Pulver 

» mm hrtt nt mst l'ey r=a 

der Dompalmenfrtkhte und Milch einer Frau, die einen 

Knaben geboren, 

ky hr ärtt ^^^ 

die andere mit Milch. 
15. s/r ^ H ?1j|' dve k r mh virle -^ ke 
IS. Lass es Ceuchl stehen, und mache Dich am Morgen daran, 

Deine Augen zu ftlllen 



lOS} G. T. von KoBEU., Geschichte der Hin 



O ö . 



ist II. L. und k^nn i 



III IM 

oder die SubslanK, uus der solches beslelU (wegen des 
veranliisst uns, uns für die leUlere xu entsclieiden. 



ilugie S. ( 

eine Flüs; 

° ) b.. 



■in Gerjss 
l>or Silin 



f il] I'ap. Ebers, Die.Maasse t. das Kapitel Ober die Aücemirankiieiten. 273 



m nn mm är r tr nen 

mil jenem Doiufruchtmillel ; riarauf aber 
1 6. ää «*w x*""^ ^^^^ "^^ *" *"' ^'■'^ 
16. wasche Du (bei Dir) die Augen mit dieser Milch 

8p ® äfU I II I An* *o* 

vier ual 6 Tage laug. 

kt nt dr %-Ji 17. axf r=i til m« ^^ m wr/e ^g: 

Anderes ztim Verti-oiben 17. iler Cataracta oder des Slaares 

in den Augen'"). 

ae A Hcfw sp an 

Komm Kieselkupfersalbe, liis'" 

komm uc/'u salbe! 

ät' A «eC I öc' A ävfii ^ n 

komm griinc. komm Ausfluiii} 

!tc' A qeüu /"^ n mrt - 



also : komm uet'it , 



salbe, 



18. mrl ^sz^ Ilr ^ 
; des 18. Horusauges""') 
Tm J\he y^ rdu 9. 



komm Eigusb"") aus dem Auge des Tum, kommet ihr Stoffe, 
pr J^ 19. »1 Vsiri Jj äe a nf dr ^—0 «/' 
die ihr hervorgeht 19. aus Osirig. Kommet zu ihm nnd 
nehmet von ihm 

««™- ■'im ' II 11 ■ Hl 

das Wasser, deu Eiter, das likil, den Augenschmerz 



107) Eigentlich Hee sich Breitens des WusRors über die Augen, ilJe sulfusio 
aqiine der Alteo. LX, i Anin. Die tlussen iienncii den scliwarzeit SlasT csi:liwarzcs 

1 08) isl dus Wi(^(fcrholungszeichcn . welches den vurhergcliendeu Salz 
zweimal zu lesen gebieM. 

I09j Jede koElbaro Gabe der Nnlur, bc.^nders die heilenden und duftenden 
ürogueo, wurden, wie wir schon zeigten, ah Ausilii.sse einns Giilteniüges oder 
wohl fluch als liolches selbst hezeichnel. 

HO) ^ ^^. ^ f""^ '1^° f^ •"" *s'"f''"' ««-fcoÄ auswerfen. 

IH] ^ ^^ -, -'S»- Ifrtu -a>- srheini Leine bosliminle Krankheit zil be- 
deuten, soDdern nur den Schmerz, mit •eS'- determitiiert, der an den Augen. 
Das Wort entspricht dem w ^ ^et O, das mit dem O, d. i. dem Klasseozeichen 



274 



[US 



so. bilc 



Ipl 



•IT' 



id. die Cliemosiä, die Dlindheil. den EJIcriluss (li{i[iiludo}, die 

bewirkt der Golt 

klä '^^\ ml^ ml ^-l 21. uxdu ^ 

der EnUÜtiduDgen, jeder Todesart, Si. jeder Arl von 

nxd~l O I x' »f't 'f"' '^ ' öme" mrte ^: 

Schmerzen und aller Ubelen Dinge, die sich hefiiulen in dii*scn 

apta altrt 

Augen so viel iliror sind. 
22. rc i:i ^ j Ar iivlu °^ x« '— - A"" W"' i"?, «' /P»"« • 
22, Su i-sl ur /.u «pre.f^tien über diu Ki»üelkupfcrsalbe. aurgelöst 

JD Honig des Käfers {Ka fexwachs) 

dem man bei- 
1. u sen gäti j^"^) du r mrt -ac- heim ma 

mische 1. GyperusundaufdasÄutjelege derOrdnuaggemüss. 



Für (ins l\ejt di^lenniiiierl, Sclinierz und Kummer des Iter/.cns oder der Seele be- 
Kcichiiel. In unsorora Pap. komm! es sonst nur noch zweimal vor, und sowohl 
L\ll, <9 svie cm, 8 unserer Aurfasäung gemilss nicht als besondere Krankheil, 
sondern uls Schmerz, An der ersten Sielte ist vom Triefen, der Verlinslerung, dem 
Selimer?; elc. die Rede, die im Auge entstunden: CHI, 8 — 9 kommt es In einer 

der Hüls krank ist und er Schmerz hat in den Augen. 

I ( S) Die nian« ß i] e ^^ gäu j^ , auch ö ^ «2 j^ ff«', ß ^"^T und 
^ "^ 1 1 "^ M^ "'"" i^ S"^*''"'''-''"-'"- «"tsP"-'"^"'!. "ie scI'O" S. il9 (87) t» A. !1 
gezoigl ward, der Pcipynisslaude, über welche sclion zu S, Hü A. i! O [[} 
■(^ apt hdn "^ Papyrusspilzen lias Nöthigsle gesagt ward; dafür spricht, ob- 
gleich giin nichl «u wtooT gewordei» sein kann, ouch XL. 13, wo uebcncintinJer 

und also als Verschiedenes verordnet wini ffii« "^ vom T «rfft 

^ 1 .^ II I n I 

d. i. des Ufars, und 'jiiu "vj n fiap 31 1 d. i. Gau des Nomos oder des beslftllen 
Landes. Wir wissen, dass der l'apynis am besten an den ITcrn der Nitnrme des 
nördliche» Delta geilleh und XXXII, I wird vererhifeben Q I] ö S ^ ""^ \ R 
"^ T 11 ?'/" *^X ''^* nördlichen beslelllen Landes (der DcHunnmen) 

»om Stromesufor. Nach einer Inschrift von Dcndera gab es auch ß 



e 



U:t] Pap. KnEBS. DieM.u 



E V. DAShAI'11 



L LBEIt UIt:AlGB^KHA^KIIElTE^. ^275 



LXI, 1 . kl t'i Ulm -s- vt xff ■— J ftxdu ^ m mm -^ 

Anderes von der Aiitjensalbe zum Abweliivii der Scluuerzen 
von den Auijen, 

2. /p ® B nhi? ^'1«) 

2. Spitze des Papyrus? 
ten °^ 

Zvvieliel ? 

■ r, 

«A ,,, 

Honig 

mrht ö »e ^^ 

Gänseschmalz 

meäsl I /■ medsl | '") 

Zu gleiuhea Tlieilen, 



S. a. Alitli. I S. 189 (J)7) A. (57, 



"" n' «" !^ '''^ Mülter des Cyitonis budeulen (XXIV, 10— XXV, l), ist fraglich; 
vicileinlu die weiblichen Bliiteti, vielleicht die Wiirüelii, Er geliürl tu den Drogueti, 
aus denen miiQ d;i8 RUuclicnverk xiiif^i XCVIII, S zusfiramcuseUto. Ausser gekochtem 
wird süsser ijäu verschrieben und wir meinen auch zu wissen, was Q ^^^ (J ü 
■^ oe^ ^ yeyuE "^ mr i^ bedeulel. eine PI!an/o, die KleicIifallK zu Deadera 
erwäbnl wird. Es isl doch wohl der indische Cypunis. Wie ao^ Vi me "^ zu 
der Bedeutung der grlbeo Pdanze koiuml, lindet mau S. !S3 A. 78, und bei 
Diuscor. wird eine uus Imlien slammcnde Cyparusarl erwähnt, die. wenn man sie 
kziul, sarrimgelb und bilter ersclieinl. Üieseui bitteren sieht wohl nucb »der sii.ssei 
Cypenis unseriös Pap. gegenüber. Cyponis, den man Salben zugefügt hat, soll sie 
viTiliiliUii. Diosior, I, * S. U. 



I 13) 



I "^I W "^ ^ne "^ inbcttte Ster.s 



; dem a 



ib, iLis. eyperus. iilso 
wissen nichts besseres 



wii'der mit der Pufiy russluude zusnnuneubringen. i 
vorzuschlagen, lumal wir ja von dem hJn '^. das wir LVI, (0 (S. HO A. it) auch 
als Cyporus, Byblus, l'iipyrus erkannten, gleii-hralls den Kopf oder die Spitze vor- 
urdoen sahen, und Uician von einem Bybloskopfe in der Syria dea reden horlon. 
Es gab eben mcbrere Arten von Papyrus in Aogypien, wie die vielen Sorten von 
Papyruspapjer beweisen, welche die Alten erwähnen. Wir nolierlon deren Sl. 

I < i) Die einxolnen Droguen worden hier garnifbl, auch ntcbl mit dem Strich 
bezeicboel; dafür trat an das Ende ihrer Aufzüblung ^ I -^^^'j I , was sicher 



(jkoru Hbers, 



[Ui 



der Ordnung geotU:;!« 

m mrle ^^ 
Blutes in den Atigt'ii 



du r tr n mrte ^: 3. hhs m,i hh 
hernach auf die Augen zu ihun 3. 

iiniiJllilige mall? (^L■ll^ Uiinfig). 
H ni ifr %—fi mlu /N n «*/' '-'*' 
anderes n\m licrh^n die ('rpHisse di^s 
d. i. Suhconjiinctivaler Blulaustritt. 

'""' m *" im 
getrocknete Myrrhen 

Zahn (kraut?) Körner oder Saraen.? Müchweisso oder rolhe 
schön duftende aromalische Drugue: Kaiim der acgyptischc 
Zaiiiihaum Lalanilcs augy{itiaca'?? 



J = ^ meätt zu losen ist und 'Zu gleichen Tlieilooa 
bedeutet. Dies ist iiiirraglldi unit muss uns liier tseDÜgen. Wie muu iliis ^ | 

<=3> j I zu fassen liat, ilenkcii wir eingL'licnd »d einer anderen Stelle ^u 
zeigen. Seine Grunühudeuliing w;ir wolil »wie ein Bein znni ondern«, d.h. mit 
Hinblick auf die Medicamcnle ; eio.mder so gleich (iin (,lnanli(3tj wie die linke 
KorperstiJtze der reclilcn, Navillk hat ganz Itecbt (ZeJIschr. 1813 S. 89 , wenn 
er die Gruppe ^ ^^ f] q ^ I """'*' li """^ ""^ ''"" enlsprochendu ß p U 
(Navillb Mythe 3. Hop. V) unter den Plolemiiem aiicli »die Fusssohlen« bedeuten 



die tncäst als etwas einander durchaus Entsprechendes, Gleiches auirnssle. Im 
Loud. Pap. Nbmy ^ , auf den der genfer Gelehrte hinwies [(8. Dynastie), heisst 
es auf der zweiten der Zeitschrift beigegebenon Tafel Z. 47 und 18 

' Deine Beine, die hin und hergehen, sind von Gold, 



W 



^(^, 



und dass auch sonst meiisl \ das Bein, und zwar d»s Oberbein und den Schenicel, -i 
bedeutet, geht schon daraus hervor, dass es mit /tj:3 XP* '''^ wechselt, wis I 

in der allen Sprache den Schenkel und zwar den Vordersehen kel des Thieres bedeulvl 
und dann in dem ko|)tisclien tgnin^ benutzt ward, um auch den Arni zu bezeichnen. 



II») LVI, I 



u 



llf 



nhd 



IM 



zieht sich nur auf die Bedeutung von nhd. kopl. &. nk^-xc der Zaim. Von der 
früheren Vermulbnng, es sei balnnili^s uegypiiaca. sehen wir ah ; denn diese Pllanzo, 
von der Kriichte in Grübem gefunden wurden, war in Aegypien heimisch, und 
lo; denn die von DümcnRn publiciorlen TcMe 



f iSj Pap. Ebbhs. Die iMaassk t. b*s Kai-itel hhkr wie Aihienkbankiieiten. 277 

nc(u 

Kiesel kupfüi'salbe. 

meä»l I r tnehgl \ 

zu gleiclieii Tlioilcii 

du r ir n mrte -^^ 

Hernacli auf die Augen tliun. 

irl m ähdii -"-^ x'«' III » p*'l Q »f'''ß 

MiLlül lür den drilluti Monal der Jahiüszeit des S[irosseos bi.s 
5. r äbdn -— iifd MM » ;""' o 

5. zuQj vJLTlen Munaie di;r Jahrcüzeil des Sprosseus. 
Das aegyptiüche Jahr zerfiel in drei Jahreszeiten (Tetramenieen) 
zu je vier Monaten""). Die liier erwülinle Pert-Jahrcszeil heissl 

wörtlich übersetzt die des Heraus-, des Hervorkoniinens, Sprossens 
(der Saat). In Aegyplen zeigte sich dies in unserer Winterzett, 
und so hatten die Griechen Recht, wenn sie die Pertjahi-eszoit mit 
Xfi/ioip der Winter übersetzten. Auf der TaTel von Tanis (Dekret 



Denneii es mit urilcr den Produkten der Bulsunisldi lieber, deren sich die Siilbcti- 
und Parfüm bereiter allein bedienten. 1u Bbugscu's Wörtei-b. ser. II S. 25) wird 

dem Har2 



ir^^S 



mamama ein 
ÖS tccel isi von 



uuderes 'T^ ° gli'ielige.setzt : dotll 



•V\ o TM trennen, das unser tiW 



irrtliümlicli ; denu das (1 
oder tiAlbjilsiim Ist. Es helsst von ihm Dum. Kuc. IV 86, G, liuss es sehr käst lieh 
dutle und vorlter, dass es die Farbe des hr lU ooo odc<r fir Wsleincs habe, 
in dem Lki'SIIis (Metalle S. 138) den Berg<iuarz crkaante, der milchweisa aber 
audt roth vorkommt. Dus muinuma ooo harz, dessen Name auch nhd \, ist, 



darf iiiclit mit der Diimpalme _^ ^S i> '^, n nieim 

mememe, verwechseil werden, 

116) Die Homite werden im Allaegyptischcn boKt^icImut als erslcr, 
driller und vierler der Tetramenio, zu der sie nfhürun; die der Jalin 
Sprossens oder des Winters also : 

erster Monnl der Jalireszeit des Sprossons Ti/bi 



IM 
Dendcra -y ( 



I - 

II * 

III • 
MM ' 



zweiter Monat i 

) 

dritter Monui < 

) 

vierter Honat 



Phainmnith 
PhaTmuOu 



278 



Geom EtKU. 



[IM 




von Kanopu«^ stelil darum auch dem Hren^Iyphischm c — ^g o M 
fT d»s griechische »> t^ x'*I**^''' gegeoulKir. E.s waren darum die- 
jenigen im Rechte, welche diese Tetrameoie, von der Bedeuluog 
Ai^A 'pro ah^ehcnd, (geradezu die Winlerzeil uherselzten. Nach dem 
juliaiii.sehen Jahr fälll sie vom 17. November bis 16. .März. Die 
Criechco kernten die aegjpliüchun Jlonate naUlrlich zaerst io Alex- 
amlria und aniK'ren Unterat^pUschen Städten kennen und gaben 
ihre Namen darum in der unteraegj-ptiscbea Form wieder. 0ie za 
der /V'(o Jahreszeit gehörenden beis^n rvjii, fttX'Q- if"f'*rtä&, ipuif- 
ftovüi. Das nua folgende Mittel ist also für die Zeit vom dritten 
Monat der Jahreszoit des Sprosseus (Phamenoth) bis zum vierten 
.Monat (Pharmuthi) derselben Tctranienie bestimmt, was die Zeit vom 
17. Januar bis lf>. Februar zu bedeuten scheint. WUre der \. Winler- 
mnoat mit eingeseblossen xii denken, so konnte man das Kecepl bis 
zum 16. März verwenden. Übertragen wir die Vorschrill in unsere 
.Initchanungsweiäe, und hören wir, irgenil ein Mittel solle vom Januar 
büi Februar eingenommen werden, so beziehen wir das gewiss zu- 
DAchst auf die läge vom 1. Januar bis I. Februar; den zweiten 
mit eiuzuiechucn würde immerhin srlion willkürlich sein; es 
also in unserem Falle die Zeit vom 17. Jan. bis 16. Febr. ange- 
leo werden, wenn auch i'ine Vediliigeriing dieses Termlues dem 
Pabeoleo weder Vorlheil noch Niiclitheil gebracht haben niüehte. 
LXL 5. msäm-t 
Stibium 



nberat^. Natron oder 



Salpülerart 



MI 
Jem Stibium verw;indli-s Mineral. "') 

*^ IM 

arab. Holzpnlver? 

C »Ml r mm>t( rde m mrit' ;^^ 

Cm gleichen 'llu-ilcn"") auf die .\ui^<<n lim 



. ( S. ssx Am» h:. 
L t S. 17S Anin. 114. 



1*''] Pap. RbRRS. DieMaASSB lU DAsKaPITFJ. IBKR die AuilliNKKANBIIElTEN. 279 



kt 8im - 



■ ärfu m Stnu o prl o M o 



ne andere Augcasalbe anzuwenden im Sommer, Winler 
und der Ueberschwemmungszeil., d. b. wührend des ganzen 
Jahres. 

Unser Recept zUldt hier die drei Tetra iiienieen des aegyplisclieo 
Jahres auf, und zwar als ersle die ixx^oir/ju ojahreszoit, den Som- 
mer, (kopl.. ojtüJUL aestas) eigenlhch die Zeil der Glul oder Hilze 
fnsn ^i^e [1 ^iiiu n ] die das Decret von Canopus (Tafel von Tanis) 
z. 42. i'h'ijos nennt und zu der die vier Monate naxruv, nuiivi, 
eniipi und fifao^i'i gehörten. Sie unifasst die Zeit vom 17. März 
bis \G. Juli des julianisclien Jahres. Von der ^g prt Q Tetra- 
menie, der Zeit des Sprossens oder dem Winter ward ohen zu LXI, 
4- — 5 geredet. Die letzte oder M*!© Set q Tetramenie ist ^ Butcscii 
hat es endgültig erwiesen"*) — die Ueberschwemmungszeit. Sie um- 
fasste die Monate i'/wi^// , ipttagii , a/Arp , jjok« und die Zeit des 
17. Juli bis IG. November des julianischen Jahres. Auch heute 
noch passen diese Daten auf die Ueberschwemmungszeit. 

Diese In allen drei Tetramenieen, also in sümmtliclien 1ä Mo- 
naten des Jahres zu verwendende Salbe soll bereitet werden wie 
folgt: 

7. m/tdinl ° iW t_Ü hr mrlil '^ Irn "^ '^) 
IM • 1 1 1 ' -^ 

7. Stibium zu zerreiben mit dem Schmalz der Trpgans 

m due ö dn _n— rde he 7i hr gt fl 

in der FrUhe, ohne es indess an's Feuer zu bringen'^') 

8. slm -ti&- am in grh "^ 
8. und das Auge zu salben damit in der Nacht. 



Lxr, 



II9| Zeilsclirin 1866 S. H. 

ISO) An anileren Slcllen «=z> ^^ ifrjj ^^ , '-' V^^ luriiti und 

sclileclit <^^^* ^^i lirp ^^ , isl eine Gans, die man gern als Opfer ilurb rächte. 
In LepsiL's üllesti-n Texlen des Todtenb. werden I, 10, (6 — <9 i GänscarluD als 
Opfer dargebrachl: von der ro. «( und »r-Gans je S, von der Ä4y ^^ Gans, die 
vielleidil kosibiircr war, nur eine. 

III) Wönl.: Nicht lasse Tallcn oder niederlassen es auf das Fencr. 

AbbanOl. d. \. S. Gojclltcb. il. Will. IXV. 24 



280 Georg Ebers, [448 

lU : msdm 

III 

Aiulircs: Stibium 

uetu 

III 

Kieselkupfersalbc 

xsbd 
^ III 

Lapis lazuli*^) 

aß 

' III 

Honig 

9. yw^^ ° 
^ III 

9. grüne Bleierde *^) 
meäal r mcchi 
zu gleichen Tlieilcn 
är m äuS& O si -$-^^^) 

zu einem gezogenen Teig oder Brei (oder Stollen?) machen 
und 

du r tr n mrte '^^ 
hernach auf die Augen thun. 



122) Sicher festgestellt. S. Lepsius Metalle S. 55—71. Was Theophrast 
und Dioscorides accjtipeiqog nenoen, ist nicht unser kostbarer Sapphir, sondern 
der Halbedelstein Lapis lazuli, und wie unser Papyrus hielt Dioscor. Y. 156 (157) 
ihn für ein gegen Augenleiden empfehlenswerthes Mittel, xori rag kv rolg 6q>- 
&aX/Äoig VTte^oxctg tloX arafpvliu^iava aal q)kviiTaivag arilkei. Sein ge- 
schlämmtes Pulver bildete in Aegypten die blaue Malerfarbe, welche später unter 
dem Namen Ultramarin bekannt war. Wir besitzen selbst ein Säckchen mit ver- 
härtetem Lapis lazuli oder Lasurstein pul ver aus dem alten Aegypten. 

483) S. S. 802 (70) A. 7. zu LVI, 2. 

1 514) 3»^ O auü O S. oof ig puls pulmentum. Die wörtliche Übersetzung 

der ganzen Gruppe 'aiiÜ O st — ^ ist gezogener dicker Speltbrei, und man darf 
dabei an Nudeln oder dergleichen denken. Da unsere Gruppe H. L. ist und sie 
uns auch nicht ausserhalb unserer Handschrift begegnete, wissen wir sie nicht anders 

zu erklären. Das /^ iM^ fueie o in Dümichen*s Recueil. B. IV LVI, I inuss 

^ ^ \\ ooo ' o ^ 

eine aus Arabien kommende Spezerei sein, die hier nicht gemeint sein kann. 
Wegen der Lesung weisen wir auf das j^ ^ des M. R. Hätte man ^ $t für 

^ ^ oder ^ = den nach unten führenden Gang, oder ^^^ st-t zu 

halten, was dasselbe und dann auch die Gruft, bedeutet, könnte unser au^ das 



p 



4 ^9] Pap. Ebers. Die IVIaasse u. das Kapitel Ober die Augenkrankheiten. 281 

/.*/ nt ilv "' — '"1 10. ynt in Ip ii) m stin .^:g>- 

Andorcs zum V(^r(rpih(Mi 10. ciiuM* (lOscliwulst '-'• mim Kopie 

(GrUtzbeutel) mit Augensalbe. Ein Atherom oder eine 
Balggeschwulst. 

msdm I D. ? 

Stibium 

Xt am i^j Vs D. 

arab. Holzpulver? 

w» 1^1 Vi6 D. 

Opalharzkörner? *^) 

11. Ä/m j^i Vi6 D. . 

11. dem Stibium verwandtes MineraP^') 

anu i^j V64 D. 

Dinte 

««'^- ,°, ^«* M ,°, V« D. 

getrocknete Myrrhen 

prt tndu Vm D. 

TnOäbeeren oder Samen? 

12. A/ rrl nt mrl -<s:> xpr x^ ^^bl duiU ^9?^ r-s 

12. Andere Millel Tür das Aui2;e, nn dem irgend elwus krank 
geworden. 

tidd o n rm& wi Jw i psi 1 3) m meue 
Menschengehirn, das man zerlegt 13) in zwei Hälften. 



LVI, 20 mit dem Brote ff=o determiniert wird, auch das Brot sein, das man als 
Todtenopfer in der Gruft niederlegte. Der Gang st — ^ J\ ist auch unser 
Stollen. Das sächsische Gebäck dieses Namens bedeutet wohl nur das der Stola, 
dem Priesterkleid zukommende Gebäck. Wegen der Lesung von auS^ weisen wir 

auf das S^a = au der Pyramidentexte. 

125) S. 857 («85). A. 80. zu LIX, 3. 

iU) S. 257 («25) A. 84. zu LIX, 4. 

127) S. 258 (4 26) A. 82. zu LIX, 4. 

20* 



282 Georg Ebers, [450 

du tne-f kr äfi stm -<s>- mri -<so- dm m 

Man nehme seine eine Hälfte mit Honig und salbe das 
Auge damit am 

mäirlu f=^ hna 14. 8§uyt o me-f 

Abend, und hat man 14. getrocknet den anderen Theil 

ni U-:/! 'an stm -<s>- mrt -<s>- am m due o 

und fein zerrieben, so salbe man das Auge damit am Morgen. 

kt sriiil ^ 31 mee 

Aiideies um Wiiclison zu machen zu schcirfen die Sehkraft, 

15. (tru m abdu /*^ //) n prt ü ///V/// r dbdu y^=^ 
15. iiuzuweiuleu vorn ersten Monat der Jahreszeil des Sprossens 
bis zum 

snuu n jirl 0^^) 

zweiten Monat der Jahreszeit des Sprosseus. 

msdml teil r=üii n 16. msdm J 

IM *^ IM 

Stibium . — Männliches des 16. Stibiums 

MI III 

o 
snn 
MI 

Opalharzkörner 

T))edst r mcäst dul m mrle :^ 

zu gleichen Thcilen auf die Augen thun. 

ki: ^^ ,,, (/^*'<» 

Vau anderes: Obcraegyptische Art des Natrons oder Sal- 
peters. S. 226 A. 42. 

mes- 17. dml 

Ml 

Sti- 17. bium 

measl r meäst du r tr n mrte '^i 

zu gleichen Theiien, hernach auf die Augen zu thun. 

kl: terl ° 

Ein anderes: Zwiebeln? 



128) S. 277 (U5) ff. zu LXI , 4—5. Vom I. Tobi bis ersten Mechir. 
Nach dem jul. Jalir vom \1, Nov. bis 16. December. 
<29} S. 237 (195) zu LVIII, 5 A. 62. 



451] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Auüenkrankheiten. 283 

msdmt 

Mi 

Slibiuni 

äfl ^ 
^ III 

Honig 

18. niedM r meäst du m mrle ^^I 

18. zu gleichen Theilen, auf die Augen thun. 

hi nt äbe mee 

Ein anderes zum Öffnen des Gesichtes: 

pqyt CD nt 19. hnu ^ \ me kp U-:/! tä *^) hr 

die Scherbe eines 19. neuen Hinkruges erwärme mit 

f A/VA/VNA ö 

frischer Milch 



130] Das %-^ kp ^.^ dieser Stelle bringt Stern mit S. Kcon, B. x^^ 

absondere, occultare zusammen. Man müsste also übersetzen : Die Scherbe etc. ver- 
borgen in frischer Milch ; doch kann diese Version nicht zutreffend sein. — Seilen 
wir uns nach dem weiteren Vorkommen der gleichen Gruppe in unserer Hand- 
schrift um, so finden wir sie, gleichfalls mit ^— =/l determiniert, XCIV, 4 wieder. 
Auch hier hält sie Stern für abscondere, doch kann sie nur wie in vielen anderen 
Fällen beräuchern oder erwärmen bedeuten. Der Berl. mcdic. Pap. V, 7 schreibt 

es richtig V 'Ja N§^ I ^^^ Patienten (die Person damit) beräuchern 

oder erwärmen; kp wird hier determiniert mit der Flamme, die wir auch im 

Pap. Eb. XCIV, 4 und LXI, 19 für %^^ einführen müssen. An ersterer Stelle 

(r<=»\j f. ^ — § n 
heisst es nämlich: w=^ 9\ I beräuchere oder erwärme die Patientin 

D ^ Sil<=:>l 

(Frauensperson) damit. Dass dies zutretTend ist und keineswegs an »abscondere« 
gedacht werden darf, beweist die Fortsetzung der betreffenden Stelle 




D -" J\ 



X IX H ^^^^~^ y^ ^~~^ indem Du hineingehen lässt den Dampf, 

der davon ausgehl, in das Innere ihrer Vulva. Das kp V— =^ st J| hr-s des Pap. Eb. 

ist ganz analog dem kpu \\ se )^ hr st des Berl. med. Pap., nur dass es sich in 

jenem um eine Frauensperson, in diesem um einen Mann handelt. So wird denn 

auch LXI, \ 9 hinler kp weniger correct ^— =fl statt 1 1 stehen. Möglich wäre, dass 

an letzterer Stelle kp ^-«fl als Vorgänger des koptischen ^(one, <5'ton sumere, capere 
zu betrachten ist. Es wäre dann »die Scherbe etc. genommen mit frischer Milch« 
zu übersetzen; doch ist die Version »erwärmen etc. er weit natürlicher, zumal sie 
durch XCIV, 4 der gleichen Handschrift so gut bestätigt wird. 



284 Georg Ebers, [452 

rde r mrte ai sp sn 

^ II 

sehr zahlreiche male auf die Augen thun. 

m;stmt 

Stibium 

aß ö^^») «< ffM 5^ 

Mark oder Klaueofett? des Rindes? 

du m mrte ^^ 

auf die Augen zu thun. 



\: /u ■'••". 




il 










\' ■h.MV- 


. 1 


1! 


l' ! iMlii-:. «Iv- 


1 1 C« . « 


.•!i[-'< 




msdum-t 
Stibiuni 


o 
MI 


tf 


^^•1.) 




IUI 4 




au 

' III 










III 3'») 


Honig 














matt 














desgl. ,d 


. h. 


auf die Am^n zu 


thun) 


• 




1. '.i .. 


ri-s 


• 1 1 . . 


>'r*'- 









IXII. I. 

M^mi 

III 

Stibium 

mu nu iert titt 

III 

Saft von frischen oder grünen Zwiebeln 

xpr t^ m iift ^^^ 

Naturhonjg 
ä. du m mrte ^^ 
:!. auf die AiL^en thun. 



»J» S. ni LVl. H S. Ml -»»9 A. il. 

\M Die M;Kiäi»« smi hier zu fa:«sea wie 4:3: i Dncfainea wie » Ru 
des übriffens ^w«3hiilu:h. ^ewoKeaen Stibiums wüniea viei mehr :jeia «lis :k»i2>t 
iiivija venirinet wini. 



153] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 285 

Aiiderr Au^cMi^alhc : 

msdm II 2 

Stibiuin 

aß 1^1 IUI 4 

Honig 

IM ^ 

Kieselkupfersalbe 

xnte V4 *^) 

grüne Bleierde 

^ MI 
3. echtes Lapis lazuli 

n( U-:/! du m mrt€ ^^^ 

zu zerreiben und auf die Augen thun. 

hif still -ccn:^ 

Aiuiero Augciisalbc : 

msdmt II 2 

Stibium 

ad ö 4. se ^. II 2 

Gänse 4. schmalz 

mu^ IIII4»') 

Wasser 

in die Augen spritzen. 

Andcr(\> zum Vorlroihen des Alhui:c». dns in den Anisen 

•_• • • 

enlslaiulon ist: 



^33) Wie a : 4 : V4 • V4 ^^^^ *» *» V4> V4 Drachme. Dem echten Lapis 
lazuli wird kein Maass beigegeben. Vielleicht Stibium und Honig wie 2 : 4 -{~ V4 ^* 
+ ^/i D. + Lapis lazuli in beliebiger Menge. 

134) 2 : S : 4 oder t, t, 4 D. Vielleicht ist das Wasser 4 auch als Binde- 
mittel wie bei den Recepten zu gleichen Theilen als 4 H. zu fassen und das 
Ganze: Stibium 2 D., Gänseschmalz t D., Wasser t II. Die beiden ersten Me- 
dicamente lass' ich wägen und nicht mit dem Ro messen, weil msdmt ^ sonst 

III 
immer nur gewogen wird. 



286 Georg Ebers, [154 

msdml I 

IM ' 

Stibium 

5. ai-ab. Holzpulver 

vt' ^-«fl au du m mrle ;^^ 

fein zu zerreiben und auf die Augen zu lluin. 

MI ' 

Kill lJU(l^M•<-'^: Dinte 

msdmt I 

Slibium 

MU AWNA/* ^^] 
A/V/VS/NA / 

Wasser 

nt s; j\ an du 6. m mrte '^^ 

fein zerreiben und 6. auf die Augen thun. 

lil: hbne ^ 

Kin ciiultMcs: Ebenholz 

msdml 

Stibium 

mU AAAAAA 

Wasser 

malt 

desgleichen (d. h. fein zerreiben und auf die Augen thun). 

kt : bnf O ^") n äbdu ^ ^^) | 

Ijij riiidtMi^-: Lunge? des Flösselhechtes (Polypterus bichir) 



r35) Zu gleichen Theilen oder { Drachme : i Drachme. 

\ 36) Die beiden ersten Medicamenle zu gleichen Theilen oder je eine Drachme, 
und das Wasser als Bindemittel nach Gutdünken zu nehmen. 

4 37) bnf ^ konnte vielleicht das nur in einer Scala vorkommende kopt. 
ofwq die Lunge sein. 

138) Der fifef/u \^lisch, kopt. e<^io'r wird nur in einer Scala und wie 

EnMAN glaubt nach einer nnsslichen arab. Etymologie piscis loricalus übersetzt. 
Er ist also vielleicht gepanzert, und Todtb. t5. erblickt ihn Z. 25 der Verstorbene 
In der Sonnenbarke, und er nmss schön gefärbt sein. Nachdem wir dies alles Herrn 
Prof. KLUNziNCiKn in Stuttgart, dem besten Kenner der Fauna Aegyplens, mitgelheill 



15Ö'| Pap. RhF.HS. DiE.MaASSE I . DAsKAflTKI. IBF.U IUK AlT.K;>KHANkllEITF.>. ä87 

7. iHsdml 

IM 

7. Stibium 
mätl 

desgl. (d, h. fßin zeneilicn und auf dii^ Augen thiin). 

kel: smh o 

liia auderua: Salme (ßalim) 

Milch 
matt 
desgleichen (d. h. fein zerreiLen und iiuf die Augen Ihun). 

lu til dr l^_!i iihel Oi 

Anderes ^iini Veilreibeti des Eclioiiiudih itder Enlropiums""/ 

8. msdmt ° | R. 
8. Stibium 

inn$t ° I R. 

Mennige? 



liulteD, schrieb er uns, iler lihdu S^fisch könuc kein anderer sein als der Flössel- 
beclit (Polyptenis bicliirj. Es ^ei derselbe eia seltenes Überbleibsel der Ga- 
noiden oder Sdimelzscbnpper, welche in dca ülteren Perioden der Vorzeit eine 
grosse Rolle gespielt hUtten, nun aber bis auf einige Geschlechter, wozu auch 
der Stür gehöre, ausgeätorben seien, unser Fisch sei im minieren und unleren 
Nil seltener, itn oberen liüu liger. lEs ist aucii eiti scböuer Fiscli, geziert durch 
einen Panzer von rautenförmigen fchniclzartig harten Schuppen, so dass er der 
opiscis loricalusn, dessen Anblick den verkllirteii Todlea entzückt, wohl sein kann 
und muss. Auch was die Lunge betrilTt, stimmt. Die Schwimmblase des Fisches 
wird allgemein als Homologon der Lunge unserer Wirbetlhiere betrachtet, was also 
die alten Aegypter schon erkannten. Nun ist aber gerade beim Polypterus diese 
Schwimmblase mehr als bei anderen Fischen lungenarlig, indem sie einmal doppelt 
ist und nicht wie die Schwimmblase sonst bei den Fischen in die obere, sondern 
in die Bauchwand mündet. Auch vei^rUbt er sicli, wie die eigenllichea Lungen- 
liscliu ll'rotopterus Annectcns vom tropischen ATrika), im Schlamm nnd lebt dnrin 
in der irockeneu Jahreszeil, wobei ihm vielleiihl Jene Schwimmblase als Lunge 
dienen künnte. Dazu gehört freilich noch ein schwammiger Bau uud grosser Ge- 
rjssreichthum, was erst zu untersuchen wSrec. Siebe aucii Gboppbov über die Fische 
Aegyplens in der descr. de l'Egyptc und Bhkuh's Thierleben. 

(39) Bedeutet nicht Sahne der Milch; tieun LXII. IT und 18 stehen Milch 
und Sahne gleichfalls nebeneinandor und sollen dnnn in EinR vcnnischt wi'rdeu. 

Uü) S. zu LVII, 10 S. aSQ (97) T. u. A. 16. 




GvcHtb RkCks. 



(IWl 



x-äc- ,„ I B. 

gnlne fileienle 

hmm ,^, ''fr N I R- 

rothes Natrao."') 

m{ ;„j du r Ir m mrit' :^ 

zerreibeo. Heroach »ut die Augea lliun. 

9. kt Ht dr \ .2 ^tmut ^ '" rffr "\ ■ mrie ; 

9. Aotleres zum Vertreiben der Nebel and der Rotbe m deal 

Attgca oii^r dwr böseo ;ivf>hoDiäCheo~ Nebel in deo Ai^ea.~4 

AQgeaiettie Trnbong der Bonibaol, £e mh 

nongeo verboodeo ist 

Zniefaehi'' 

idm m imJ$ (^ 

Han der Nilakazie (acada nDoUca oder vera) 

•rf" c^a ° Ikaum avfiAf '^ ) '**', 

Kiuelkapfersdbe 



iB 4«B Aapis <■■' jeAnMb 



Kl) s. ns [«>) LTä, I. A. ». 
I4S] ß »v « , 

BT, T«f 

•ralk*, «• et «cas *ck Ae raaW 4e> 

k^T^^!T7rTJi|T^-= - = = .... 







457] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 289 

10. hrtl nt mst X (ey r=ö) 

10. Milch einer Frau, die ein männliches Kind geboren 

ar m xl uäU du r tr n mrle '^^ 

in Eins vereinigen und hernach auf die Augen thun. 

ht 1 1 . nt dr \^_j] edijl O m mrt -<3z>- 

Ein anderes II. zum Vertreiben des Krokodils im Auge, 

d. i. des Pterygiums oder Randcarcinoms?**^): 

tnsdml V2 D. 

Stibium 

mht o nt nrt ^ V4, V2 = Va **') 

Ei eines Geiers 
12. n( ^...^ an du r ir n mrle -^^ 

12. fein zerreiben und hernach auf die Augen thun. 

kl: msdm 2 D. 

Ein anderes: Stibium 

Honig 

xnte j°j V16 D. 

grüne Bleierde 

13. iwwÄ ° Vs D. 

III ^ 

13. Mennige 

snn ^^^ V16 D. 

Opalharzkörner? 

malt 

desgl., d. i. fein zerreiben und hernach auf die Augen Ihun. 

/;/; mnM ^^^ V32 D. 

Ein anderes : Mennige 

xnte ° V4 D. 

grüne Bleierde 



^4 des Eis. 



444) S. 254 (122) zu LIX, \. 

145) Entweder, wie V2 bei msdmt auf die Drachme zu beziehen, oder 



290 Georg Ebers, [458 

msdml V32 D. 

Stibium 

14. mn j^^ V16 D. 

14. Opalharzkörner? 

xprtsfn'aß ^''^^^W 2'A D. 

Naturhonig 

malt 

desgl., d. i. fein zerreiben und hernach auf die Augen thun. 

kt: ds -^ qm ^"«) • V32 D. 

Ein anderes: Schwarzer (gebrannter) Messer- oder Flintstein 

1 5. nlr sntr Vs D. 

15. Weihrauch 

le =^^ msh ^^3^ I D. oder R. ? 

Krokodilerde "') 

'im ' ^ 

Honig 

du r qahu n mrle ^^ 

auf die Brauen ^*^) der Augen zu geben. 

kt: 16. mnil ^^^ V64 D. 

Ein anderes: 16. Mennige 

xnte j°j V64 D. 

grüne Bleierde 

xpr isf n aß ^^^ Vs D. 

Naturhonig 

Ml ^ 

Stibium 

17. 8im ^^^ V32 D. 

17. Opalharzkörner? 



U6) S. 264 (132) zu LIX, 20. A. 92. 

147) Wahrscheinlich der Nilschlanun^ die Erde oder der Thon des Ufers. 
M8) Wohl wie der grösstc Theil der meist zu wägenden Mittel i D. ; 
vielleicht als Bindemittel 4 H. 

149) EigenUich die Arme der Augen. 



459] Pap. Ebkrs. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 291 

matt 

desgl., d. i. auf die Augenbrauen Ihun. 

A7 ;// übe mee 

Anderes zum Eröffnen des Gesichtes: 

sma 
IM 

Sahne, Rahm 

artt nt 18. msl ^ hy r=iD ^ 

Milch einer 18. Frau, die ein männliches Kind geboren 

är m %l uat j uth r- m mrte '^^ 

in Eins verbinden und in die Augen spritzen. 



t II •< 



kt nl dr l_j] 19. he{}^c Ulf -:s>- khu ^ 

' >>> III 

Anderes zum Vertreiben 19. der Lippitudo (oder des 
Eilerflusses) ^^^), des Dunkels^^^), 



heu '^^) Jila ''^ I ypr m mrte 

der Augenschmerzen und der Entzündungen, die entstanden 
sind in den Augen: 

Xt ^^^ aue j'j'^ 1 R. 

arab. Holzpulver? 

20. iietii ^^^^ I R. 

20. Kieselkupfersalbe 

naqu n tert \ R. 

^ III III ' 

pulverisierte (zerstossene?) Zwiebeln? 

adn n Sndt ^^ | R. 

Harz? der Nilakazie 

xpe O n hbne ^ \ R. 

Feilspahne ? *^) von Ebenholz 



<50) S. zu LVI, n S. 218 (86) A. 24. 

<51) (^ TT^ X.*^**^> R«^Ri tenebrae, obscuriias. 

152) S. 273 (UO A. Hl, zu LX, 4 9. 

153) S. 225 (93) A. 40 und 41, zu LVII, 3. 



Saft der guillandina moringa L. (BeheaOl). 

21. ur m x^ "ot I är m juii o s£l o 
:21. Hai man es in Eins vereinigt und zu einen) liuckencn Teig j 

gemach I, 

xeu ^ , n kr mtt ^^ du m Ir » 

so vermische man es mit Wai^ser und thu es hernach au[] 

22. mrig :^ 
82. die Augen. 

fe( »l dr ',_Ji qndt "S^ "*) 

Anderes zum Vertreiben des Augcnfelles (Xaniholasma oder j 

Pinguecula?) ; 



16i) Die Fnichl, die hier ^ V <? '/6(< sesch rieben wird, ist di« 
Biitimcs b'i oilur qti. Auch im limbc des ötiiM, wo ! Exemplare von ihm vor- 
kutnincii, wird er /;] t[ Q |jes(;li rieben . Er gehörl z\i den Pfliinzcn, welche nun alcl 
aus dom Auge des Uorus udcr der Pupille des Hii tiervorgogaiigon betraclKele.'] 

/ ^^ ^^ o aus den Pupillen der Augen des Ita (DChicubk, Tempel- 1 

inschriftcn I, LXVU). EbendaselbM wird vom bq \\ nlm ste, d. i. dem Aijliaume, 
dessen Dufl angenehm ist, (alsAuslluss des Aitge.s des /tu) gesprochen. Da«» diaS 
U ^O b^flüssigkeil ein ü\ ist und also auch der Saft der ^bufruchl, wie an 1 
unserer Stolle, kann niclil bozweirelt werden. Das Olivenöl ist kaum damit gfr^fl 
meinl, und V. Loiuikt, Itecueil Vioweg ISB6, VII S. I0< IT., suchl in ansprechen-l 
der Woi^c zu begründen, dass wir in dem hq oder 96 bäume die Hyrubalanej J 
Moringa olcifcra, deuUvh »Ül-Horingie', zu sehen haben. Dieser in Aef^ypleii häuHgtiJ 
Baum war auch den Allen bekannt. Nach T'liuius zeiglu sich sein Ol in Aegjpten J 
roth, in Arabien grün, und es duftete schön. Lqhdet hätte besser gethaa, den von 1 
ihm gemeinten Baum moringa aptem oder guillandina moringa L. zu nennen ; djes-S 
ist die [tälavos alyvntla der Griechen, deren Same als nuces Beben in dorJ 
Apotheke gebraucht wurde und d.is Behenül lieferte, welches jetxt noch zioM 
Bereitung von wohlriechenden Ölen und Salben verwandt wird. Lüunis, Botnnjk>] 
6. I&9, zUhlt düs aus dem Kerne der guillamütia moringa bereitete Bebeoöl zu 4 
den 11 vorzüglichsten Kettenu. Unser l<i Q mag wohl die ßä?.avos alyvmla des 
Thoophrast sein, der den Baum gut beschreibt, llist. plant. IV, S, t. Er ist dos 
DiosGOrides ßäXavos (iv^i^tKtj, deren Namen »Kum wohlriecbeuden Ol gehörende 
Eichel" schon anzeigt, welchem Zwecke sie diente. Wir möchten a 
itf-Uaum für guillandina moringa L., die Ol-Uoringic ansehen, und den Saft n 
ihren Früchten für dss Bchenöl der Apoihekur. 

IGS) ■^ ^ qnät -a!>- Augentelt. LVII, li S. 833 (10«) A. äJ. 



2 



161] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 293 

uetu 1°^ 112 

Kieselkupfersalbe 

anu 1 

III ' 

Dinte 

msdmt ,;, 11^ 2'/ 

Stibium 

hsmn . . I 1 

III 

Natron 

1. grline Bleierde 

nl' l J\ kr mu ^^ du r mrle ^^ 

mit Wasser zerreiben und aul die Augen Ihun. 

lU: mnSl I R. 

III 

Kin anderes: Menniee 

mrht ^°^ se ^ j R. 

Gänseschmalz. 



ms rA» tr n mrl^ ^^I am 

An den Augen hernach damit salben. 
2. ar xr-k kl ni dr •^^t] pit ^ in j'nt <f) 
2. Bereite noch ein anderes zum Vertreibou einer Geschwulst 

an der Nase, (ThrUnensackerkrankung, Dakryocystitis ^") : 

msdmt I R. 

Stibium 

Xl s.=r^ aue ^°j I R. 

arab. Holzpulver 

'antii 3. Äi O j R. 

Myrrhen 3. getrocknete 



4 56) Entweder wie 2:4 : 2 : 4 : ^g oder, weil das Recepl lauter sonst zu 
Wägendes enthält, alles auf die Drachme zu beziehen. 

4 57) Bei Verstopfung des Nasenkanals entzündet sich die Schleimhaut des 
Thränensackes. Eitriges Sekret füllt den Thränensack prall an und bildet derge- 
stalt eine erbsengrosse oder noch grössere Schwellung an der Nase. 



294 Georg Ebers, [162 

aft ^^^ I R. oder H. 

Honig, 

slm -<s>- am r hru o äfdu |||| 

das Auge damit einreiben 4 Tage lang. 

är me-k tiiak un ma pu 

Berücksichtige es, denn es ist gewisslich das Rechte. 

4. Aiulcn^ Aii;jiM)."<alhi'. bercnloi \on dein uhrwüiiliurii Lim<' 
(Sonnenpriester von Heliopolis) Namens /iiy. 

msdmt I R. 

IM ' 

Stibium 

iiet'u ^°^ I R. 

Kieselkupfersalbe 

5. se qma | R. 

5. oberaeg. Natron- oder Salpeterart 

se ädhu o | R. 

III • 

unteraegypt. Natron- oder Salpeterart. (Beide Sorten stehen 
hier nebeneinander) 

mnSt I R. 

Mennige 

Xt --^^ aue j°^ I R. 



arab. Holzpulver 



4 58; Wir wissen längst, dass der Urnie der Oberpriesler von Heliopolis 
war, der in den Nonienlisten von Edfu auch der Urme und Oberste des Mvste- 

=??^ äf i^^ *^^^ Qr) 8^ni>n'it ward. A. Wikdemann bewies in den 



riuins ( 

IZ3CD 

Procecdings of tlie soc. of biblical adiacology t889 S. 72, dass schon unter <ler 
18. Dyn., also zur Zeit der Niederschrift unseres Pap. (London Stele 135 cf. Budge 

Trans. VIII p. 326) der Plural ^^ für Priester von Heliopolis gebraucht 

ward. Daraus geht hervor, dass der Titel urme ^ doch wohl nicht nur dem 

Oberpriesler, sondern mehreren höheren Sonnenpriestern von Heliopolis zukam. 
Unter der XIX. Dynastie gab es auch zu Theben Mr/wff-l*ries(er der Sonnengotter 
IIa und Tum. 



1 63] Pap. Ebers. Die Maasse ii. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 295 

xpr üf n aß ^^^ I R. oder H.*"^») 

Naturhonig. 

6. kl ut dr t;_^ sjd -<2>- m mrle ^Z 

6. Anderes zum Vertreiben der Blindljeil m den Augen : 

t'ert ° n«' U^ aw sxeku ^^^) U^ 7. w hbs "^ 

fein zerriebene Zwiebeln lasse man wickeln 7. in Zeug 

Xtm ^ ^ kr xpr tsf m aft ö du m mrte -^^ 

und verschlossen in Naturhonig lege man sie auf die Augen. 

kl nt dr U-ü an/w '^-^^ n Hau ^ m 8. mrte '^^ 

Ein anderes zum Verlreihen {\y^v Hindernisse au den Mus- 
keln in den 8. Augen ^^'). Augenmuskellähmung, Ophthalmo- 
plegia, Paresis oder Paralysis: 

uetu 
III 

Kiese] kupfersalbe 

ntr mir 

III 

Weihrauch 

mnSt 

IM 

Mennige 

n( ^ ^ du r mrte ^^l 

zerreiben und auf die Augen thun. 

kt nt nl mric ^^ (di u am '<^ n hp- 

Kin ander(*s Miltel für die Augen. rnilg(itheill von einem 
Semiten aus Kp- 

9. nc I ^f .' 

9. ne 'Hvhlos. (iebal 



159 
160 

461 



Zu gleichen Tbeilen. Das Bindemittel Naturhonig wahrscheinlich i Hin. 



n 1^/i -.^ sxeku caus. von x^ky X^^i kopl. gioR cingere, obvolvere. 

J_ ^ Aau ^ sind die Glieder des Körpers, doch auch die ana- 

-A- ^ -Ji \ J^ 

toroischen Bestandtheile jedes einzelnen Gliedes und ^Y ^ ^>— =j ygf^ jj^ 

"^ ^T" IM ^' III 

Hemmnisse, Hindernisse können geradezu » Lähmungen c( übersetzt werden. 

4 62) Siehe auch zu LVIII, 4 6, wo pert in ^ aus Kpne ^Xj erwähnt 

werden, das jedenfalls in Phönizien lag. Dass 'amu ^ i die semitischen Bewohner 

Abbandl. d. k. S. Oesellsch. d. Wiss. XXV. 2I 



296 



Georg Ebers, 



[164 



r ./ O 

ateurun 

III 

o 



afeurun ?^^) Samen oder Korn 
bnr 



p 



■ ATU 



III 



Datteln 



bnr uet' 

III 

frische Datteln 



hSe . 
III 

Durrakorn 

III ^ 

dudkn-Samen oder Korn 

mnSt 

IM 

Mennige 
10. dbnnu ° ^^) 
10. äbnnu-Metall? 



hmt 
Salz 



III 



. o 



III ^ 
dbuefrucht? 



des Aegyplen beDachbarlen Asien sind — Phoenizier, Syrer, Juden etc. steht 

längst unzweifelhaft fest. Ein phoenizischer Arzt ist es also, dem die Aegypter 
das folgende Reccpt für die Augen danken. Es muss den Kuiturhistoriker inter- 
essieren, dass die Aegypter so früh auch in geistigem Austausch mit den Nach- 
barländern standen. 

4 63) Nicht zu bestimmen; doch klingt das Wort unaegyptisch und ist ge- 
wiss ein phoenizischer Pflanzenname. 



4 6i) Unbestimmbares, phoenizischcs Wort wie a^eunin 



AA/N/SAA Q 



II I 



^65] (J I _ äbnnu kommt auch im Berl. med. Pap. und im Pap. Harris I 

vor (LXIVc, 4 5). Es scheint ein Metall zu bedeuten; nur fragt es sich welches? 

(^ o o 

lähm geschrieben. Ist bestimmt eine Pflanze^ weil 

W I II • II n 

o 
XXXV, 4 2 und 4 3, LXIX, 9 etc. prt tähue , d. s. fdAw^-Samen, Beeren oder 

Körner vorkommen. Eine nähere Bestimmung haben wir nicht gefunden. 



4 66) Sonst ll | 



165] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheite^t. 297 

msdumt \ 

Stibium 

Talg"') des Schenkels (eines Thieres) 

1 1 . dm ^=A" ui rde hr rrt 

Y III III 

11. und frisches Baumöl? auf das Mittel zu thun. 

ki dr ^t,..^ pst O rn mrt -^s>- 

Andores zum Vortreiben des Gorstenkorncs oder des Ciia- 

lazions, d. i. das Diminutiv von xaka^a die Hagelschlosse, 

im Au2:e: 

msdmt I 

MI ' 

Stibium 

«m ,°, I 

Opalharzkörner? 

Xt s^a 12. ue^^^ I 

arab. Holz- 12. pulver? 
stm -<2>- mrt -c2>- dm 



das Auge damit salben. 

kt nt dr i.^ tial ^\, ^^*^) ine ]^ m mrt -^e^- 

Anderes zum Beseitigen der Einstülpung der Haaro im Auge. 

Trichiasis, Haar- oder Wimperkrankheit. 
Nach HiRSGHBERG S. 1 09 ist die Trichiasis so alt wie die Augen- 
heilkunde. Sie kommt schon in Hippokrates vor ed. Kühn II, 97"^), 



167) S. zu LVIII, <8. 

168) uaf ^ j. mit einslülpea zu übersetzen, sind wir voll berechtigt; denn 

es hat gewöhnlich die Bedeutung des sich KrümmenSy vom Menschen an, der 
sich zusammenkrümmt bis zur Arbeit des Seilers hin, die man aufwickelt. Die 
zweite Bedeutung des Bandigens und Beugens ist wohl von der ersten des Krüm- 
mens, zu Boden Krümmens abbUngig. In unserem Pap. heisst es zu XCII, 3 rrt 

nt mstr ^ imemy jl c^ uaf ^ . nef tyt Mittel für ein Ohr, das beschworen 

ist, um an ihm zu bändigen das Laufen (den unsauberen Ausfluss). Liebleins 
Übersetzung vvaoia stossen stechen (Ztschr. 88. S. 127) ist nicht zu halten. 

169) Der Anhang zu des Hippokrates Schrift itBql dialvrjg ist freih'ch nur 
zum Theil echt. 

2^* 



ns 



Georg Ebbiis, 



[tee 



der bereits wussle, dass die Hinstulpiin^ der Wimpern besonders 
am unleren Lide vorkoiunic. Die Voroidniing gcjjen die Tricliiasiä 
lautet : 

■ante- °^ | R. 

Myrrhon 

siif 13. /"^ h{u)lvsii -^^s,'"') l K. 

Eidechsen- 1 3. Blut 

8»f f^n dgyt'^"^} | R. 

Blut der Flederuiaus oder Wanze? 

{ins '— ^ Sn£ "^ ( (/« r s r snb-s 

die Haare ausziehen und {lins Millel; il;ir:iiil ilmn. iint 

(das Auge) gesund zu machen. 
Die Verordnung des Dioscorides ist, wie LiEBiKm Kcbun zeigte''^, 
der unseren nahe verwandt. Das Rec. Mat. med. 1. 52 soll, wenn bei 
der Tricliiasis die Haare ausgezogen sind, ihr neues Wachsen durch 
Einreibung verhindern. Das Mittel hat zu bestehen aus Blut grüner 
Frösche, also Laubfrösche, für sich allein oder vermischt mit zu 
Kohle verbranntem weissem Chamaelcon, das sehr wohl dem fmlesti 



no] Falsch für das gcwölioliche >[ xll -» I e<*{v (""""■$4^, kopl. «.««o-rc- 
">ir ist wob! in Kolge eines Sclireibfehlors ausgelassen wurden. Oaa Clianiiielcon 
haben die Aogypter gewiss aueli zu den Kidecbsen gerechnet. In NordafrikH ist 
es heimisch; in Europu wohl nur in Andalusien. 

)7(j Von STEM^ mit It, ■x.^.'Xvoy, S. tfinAio, tfentfeAo vespertilio Kusaniuicn- 
gebracht. Der Vogel ttosellini tiion. clv. X, 6 kann eher oiue Fledernmus (so gering 
die Ahnliclikeit ist) als eine Wanze darstellen, Aurh spricht die Schreihnng seines I 
Namens (][]-= IT^ für die Fledermaus, weil das Determinativ um If^ auf den 1 

Versteck dculcl, in welchem die Fledermaus sich bei Tage aufhält. Libblgin übersutit J 
'^91/^ ^^ <)>c Wanze und bringt es mit «cAkcc ciniices [Kirchbr] zusanmieu, indem 
er ^^ Dicht für das Uelerniiualivum, sondern für ein s ansieht. Doch diese Iden- 
UHcierung erwecld in lautlicher Beziehung noch viel schwerere Bedonkcn als Stebn's 
f—^ Q i] "= ^^ ^ Ä«.Ä»OT. für des gelehrten Norwegers Bestimmung spricht 
eigenlhch nur die im Text zu erwähnende Verordnung des Diuscondes, der indessen 
die von 1(. Libblei» selbst cilierten Beceplc der collectio Siilernitaua gegenüborslehen. 

ns] Zeltschr. 1880 S. I!7. 



<67] Pap. Edkbs. Die Maasse l.pas Kapitel iber I'Ik Aluenkrankheiten. 299 

.*:5v oder der Kidechae unseres Rccuples eDtspreclicii kann, da ja 
auch das Cliamüeleon zu den Sauriern gebürt. Dann wird freilich 
auch (tlfia KÖ^tiäs xiixf invTÖ VVanzenbhil für sich allein ver- 
ordnet. Stall Wanzen scheint die alle Medicin aber auch wie in 
unserem Pap. gern Flederiuauäblut verwandt zu haben, um es t>ei 
Trichiasis auf die Stelle der ausgerissenen Haare zu sireichen. In 
der von Renzi besorgten Ausgabe der Colleclio Salernilaua, Neapel 
1856, Th. IV S. 28 wird z. B. die folgende Verordnung eines alten 
medicinischen Dichters ciliert'"): 

De pilis evulsis nc Iteruni crescanl. 

Ne crescant iterum loca quaelibet iinge pilorum 

Verbenae succo uiixto vesperliliunis 

Sanguioe. 
Hier haben wir also sicher gleichfalls das Ulut der Fledermaus 
gegen Trichiasis verordnet. Das der Wanze linden wir nichl in 
unserer [iandschnft. Kür die wissenschaftliche Therapie unserer Zeil 
kann es freilich recht gleichgUllig sein, welche Art von IHut gemeint 
ist. Unser Recepl verordnet einen operativen Eingriff: das Ausziehen 
der Haare. Wenn der Pap. keine anderen chirurgischen Vorschriften 
enlhüil, so beweist dies mit nichlen, Jass die Aegypler keine solchen 
gekannt hütlen. Unsere Handschrill ist eben nur das hermetische 
Buch von den Arzneiinitlek. Das über die Chirurgie oder besser 
die chirurgischen Instrumente niQi ö^iytivbiv, das Clemens von Älexan- 
drien gleichfalls erwähnt, ist leider noch nichl wiederenideckt woi'den. 
In ihm wird sich manche Augenoperation verzeichnet gefunden haben. 
LXIII, 1 4. kl )tt Im nie rd ^ sn )^ I m mrl <S5- 

Ein anderes um nicht wachsen zu lassen das Haar (die 
Wimpern) in das .^uj^e 
m xl fdl i^ ("'} 



Mi] LiKBi 



l. 



S. 118. 



ni) l'L/} Z""^' ; n- ^'■'^"''* '•'■'"8' '"'^^ ^*"'' füls('lil't--li rillt a. ([o-V. 

S. t|ii>ic, Abi-ref sudor ziisiiiiiitiptt. Es itil vielleiclil das kopt. 11. qbrsi S. tjtu^c 
evellere, eradicaro oder noch biisser cju-re abwischcD, zerstören. 



300 Geoig Hbees, [168 

nir snir n( X^ hr qe \o. yl Z^\ ''^) nt 

Weihrauch, zerreiben mit 15. Excrementen der 
hni€%u <$4ss. I R. 

Eidechse (Chamaeleon ?^ ^'**j 

snf ^ n yu^ I »• 

Blut des Biodes 

snf (^ nae ^ | R. 

Blut des Esels 

16. snf ^ n §e ^5f ? j R. 

16. Blut des Schweines 

mf /^ n {ysm t^ | R. 

Blut des Windhundes 

snf ^ n ar ^^ | R. 

Blut des Hirsches"'; 

msdmt 1 R. 

Stibium 

17. uetu ^ I R. 
1 7. Kieselkupfersalbe ? 

n( ^— rrfl an m xt ti'al | kr nn snf Z*^ 

fein in Eins zu zerreiben mit diesen Blutaiten 

rde m äsl ci-z] Sn ^ i pn m xt j\ 18. fdi \ ^ f 

und zu thun an die Stelle dieses Haares nachdem man es 
18. ausgerissen hat, 
an -nL rd ^ (n\f 
damit es nicht wachse. 

kt : snf /^ n dyyl "^ j R. 

Kin anderes : Fledermausbhit ? "^) 



«Tu S- 119. (87) zu LVI, 13 qeyi Ol tles ghs ^Ihieres, d. i. der Gazelle 

•-i^in Ziege kopt. c^^^oc. 
.""t Oder. s. oben Dioscor. I, 52, dos Chamäleons. 

— co^A. cioTfA, bjS cervus. 

"^S C^>^ ^iQ® Fledermaus und nicht die Wanze gemeint ist S. :298 (166J 

,JUCIl * ^ .\J0- 1*1* 



469] Pap. Ebers. Dir IVIaasse u. das Kapitel Cber die Augenkrankheiten. 301 

spie c^ n hnnu ^ me I R. 

der Rand eines neuen Hinkruges 

19. aft ^j I R. oder 1 H. (als 

19. Honig Bindemittel) 

7i( %^^ an rde m äst ctd äi IDl pn m ;f< t^ 

fein zu zerreiben und zu thun an die Stelle dieses Haares 

nachdem 

fdt l^ f 

es ausgerissen. 

hl: mrA^i^i 9^^ I R. 

Ein aiuieies: Rinderschmalz 

20. dm -^1^^ I R. 

20. Baumöl? 

anim o "^) n apnnt t^ ^^) \ R. 

innerer Theil? des apnntthieres (Maulwurf??) 

n( ^.^ m x^ ^^t I ^^^ ^r xt fl rde m äst 

in Eins zerreiben, auf das Feuer stellen und zu thun an 
die Stelle 

4 79) ^ fl ^Jl ^ic ^ ®*^ Eingeweidelhell, in unserem Pap. des narßsches 

oder Welses XXX, \ , der Trp-Gans XXXII, 3 und des apnntlhieres. Eine sichere 
Bestimmung ist uns nicht gelungen. Den iVarfisch halten wir für den Wels, 
erstens weil er gemein, zweitens weil er fett ist, drittens aber weil im Grabe 
des Tt bei dem N^ar genannten Fische die für die Siluren charakteristischen Bart- 
faden sehr deutlich dargestellt sind. Der iVorfisch ist es, der den in den Nil ge- 
worfenen Phallus des Osiris verschluckt. 

180] Das a/mn^^thier ward bereits besprochen Abth. IS. 4 58 (26). Ausser 
mit ^ wird es auch mit JSSSL determiniert. Stern*s allerdings mit dem ? be- 
gleiteten Vorschlag, es mit o^on zusammenzubringen, ist unannehmbar, weil dies 
gewiss auf das griechische oq>ig zurückzuführen ist. Wegen des wechselnden 
Determinativums, das es hier für eine Quadrupede, dort für eine Schlange oder 
einen Wurm anzusehen gestattet, haben wir an den Maulwurf gedacht. Das 
koptische «jutiAiion kann nichts mit dem altaegyptischen ^apnn-t zu thun haben, 
weil «jutiAiion masc, ^apnnt fem. und «junAiion ein verderbtes griech. Wort 
ist. Für unsere Deutung spricht nur, dass die Quadrupede «Maulwurf« wie ein 
Wurm in der Erde lebt und diese durchwühlt Die oben erwähnten wechselnden 

Determinativa sind ^ (für Quadrupeden) imd JSSSL (für Würmer). 



302 Geobg Ebsks, [«70 

I 

der Haare. 

21. /./: udd o n udet ^^ 

21. AihIhio; Hirn des uäel -Vogels *®^) 

gey ^_>1 ar ^ dm | rde m äst cm Sn ^\ pn 

zu bestreichen eine Weinrebe (Blatt?)*®) damit, und (das 
Mittel oder Blatt?) auf die Stelle jenes Haares zu thun 

m x^ ^ 
nachdem 

LXIV, 1. fdt^f 

1. man es ausgerissen hat. 

/.*/ /// t/N nlt: nl li\ in "r;^, /// i/nt -<s>- 

Anderes iiui niclil Wiiclisen /u Ih.s.slmi das Ihav in das Aiiize 



4 8«) Der Vogel V^ (| ^^ ^, ^ tio^f "^^ ist H. L. und ihn näher zu 
bestimmen uns nicht gelungen. 

hSt] "^ ar in unserem Pap. H. L. ar, nicht, wie Stern vor- 

schlUgti at zu umschreiben. Es bedeutet den Zweige die Ranke oder das 

Blatt. Brugsch bringt es mit Kirchers «.A(oo«fi (ni«.Aci>aY) rami palmae vel vitis 

zusammen, und so haben wir vielleicht in unserem 'ar T^ die Rebe des Wein- 
stockes, zu seheU; die zu solchem Bestreichen immerhin verwendbar. Übrigens 
scheinen uns die Stellen, wo es sonst vorkommt, gleichfalls für die Bedeutung 
»Ranke, Stengel« zu zeugen. Der Satz aus Dümicuen's Dendera XXXV, \t mnhy 

\1 m äiäfk V ^ sine j^>^ tp 'ar-l "^ f wird wohl bedeuten: Die Lotospflanze 

a Sompfe, ihre Lilienblume (schwimmt) auf ihrem Stängel. Ebenso Brugsch. 
ist der Zweig im Gegensatz zum Stamme. Im Bulaq-Pap. III, {% ist xa-k 

^il ubn Qyk m i/a eher zu übersetzen : Du trittst hervor auf den 

m IM 

Du erhebst Dich (gehst auf) aus den Samenkörnern (Staubgenissen) , 
hervor aus den Halmen und Du erscheinst aus den Samenkörnern. 

c o 
dlie £fei auch die grossen Staubgefasse der Lotosblume und jeder 

Me starken gelben Samentheile, die man an unseren Mummeln kennt, 
■fitttem die Blume. Die Sonne erhebt sich aus ihr, und daran 

D 



c .. 




denken. ^^ , czx;;: ^ar, ärt die Rolle, das be- 

kann vielleicht mit ^ determ. ein Pflanzenblatt sein. 



A/VA/VW 
A/N/VNAA 
A/V/WV\ 



^71] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 303 

/// yl r. I'dl :/_::: f: 

Fliegen- 2. dreck 

mnU I 

IM 

Mennige 

muH 

Urin 

xcu ^..^ rcfc w äst c-D ^M ^ ;?M m // 7^ 

vermischen und zu thun auf die Stelle dieses Haares nachdem 
3. fdt i^-f 
3. es ausgerupft ist. 

IM - ' 

Aiulcrt^s .Millol /um Wrlivihcii il(?s (iLMSlcukornes od^r ilo.i 

üranuhilioii im Aui^^^ •^'; : 

snn ^°^ I R. 



Opalharzkörner 



msdumi I R. 

Stibium 
4. x< s.=.^ aue ^ ^ ^ I R. 

4. Arab. llolzpulver? 

stvi -^2>- wirfe :^^ äni 



die Augen damit salben. 

ht nt dr ;._. f r//// <:^'i in tini -in:- 

Amlri'«'^ /um \'<M*lrril)rn ih's !■ olles im Auiro, (], j^ (J^g 

Xanthelasma (Xanthoma) oder vielleicht der Pinguecula ^^*): 

est ^^ 5. nt ds ^ 

Stein 5. des iMessers (Schleifstein) ^^•') 



4 83) S. zu LVII, 4 5 S. 233 (lOl) Aiim. 53. 

4 8 4) Näheres über qnät = qnl d. i. FeU und die genannten Leiden zu 
LXII, 22 S. 292 (460) Anm. 465. 

4 85) Stern und ihm folgend H. Brugscii übersetzen ^^. I /i^ ¥^ CD est 

terra figularis oder Töpferthon; doch wissen wir nicht, was unter Töpferllion des 
Messers — und die gleiche Gruppe kehrt LXXXVFII, 4 9 wieder — zu verstehen 



304 Georg Ebers, [172 

X^^ W/l ^r hse a^a^^a du r s spu 'aSeu i 

AAAAAA III III I 

vermischen mil frischer Milcli und selir häufig darauf thun. 

liiu anderes gegen 1). einen Slicli von Menschenhand: 
x'dau nu andu S T^') 
Stücke des andugefässes 
äeql ^ n 

calamus L., deutsch : Cahnus oder iMagenwurz 

qnqn i^^j] dr 7. m x^ ^^^ I <^^ ^ ^ Ar s 

zerstossen, in Eins 7. verschmelzen und damit verbinden. 

A7 rrl scn \ 1 mU 
MI 

Ein anderes zweites Mittel: 

ntr sntr °^ | 

Weihrauch 

wäre. Wie das Delerrainatix um □ lehrt, muss est ein Stein sein, und so scheint 
uns denn unser »Stein des Messers« kaum etwas anderes als der Wetz- oder 
Schleifstein bedeuten zu können. Dieser gehurt denn auch nach Dioscorides V, 
167 (168) zu den Heilmitteln. Eingerieben half er nackte Stellen neu mit Haaren 
zu versehen, er hielt das Wachslhum der Brüste der Jungfrauen zurück, bewirkte 
mit Essig genommen die Erweichung der Milz und half gegen Epilepsie. LXXX, 19 

o 

des Pap. Eb. wird der Stein des Messers gegen die uc^i krankheit verordnet, 
die eine Einreibung erforderte und ein mit Blutandrang verbundenes 'äusseres 
Leiden zu sein scheint. Das Medicament soll verwandt werden, damit »falle 
das Blut«. Gegen die gleichen Übel wird also der Schleifstein im Pap. Ebers 

nicht verschrieben wie von Dioscorides, doch kann est jT nt ds kaum etwas 

anderes bedeuten als den Schleifstein. Den Feuerstein, aus dem Messer verfertigt 

wurden, lernten wir schon LIX, 20 als des qm kennen. 

4 86) Das längst bekannte o ^Qft P^^^QA bedeutet beissen und stechen, 

auch in unserem Pap. z. B. von Insekten, steht XCVII, 2< ein Millel gegen den 
Mückenstich pä7i \> QA a^ ^^- Wörtlich lautet der Satz o. Z. 5 u. 6.: Ein an- 
deres gegen den Stich der Menschen (in das Auge) . 

4 87) Ablh. I S. 4 49 (4 7) N. 4 6 und 4 52 — 4 53 (20—24) N. 30 unter 

yaau und andu R. 

f88) Kopf. 9KKe calamus officinarum. Bei Dioscorides cy.oqov I; 2. Auch 
als Augenmittel erwähnt. Theophrast bist, plant. IX, 7. 



173] Pap. Ebers. Di£ Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 305 

xnte ,;, I 

Grünerde 

udd O n uäi^ ^^ \ 

Hirn der Gazelle oder wilden Ziege 
8. är m xl uät \ ut ^ -J\ hr s 

8. in Eins verschmelzen und damit verbinden. 

lU rrt xmi \ | | nui 

Anderes tiriües jMittel : 

ntrlu ^^ I R. 

ntrtupflanze, Golteskraut? 

ntr snlr \ R. 

III 

Weihrauch 

ututut I R. 

III 

Knoblauch »»») 

9. ps \\ är m nnudl- ul \ J\ hr-s 

9. zu kochen zu einer Salbe und damit Umschlüge zu machen. 
kl: 

Ein anderes: 
ut ^ J} än-k SU hr auf ^ u( hru o tpe 

Mache ihm Umschläge mit frischem Fleische am ersten Tage 

10. är m yt j\ sluy-k su m mrhl aß 

10. sei es nachdem Du ihn behandelt mit Öl und Honig 

r nfm-f är m xt j\ 11. rde x^-k mrht 

um ihm gut zu thun, sei es nachdem 11. Du ihm gegeben 
hast Öl 

hr mnh r ntm-f hr äue 
• IM ' • 

mit Wachs um ihm gut zu thun auf der Stelle. 



189] Stern brachte es mit dem kopt. £ie^£ie^ pisum arvcnse zusammen, 
doch weist schon die Gestalt des Zeichens auf den Knoblauch, wie die Denkmäler 

ihn mehrfach darstellen. Wo das Wort früher vorkommt, wird es mit ^, von 



o 
dieser Steile an mit determiniert. 

IM 



306 Georg Ebers, [174 

drl r (pro v edu <l^x^ 

Millel liegen die Krokodilraohonkranklieit. Pterygion oder 
Cancroid*^«). 
12. är ;fe-fc tpro n edu *3ä:^ 

12. Triffst Du den Krokodilrachen 

qmm-k su xä ^U-/l auf -f utd Sute p p fe 

und Du findest ihn so, dass sein Fleisch die gleiche Stellung 
im Stich lässt an seinen beiden Seiten, 

13. ul U-^ x^'^ ^^ b^ ^^f , w^ Ärw O tpe' 

13. so mache ihm Umschläge mit Trischem Fleisch am ersten 
Tage 

mätl §u ^ auf ? nh n se ^ 

u. desgl. (behandele ihn ebenso) wenn getrocknet ist alles 
Fleisch des Patienten ^^*). 



<90) S. zu LIX, { S. 254 (122). 

<91) S. 255 u. 56 (4 23 u. 24), zu LIX, 4 ff. 



Fortlaufende Uebersetzung 

des Kapitels über die Augenleiden der alten Aegypter. 

Papyrus Ebers LV, 20 — LXIV, 13. 



LV, 20. A\' IfCf/intil (Ins Burli ron den Ani/cn. Miftrl firmen flas 
Wachsrn 21. des krauhhnfioi) ^ irdchrs s'nh im Itlnlr im 
Aiajc in dem das Arnjc crfüUaudvn Hhda hc/lndcl. 
Oberaegyplisclies Natron oder Salpeter | Uo 
Honig I Ro oder Hin 

I.Vl, 1. Kümmel (Ipun °) | Ro 

nhd o Zahnkörner. Eine Weilirauchart. | Ro. 
• IM 

livhuhdvlit das V^^issov im Amje. Ilydrophthalmtis. 

Weihrauch | Ro 

Myrrhen | Ro 

Inlm samen oder Beeren | Ro 

2. p^i^^ Grünerde I Ro 
lieliüudlumj der Kraiihheit dos Wailisrns [Staphylom.) 
Unteraegyptische Natronart | Ro 

mnSt Mennige | Ro 

uefu grüne Augenschniinke, wahr- 
scheinlich Grünspan'*-**^) | Ro 

3. Honig I Ro oder | Hin. 

Dm ran r sollst I)ii für ihn lnMiMfcn: 

Oel I Ro 

Das Vordere und Hintere? des Wachses | Ro 

i. msfn Same oder Korn? | Ro 



192) ue^u ist eher Grünspan als Kicselkupfcr. Was uns nach AbschUiss 
dieser Arbeit darauf brachle^ findet sich im Anhang. Oben ist überall Kieselkupfer 
in Grünspan zu verbessern. 



.'{08 



u. 



Georg Ebers, 


[476 


Auslese vom Weihrauch 


1 Ro 


ynle Grünerde 1 
'^ III 


Ro 


Das schwarze hinler arab. Holzpulver | 


Ro 


Weihrauchkörner 


1 Ro 


Gänseschmalz 


1 Ro 


Bodensatz der Grünerde {xnte ) 


1 Ro 


9 9 9 

Stibium 


1 Ro 


Oel 


1 H. als Bindeiuiltel. 



6. Mache damit vier Tage lang Umschläge, auf dass 
Du nicht heftig befallen werdest. 

A})(lrrr Miltrl f/rfjcn die yvrsihleivnnuj Uyv 7. ?;// Antfe 
{IrilUische A/fection oder Infiltration der Hornhaut) am er<ilcu 

Tuijr : 

Sumpfwasser | H. 
am zweite n Tage: 

Honig I Ro 

Stibium | Ro 

8. auf einen Tag. 

Wvun r.v biulHj ist: 

Honig I Ro 

Stibium 



cMiumm I Ro 

Auf "i Tage Umschläge damit machen. Wom sich 

'■■*'" " ■ ' "' * ■ .s7. 9. so b( 

ches vo- 

) 



s^sj uaiuit tu d 1^11^ Kl. ffifin fsiifi 

w Au(jr cnjirsst, 9. SO bereite da- 



hmijiij Wnssvv aus dem Äuije enjtessL Vi. SO D' 

gegen die Mittel der afs q krankheit (mou 
lanles.) 



äeu samen ? 

o 



I Ro 

I Ro 

I Ro 
I Ro 



uetu Grünspansalbe 

10. Weihrauch 
Spitze der Papyrusptlanze 
Zu kochen. 
Harz {ddn) der Mimosa oder acacia nilotica | Ro 
Stibium I Ro 

uetu Grünspansalbe I Ro 

11. (ert ^ Zwiebeln? | Ro 



177] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 309 

Wasser I H. 

Zerreiben und in das Innere des Auges thun. 

Ein (inderi's zum Verlrcihch ilrs hviae ^{ü\ im Anne, d, t. der 
Lippiludo oder des Augenßusses. 

12. Myrrhen I Ro 
Se ur (grosser Schulz) Bleivitriol? 
ocö(;t;?? Atramentslein?? | Ro 
Körnchen (des Stibium oder der ue(u 

° Salbe?) I Ro 

l'ert ° Zwiebeln? | Ro 

Geytkrautdes Nordens (Cyperus, Papyrus- 
staude a. d. Delta) | Ro 

uet'u GrUnspansalbe | Ro 

13. Excremente der Gazelle | Ro 
Eingeweide der Antilope | Ro 
klares Oel. 

Zu Wasser thun. 

14. Feucht hinstellen, durchseihen und 4 Tage lang 
Umschlage damit machen. Auch kann man es mit der 
Feder eines 15. Geiers einpinseln. 

Eijf (uulcres: 

msfn Same oder Korn? | Ro 

usfeu des Sees. Pistia stratiotes? | Ro 

Zweige des Nord- oder Sumpflandes 
(Zweige der Mastix Pislacie?) j Ro 

16. Hasl Du iinn daraul | Ro Mark und | Ro Wachs zu- 
rechtgemacht, so wende es dann bei ihm an. 

Ein (uulercs zur Abwehr des Krankhaften {oder der 

Schmerzen uxdu ^ ) in I 7 . den A iinen . 

1 1 r '^ 

Stibium | Ro 

Dinte (anu ) | Ro 

und das Auge damit salben. 

Ein anderes zum Ern/fnen des Cesiehles. d. i. zum Schärfen 



310 Georg Ebers, [^78 

(h's Sf'livcrNiöfjt'ns IS. zum riclM'inich liii' Hie Aui^<Mi, 
wenn man ^esehlii Icmi lial'/''''; 

tntasamen? I Ro 

Inneres der fes6/ fruclit. Ricinus frutex??| Ro 

Stibium I Ro 

19. Wasser I H. 

fein zerreiben, in Eins verbinden und sodann auf die Augen 

thun. 

lüu (indorcs: 

ferl o Zwiebeln? | Ro 

III 

Das Innere der «raj// ofrucht? | Ro 

20. Dies verbinde man mit einem R. oder H. Oel, mache 
es zu einem Brei, lasse es trocknen, rühre darin 
herum '*^^) nachdem es getrocknet, und thue dies so- 
dann auf die Augen. 

Gewordenes, Product des Stibium d. i. 
Stibiumoxvd. I Ro 

LVIl, 1. iert ° Zwiebeln? j Ro 

III 

xnle GrUnerde j Ro 

'^ III 

Excremente des Krokodiles j Ro 

se ur ° Bleivitriol? öt5(>t;?? Atra- 

mentstein?? | Ro 

hsmn ° dSr rothes Natron | Ro 

111 

2. Honig I Hin 

In Eins verbinden und hernach auf die Augen ihun. 

/sVn anderes für da.s Stilticidiuni 3. der Pupille des Au(jcs^'-'.. 

Ilypopyon? 



\ 93) Vielleicbl : Von denen, die man hinter die Augen legt. 

194) Mische ihn damit (etwa mit dem Ölo) geht nicht an, weil »(im-/"« ge- 
sagt wird und mrht ö das Öl femin. ist. Man sehe XXVI, \% mrht htt O und 

LXXin mrht met, 
' III 

195) Da die Pupille nicht fliesst, kann nur der Eitererguss über dieselbe 
gemeint sein. Die Auffassung »für das Zusanmienziehen der Pupille« ward wider- 
legt S. ri\ (92) Anm. 39a. 



479] Pap. Ebers. Die Maasseu. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 31 1 

xpe O Abgekralztes, Drechsel- oder Feil- 

spähne von Ebenholz | Ro 

Oberaegyptisches Natron oder Salpeter | Ro 

S. 226 (94) Anm. 42.) 

Aufgelöst in Wasser auf die Augen zu thun 4. sehr oft. 

Ein Anderes zum lieseUifien der Verhalkung in den Meihoni- 

schen Drüaen ^•"') 

Stibium | Ro 

Mennige? | Ro 

5. Grünerde. xMe | Ro . 

Rothes Natron | Ro 
Hernach auf die Augen thun. 

Ein anderes zum Xerlreihen des Alhmjo [Leuhomd] der 
Augen: 

6. Schildkrötengehirn | Ro 
Honig I Ro 
Sodann auf die Augen thun. 

Anderes zum Vertreiben des Blules 7. in den Augen: — d. i. 

des Blutergusses in die vordere Augenkammer: 

Dinte | Ro^«^) 

GrUnspansalbe {uet'u ) 4 Ro 

Stibium | Ro 

Arab. Holzpulver? | Ro 

Zwiebeln? Ueil ° ) | Ro 

8. Wasser | Hin 
Fein zerreiben und auf die Augen thun. 

Andere MiUeJ hergeslellt gegen die Versehleierung — i/n -<2^^ 

(iril il iöche AlTeclion), welche um sieh greift im Auge: 

9. getrocknete Excremente aus dem Leib 
eines Kindes | Ro 



<96) uhet O I m mrte ^^. Die uhet Q i sind im Leibe die Stein- und 

Griesbildungen ; bei den Augenkrankheiten vielleicht auch das Atheroma oder der 
Grülzbeutel. 

4 97) Vielleicht sind hier die 4 und 4 hinter den Droguen als »Theilea und 
nicht als Ro zu fassen. 

Abhandl. d.k. S. Qesellsch. d. Wiss. XX Y. S2 



IWt Ckorg Kbkrs, [480 

llcmig. I Ro 

/ti rriHcluM' Milch iiiid hernucli auf die Augen thun. 

10. im mnltirs .um VriirrUfcn il(\s Liinlrehlculeun [nhd Q] in 

tlcn Autji'n, i\. i. (las Kciropium odor Entropium, die 
AuH- und Kinstülpung der Augenlider: 
Srhildkrölougohirn | Ro 

SalhOl Srä ^^^^V | Ro 

Auf dio Augon thun. 

11. I tn lUiJtH's t)fin'n ilic ////:<• M n l/ii lul uiiu'. die .sich in ficn 
AtiiHii hr/iiult't: 

(lohralono und? \tuil\ *) Rindsloher 
14. (iolu^ nuui da^^ogon tier Ortlnun:: «^emUss. 

/ .:; t:. •:.:(•.'(•> :i.f!: \irii\'ibr!i des /»/f.7c> //: iirii Atnith, d- l. 

dos R lutorgussos in dio vordere Kammer oder 
einfach K .»i !:o vL^ i A ii^on : 
Woihrauch j Ro 

l.hohdonium majUs<^ j:emeim\? Si^holl- 

I Ro 



kraut 


,<«*•« <:^ 






Aul 


tlit> 


Au^on 


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1 



1 Ro 


1 IU> 


1 lli> 


. ' 



Stibiutu 

ti SoJai!U 4Ut J:o \Lt:kCU t h u U. 



S; biuui I Ro 

I I ^ 

Uuui^ : Bin 

..■■■■ ■» *.,'.-. ,. .. * ... 



181] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 31 3 

16. Stibium | Ko 
Grünspansalbe {nehi ) | Ro 

Zwiebeln? (^Vr^,°,) I Ro 

Arab. Holzpulver? | Ro 

msfnsame oder Korn? | Ro 

17. Mit Wasser zerreiben und sodann auf die Augen 
Ihun. 

Ein anderes ger/ev die lUindheil oder nur iilödsich I iykoit : 
Von Schweinsaugen nehme man das darin befindliche Wasser, 

18. Stibium | Ro 
Mennige I Ro 
Wild- oder Naturhonig. j Ro 
Fein zerreiben 19. und in Eins verbinden. 

Dies spritze man in das Ohr des Patienten, damit 
er auf der Stelle gesunde. 
20. Hast Du ihn der Ordnung gemäss einer Inspection 
unterzogen, so sprich als Boschworunfi;: »Dies hab' 
ich genommen und auf den Sitz 21. des Leidens 
gethan. 

Sei gelähmt Krokodil (Unhold!) Sei gelähmt Krokodil 
(Unhold!) 

Ein anderes zum Verl reihen der ItVmdheil \ lUödsiehtifjkeit: in 
den An gen an dem 



LVIII, 

1 . Rnndl'örper [bnn O) : 
Pupillarverschluss oder die Staarbildung.*®^) 
Getrocknete Myrrhen zerreibe man mit geronnener? Milch 

2. und thue es sodann auf die Augen. 

Ein andei^es : 

Zwiebeln {tert )? vermische man uiit 1 Ro (oder H.?) 3. 
Honig und Ihu' es hernach auf die Augen. 



4 99) Die Übersetzung: Ein anderes zum Vertreiben der BlÖdsiehtigkeit durch 
ein Auiulet, ist nicht zulässig. S. 235 (103) Anm. 59. 

22« 



»U Georg Ebers, [482 

lun (tndrrrs zum llvhaudcln drs Ctrsichlvs [DUckcs; i. in 
ilt'ii Ainfvii: 

Stihiiiin I Ro 

Dinio I Ro 

ZwiübolnV [ierl ^°j) | Ro 

5. imfn Same oder Korn? | Ro 

Mannliohos'^'") Stibium 

Dios vorbiiulo man 6. in Eins und tbu' es auf die 

Augen. 

/.'/// itmicrrs uini Vrrt reiben des Weisswerdens in den Atiyen, 
Albugo oder Leucouia. 

7. \ycnH es ihiniert am llimnui des Südens yen Abend ^ und 
es neH'iltefi 8. am Himmel des Nordens^ wenn die Osirissäule 
ins Wasser shhU und 9. die Sehiffsleule des Ra ihre Stangen 
schn'inyen^ UHAn^i 10. die Köpfe ins Wasser fallefi. wer ist 
es dann^ der sie fangi und sie findet ? — Ich bin es, der sie 
fanifl II., ich bin esy der sie findet , indem ich eure Köpfe 
zu euch bringe^ indea^ ich eure Hälse 12. aufrichte^ indem 
ich an seinen IHatz stelU\ was an etich abgeschnitiem war. 
13. Ni> fuhr ich euch herbei y um zu rerireiben dem Gott 
ites Fiebers und jeder Todesart 14. u. s, (i\ U>>n if/Vs 

...» ...... t r •" *■ t .-...- ,' «v >,•/•/.'.' i; •■.■'.•'■.■.•.•■■ f '•!■ I- • •»■ 1^. t r ]"•'/ 

I . // ., , ..•■ ,. t'- ., ■-■ ■'-.•r'»' » •'• .♦» .' 'r» i'..'-» 

•■' il ..k -.». l^ ., <L»v-> i«.» ..•. .1.-. '..■-. 

> • 

fVn amieres :?'*; y:''-'\'r.-'': .:':'• /•.*:.'■': ^.•;;r'. ! tv tn dtn 

NY;H^hhokWi Uvivü pri Ai , ^ voa Kpne Bvblos. Gebal?^') 

^ikI teiu 6U xomMU^n luil IT. Wasser und dem Patieotea 
sodauu ;iuf die Au^reu lu ihuu. um iha ^o^leich 
iKW r«euosuu^^ £u lahroiK 



> 



IS. Mau uobuio V^l^ \\m der KinuUiKle eiiK^ E^ek^ vermische 
ihu utt^ l^.> Luhlotti N^4N!^*r uu^i Uiue dte?> jiuf Jeo J 






483] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Algenkrankheiten. 31 5 

rand des Patienten, um ihn sogleich 20. zur Genesung zu 
führen. 

Ein anderes gegen die Blepharitis oder Lidentzündung :''^') 

Man zerstosse chelidonium majus [mll '^) mit kühlem Was- 
ser und 21. thue dies dem Patienten auf den (entzün- 
deten) Rand (der Augen), um ihn sogleich zur Gene- 
sung zu führen. 
Ein anderes: 

Den (zerstossenen) Zahn 22. eines Esels vermische man 
mit Wasser und thue dies dem Patienten auf seinen 
(entzündeten) Rand (des Auges^^), um ihn sogleich 
zur Genesung zu führen. 

LIX. 

1. Ein anderes zum Vertreiben des Krokodils im Auge: Ptery- 
gion? Lid rand krebs?'"*) 
Excremente des IJnutvogels? | Ro 

Nord- oder Seesalz | Ro 

Weihrauch j Ro 

in Eins verbinden und 2. in das Innere des Auges 
thun. 

Ein Anderes zum Vertreiben der Entzündungen: 
Man thue oberaegypt. Natron oder Salpeter in 3. Quell- 
wasser und flösse es in das Auge, um ihn (den Pa- 
tienten) zu heilen. 
Ein anderes zum veiireiben einer Geschwulst [xnt -cs::^) /// 

den Augen: (Lidabscess, Atheroma.) 
4. Stibium V32 D. 

Opalharz 104. (snn ) Vie D. 



202) Wörtlich: Entzündung »des Randes«, wobei nicht angegeben ist, ob 

nicht auch der Rand des Mundes oder der Lippen gemeint. Die Gruppe "^f^ ? 
für das Eczema oder die Hitzblattern zu halten, geht nicht wohl an. S. S. 252 
(120) Anm. 77. Ob an Herpes zu denken? S. 253 [\t\) Anm. 78. 

203) Wenn Herpes gemeint sein sollte, hat man auch an den Mund mit den 
Herpes- Bläschen zu denken. 

204) S. S. 257 (125) Anm. 84. 



316 Georg Ebers, [^^^ 

Das mit Stibium verwandte Mineral 

A'm j^i VieD. 

Dinte Vei D. 

Frische 5. Myrrhen Vm D. 

Oberaeg. Natron oder Salpeter. Vei D. 

Dies zerreibe man fein, verbinde es in Eins und thu' es 
auT die Augen, um sie 6. sogleich zur Heilung zu bringen. 
Hin anderes zmn Vertreiben der Chemosis [bade -^3>-^'. in 
den Aufjen: 

Echtes 7. Stibium soll man auf 4 Tage in einem Hinkruge 
zu Wasser thun; dann aber nehme man es abermals zur 
Hand, und thue es 4 Tage lang mit 8. Gänseschmalz zu- 
saumien. Dabei soll man es (das Auge) auswaschen mit 
der Milch einer Frau, die ein männliches Kind geboren. 
9. Endlich lasse man es (das Medicament oder Auge?^^^) 
9 Tage lang trocknen, und hat man es (das Medicament) 
zerrieben mit Zulhat eines ganzen Stückes Myrrhen 10. so 
salbe man die Augen damit. 

Ein anderes zum Vertreiben des Krokodils im Auge (Ptery- 
gium oder Randcarcinom) zum ersten male II. naeh- 
drm man ei)U' Beselnrnrunfj darfdjer fiesprnehen: 
KUferwachs oder eine Honigwabe 12. thue man 4 
Tage lang auf das Auge. 
Zweite Verordnung : 

Chalkitissalbe Vs D. 

Stibium Vs D. 

Arabisches Holzpulver? Vs D. 

überaeg. Natron oder Salpeter Vj» t>. 

13. Dies zerreibe man in Eins und thue es 4 Tage lang 
auf das Auge. 
Ein 0)1 de res: 

Excremente 1 4. der Eidechse 
{hnlesu -s^) I Ro 



so 5) Beide sind weiblichen Geschlechtes und darum nur mit Rücksicht auf 
den Sinn zu unterscheiden. 



^85] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 317 

Oberaeg. Natron oder Salpeter | Ro 

Stibium | Ro 

Naturhonig | Ro oder H. 

Dies zerreibe man 1 5. in Kins und thue es auf die Augen. 

Mennige I Ro 

Stibium | Ro 

Naturhonig. | Ro oder U. 

16. Dies verbinde man in Eins und thue es auf die Augen. 

l'Jin andvrcH : 

Chalkilissalbe | Ro 

Honig I Ro 
Dies thue man 17. 4 Tage lang auf die Augen. 

I'AU anJcrr.ti : 

Mennige | Ro 

Stibium | Ro 

üpalharz? | Ro 

Naturhonig | Ro oder H. 
18. Dies zerreibe man in Eins und thue es vier Tage 
lang auf die Augen. 

Mennige | Ro 

Oberaeg. Holzpulver? | Ro 

Eisen von 19. Qse^«« | Ro 

Die Stibiumart html | Ro 

Straussenei j Ro 

Oberaeg. Natron oder Salpeter | Ro 

Schwefelpulver? | Ro 

20. Honig. I H. 

Dies verbinde man in Eins und thue es auf die 

Augen. 

Ein (luJcrcu: 

Schwarzer (gebrannter) Messer- oder 

Flintstein | Ro 



20GJ Das heutige Qus in Oberaegypteii. 



»18 Gborg Ebbbs, [186 

21. Weihrauch | Ro 

Stibium | Ro 

Honig. I Ro oder H. 

DloH ihuo man 4 Tage lang auf die Augen. 

I'jn imlcrfs (/('(ft'ff 'li. die PhhujnHmv [fft ß ] im Aiifji': 

Plastischer Thon | Ro 

RicinusblaUer | Ro 

Honig; i Ro 

23. Für denjenigen, dessen Augen sich im Zustande 
der Chemosis {badi '<s>) befinden. 



Vs 


D. 


'A 


D. 


\'i 


D. 


V« 


D. 


V« 


D. 


V« 


D. 



LX 

I. Man zerreibe es fein, verbinde es in Eins und 
thue es auf die Augen. 

I\in tnhir)t\\ :nni Offnt'n Srharfm üvs (it'sii'ht(\<: 

8. Stibium 

Oboraog. llolzpulver 

Opalharz? {snn ) 
Dinte 

Oberaog. Natron oder Salpeter 
3. Myrrhen. 

Dies zerreibe man in Eins und salbe die Augen 
damit. 

t 

> > -v .\f..': ',. d. i. der Cataracta oder des Staares: 

Kchlor Lapis lazuli j Ro 

lTrans{>ansalhi^ \uei'y ) | Ro 

Opal harz *^ iww " "1 | Ro 

Milch I Ro oder H.2«'M 

ft. Slibium | Ro 

Krokodilcrdc 'Nilschlamm?' | Ro 



?0* rnMÜoli stobl flio MiK'h. wonn sio :»hs Bin^omiHol 7n bolrwchtori wäre. 
nnre4?<*lmM^it sU\\\ »ni Fn<1o. in <Jor M\t\c «li^v R<v^o|>Ion. und s^» wird wohl »ticti 
von ihr nur ein B. odor soviol \\i< von «Ion ;iniJoron 7\\ j:loio))on Thoilon vprsch^^^~ 
lM»n<*n HrotfiKMi vu nohn»oii >ioin. 



4B7] Pap. Ebers. Dir Maasse u. das Kapitel üuer die Augenkrankheiten. 31 9 

? einer Art von Weihrauch {Sbt ) \ Ho 

Dies verbinde man in 6. Kins und thue es sodann 
auf die Augen. 

Ein amkrcs: 

shU ^ körner? | Ro 

Gänseschmalz | Ro 

Naturhonig. | Ro 

7. Dies soll in Eins verbunden und 4 Tage lang auf 
die Augen gethan werden. 

Ein anderem: 

msfn körner? | Ro 

'III 

GrUnspansalbe {uetu ) . I Ro 

1 1 1 

Was aus 8. seinem Lande heraustritt. 

(Marieenglas oder Gyps?) | Ro 

Dies zerreibe man, verbinde es in Eins und salbe 

die Augen damit. 

Hin andrvi'ii (fcijrn fliv W't.sdih'irmm/ U. um Auijr : Iriti tische 

Affection oder Infiltration der Hornhaut: 
gekochtes sese? I Ro 

Zwiebeln? [teri "" ) | Ro 

Honig. I Ro 

Dies zerreibe man fein und bewahre es in 10. Zeug 

auf, um das Auge damit zu verbinden, das von 

der irititischen Affection befallen wurde, und 

(thu') es hernach auf die Augen. 

Ein andrrrs zum Yrrtrcibtii II. des Albui/o [oder Leuconia) 

im Atnjc. 

Glaskopf oder Haematit? [melcj) zerreibe man fein, 
presse es in Zeug und lege es auf die Augen. 

12. Anilf'rc Mitli'l zum Vriirt:il"'}i lU's Eclioimniis mlrr Entru- 
jn Ullis iilnl . nn dm Aiitjrn : 

Harz? [adn) der Nilacacie (mimosa 
nilotica) I Ro 

Zwiebelpulver oder zerriebene Zwiebeln ? 

{iert °) I Ro 



CitcoKu Rbkhs, 



[188 



13. Ulaskopfrilßiii oder Haematit? {mel) o) I Ro. 

Dies ztm-eib» man iini] verbinde die Augen daniil. 
V'.'i« amUri's zum \rrl,nhvi, ,/,-. W»to ;/, di-n .l»y,.<,, d. i. 
des llaemophtlialnius oder Blutergusses in die 
Augen: 

Man nehme zwei Schulen vonTüiiferlhon, 14. die| 
eine mit Pulver der Dumpalmenfrüchte und derJ 
Milch einer Frau, die einen Knaben geboren, diel 
andere mit Kuhmilch 15. und lasse es TcuchlJ 
stehen; am Morgen aber mache sich der Patient 
daran die Angen mit jenem Dumfniehimittel zu 
fllllen, darauf aber 16. wasche er die Augen mit 
der erwähnten Kuhmilch 4 mal 6 Tage laag.^ 
Kiu aiiiUm'if :hhi Verlreiben 17, i/cr LlalarntSc itt/cr (ftw 
Staarvv ]jixt '=^^ "/ nm ^^) i« ili'u Awji-ji. 
Komm Grllnspansalbo (uetu ), komm GrUnspau- 
salbol Küium, Du grüne! Komm, AusHuss aus.^ 
dem Auge der 18. Horug! Komm, Du Erguss ausi 
dorn Auf;c des Gottes Tum! Kommet ihr Stoffe, 
die ihr hervorgeht 19. aus Osiris! Kommet zu ihm 
(dem Patienten] und nehmet von ihm das Wasser,! 
den Eiter, das Blut, den Augenschmerz, 20. dia] 
Chemosis {bdi -3&-). die Blindheit {oder Bkidsicb-1 
tigkeit}, den Eiterfluss (lippitudo), die da be-J 
vk'irkct der Gott der Entzündungen, jederTodes~- 
art, S1. jeder Art der Schmerzen und allerUbeleil 
Dinge, die sich befinden io diesen Augen, soviel 
ihrer aocb sind! 

tS. So iäl es tu !»preelien über die Gruuäpan&alb|| 
Het'H ), aufgelUät in KaferwMcbs^, di<ui man l)üw(ä 



Ml 



LXI, 



i. mische Cyperus \t/äu "(J ; dies «b< 
da» Au^e der Ordnuni; gi.-mjl>». 



Iei:e man sufl 



tot) ^It 6er tweRva IVno«. tlW ilor l*ftp. fi«>bniacht. tühre^ 
Kbrheli in GafanMi dra rmiralon »olb«! ^in, A«r coniciDi m. 
tot' Honig iW KHFors. 



i 8^] I'ai>. Ebers. Die Maasse v. oas Kai'itel i beb die AlGENKBANKf^ElTE^. 1121 



Ein anderes von der Augensaihe zmii AbtialitMi der 

Scliiuor/cii von ileo Awgen: 
2, Spilze der Papyrusslaude (hnr- "^I) 

Zwiebeln {(ert ) 

Honig 

Günscäcimialz. 

/.ii gl ei cliiMi 1' heilen zu nclimen und sndann aiii^sur- 

ßi'dfnlticb liUiirig 3. der Ordnaiig geinilss auf die 

Aiigeo zu thun. 

Ein anderes tum Heiltut iIt tirfiisse [iiitti '. , ili-s Ultiles 

in den Aii(ien oder des sitbvonjuHctiviUen BlulauslriUfs : 

Getrocknete Myrrhen, 
i. Zahnkrautkürner oder Same {tiltUl). Nicht Balaniteü aegyp- 

liaca. Eine schön duftende, niilciivveiäse oder rolhe Harz- 

art. S. S. 276 u. 277 (144 u. 145) Anm. 415. 

Grtinspansalbe {uet'u) 

Zu gli'ichi^n Tlicilt'n ni'limcn und sodann anf die 

Augen Lhun. 

Mittel fiir den drillen 5 bis zum vierton .Monai 

der Jahreszeit des S)(rossen.s, (vom i7. Januar 

bis 16. Februar): 

Slibium 

Überaeg. Natron oder Salpeter? 

Das dem Stihiuiu verwandle Mineral kliiU . 

Arab. Holzpulver? 
Ci. Zu gleiclu'n Tlieilen neliiiicn und auf die Augen 

ihun. 

Eini- amiei'e. Autjeiimlbv , anzMveitden in ihn Jabrenjnleti 

ili-r Hitze, den Sprossenn und der Uebertchwenimmiij d. i. 

in allen drei Jahreszeilen oder Tetramenieen des 

aegy ptischen Jahres-: 
7. Mao zerreibe S tibi um am Morgen mit dein Schmalz 

der Trp-Gans, ohne dies indess an's Feuer zu 

bringen und 8. salbe das Auge damil in der Nachl. 

h'iii iindfrea: 

Slibium. 



32i Georg Ebers, [190 

Grünspansalbc {u€(u ) 
Lapis l^zuli 
Honig. 
9. Ürüncrdc {xnte), 

l)i<v>; iM'lunt* iiKifi /M trhMclMMi rinMl(>n, rolle es zu 
einem Nudelteig aus (mache es zu einem gezo- 
genen Teig) und thue es sodann auf die Augen. 

.{fftirrrs :inn Virlrcihrn 10. rini'r (lf"^t liinilsl um hnitfr t/nt 

.t//i/.//Nf////''. Ein Atherom (Grützbeutel) oder eine 

Balggeschwulst: 

Stibiuni 1 D. 

Arab. llolzpulver? [x^'iiue ) Vs D. 

Üpalharz? (*w'*,,,) Vie D. 

1 1 . Das dem Slibiiim verwandte Mineral 

*/m ,°, V.« D. 

Dinte Vs4 D. 

getrocknete Myrrhen Vei D. 

TnOaboeren oder Samen? V« D. 

|:J. [':.!■':• )l:'f-! l'to' </.in An^it' , an i1*'m iriit-ml rtuas hufik 

Man nehme Menschengehirn und zerlege es in 
zwei Hälften 13. Die eine Hälfte davon thue man 
zu Honig und salbe das Auge damit am Abend; 
hat man aber seine andere Hälfte II. getrocknet 
und fein zerrieben« so salbe man das Aui^e damit 
am Morgen. 

iKt ^17. NovemU^r l>is 16. Deoember des jul. Jahres). 

Man nehme Stibium, Männliches des 16. Slibiums«*") 

5^vn\io iMuilhar/ ,\W *'u ütvoiioii ItiOilen und ihu' 
i \ ^ 

OS auf die .Vugon. 

•n VN- :,, -" x^ aA> V:r.m^oho- S. t.^T «0,^ Anm. 63, Za L\1II. 5. 
\or\vMiv,o Si.bium \vm\ ^Jor sv^ij^Mwnnu^n >Äc;b;K"^en Sorte 



191] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 323 

Alan nehme oberaegyplisches Natron und 17. 
Stibium zu i<loichon Thoilon. und thu' es sodann 
auf die Augen. 
/w/i andtrt's: 
Zwiebeln? {(eri j^^) 
Slibiuiu 
Honig. 
18. Zu i;:lcii'li(.M\ riu!il(Mi nchinoii und auf die Augen thun. 

i/ui andt'rvs zum Eröjjiwu SrliUrfon ) iIp^ ilo.s'uhlp^i : 

Die Scherbe eines neuen 19. Hinkruges,^*^) er- 
wärnil mit frischer Milch, Ihue man sehr oft auf 
die Augen. 

Kh\e iinfh'ir AiU}PHSi(tll)(* zum iO. O/j'nrn Srharfen des 

Gesivittesi : 

Stibium und Mark (oder Klauenfetf^) des Rindes thue mun 

auf die Augen. 

Ein a/iderrs: zum i\, O/fnrn Sclifhlrti] drs (icsichlcs: 

Man thue 4 Theile Stibium und 3 Theile Honig auf 
die Augen. 

I\itt imdervs zum (J/jnni Schiirfrir 

LXII 

1. defi (h\^ichles: 
Stibium 

Saft von frischen oder grünen Zwiebein? {(ert ) 
Naturhonig. 

2. Auf die Augen thun. 

A///r iUidoro Aunrif'iiflbc: 

Stibium 2 Theile 

Honig 4 Theile 

Grünspan («erj* ° ) salbe % Theil (oder D.?) 

Grünerde {pite ° ) V4 Theil (oder D.?) 



212] In dem Kapitel TteQi oaiQaxiüv (V, 177 (178) gibt Dioscorides an, 
wie und gegen welche Leiden man Scherben, die sehr stark gebrannt sein mussten, 
zu vcrwefiden habe. 



32i Georg Ebers, [198 

3. Echter Lapis lazuli^^^). 

Dies zerreibe man und thu' es auf die Augen. 

liine andcm Auijensalhe: 
Stibium ^ 2 Theile 

4. Gänseschmalz 2 Theile 
Wasser. 4 Theile 2") 
In die Augen zu flössen. 

A7// AnJt'jrs ztnn Vrrliribeu des Alhufjo oder Leucnma 

shl'ii J]^.;. welches in den Anf^en entstanden ist: 
\ Theil (oder Ro) Stibium und 1 Theil (oder Ro) 

5. arab. Holzpulver [xt aue ) soll fein zerrieben 

und in die Augen gethau werden. 

Hin anderes: 

I Theil Dinle, I Theil Stibium und Wasser nach Belieben 
ist fein zu zerreiben und auf die 6. Augen zu thun. 

I\in anderes: 

Ebenso zu behandeln sind Ebenholz, Stibium, und Was- 
ser nach Belieben. 

Hin anderes: 

Die Lunge? des äbdu \^ Tisches, d. i. des Flösselhechtes 

J^olypterus bichir.) und 7. Stibium ist ebenso zu be- 
handeln. 

Ebenso zu behandeln (d. h. fein zu zerreiben und 
auf die Augen zu thun) ist auch das andere Mittel. 

Sahne und Milch.^'*) 

h'in afuleres :nm Vertrt'iben des F.etr"iiiuw\ otler Kntropimns 

i^hei O ) : 

8. Stibium | Ro 

Mennige | Ro 

Grünenlo (rfiU' } I Ro 

Rothos Natix>n | Ro 

Dies zerreibe man und ihu* es sodann auf die Augen. 



ÜI3' Ohne An*:al>o lios Maasses. 

i\k' Niolloioht i Hin. 

21 ^ K.uin auch Sahne \on Kuhmilch bedeuten. 



493] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheitek. 325 

9. Kin anderes zum Vertreiben der iSebel und der Kölhe in 
den Augen:'^^'') Allgemeine mit Reizerscheinuogcn 



verbundene Trübung der Hornhaut. 
Zwiebeln? {^eri ^''^^) 
Harz (fldn?) der Mimosa nilotica 
Grünspansalbe {ue( c^ , . .) 

10. Milch einer Frau, die einen Knaben geboren.^") 

In Eins verbinden und sodann auf die Augen thun. 
Ein anderes II. zum Verlreiben des Krokodils im Auijc: 
Pterygium (oder Randcarcinom?) 
Stibium V2 D- 

Ei eines Geiers V4 ü.^*^) 

12. Dies zerreibe man fein und thu' es sodann auf die 
Augen. 

Ein anderes: 

Stibium 2 D. 

Honig Vei D. 

Grünerde {xnte ° ) Vie D. 

13. Mennige Vs D. 



o 



Opalharz? {snn ). Vie D. 

Desgl. (d. i. fein zerreiben und sodann auf die Augen thun.) 

Ein anderes: 

Mennige V32 D. 

Grünerde, {xnia ^ ) V4 D. 

Stibium 14. V32 D. 

Opalharz Vie D. 

Naturhonig. VU D. 

Desgleichen; d. h. fein zerreiben und sodann auf die 

Augen thun. 



t\6) Oder der bösen typhonischen Nebel in den Augen. Roth ist die Farbe 
des Set-Typhon und wird geradezu für böse, schlimm, schädlich gebraucht. 

SI7) An eine Kuh, die ein männliches Kalb geboren, ist nicht zu denken, 

weil t'ey mit ^ delerminirt ist, was stels auf ein menschliches männhches We- 
sen weist. 

218) Vielleicht auch 3/i des Eis. 



32G Geokc Euis. 'I9i 



« « 



/. - 

Schwarzer sebrannler? FÜDlslein ' m D. 

1 5. Weihrauch ' , D. 
Kncikoiiileriie Nilschlamiu? | D. 

Honig. I D. CKler | H. 

nies Ihue aian auf die AuisenbraueD. 
Ein amderes: 

1 6. Mennige * « D. 

Naiurfaonig * ^ D. 

Slibium ' « D. 

o 
IT. Upalharz ^uh ' s D. 

Desirl. D. i. auf die Augenbrauen ihun. 

18 Sahne Rahm und Milch einer Frau.**^' die einen Knaben 
geL*oren. in Eins verbinden und in die Augen spritzen 
oder flössen. 

- ' i! ' • f I 

~ — / . • .... 

Arab. Holzpulver jf 'aue ^ j Ro 

20. Grünspansalbe W/v | Ro 

Pulverisierte oder zerstossene Zwiebeln*? 
(trt ^ I Ro 

IM 

Harz a4in der Miui<>Na Nilotica | Ko 

Saft der Guillandina morin::a L.? 
Behenül =^ | Ro 

H. Hat man dies in Eins > ereinigt und zu einem tro- 
ckenen Teig gemacht« so vermische man es mit 
Wasser und thu* es sodann auf 5i. die Aueen. 
r X : ■ \ -vi : • : :- Xanthelasma 

oder PiniTuecula/ 

t\^ Kiiiv.ir ä;.vVi l^ejeiiiov. S^hno d^r Müch einer KrAu eio. 

riO '.s^. :** . >. t?«i i t>o An:«, l^*. 

M i 



^^5] Pap. Ebkrs. Dib Maasse u. das Kapitel Dber die Augenkrankheiten. 3Si7 



GrUnspansalbe {ueiu ) 

Dinte 

Stibium 

Natmn 



2D. 

I D. 

Vh D. 
I D; 



LXIII, 

1. GrUnerde {xnie). VsD. 

Dies zerreibe man mit Wasser und thu' es auf die 

Augen. 

Ein anderes: 

Mennige | Ro 

Gänseschmalz | Ro 

Die Augen sodann damit salben. 

2. Bereite noch ein anderes :///// Vertreiben einer Gesehwnist 

an der Nase: (Thränensackerkrankung. Dacryocystilis). 

Stibium | Ro 

I Ro 
1 1 1 

Getrocknete 3. Myrrhen | Ro 

Honig. I Ro oder | H. 

Damit reibe man das Auge 4 Tage lang ein. 
Berücksichtige es ja; — denn es ist gewiss das 
Rechte! 
4. liinr andere AuijenHalbe hereilet von dem ehrwitrdiijen Vrme 

[Sonnenpriester von llelitrjndis] .\//y yf : 



Arab. Holzpulver? {xl aue ) 



Stibium 

GrUnspansalbe {uetu ) 



5. Überaeg. Natron oder Salpeter 

Unteraeg. Natron oder Salpeter^') 

Mennige 

Arab. Holzpulver? {xt aue ) 

Naturhonig 
(). Ein anderes zum Vertreiben der lilindheii [oder lilödsielilifi- 

keit. in den Autjen: 

Man lasse fein zerriebene Zwiebeln? (^'^^,,,) 



1 Ro 
I Ro 

t Ro 
I Ro 
I Ro 
I Ro 
I H. 



%t\) über die oberaegyplisdien und unteraegyptischen Natron- oder Salpeter- 
arten s. S. 224 [92] Anm. 39. 

Abbandl. d. k. S. Gegellscb. d. Wiss. XXV. 23 



3eS Geubg Ebee>. :I96 

7. in Zeu£: wickeln und le^'e <lie>, \ erschIüs>eD in 
Naturhoni^« auf die Aucen. 

■■ . . . . ■ \". ■ . •. ?.' ... \J .- 

• ■ ..-•.■ . _. .....I . it. I. ... . -4.. 

'^. .. .: .1 Au£;eDmu>LeIldhuiuni:. Oi»b- 

i hahiiopieiiia. Auilu je naih dem iie rindert- n oder 
ii.jiieren Grade der Lähiüun:: Pare>is oder Para- 
U si>. 

iirun>i»anNiilLH- «cY« 
^^e;^i^aul.•!l 
Mennliir-— . 
Zerreiben und auf die Augm ihun. 






i*. iii-^x " K'>:n vJrr Saiwe } Ro 
111 

l»ii:e n | R.. 

[•uTikcm I R> 

1I«iü;^ I R:. 

!i\ ifM* ' >lr:i:^ I Ro 
IM 

Ni-: I R:« 

jiir-' ' fr^jv hs ^ I Rj' 

SLi^üin \ R: 

- i 1 

:. ;: r \.r*lr:.:: ::; d-er Mrr.^e e.::e> H 



c ; • R " 

- ? * f 



197] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel über die Augenkrankheiten. 320 



14 



/?/// andevds zuin Heilen der FAnsUÜfuuy der Ilaare ui\s 
Auge:'-^) Trichiasis, Haar- oder Wimperkrankheit. 
Myrrhen | Ro 

Bhit 13. der Eidechse oder des 
Chamaeleon. | Ro 

Blut der Fledermaus {dgyi ^^).*'^^**) I Ro 

Man ziehe die Haare aus und thue das Mittel da- 

lauf, um es gesund zu machen. 

Ein anderes um das Haar nicht wieder in das Auf/e wachsen 

zu lassen, nachdem man es ausgezogen: 

Mit Excrementen der Eidechse (oder des Chamäleons 

hnlesu ^4sJ} 



15. 



16 



17. 



zerriebener Weihrauch 

Rinderblut 

Eselsblut 

Schweineblut 

Windhundsblut 

Hirschblut 

Stibium 

GrUnspansalbe? {uet'u 



III 



). 



Ro 
Ro 
Ro 
Ro 
Ro 
Ro 
Ro 
Ro 



19. 



Dies zerreibe man fein in Eins mit den genann- 
ten Blutarten und thue es an die Stelle jenes 
Haares nachdem man es 18. ausgerissen hat, da- 
mit es nicht (wieder) wachse. 
Ein anderes: 
Blut der Fledermaus {dgyt ^^) 

Vom Rand eines neuen Hinkruges 
Honig 

Dies zerreibe man fein und thu' es auf die Stelle 
jenes Haares nachdem man es ausgerissen. 
Ein anderes: 
Rinderschmalz j Ro 



I Ro 

I Ro 

1 Ro oder H. 



224) Es könnte auch gcfasst werden »zur Beseitigung und Entwurzelung 
der Haare im Auge«; doch hätten wir es auch dann mit der Trichiasis zu thun. 
S. S. 297 (4 65) Anm. 4 68. 

225] Doch kaum der Wanze. 

23* 



iMhH -hiihllih MiMh Im KlhiQ, Nlnlh^ oh nirs Feuer 
\\\\\\ \\\\\ (tM tMil ilh« NIollo ilor Ihuiro. 















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199] Pap. Ebers. Die Maasse u. das Kapitel lber die Augenkrankheiten. 331 

E'ni amleres znrilcs Miilel: 

Weihrauch | Ro 

Grünerde ix^te) I Ro 

Hirn der 8. Gazelle oder wilden Ziege | Ro 

Dies bringe man in Eins und mache damit Umschläge. 

Ei7i anderps drUtcs Miflrl: 

nlrlu '<^ (Gotteskraut?) | Ro 

Weihrauch | Ro 

Knoblauch. | Ro 

0. Dies koche man, gestalte es zu einer Salbe und 

verbinde damit. 

FAn anfleres : 

Mache ihm Umschläge aus frischem Fleische am 
ersten Tage, 10. und zwjn- nachdem Du ihn ont- 
wodor mit Ol und HoniiJ: boliandolt hast, um ihm 
|L!:ul zu thun oder 11. nachdem Du Oel und Wachs 
angewandt hast, um ihm auf der Stelle gut zu 
thun. 

Mittel fjC(jon die Krokodilrachenkrnnhheit : (Pterygion oder 
Randcarcinom.) 12. Triffst Du das Pterygium, und Du findest 
es so, dass seine Gestalt an seinen beiden Seiten die Sym- 
metrie verlor, 13. so mache ihm am ersten Tage Umschläge 
mit frischem Fleische, und behandele ihn ebenso wenn 
die Xerosis entstanden ist beim Patienten.^^') 



227) Wörtlich: Trinst Du den »Krokodilrachen«, und Du findest ihn so, dass 
sein Fleisch die gleichmässige Stellung einbüsste an seinen beiden Seiten 4 3. so 
mache ihm am ersten Tage Umschläge mit frischem Fleische und behandele ihn 
ebenso wenn vertrocknet ist alles Fleisch des Patienten. 



NiioliHrlnilt 



l'^^^n« \\ l»*"**»\iM Ih^h sirhMMh^l «»ohMoll NorNvHilH. Nach Abschluss 
\\\-^ \U\\\\^^\ \\\^\\^'\ \\\\^ii\^\ \\\\\\\\\\\\\\\\^\^\\ ^lm^ ^loiu Yorfusser neue 
'n>\u\\>u \\\ >Us^ \U\\\\ As\\^\\\\w\\ \\\\\\ t'ovMluiujion «ugmi^lich ge- 

s\\\s -w \\\\\v\-\\\\w\\ \\\\\\ ^w ^\\\\\^\\s IV Mhwtn^lcn B^xknilen er- 

\^ - \^\ -^\** VV\N*KWvN A*\ VsH*»5fV^Ui i^v^^iL V,-^-»i iUUt^»-»^ sui- 

•. s^ \,v vx N . » , .1 .^,v -. -i ••* ^^'* ^rt'X'il^rr -«an* ^is-.'.s^ lu 






*-,>>:. 



201] Pap. Ebers. Die Maasse ii. das Kapitel ('«eb die AuGKMiiiA.NbiJEiTKK. 333 

zum Salben für jeden Tag; entilicli aber nber einem leeren 'l'lieil der- 
seüten UUchse 2(iOÖ ^ ^-^ 4 ^ ^ ^ '-^^ Heilung und An- 
nehmlichkeit [eigentl. zum Ergützen) der Augen. Aber a<ich in 
diesen Bllchscii ward kein Anllinuu, sondern dasselbe Schwefclblei 
gefunden, das schon mehrere frühere Analysen, und auch die des 
Herrn Prof. v. Babver (Aelimifii) und des Herrn Salkuwski bei Vihciiow-') 
linier solchen allaegypLischen Pulvern enldecklen, in denen wir, wDrc 
msdml Antimon, Solches zu fimlen erwarten dürften. Wir werden 
also diese Frage neu und von Grund aus zu prüfen haben, und wir 
denken das ResuUaL unserer Untersuchungen in nicht zu ferner Zeit der 
Wissenschafl vorzulegen. Gegenwärtig liegt die Versuchung nalie das 



hatten; doch spricht auch manches gegen diese Annahme. 

Unter den Schriften, welche uns nach Abscliluss der vorliegen- 
dco Abhandlung zukamen, verdient in erster Reihe') die Slrass- 
burger Inauguraldissertation des Dr. LI'hing »Die Über die mcdicini- 
schen Kenntnisse der allen Aegvpler berichtenden Papyri, verglichen 
mit den ntedicinischen Schriften griechischer und römischer Autoren, 
Leipzig 1888« genannt zu werden. Diese tüchtige, unter den Aus- 
spielen unseres lieben Collegen Prof. J. DtMiciiES entstandene Arbeil 
ward uns von dem letzleren leider erst kurz vor Ostern Ubersandl, 
und so war es uns nicht mehr niüglicli, Rücksicht auf das mancherlei 
Gute und Neue sowie die Irrthumer zu nehmen, die sie enthalt. 
Nur eine Bestimmung des Verfassers war es uns noch vergönnt zu 
der unseren zu machen; wir meinen die des uetu , das wir nach 
reiflicher Überlegung Kieselkiipfer übersetzt hatten, wUhrend es in 
der Thal » Grünspan a zu sein scheint. Zu unserem Bedauern konnten 
wir diese neue Bestimmung nur noch in der Wiedergabe des fort- 
laufenden Textes von S. SOG (170) an adoptieren. Was uns ausser 



.^1 Verliamlliiijgen der Burl. »uttiropologischen Gesellschart. iO. Ocl 1888. 

i) Leider war es uns nicht mehr verßüaQl, die uns von Hrn. I'rof. HinaciiBKfiQ 
gütigst iibersuudto tiichlige Oissert-ili»:i uBeitritge zur Augen heil kumli.^ des Aäljus» 
von L. [iAKBi,ri>-8 und PitsciivANAS üllere Iroiriiclie HoDograptiit! über Alüxaudor 
V. Iralles und seine ganz neue Sclirin über den in etile inischeu Unlerricl» ' >u 
IfuniiUi'n > 



33i 



ErkR: 



[202 



des Dr. Lcrwg Grilndeo dazu beslimmle . war der Umstand, dass 
Herr Prot'. A. von Bagver ia dem Pulver aus dem Buchschen des 
British Museums 2605 a, wolclies '^^^ ^_ji r^ dr ^__ü mrt -^ zur 
Ueilung der Auijen überschriebe» ist, Grünspan (Kupfer) und elwas 
Harz fand. Kieselktipfer konnte, wie der genannte berühmte Che- 
miker Ulis miltheilte')t das bctreflende Mineral keinesfalls sein. Wir 
glauben jetzt uetu sicher mit LtfUNC nOriinspanu übersetzen zu 
dürfen und werden auch auf diese Frage zurückzukommen haben. 

Es freut uns in einer Reihe von anderen Bestimumngen zum 
gleichen Resultat wie Dr. LvniNti gelangt zu sein. Besonders möchte 
wohl nach seiner und meiner ganz unabhängig von einander ge- 
führten Untersuchung niemand mehr bezweifeln, dass ^^ A Q "^ 
A O nicht die Akacie sein kann, sondern dass es für die Cedcr oder 
Cypressc oder juniperus phoenicca gehallen werden muss. 

In anderen Punkten gehen die Ansichten des jüngeren Herrn 
Collegen und die unseren mehr oder minder weit auseinander; doch 
muss ich micli hier auf die Zurückweisung seiner Behauptung, der 
Papyrus Ebers sei nicht das von Clemens von Alexaudria erwähnte 
Buch m^'i (faQ//äxtüv und seiner Bestimmung der Gruppe tert be- 
schränken. Die Begründung der ersteren gehört zu den Schwachen 
der sonst tüchtigen Arbeit und soll an einer anderen Stelle widerlegt 
werden. Weiter will Lchin« die Gleichung ('tri := Zwiebel durch 
die Gruppe ^^öl^*'^''^ «*' ö *'«'* "^i DtiMinuEN Geogr. In- 
sclir. II (Rec. IV) T. 87, 20 aus der Welt schaffen, indem er sie 
»der t'crtbamU" Übersetzt. Nkl A die Sykomorc, ist nun allerdings 
bisweilen der Baum xut f|o;f*)i'; doch würc wirklich der t'ertbaura 
gemeint, würde schon das Üeterminolivum T^ hinler t'erl überraschen. 
Aber ein tieferes Eingehen in den Pap. Ebers ergibt, dass Sykonioren- 



5) «Die mir übcrsanJic Probe war kein Kiesclkupfer ; sie lüsle sich za loictil 
in SalzsHuro und hinlcrliess ancli keinu KiesetsUnre. Am walirsclieiiilichstea ist, 
dass es «in n.ilürlicher Gniospan, (!■ b. durcb Oxydation von Kupfer an der Lutl 
cnlslanden ist. Es bilden sich dul)ei basiscli koblensauri? Salze des Kuprers oder 
in der Nälir; des Mii^res uuch Oi[ycbloride.<' Briellicbe HiUbeilung des Prot. v. B^evbd. 



^03] Pap. Ebebs. DieMaasse i'. das Kapitel Iber die Algenkraü kheiten. 335 

feigen und Zwiebeln [feii ) gern zusammen verordnet werden*) 
und der Satz Pap. Eb. XLIII, 16 



AA/VV/V\ 



•^ iV 



ngaii/ ° w/ nht ^^A^ /'er< i'epti fi/ ut t^c^ 

d. i. Pasle (Pulver?) der Sykomore oder der Zwiebel von der Oase, 
beweist, dass Herrn Lurings Übersetzung unrichtig ist, dass man an 
keinen t'ertbaum denken darf und es also bei unserer Bestimmung 

S. 212 (80) ff. bleiben muss. Pap. Eb. LXIX, 8 ist (j ^ ,^, 

-6" A "^ ''^ "" ärlt ^ nht ^ ieri . ° sicher nicht Milch 
ra^ r A jS^ o im im y im 

oder Saft des l'erlbaumes zu übersetzen, sondern Svkomoren- und 
Zwiebelsaft, denen QQ^I 9. ^^^^ A \i^ "^^^^ Zwiebelschaalen fol- 

o 1 1 Ol o Ja J^ ^111 

gen. Wir heben gerade diese binge hervor, weil der Bestimmung 
der Gruppe t'ert ein besonders breiter Raum in unserer Abhand- 
lung geweiht wurde, und weil uns das gewonnene Resultat wohl 
werth der Berücksichtigung zu sein scheint. Das von Dr. Liring für 

Zwiebeln gehaltene ? ? ? "^ scheint uns kaum etwas anderes als Knob- 
lauch bedeuten zu können. Dafür sprechen besonders die Bilder 
dieser unter den alten Aegjptern als Zukost so sehr beliebten Pflanze, 
die heute noch bei wenigen Mahlzeiten ihrer Nachkommen fehlt. 
Fraglich ist endlich noch, ob das hierat. Q, tr oder se zu umschreiben, 
ob es zeillich oder örtlich zu fassen sei: tritt doch das eine hiera- 
tische Zeichen [\ für ^ und I unterschiedlos ein. In der frühen 

Zeit der Entstehung unseres Papyrus ist freilich <=^{? '' ''' schwer 

nachweisbar, und die aus dem hieratischen erwachsene Confusion 
zwischen { und ^ wird erst in jüngeren Texten häutiger. Den- 
noch haben wir an der zeitlichen Bedeutung des Q an den meisten 
Stellen festgehalten, und das betrell'ende hieratische Zeichen tr um- 
schrieben. Es ist dies ausschliesslich dem Sinne zu Gefallen ge- 
schehen; denn wollten wir |^ 6t' umschreiben, würden wir hUufig 
»hinter den« oder »hinter die Augen« übersetzen müssen, und was 
dies bedeuten soll, ist uns unerfindlich. Etwa an »auf die Schläfen« 



6) XXVII. 7— !l, LXXX, M, XLVI. 7. Das grosse Recept LXXXII und 
LXXXIII elc. 



fi > /f H //>,» <o' ^» ////tri t/r ^'/^i 4^1' ^*#(;7^M ftir 4ie Schläfen 
,/ ,^/, Iv /' i'i,hnfi^ hfii Hfh^\Uh ^nf fUffjh^f^ difi L'mächrifl 

// tn i f 'i: nii\\ /fi' /tlihfhf- HnihitUlh^, t»#ri« k/i ^ff>t daS »SO- 

f/f/// '/'l' / frz/M^lf tui /l/^ Am^mi'' M^imm füh^^n friiU^n Sinn. In 
f/c l/i'/f I m||/ ff / !(' if(t Im imm v/fll^K iiffllMMilirli HU iU's lokalen Be- 
'I !<h(f(K |/ iMiltMlhn Im (hl* |m »miimI vM^hiM niuichl. LX, 15 und 
'(( mIiiiIi' Ic II 'I« II' h I I iM IImi lil < «i< /'M MMiNcliroilion und doch derzeit- 
|i' Im II II' i|f iil(Mi4*, il> I \h|/i^^ /,m h^^Immi Wn doiikon dieser Frage spdter 
IM' MKr,' Ic M(|> W*n liMuha*M< liMiiM ^-^t NMdiiMni. - In der zwölften 
"llti\il- li \l HM >l>r \\\\\\\\ \\\\\ huMMialiou dos Herrn L. Da.'islics 
tn.'i .,(• h< n* •hhlhiiu di' < \\Mimi au tloi Vorniuihun^ ^führt^ dass 

\\\\ M\ M ' »MI ,\MM \nm ,^» xK'llotolil den Safran zu er- 

V' \\\\ w \\ \\u \\ y\s \\ IhMu \ lioluUuiiuuk u)«yuN dh> Wui^zelu* beim Cro- 
' «> >lt' \\titi(\ \iu M I« liliv li.aou \uitluU(ou. Itüer allen Lmstünden 
' '» > » • \' U ' o Uk» «'itu iUx llo l^);ui.%'usii>(f als \velrhea wir iha 
' « '^»^ '^» -»^^i \ ^ »x.vii. iH'xU\u\s v^x M^^^v^lii den Siiruu als- aueb 
■■ ' * \K' \ •ixvxN\ uii K^iVM\'« ^\'N%oiuKMt nariie. Oaiur 

• v^X'vx'N.u Nö*»»\' s;\x • ViKiv»auau 'uaJa^ -««l•j^tlr.